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In der Dämmerung sah Mulla Nasrudin eine weiße Gestalt im Garten und bat seine Frau, ihm Pfeil und Bogen zu reichen. Er traf den Gegenstand und ging hinaus, um zu sehen, was es sei. Halb zusammengebrochen kam er zurück: ,,Um Haares Breite! Es war mein Hemd, das dort zum Trocknen hing. Stell dir vor, ich hätte gerade dringesteckt. Der Schuß hätte mich getötet, er ging mitten ins Herz."
Wie der Mulla in unserer Geschichte, verbringt der Mensch viel Zeit mit Gedanken, in denen er sich vorzustellen versucht, was wohl wäre, wenn irgend etwas fiktives geschähe. Geistig malen wir uns die schrecklichsten Dinge aus und merken oft nicht einmal, das wir auf diese Weise die innere Unruhe noch weiter in Aufruhr versetzen. Suchen wir einen Ausweg aus diesem Dilemma, dann erzeugen wir oft neue Spannungen, indem wir quasi geistige Bedingungen des Glücklichseins erstellen und Ideale aufbauen, denen wir nachfolgen wollen. Wir erzeugen neue Trennung zwischen den eingebildeten Idealen und der Wirklichkeit. Aus dieser Trennung entstehen neue Spannungen. Erkennen wir das, wird uns vielleicht bewußt, daß nur ein bedingungsloses Innehalten, das unmittelbare Erfahren des Existentiellen im Augenblick uns die Erfahrung dieser zeitlosen Stille ermöglicht.
Lars
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