gorilla boese 8d 564

Nach einer alten Hindhu-Geschichte aus dem Panchatantra.

An einem winterlichen Tag beobachtete ein Spatz aus seinem trockenen Nest heraus einen Affen, der missmutig im kalten Regen auf dem Ast gegenüber saß. In bester Absicht erteilte er dem Affen einen Rat. Dabei hätte er besser geschwiegen ...

Spatzen geben sich große Mühe beim Bau ihres Nestes, bis dass es tagelangen Regen unbeschadet und wasserdicht übersteht. Sie formen es wie eine Kugel mit seitlichem Eingang, manchmal bis zur Größe eines Fußballes. Innen ist es mit feinen Halmen und Federn ausgepolstert.

Der Spatz konnte den elendigen Anblick des Affen nicht länger mit ansehen und rief hinüber: "Affe. Du bist ein Vorfahre des Menschen und besitzt geschickte Greifhände und einen hohen Verstand. Warum baust du dir kein Haus gegen das widrige Wetter, so wie ich es getan habe? Schau doch, wie schön trocken und warm es bei mir ist."

Der Affe war ohnehin schon arg missgelaunt und nun kam auch noch das vorlaute Kerlchen. "Dem kleinen Naseweis werde ich eine Lektion erteilen", dachte er bei sich und schwang sich hinüber.

"Gib denen Rat, die um deinen Rat bitten. Die, welche keinen Rat suchen, lass mit deinen klugen Sprüchen in Ruhe."

Sprachs und fegte mit einem Hieb das Nest vom Ast, so dass es am Boden zerbarst.

Moral

Deshalb sei vorsichtig beim Erteilen von Rat ...

Nacherzählt von Peter Bödeker

 

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