Viele der Inspirationen sind den täglichen Lesungen von Swami Sivananda entnommen, wie Sie freundlicherweise von Yoga Vidya zur Verfügung gestellt werden. 

Yoga Inspirationen

 

Viele der losen Inspirationen zum Yoga, die du hier findest, stammen aus der Feder Swami Sivananda. 

ImageIntuition taucht auf wie ein Blitz. Sie wächst nicht allmählich. Das unmittelbare Wissen durch Intuition vereinigt die individuelle Seele mit der höchsten Seele. Die Intuition lässt das Subjekt, das Objekt der Erkenntnis und den Vorgang des Erkennens im Absoluten aufgehen, wo es keine Dualität gibt. In der Intuition wird Zeit zu Ewigkeit und Raum zu Unendlichkeit.

ImageDie Einheit des Selbst, die Einheit des Seins ist eine Realität, und die Verwirklichung dieser Realität ist Moksha.

Moksha ist das Einstürzen der Barrieren, die getrenntes Sein verursachen. Moksha ist der absolute Seinszustand, wo die Einheit des alles erfüllenden und alles durchdringenden Bewusstseins ebenso sicher erkannt wird wie eine Orange, die man in der Hand hält.

ImageWonne ist die wahre Natur des Menschen. Der zentrale Faktor im Wesen des Menschen ist die ihm innewohnende Göttlichkeit.

Die wahre Natur des Menschen ist göttlich, aber durch seine niederen Tendenzen und den Schleier seiner Unwissenheit ist er sich dessen nicht bewußt. Der Mensch identifiziert sich in seiner Unwissenheit mit Körper, Geist, Prana und Sinnen. Wenn er all dies transzendiert, wird er eins mit Brahman, dem Absoluten, das reine Wonne ist.

ImageWann immer ihr euch in einer Schwierigkeit befindet, verliert nicht den Mut. Verliert nicht euer Herz. Seid geschickt, intelligent, macht kluge Pläne, ruft alle eure brachliegende Energie oder schlafenden Fähigkeiten auf. Wie schnell seid ihr, wenn euer Haus brennt. Wie umsichtig und genau handelt ihr in solchen Situationen. Ihr wißt nicht, woher in diesem Augenblick eure Energie und Kraft kommen, aber ihr seid vollkommen konzentriert. Ihr findet geschickt Möglichkeiten, um euren Besitz und das Leben der im Haus Wohnenden zu retten. Wunderbare Taten verrichtet ihr. Und wenn die Gefahr vorbei ist und ihr wieder in Ruhe seid, sagt ihr zu euch selbst, daß eine geheimnisvolle Gotteskraft durch euch gewirkt hat.

ImageWer seinen Willen zu entwickeln versucht, sollte immer trachten, einen kühlen Kopf zu behalten. Sein Gemüt sollte unter allen Umständen ausgeglichen sein. Er muss seine Gedanken schulen oder in Zucht halten. Es lohnt, dieses zu üben. Geistiges Gleichgewicht ist eines der stärksten Merkmale des entwickelten Jnani oder Yogi. Diese werden in allen ihren Unternehmungen Erfolg haben und stets fröhlich sein. Bis zum fünfzigsten Versuch mögt ihr hierin versagen, nach dem einundfünfzigsten aber werdet ihr Willenskraft erreicht haben. Langsam werden die Gedanken und das Gemüt ausgewogen sein. Am Anfang sollt ihr nicht den Mut verlieren.


Der Mensch muss lernen, sich von den Mitteln zu distanzieren, mit denen er begehrt, denkt und handelt, damit er sie als Teil des Nicht-Selbst, als Material außerhalb seines Lebens ansieht. Auf diese Weise wird die Energie, die in den Begierden nach außen zu den Gegenständen geht, zu einem höheren Verlangen, das vom Geist geführt wird, und kann in Willen umgewandelt werden. So wie das niedere Denken in das höhere eingeht und dieses in die Weisheit einströmt, entwickelt sich aus dem Willensaspekt die Kraft des Geistes, die selbstbestimmend, selbstgeführt, in vollkommener Harmonie mit dem höchsten Willen steht und deshalb frei ist. Erst dann sind alle Bande gebrochen, und der Geist ist nicht mehr von irgendeinem Äußeren beschränkt. Erst jetzt, und nur jetzt, kann man von einem freien Willen sprechen.
ImageWille ist dynamische Seelenkraft. Wenn er rein und unverrückbar geworden ist, kann er Wunder bewirken. Nichts ist einem Menschen von starkem Willen unmöglich in den drei Welten zu erreichen. Die Mehrzahl der Menschen weiß nichts von Wollen, Denken und Intellekt, auch wenn sie viel von ‚Willen’ und ‚geistiger Kraft’ sprechen. Durch Begierden (Vasanas) ist der Wille unrein und schwach geworden. Ein gezügeltes Verlangen wird in Willen umgewandelt. Sexualenergie, Muskelkraft, Ärger etc. werden zur Willenskraft, wenn sie beherrscht sind. Je weniger Begierden, um so stärker der Wille.

ImageFreiheit ist das Geburtsrecht des Menschen. Freiheit ist Sat-Chid-Ananda (reines Sein – Bewusstsein – Glückseligkeit). Freiheit ist Unsterblichkeit. Freiheit ist Wissen, Frieden und Wonne. Bewusst oder unbewusst, wissentlich oder unwissentlich, strebt jeder nach dieser Freiheit. (…) In jedem Herzen liegt der Wunsch nach Freiheit, diese allesverzehrende Leidenschaft nach Freiheit. Der Wunsch nach  Freiheit liegt auch in den niedrigsten von Gottes Geschöpfen. Freiheit ist eine Eigenschaft der Seele. Du bist damit geboren. Keine Macht und kein menschlicher Plan kann diesen Wunsch unterdrücken. Die Flamme der Freiheit strahlt immer hell. Freiheit, Moksha, ist das letzte Ziel des Menschen. Freiheit ist Befreiung von der Knechtschaft von Geist und Materie.
ImageLiebe ist das Gesetz des Lebens. Lieben heißt das Gesetz erfüllen. Und das Gesetz erfüllen bedeutet ewigen Frieden und immerwährendes Glück.

Das gesamte Universum, von der mächtigsten Sonnen bis zum winzigsten Atom, wird von einem Gesetz beherrscht. Überall herrscht vollkommene Ordnung. Die Sonne erfüllt ihre Pflichten mit Regelmäßigkeit. Sie geht zur richtigen Zeit auf und sinkt zur richtigen Zeit. Die Sterne und Planeten drehen sich in geordneten Bahnen. Sie werden von Gesetzen gesteuert.

ImageDie gemeinsame Botschaft aller Heiligen und Propheten aller Zeiten und Religionen ist die Botschaft von Liebe, Ahimsa (Gewaltlosigkeit) und selbstlosem Dienen. Ahimsa ist der vornehmste und beste Zug, der im täglichen Leben und im Handeln vollkommener Seelen zum Ausdruck kommt. Ahimsa ist das einzige Mittel, nicht nur zur Errettung, sondern auch, um in den Genuss ununterbrochenen Friedens und Wonne zu gelangen. Der Mensch erreicht Frieden, wenn er kein Lebewesen verletzt.

ImageSatyam – die Wahrheit – ist der Sitz Gottes. Die Wahrheit ist Gott. Sie allein triumphiert. Die Wahrheit ist das grundlegende Gesetz des Lebens. Die Wahrheit ist das Mittel und das Ziel. Die Wahrheit ist das Gesetz der Freiheit. Falschheit hingegen ist das Gesetz der Sklaverei und des Todes. Die Wahrheit ist Gerechtigkeit, Anstand und das unbeirrbare Festhalten an den grundlegenden Gesetzen der Ethik.
ImageDer Mensch möchte glücklich sein. Er scheut den Schmerz. Er setzt Himmel und Erde in Bewegung, um aus den Sinnesobjekten das Glück zu erlangen, das er sich wünscht, und wehe, er verwickelt sich in den unentwirrbaren Maschen von Maya. Armer Mensch! Er weiß nicht, dass diese Dinge vergänglich sind und dahinschwinden, dass sie begrenzt sind und durch Raum, Zeit und Ursächlichkeit bedingt. Und noch dazu erfährt er nicht das gewünschte Glück aus ihnen.

Es ist das Motiv, das bei einer Handlung zählt. Recht und Unrecht können nicht hinsichtlich der tatsächlichen Folgen bestimmt werden, sondern durch das Wesen der subjektiven Absicht des Handelnden.

Es gibt zwei Arten von Bhakti, Apara Bhakti und Para Bhakti. Apara Bhakti ist niedriges Bhakti. In Apara Bhakti ist der Gläubige Anfänger. Er führt Rituale und Zeremonien aus. Sein Herz ist nicht offen. Er gehört einer Sekte an. Er schmäht andere Bhaktas, die andere Devatas (Gottheiten-Sichtweisen auf das Göttliche) verehren.

Es gibt sechs verschiedene Bhavas im Bhakti. Im Santa Bhava ist der Gläubige Santa, friedvoll. Er hüpft nicht und tanzt nicht. Er ist nicht hochgradig emotional. Sein Herz ist voller Liebe und Freude. Bhishma (Held aus der Mahabharata) war ein Santa Bhakta.

Manche Menschen fragen: »Wie können wir Gott lieben, wo wir das Göttliche nie gesehen haben?« Lebe in der Gesellschaft von Weisen und Heiligen.  Lese die heiligen Schriften. Verehre DAS Göttliche zuerst in allen verschiedenen Formen, die in der Welt offenbar sind. Verehre jedes Bild von Gott und dem Guru. Wiederhole den Göttlichen Namen. Singe Ihren Ruhm.
Der Wunsch steht dem Anwachsen von Hingabe im Weg. Die Hingabe an das Göttliche wächst, wenn weltliche Wünsche weniger werden.

Bhakti (Weg der Hingabe) ist einfacher, als irgend ein anderer Weg der Annäherung an Gott. In Jnana (Yoga des Wissens) Yoga besteht das Risiko, daß man fällt. Auf dem Pfad der Hingabe gibt es kein Risiko, da der Gläubige volle Unterstützung und Hilfe von Gott erhält.

Reizbarkeit, Stirnrunzeln, Abneigung, Empörung, Raserei, Wut, Zorn, das alles sind Varianten, je nach dem Grad der Intensität. Zorn ist ein plötzliches Gefühl des Mißfallens. Er ist scharf, plötzlich und kurz. Abneigung ist von Dauer. Sie ist ständiger Zorn. Sie ist das bittere Brüten über Verletzungen. Wut ist ein gesteigertes Gefühl von Zorn. Raserei treibt den Menschen über die Grenzen der Klugheit und Höflichkeit hinaus. Tobsucht ist noch stärker und fegt den Betreffenden in unkontrollierbare Gewalt.

Der Autor der Shivayoga Dipika beschreibt drei Arten von Pranayama: Prakrita, Vaikrita und Kevala Kumbhaka. Wenn das Prana in der Gestalt des Atems bewußt so ein- und ausgeatmet wird, wie dies von selbst geschieht, wird dieses Pranayama Prakrita genannt. Wenn das Prana durch Einatmen, Ausatmen und Anhalten entsprechend der in den Shastras vorgeschriebenen Regeln beherrscht wird, wird es Vaikrita (künstlich) genannt. Bei großartigen Menschen, die über diese beiden Arten der Zurückhaltung des Atems hinausgewachsen sind, erfolgt die plötzliche Beherrschung der vitalen Ströme direkt (ohne Einatmung und Ausatmung) und wird Kevala Kumbhaka genannt. Prakrita Pranayama gehört zum Mantra Yoga. Vaikrita zum Laya Yoga.
Wohlstand, Ehepartner und Kinder, Eigentum und Villen - alles das kann dir nicht den ewigen Frieden geben. Schaue in die Tiefe deines Herzens. Wenn du dich in deinem HÖCHSTEN SELBST befindest, wirst du nicht von schweren Sorgen, Verlust oder Fehlschlägen, unharmonischen oder unangenehmen Erschütterungen beunruhigt werden. Du wirst über alle Schwierigkeiten oder Krisen im Leben leicht hinweggleiten und triumphierend aus allen Lebensprüfungen hervorgehen. Geheimisvoll ist dieser Frieden. Verwirkliche diesen Frieden.

Religion besteht darin, anderen Gutes zu tun und Liebe, Dankbarkeit, Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit und Reinheit auf allen Lebenswegen auszuüben.

Murre nicht, grolle nicht wenn Sorgen und Nöte über dich kommen. Jede Schwierigkeit ist eine Gelegenheit für dich, deine Willenskraft zu entwickeln und stärker zu werden. Heiße sie willkommen. Schwierigeiten stärken deinen Willen, erhöhen deine Ausdauer und richten deine Gedanken auf das Wesentliche. Begegne ihnen lächelnd. In deiner Schwäche liegt die wirkliche Kraft. Du bist unbesiegbar. Nichts kann dir schaden. Strebe und trachte, wachse, weite dich aus, erwecke all die Tugenden Standhaftigkeit, Geduld und Mut, die in dir schlummern. Betritt den geistigen Pfad und erkenne: ICH BIN DAS UNSTERBLICHE SELBST
Wo die Wahrheit herrscht, dort herrscht auch die Gewaltlosigkeit. Wo vollkommene Gewaltlosigkeit besteht, da besteht auch Wahrheit. Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit sind die zwei Seiten ein und derselben Wirklichkeit.

Die Welt steht heute einer Anzahl von Problemen gegenüber. Da ist einmal die ewige Furcht vor dem Krieg. Da ist die Furcht vor Not, Selbstsucht, Streben nach Macht und Stellung. Haß zwischen Individuen und Nationen wachsen von Tag zu Tag. Was ist die wirkliche Lösung für all diese Übel?

Hingabe (Andacht) ist ein ständiges Denken an Gott als einzigen Gedanken, einzigem Ideal; dieses  Deneken bewegt sich zu Gott hin, wie ein ununterbrochener Strom Öl aus einem Gefäß in ein anderes fließt.

Der Glauben an Gott ist die erste Sprosse auf der Leiter der Vergeistigung. Er flößt dem Wahrheitssucher Hoffung ein, dass er die göttliche Gnade erlangen werde.

Werde ganz gesund! Wie könntest du leben ohne Gesundheit? Wie könntest du dein Brot verdienen ohne Gesundheit? Wie könntest du Erfolg haben ohne Gesundheit? Erlange Gesundheit durch Hatha. Vereinige Ha mit Tha. Vereinige 'die Sonne mit dem Mond. Vereinige Prana mit Apana (Die Energie die nach oben und nach unten strebt). Trinke den Nektar im Sahasrara und lebe im Reich der Unsterblichkeit. Hatha und Raja(Raja Yoga nach Patanjali) sind untrennbar. Wo Hatha endet, beginnt Raja Yoga. Hatha Yoga bereitet dich vor für Nirvikalpi Samadhi(Letztendliche Wirklichkeit). Ohne Hatha Yoga kein Erfolg. Ohne Hatha Yoga kein Samadhi. Ohne Hatha Yoga keine Gesundheit. Ohne Hatha Yoga kein Veerya (Samenenergie). Ohne Hatha Yoga keine Schönheit. Ohne Hatha Yoga kein langes Leben.

Asanas halten die Muskeln geschmeidig und die Wirbelsäule elastisch, verbessern geistige Fähigkeiten und entwickeln die Lungenkapazität, sie stärken die inneren Organe und schenken Langlebigkeit. Durch die Übung von Yogasanas wird das Blut mit viel Sauerstoff angereichert und die Anhäufung von venösem Blut wird gestoppt. Der Körper wird mit einem großen Maß an Energie erfüllt. Die Gehirnzentren und das Rückenmark werden gestärkt und belebt. Das Gedächtnis wird verbessert und der Verstand geschärft. Intuition wird entwickelt.

Sobald ein Mensch Vollkommenheit im Yoga erlangt hat, kann er in die Welt gehen, wenn er von den feindlichen und ungünstigen Strömen der Welt gar nicht berührt wird. Viele Menschen gehen in die Welt, bevor sie im Yoga vollkommen sind, um ihre unbedeutenden Kräfte zu zeigen und um des Ruhmes willen. Sie sind auf ein niedrigeres Niveau gesunken als ein weltlicher Mensch.

Es liegt in der Kraft eines jeden Menschen, Erfolg im Yoga zu haben. Es verlangt ernsthafte und aufrichtige Hingabe und dauerndes und beständiges Üben.

Das Leben ist heute voll Streß und Mühe, Spannung und nervöser Reizbarkeit, Leidenschaft und Eile. Würde der Mensch einige der elementaren Prinzipien des Yoga in die Praxis umsetzen, wäre er sehr viel besser dafür gerüstet, um mit dieser komplexen Existenz fertig zu werden.

Eine einseitige Entwicklung ist nicht geraten. Yoga muß den gesamten Menschen erziehen und entwickeln - sein Herz, seinen Verstand und seine Hand. Nur dann erreicht er Vollkommenheit.

Die vier spirituellen Hauptpfade zur Gottverwirklichung sind Karma Yoga, Bhakti Yoga, Raja Yoga und Jnana Yoga. Karma Yoga ist geeignet für aktive Menschen, Bhakti Yoga für fromme Menschen, Raja Yoga für Menschen mit mystischer Veranlagung und Jnana Yoga für rational und philosophisch veranlagte Menschen.

Es gibt heute viele Arten oder Leibesübungen. Unbestritten und einzigartig steht Hatha Yoga, wie es die alten Rishis und Weisen pflegten, über allen. Es ist das vollkommenste System. Hirn, Muskeln, Nerven, Organe und Gewebe werden erfrischt und gestärkt. Alle chronischen Krankheiten werden ausgelöscht. Wer Hatha Yoga übt, kann einen gesunden Körper und Geist haben und überdies innere Erfahrungen machen.

Die Vorstellung des Anfängers, Yoga bestünde nur aus Körperübungen, nur Asanas und Pranayama, ist ein schrecklicher Irrtum. Yogasanas, Pranayama, Bandhas, Mudras und Kriyas haben mit wirklichem Yoga nichts zu tun. Sie können als Hilfsmittel für die Yogapraxis betrachtet werden.

Yoga ist für jeden. Yoga ist universell. Er hat nichts mit einer Sekte zu tun. Er ist ein Weg zu Gott, keine Religion.

Yoga will nicht, daß man sich vom Leben abwendet. Er verlangt Vergeistigung des Lebens.

In Gott leben und mit Gott verbunden sein ist Yoga. Leben in Gott bringt ewige Wonne (höchste Art des Glücklichseins) .

Der Ausdruck Buddhi wird gewöhnlich gebraucht, um die Beobachtungs- und Unterscheidungsfähigkeit zu bezeichnen. Das Wort bezieht sich nicht auf das Gemüt als Sinnesorgan, also nicht auf die vitalen Wünsche oder gewohnheitsmäßigen Tätigkeiten des niederen mentalen Ich. Unsere Verstandesfähigkeit handelt aber normalerweise nicht in der vorher erwähnten freien überlegenen Art, weil sie mit dem niederen mentalen Ego verflochten und von ihm beeinflusst ist. Nur wenn Buddhi ganz rein geworden ist, hält es sich fern vom Objekt, sieht die Gegebenheiten in ihrer richtigen Perspektive und bildet ein absolut korrektes Urteil über Menschen und Dinge.

Die völlige Läuterung all unserer Werkzeuge ist eine absolute Notwendigkeit. Und zwar müssen wir jenen Teil unseres niederen Selbst ins Auge fassen, dessen Reinigung und Vervollkommnung am leichtesten die Vollkommenheit aller übrigen Teile herbeiführen wird. Wir sind der vom Körper und Gemüt eingehüllte Geist. Zuerst muss das Antahkarana, das innere Instrument, das was uns als "Ich" erkennen läßt, in Angriff genommen werden. Dieses setzt sich aus dem Gemüt, dem Intellekt, dem Ego, d.h.. dem persönlich-egoistischen Sinn, und dem Unterbewusstsein zusammen.

Unser Ziel besteht im Erlangen absoluter Freiheit von der Abhängigkeit der Materie. Alles, was diesem höchsten Ziel zuwiderläuft, muss aufgegeben werden. Freiheit und Göttlichkeit sind auswechselbare Begriffe und haben denselben Sinn, die gleiche Bedeutung.

Denke immer an die drei Wortbilder: Läuterung, Konzentration und Absorbierung (das intensive Versunkensein in ein Objekt). Sie sind ein Trio, ein Kleeblatt. Denke an diese drei Wortbilder, wiederhole sie innerlich während der Meditation. Läutere das Gemüt. Mache dich frei von üblen Faktoren, von Wünschen, von Sympathie und Abneigung, von Ärger, Besitzdrang usw. Diene deinen Mitmenschen selbstlos. Praktiziere Atem- und Hatha-Yoga und vor allem Mantra-Übungen. Sie ermöglichen zunehmende Konzentrationsfähigkeit. Übe dich zudem in fortwährender tiefer Meditation. Auf diese Art wird das Gemüt schließlich aufgesogen. OM ist der Bogen, das Gemüt ist der Pfeil und Gott ist die zu treffende Zielscheibe.

Dieses immer vollkommene Selbst offenbart sich in dem Augenblick, in dem man die richtigen Kenntnisse, das richtige Wissen hat.

Ein scharfer Verstand ist notwendig für die Erkenntnis der Wahrheit sowie für deren Analyse und Anwendung.

Das göttliche Wissen ist einzig in seiner Art, weil es uns für immer vom Elend der Wiederverkörperungen, von Geburt und Tod befreien wird. Die Erkenntnis Gottes oder das Wissen vom göttlichen Sein nimmt die Unwissenheit und Blindheit weg und verbrennt alles ich-betonte Handeln. Es ist ein Zustand ohne Gedanken, Wille und Wünsche.

Der Verstand, der Intellekt, ist Gott sehr nahe und spiegelt das Wesen, die Eigenschaften der göttlichen Intelligenz wider, geradeso wie eine erhitzte glühende Eisenkugel die brennenden und leuchtenden Eigenschaften des Feuers zeigt.

Geradeso wie Lehm die eigentliche Substanz und Materie all der verschiedenen Gefäße und Töpfe bildet, ist nur Gott oder die Realität das wahre Wesen der Welt. Gott ist die Wahrheit der Wahrheit. Wenn du die Dinge oder Objekte dieser Weit als wirklich, als wahr betrachtest, geschieht dies nur deshalb, weil jene Wahrheit, welche die eigentliche Wirklichkeit darstellt, dahinter liegt. Das ganze Weltall ist also - seinem innersten Wesen nach - nur das Unendliche, Brahman, Gott.
Atman, die Höchste Seele, ist der verborgene Schatz im Innern deines Herzens. Blicke nach innen. Meditiere und empfange diesen Schatz aller Schätze. Das Höchste Selbst ist frei von Alter und Tod, von Hunger und Durst und frei von Wünschen. Erkenne Es, finde Es und werde frei!

Das innerste Selbst im Menschen ist seinem Wesen nach Gott selbst, nichts anderes. Gott ist das allen innewohnende Selbst.

 
 

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