Die 6 Yoga-Reinigungsübungen (Kriyas) aus der Pradipika und der Gheranda Samhita

 

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Laut manchem Yogalehrer sind die Reinigungstechniken im System des Hatha Yoga als wichtiger einzuordnen als die Asanas ...

Vor allem die Anregung des Verdauungsfeuers sei wichtig, ansonsten würde der Mensch krank. Dies erinnert an den Ausspruch "Der Tod sitzt im Darm". Insbesondere Varisara Dhauti (Darmspülung) und Agnisara Dhauti (schnelle Bauchbewegung) werden hervorgehoben. Ein regelmäßiger Einlauf gehört zu vielen Heil-Traditionen.

Unsere Zähne reinigen wir heutzutage ganz selbstverständlich. Laut der alten Schriften sollte man auch täglich die Zunge und die Ohren reinigen sowie der Stirnvertiefung eine kleine Massage zukommen lassen.

Nicht zu vergessen, die Augen einmal täglich mit den Tränen auszuwaschen.

 

Hier: Die Original-Anweisungen

Svatmarana nennt im zweiten Kapitel der Hatha Yoga Pradipika sechs Reinigungsübungen, die den Körper des Yogi zur Sicherung guter Gesundheit zur Erlangung höherer Weihen vorbereiten sollen. Auch in der Gheranda Samhita findet sich die 6er-Einteilung, allerdings werden die Reinigungsübungen dort noch erweitert, weiter unterteilt und unterscheiden sich teilweise auch von den Anweisungen in der Pradipika.

Hier finden sich die jeweiligen Verse sowie Erläuterungen, Tipps und Videos zu den einzelnen "Kriyas/Shatkarmas".

 

Die 6 Reinigungsübungen

 

 

Generell gilt

Manche der Reinigungstechniken ist bei falscher Ausführung eventuell gesundheitsschädlich und deshalb sollten die Reinigungstechniken von fachkundiger Stelle erlernt werden. Auch die Konsultation eines Arztes vor Beginn der Reinigungsriten ist anzuraten. Es können Gründe vorliegen, eine Reinigungstechnik zu meiden. Beispielsweise dürfen manche Herzkranke nicht zuviel Wasser trinken.

 

Einführendes Video

 
 

 

Allgemeine Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu den Reinigungsübungen:

02-21 Bei Übergewicht oder Verschlackung sollen die sechs Reinigungsübungen zuerst praktiziert werden. Gesunde aber sollten diese nicht praktizieren, wenn der physische Körper von ausgeglichener Natur ist.

02-22 Es handelt sich um Magenreinigung (Dhauti), Dickdarmreinigung (Basti), Nasenreinigung (Neti), Augenreinigung (Trataka), Dünndarmreinigung (Nauli), und Lungenreinigung (Kapalabhati). Sie werden die sechs Handlungen (Shat-Karma) genannt.

02-23 Diese sechs Reinigungsübungen sind ein Geheimnis und bewirken eine Reinigung des physischen Körpers. Zusammen genommen haben sie vielfache Qualitäten und werden von den besten Yogis geschätzt.

02-36 Die sechs Reinigungsübungen balancieren ein Übermaß an Schleim (Kapha) und weitere Ungleichgewichte der Gesundheit (Dosha) aus. Nach den Reinigungsübungen soll der Yogi Atemübungen (Pranayama) ausführen, dann stellt sich der Erfolg mühelos ein.

02-37 Durch Atemübungen (Pranayama) werden alle Unreinheiten ausgelöscht. Doch für einige Lehrer besteht keine Zustimmung zu den anderen Reinigungsübungen.

Weitere Verse findest du bei der jeweiligen Reinigungsübung:

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Kapalabhati – als Lungenreinigung

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Kapalabhati, wo diese Reinigungstechnik als schnelles Pranayama beschrieben wird:

02-35 Wie der Blasebalg bei einem Hufschmied atmet der Yogi sehr schnell ein und aus. Kapalabhati verscheucht die Trägheit (Störungen des Schleims) eines Menschen vollkommen.

Ausführungen zur Ausübung:


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Nauli in der Hatha Yoga Pradipika

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Nauli:

02-33 Der Yogi soll, nach vorne gebeugt, den Bauch kräftig und schwungvoll von rechts nach links kreisen lassen.

02-34 Dieses entfacht ein langsames Verdauungsfeuer und bewirkt eine gute Verdauung. Zudem erzeugt es ein tiefes Glücksgefühl und balanciert jedes Ungleichgewicht in der Gesundheit aus. Nauli ist die Krone des Hatha-Yoga.

Ausführungen zur Ausübung:


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Trataka in der Hatha Yoga Pradipika

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Trataka (auch Tratak), der Augenreinigung oder auch Augenmeditation:

2-29 Achtsam soll der Yogi mit starrem Blick auf einen kleinen Punkt schauen, bis Tränen entstehen.

2-32 Dieses hält die Augen frei von Krankheiten, Erschöpfung und verhindert andere Krankheiten. Der Yogi soll Trataka geheim halten.

Ausführungen zur Ausübung mit weichem Blick:

 


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Neti in der Hatha Yoga Pradipika

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Neti:

02-29 Der Yogi soll eine weiche Schnur (Länge: eine Spanne, ungefähr 20 cm) in den Nasengang einführen aus dem Mund wieder heraus ziehen.

02-30 Neti reinigt den Schädel und verleiht gewiss göttliche Einsichten. Weiterhin kuriert Neti schnell alle Krankheiten, die oberhalb des Schlüsselbeins entstanden sind.

Ausführungen zur Ausübung:


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Basti in der Hatha Yoga Pradipika

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Basti:

2-26 Der Yogi hock bis zum Nabel im Wasser und führt ein Röhrchen [z.B. Bambusrohr] in den After ein. Dabei kontrahiert der Yogi den Beckenboden.

2-27 Drüsen-, Milz-, Bauch-Erkrankungen und selbst alle Erkrankungen, die durch ein Ungleichgewicht von Wind (Vata),Galle (Pitta) und Schleim (Kapha) hervorgerufen wurden,| werden zweifelsohne durch Basti kuriert.

2-28 Es bringt Reinigung des physischen Körpers, der Wahrnehmungskraft und der inneren Organe. Der Yogi erhält Schönheit und eine Stärkung des Verdauungsfeuers. Ein Übermaß von allen Doshas wird durch Basti abgebaut.

Ausführungen zur Ausübung von  Basti im Video:

Sukadev empfiehlt, heutzutage ein Klistier oder ein anderes Einlaufgerät zu nutzen:


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Dhauti in der Hatha Yoga Pradipika

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Dhauti:

Pradipika 2-24 Nach der Methode, die vom Guru gelehrt wird, soll ein nasses Tuch Stück für Stück geschluckt werden. Das Tuch soll vier Daumen breit und 15 Hand lang sein. Der Yogi soll das Tuch wieder herausziehen. Dieses wird Dhauti genannt.

Pradipika 2-25 Husten, Asthma, Milzbrand, Lepra, Verschleimung und 20 weitere Krankheiten | Verschwinden zweifelsohne durch Dhauti.

Ausführungen zur Pradipika-Dhauti-Ausübung: 

 

Die Pradipika-Variante von Dhauti stellt nur eine von 11 inneren Reinigungen dar, die in der Gheranda Samhita beschrieben werden. Diese seien "eine der größten Errungenschaften, die uns die alten Yogis hinterlassen haben". 

Lese selbst und schaue, ob du die eine oder andere Dhauti-Übung in deinen Alltag einbauen willst.


 
 

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