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Ethik im Yoga... 13 Apr 2012 06:58 #4902

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Der achtgliedrige Pfad nach Patanjali fasziniert mich, v.a. die Yamas und Njyamas.

Als ethische Anhaltspunkte für den Umgang mit der Umwelt und den Umgang mit mir selbst, nutze ich sie immer wieder zur Selbstreflexion und bin erstaunt – auch mal entsetzt - über das was ich entdecke.
Noch erstaunter bin ich oftmals jedoch über den Umgang, welche Yoginis und Yogis an den Tag legen. Als ob „Yamas“ und „Njyamas“ nicht existent wären.

Geht es euch ähnlich, dass ihr das nicht unter einen Hut bekommt, wie es sein kann, dass Yogapraktizierende diese „Verhaltensgebote“ zwar als existent betrachten, jedoch im Alltag, in der Praxis so gar nicht leben? Wo bleibt der Respekt vorm anderen, die Toleranz, die Offenheit und Unvoreingenommenheit, wo das achtsame Handeln?

Wie handhabt ihr das? Wie geht ihr mit dieser Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis um?

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Aw: Ethik im Yoga... 13 Apr 2012 07:52 #4903

Liebe Corina,
es hilft, sich mit den Yamas und Niyamas immer wieder zu beschäftigen, denn sie sind ja eigentlich die Voraussetzungen, bevor der eigentliche Yoga beginnt. Der Anspruch aber ist hoch - der "Trübungen" (kleshas) sind es viele... man denke nur mal an "Zuneigung" und "Abneigung" - wer teilt nicht dauernd alles danach ein? Und dennoch sind BEIDE kleshas, also Hindernisse, solange wir daran anhaften. Und wie sehr wollen wir das eine haben, und das andere wegschieben, und wie wenig sind wir in diesen Dingen wirklich gleichmütig! *seufz* es ist eine ständige Übung...
herzliche Grüße,
Tulsi

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Aw: Ethik im Yoga... 14 Apr 2012 08:56 #4917

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@Tulsi
Herzlichen Dank für deine Zeilen :)

Ja, es ist eine ständige Beschäftigung, ein ständiges üben...

sonniges Grüessli,
Corina

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Aw: Ethik im Yoga... 09 Jul 2012 12:59 #5509

Dazu habe ich auch eine Frage. Ich würde das auch gerne irgendwie im Unterricht vermitteln, aber wie baut ihr das ein?
Lest ihr vor und sagt dann was dazu?
Es will ja auch nicht jeder wissen, daher wollte ich es nicht zu ausführlich machen, aber eben anreize geben zum weiter-denken.

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Aw: Ethik im Yoga... 22 Jul 2012 06:27 #5535

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Hi alle zusammen,

ich möchte hier ein paar kleine Gedanken zum Thema Ethik und Patanjalis yama und niyama beitragen.

Gerne wird Ethik unterteilt in eine auf dem Prinzip der Vernunft aufbauende philosophische Disziplin, worin es sich von der klassischen theologischen Ethik unterscheide, welcher der Glaube an göttliches Wollen und göttliche Offenbarung zugrunde liege bzw. sittliche Prinzipien im Primat göttlichen Willens begründet seien, doch natürlich gibt es auch Konzeptierungsversuche, die theologische Ethik als nahezu autonom auszuloten, wiewohl in die philosophische Disziplin der Ethik auch Gedankengut der klassischen theologischen Ethik eingeflossen ist.

A. Schopenhauer (1788-186o) z. B., dem die Upanishaden zunächst nur in einem durch 2 Übersetzungen gebrochenen Text unter dem Namen Oupnekhat zur Verfügung standen, schrieb, “... wie atmet doch der Oupnekhat durchweg den heiligen Geist der Veden! Wie wird doch der, dem durch fleißiges Lesen das Persisch-Latein dieses unvergleichlichen Buches geläufig geworden, von jenem Geist im Innersten ergriffen... Es ist die belohnendste und erhabenste Lektüre, die auf der Welt möglich ist, sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.”
Schopenhauer lehnte auch den klassischen Dualismus von Subjekt und Objekt ab.
“Tat twam asi” war für Schopenhauer eine der größten Weisheiten der Upanischaden.
Und “Zur Zeit, da die Erkenntnis sich einstellte, hob sich die Begierde von dannen”, schrieb Schopenhauer. Der himmelweite Unterschied zwischen etwas erkennen im Sinne von Wissen zu wahrer Erkenntnis ist es, was sosehr Verwirrung stiftet und Leid in diese Welt bringt, denke ich.

Da der mind befriedigt werden will ist es natürlich durchaus legitim, den Gedanken Ethik im Yoga zu verfolgen und weil gerade Patanjali angesprochen ist, scheint es auch legitim zu sein, aus dem achtgliedrigen Yoga des Patanjali yama und niyama hervorzuholen.

Inwiefern ich Patanjali verstanden zu haben glaube - dazu muss ich sagen, für mich war Rishi Patanjali mit seinen Sutren längere Zeit ein reinweißes Hirngespinst mit Ausstülpungen, so eine Art Harvey Hase, das nur mir und meinem damaligen Meister Mr. Singh augenscheinlich war, er versuchte zwar, es mir auszureden, es ging nicht und nach zähen Verhandlungen hat er es mir belassen.

Ich bin der Auffassung, es könne aus 8 fassbaren, sichtbaren Ausstülpungen ein und derselben vollständigen Wesenheit, Gliedern des einen Yoga, weder resümieren, yama wie niyama seien wie angesprochen “...ja eigentlich die Voraussetzungen, bevor der eigentliche Yoga beginnt”, noch könne resümieren, yama wie niyama seien der Disziplinierung zugängig, dass man es sich vornehmen, üben könne - und natürlich kann es eitel Wonne sein, sich sein ganzen Leben darin zu gefallen und sein Leben dafür hinzugeben, in falscher Auffassung das achtgliedrige Yoga Patanjalis als Schritt für Schritt einzunehmenden Weg zu interpretieren und Resümees wie z.B. yama etc. sei vorrangig oder gar - eine Unsinnigkeit insbesondere - zu verwirklichen, wonach im Grunde erst gedeihlich zu samyama (dharana, dhyana, samadhi) fortgeschritten werden könne, folgen auf dem Fuß.

Yama und niyama seien im Sinne Patanjalis spirituelle Wahrheiten und könnten nicht geübt, sondern wollten verstanden werden und ergäben sich jetzt, immer im gegenwärtigen Jetzt von selbst aus dem einen ganzen Yoga, dieser Auffassung bin ich. Ich kann Patanjali nur aus dem Kontext der Liebe zum Yoga heraus sehen, und Liebe ist nichts als höchste Aufmerksamkeit und kann sich nicht in der blinden Verstrickung in sichtbare Ausstülpungen der ein und derselben vollständigen Wesenheit ergehen.

Oder wer denn könnte Harvey Hase lieben und ihn aufstückeln in seine langen weißen Ohren, in seine samtweichen Pfötchen ...
Liebe auf dem Hackbrett?

Zu den auf dem Thread angesprochenen Selbstreflektionen (bezüglich der ethischen Anhaltspunkte für den Umgang mit der Umwelt und sich selbst): Reflektionen können tückische Objektivierungsbestrebungen eines störrischen minds sein, womit das Licht der Erkenntnis abgedreht ist.” Also, wer erwartet, dass in der Welt die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen einhergehen, wird stets ihre Beute und Spiel sein.

Weshalb ich in Bezug auf Ethik bzw. yama und niyama hier Schopenhauer angesprochen habe, seine Lehren trugen wesentlich mit dazu bei, dass fernöstliches philosophisches Gedankengut in unseren Kulturkreis namhaft eingeflossen ist, von Schopenhauer angetan waren u.a. Einstein und Autoren wie Hesse, Th. Mann, Tolstoi, Beckett. Es ist schön, wenn sich die Nationen quasi zu vereinen suchen, wiewohl, alles Wollen entspringt aus Bedürfnis, also aus Mangel, also aus Leiden.

Hi, M33

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Aw: Ethik im Yoga... 03 Aug 2012 07:57 #5560

Huhu,
ich wollt nur mal sagen dass ich es sehr spannend finde, euch "zuzulesen", hatte dem ganzen bis jetzt aber noch nichts sinnvolles hinzuzufügen und wollt euch nicht mit unqualifiziertem gebrabbel stören: also: es gefällt mir. :)

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Aw: Ethik im Yoga... 03 Aug 2012 08:20 #5561

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Hi Joana,

ich sehe es so: Jeder Suchende im Yoga ist ein großer Schatz im Getriebe der Welt und hab´ bloß keine Scheu, Dich ungeniert und klipp und klar zu äußern, was immer Dich auch in Sachen Yoga bewegt.

Liebe Grüße, M33.

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Aw: Ethik im Yoga... 09 Aug 2012 16:35 #5568

Hi M33,
du hast, wie immer interessante Gedanken, diesesmal zu yama und niyama, ins Spiel gebracht. Besonders Schopenhauers Liebe zu den Upanischaden ist beeindruckend und neu für mich.
Yama wie niyama werden stets als Voraussetzungen für den eigentlichen Yoga genannt. Meine Überlegung: Ist es nicht so, dass der Mensch, der sich für das Üben von Yoga interessiert und dann mit ernsthaftem Üben beginnt, seine Gedanken und sein Handeln in gewisser weise schon auf yama und niyama ausgerichtet hat, sozusagen als Charaktereigenschaften innehat? (als "Gegenstück" ein gewalttätiger, roher, raffgieriger usw. Mensch wird sich nicht für Yoga interessieren).
Liege ich mit meinen Gedanken falsch?
Liebe Grüße
Yeswecan

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Aw: Ethik im Yoga... 09 Aug 2012 22:06 #5569

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Hi Thomas,

well! It may be used, im Kontext geläufigen Karmadenkens.

Wenn für mich die Rede ist vom Yogaanfänger, dem aufgehenden glitzernden Sternchen im Yoga und unendlich wertvollen Gut: Yama wie niyama können niemals als Voraussetzungen genannt werden, yama wie niyama können nicht Voraussetzungen anbetrachts eines Menschenkindes sein, es sind Voraussetzungen für einen großen Saint.

Ich bewege mich unabhängig von meiner Arbeit als Psychologin viel im sog. underdog-milieu, wo nicht minder auch Roheit und Gewalttätigkeit herrschen, und keinem, keinem einzigen dieser Menschen möchte ich jemals absprechen, jetzt, jetzt in diesem Augenblick, der allergrößte je dagewesene aufgehende Stern am Yogahimmel zu sein.

Es ist ein gewichtiges Thema, das Du hier angesprochen hast, ich muss ein paar Tage weg und bin dabei, die Reisetasche zu packen, verzeih die Kürze.

Liebe Grüße, M33.

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Aw: Ethik im Yoga... 18 Aug 2012 14:50 #5575

Hi,
da hast Recht, es ist ein schwieriges Thema. Grundsätzlich stimme ich dir zu, dass jeder Mensch zum Yogi werden kann, sogar zu einem Buddha. Nur ist es für Menschen aus dem sog. underdog-Milieu ungleich schwerer, die im yama und niyama beschriebenen Eigenschaften zu erreichen, um vollkommenen Yoga zu praktizieren.
yeswecan :)

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Aw: Ethik im Yoga... 18 Aug 2012 17:44 #5576

Namaste

Ich schließe mich dir an M33.
Die aussage die Yamas und Niyamas müssen rst verwirklicht werden bevor man mit der Yoga Praxis beginnen kann halte ich für falsches Verständnis.
Mir schwirrt da der Ausspruch von Sri Swami Venkatesananda durch den Kopf.
Sinngemäß sagt er: Hätten wir die yamas und Niyamas schon vollständig verwirklicht, dann wären wir bereits erleuchtet.
Dennoch wartet das Göttliche in jedem Einzelnen auf seine Verwirklichung.

Licht und Liebe
Lars

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Aw: Ethik im Yoga... 27 Aug 2012 09:53 #5586

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Hi alle zusammen,

es existieren namhafte Studien, wonach sozial Benachteiligte bezüglich Krankheitsvorkommen deutlich vermehrte Risiken haben, eine verminderte Lebenserwartung haben, etc., doch zu der Benachteiligung/Privilegiertheit bestimmter sozialer Schichten bezüglich Yogapraxis sehe ich es so:

Es bedarf keiner Privilegiertheit, keines Geldes, keiner Macht oder Position, weder besondere Talente noch Gelehrsamkeit sind Voraussetzungen, noch nützen sie dem Menschen dabei, zwischen der Wirklichkeit und dem Unwirklichen, dem Ewigen und Vergänglichen, dem geistig Wertvollen und Wertlosen zu unterscheiden ... Alles was ist, ist eins, hat als intellektuelle Errungenschaft keinerlei Bedeutung, bis wir auf der Welt nichts anderes als nur noch das Allerhöchste sehen, als das Leben und die Seele von allem, wird uns jede Art von sogenanntem Übel auch weiterhin auf unserem Weg bedrängen, da wir nicht das richtige Unterscheidungsvermögen besitzen, werden wir viele Unterschiede machen. Und viele Wünsche gebären.

Hi, M33.

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Aw: Ethik im Yoga... 05 Okt 2012 20:08 #5707

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Fortsetzung, unter der Kategorie „Zitate zur Spiritualität“ hat sich auf dem von mir eröffneten Thread „Die Wahrheit suchen“ eine Diskussion zum Thema Psychologie/Yoga ergeben, da Doppelpostings nach den Forumsregeln selbstverständlich zu vermeiden sind bitte ich, die anfänglichen 3 Diskussionsbeiträge der Vollständigkeit halber dort nachzulesen.

Hi yeswecan,

in Beantwortung Deiner auf obengenanntem Thread letztlich gestellten Fragen:

Konfliktvermindernd wirkt u.a. wohl auch, dass nur unserem Freundeskreis und Familienzugehörigen bekannt ist, dass ich mich in Yoga übe bzw. ich überhaupt keinen Grund sehe, mich diesbezüglich in meiner Arbeit als Psychologin zu outen.
(Den wirtschaftlichen Aspekt gäbe es allerdings schon, ich könnte aus meinem umfangreichen Yogawissen gerade in meiner Funktion als Psychologin eine Menge Kapital schlagen, doch über meine Einstellung dazu habe ich mich zu Beginn dieser Diskussion auf dem obengenannten Thread bereits ausführlich geäußert.)

Zu der von Dir gestellten Annahme, Du seiest als Psychologe od. Pädagoge tätig und tief in der Lehre des Yoga verwurzelt , hättest also diese Lehre als Lebensphilosophie verinnerlicht, könntest od. müsstest Du in der Beratungssituation von Deinen Überzeugungen abweichen und den Klienten in „seiner Realität“ beraten?

Bezüglich Pädagogik kann ich gar nichts sagen, das muss ich hier ausklammern, ich bin keine ausgebildete Pädagogin und arbeite folglich nicht als Pädagogin.

Meine Arbeit als Psychologin steht dem Geist des Yoga nicht kontrair, ich würde eine Arbeit, die dies täte, niemals ausführen.

Ich meine, was es ausmacht bzw. nicht zwiespältig macht, es liegt an der Liebe zum Menschen, den es in seiner oft sehr bedauernswerten Existenz ganz einfach wahrzunehmen gilt, wie er bei mir zur Türe hereingekommen ist und es ist wichtig, ihm auch das Gefühl zu vermitteln, in seiner Gesamtpersönlichkeit mit Hinwendung zur Kenntnis genommen zu werden wiewohl es gilt, zu einem seinen Bedürfnissen angepassten Therapiekonzept zu gelangen, ein fiktives Beispiel: Ein Arzt schickt mir einen psychisch auffälligen Bluthochdruckpatienten mit Magengeschwüren, degenerativen Gelenkserkrankungen, jahrzentelange bestehendem Diabetes, Adipositas, Fettleber, Alkoholproblem, letztlich waren Stentimplantationen in den Beinarterien erforderlich geworden und es hatten sich neuerlich arterielle Verschlüsse gebildet, und mit grellrotem Gesicht sich prustend auf den Sessel werfend bringt er kurzatmig abgehackt und sich dabei bekräftigend auf die Schenkel hauend hervor: Aber das sag´ ich ihnen gleich, Frau Doktor, zu so einem Gschistri-Gschastri wie´s in der REHA glaubt´ haben, bringens mich net hin, Gefäßtraining, so a Rumhampelei, und dann erst des depperte Herumsitzen, Meditation heißt das ja, bin eh gleich wieder heimg´fahrn von der REHA ... und eigentlich wär´er ja pumperlg´sund, eine Rossnatur, was ihn krank mache und bald auch noch ins Grab bringe, sei lediglich sein missratener Filius, der plötzlich kein Fleischhauer (Metzger) werden und den Familienbetrieb übernehmen, sondern Musik studieren wolle, ein Hungerleider wolle er werden ... und sehn´s Frau Doktor, da müss´n ma jetzt was tun, sagen´s ma, wie er wieder g´scheiter wird!
Tja, das ist Psychologenalltag und und ich denke, was ich mit „was es ausmacht bzw. nicht zwiespältig macht, es liegt an der Liebe zum Menschen“ gemeint habe, ist klar geworden und auch, dass es keineswegs ein Abweichen von Yoga bedeutet, dem anderen in das Kreuz und Quer und Über und Unter und Links und Rechts seiner Realität hinein die Hand zu reichen und aufgrund psychologischer Kenntnisse meine Arbeit zu tun.
(Womöglich könnte es für Dich von Interesse sein, in dem von Larrim unter der Kategorie ‘“Yoga allgemein“ auf dem Thread „Ahisma“ gestarteten Diskussion den Link in meinem Diskussionsbeitrag Nr. 5566 zu eine Studie zur Bewusstseinsforschung „Die Kompendenz zur Transzendenzfähigkeit“ aufzugreifen,
der Link liegt auf der Buchform, die Dissertation ist jedoch auch kostenlos runterzuladen - es ist ja leider oft weitgehend nicht bekannt, wie sehr Psychologie/Yoga, auch in der westlichen Psychologie, einander durchaus genehm zu sein vermögen.)

Zu „wirke ich realitätsfremd, wenn ich als Yogi auftrete und agiere“, weder meine Oma noch mein erster Meister Mr. Singh noch mein folgender Meister Jim haben nach außen hin je realitätsfremd gewirkt bzw. ihre Größe und ihr Glanz lag stets in ihrer Unauffälligkeit und ich hoffe sehr, es ihnen gleich zu tun zu vermögen bezüglich Unauffälligkeit, was mich persönlich hier vielleicht etwas als realitätsfremd erscheinen lässt, ist, dass ich mich auf einem Plateau befinde, wo es vor allem um die Vermarktung des Yoga geht und ich destotrotz vermeine, ein Forum „Yogavermarktung“ habe sehr wohl auch den Gegenstandpunkt dazu vonnöten, wenn es - wie es ja vorgibt - auch zu den Grundlagen des Yoga informieren will.

Zu weiters „auch bedenkend, dass ich mit meiner beruflichen Arbeit meinen Lebensunterhalt erwirtschaften muss und entsprechendes Verhalten von mir erwartet wird“: Der Leitspruch meiner Familie: „ Arbeite stets so, als würdest Du keinen Lohn nötig haben“, hat mich um alle Klippen geschifft, ich habe mich nie verbogen und ich konnte stets, auch schon in meiner Studienzeit, von meinem selbst erwirtschafteten Einkommen leben.

Falls meine Antworten womöglich doch an Deinen Gedanken vorbeigedacht sein bzw. unsvollständig sein sollten, ich bin zu jeder neuerlichen Diskussionsrunde gerne bereit.

Hi, M33.

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Letzte Änderung: von M33.

Aw: Ethik im Yoga... 08 Okt 2012 17:01 #5724

Hi M33,
danke für dein ausfürliches Eingehen auf meine Fragen. Natürlich muss ich berufliches von privatem trennen, dann gelingt mir die Arbeit gut. So gesehen konntes du Zweifel ausräumen, tief im Inneren bleibt jedoch eine geringe Zwiespältigkeit.
Liebe Grüße
yeswecan

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Aw: Ethik im Yoga... 14 Okt 2012 14:13 #5751

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Hi yeswecan,

es freut mich, dass Du Zweifel ausräumen konntest.

Bezüglich der in Deinem Inneren jedoch verbliebenen geringen Zwiespältigkeit:

Obwohl kaum ein mit Yoga ernsthaft befasster Mensch nicht dergestalt heimgesucht werden könnte gebe ich zu bedenken, dass es den Yogafortschritt behindern oder gar langfristig vereiteln kann, wenn es, oft auch nur gering wahrgenommen, unterschwellig gärt.

In „Mein Weg der Meditation" hast Du einmal geschrieben, dass Du meditierst.
Wenn Du nun unmittelbar nach der Meditation Dein Inneres absuchst, ist diese Zwiespältigkeit noch vorhanden bzw. klart es auf?
Für mich z.B. war es neben meisterlicher Führung und Unterricht vom Kleinkindalter an besonders auch der Simran vor dem ersten Meditationseinstieg, was die Wogen des minds milde gemacht und sanft geglättet hat, bis endlich shabd und jyoti einsetzen konnten.

Hinzufügen möchte ich noch dem, was ich über meine Trennung von Beruf und Yoga geschrieben habe:
Dass ich beruflich nicht und wiewohl überhaupt nur im engeren Freundes- und Familienkreis als Yogatreibende geoutet bin, liegt nicht daran, dass man Yoga irgendwie vertecken müsste.

Alleine durch Deine Existenz, mit jedem Atemzug und jedem Gedanken und mit jeder kleinen Geste und mit jedem Wort, wie es aus Dir klingt, trägst Du das Yoga in diese Welt hinaus, extra sich persönlich als Yogatreibender herauszustellen und der Welt zu präsentieren bedürfe es ganz einfach nicht, vermeine ich.

Hi, M33.

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Letzte Änderung: von M33.

Aw: Ethik im Yoga... 16 Okt 2012 19:05 #5757

Hi M33,
danke, dass du deine Überlegungen und Erfahren mitteilst. Ich muss sagen, Hatha-yoga, Atemübungen und die Meditation tun mir sehr gut. Die Auswirkungen sind nicht nur nur psychisch, sondern auch körperlich deutlich zu spüren. In meiner beruflichen Praxis trat der von mir erwähnte Konflikt noch nicht auf, es waren vielmehr Überlegungen, die mich auf die mögliche Zwiespältigkeit gebracht haben. Ich hoffe, dass das unterschwellige Gären mich im Yoga-Fortschritt nicht behindert, sondern dass weiteres Üben zu weiterem Fortschritt führt und damit letzte und latente Konflikte und verschwinden.

Liebe Grüße
yeswecan

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