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Meine Lebenssituation 08 Mär 2020 11:23 #8595

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Ich wende mich hier an das Forum, weil ich nicht weiß wohin - wenn jemand ein passenderes Forum für mein Anliegen findet, dann bitte ich darum mir eins zu empfehlen.

Dies Herunterzuschreiben ist ein großer Schritt. Ein großer Schritt hinsichtlich meiner geistigen Gesundheit. Aus Angst, habe ich diesen Schritt immer sehr verzögert gewählt. Aber Angst soll nicht meine Lebensqualität einschränken.

Zu meiner Person: Ich bin 22 Jahre alt und habe zu einer sehr schwierigen und gefühllosen Phase meines Lebens, Spiritualität erfahren, welche mein Weltbild von grundauf verändert hat. Ich sah und spürte die Verbundenheit zu allem und jeden. Noch heute, habe ich teilweise Visionen, Träume mit Botschaften und Symbolen (merkwürdige Zahlen und Zahlencodes etc.) oder Bilder in meinem Kopf von klaren Orten die ich gefühlt wirklich vor meinem geistigen Auge sehe. Ich war und bin dem Frieden absolut hingeneigt.

Das letzte ungefähre halbe Jahr hat gefühlt meine spirituelle Energie bzw mehr meine spirituelle Aktivität gedrosselt. Diese Zeit möchte ich auch in Hinblick eines "Egos" reflektieren, mit all den verbunden Sorgen, Ängsten und Emotionen.
Es bedarf mir Hilfe, auch wenn sich das zuzugeben, manchmal nicht einfach von der Hand fällt. Ich bitte um Hilfe, die sich mit der Wahrheit und Erleuchtung im Zusammenhang stellt. Manchmal fühle ich mich leer, weil ich mich nicht an jener widme.
Jetzt zur Situation:

Es fing alles mit dem Umzug an bzw. der ersten Wiederaufnahme mit meiner Familie nach jahrelangem Kontakt, den ich nur zu meiner Mutter hatte und aufgrund der Distanz nur selten zu meinen Geschwistern und Vater. Durch den Umzug sollten wir uns alle wieder zusammenfinden. Ein gutes Angebot, da ich schon meinen Studiumsstandort + sichere Wohnung fest in der Tasche hatte.

Der Umzug war ein langwieriger Prozess, der sich als sehr nervenaufreibend erwies. Wir haben nämlich den gesamten Krempel einer vierköpfigen mittlerweile alle Ü20 alten Familie "ausmisten" müssen, da meine Mutter aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu alleine in der Lage war und ich auch nicht die Möglichkeiten hatte, das alleine bis dato zu bewerkstelligen. Der Druck der bei meiner Schwester entstand hat sie lautstark an uns ausgelastet.

In diesem Moment, nach einer sehr langen friedvollen Zeit, erschien mir der an jemand angelastete Stress sehr neu (vermutlich Karma, weil wir meine Schwester damit zu sehr belastet haben) und hat mich etwas aus meiner sonst so festen friedlichen Grundhaltung rausgezerrt.

Zeitgleich nach dem Umzug (der sehr erschwert geschafft wurde), fand auch unmittelbar die Hochzeit meiner Schwester statt. Eine weitere Auseinandersetzung mit Stress. Meine andere Schwester, die ich als überperfektionistisch und alles ihrer Erwartung entsprechend "formen" möchtend beschreiben würde, hatte die glorreiche Idee (warum auch immer) für einen Monat bei uns aufgrund der Hochzeit auf der Couch zu schlafen. Das war gar nicht nötig, sie hätte erst in drei Tagen davor erscheinen müssen. Keiner konnte ahnen, welche Szenarien sich daraus entwickeln. Es herrschte permanent Unruhe. Sie zwang uns Aufgaben zu erledigen, die gar nicht hätten erledigt werden müssen, erzeugte weiteren Stress wegen der Hochzeit, der nicht da sein müsste. Es war wohl ihrem eigenen Ego zugute gekommen, um sich als die "Organisatorin" darzustellen. Am Ende hatte sie genau damit, das Gegenteil bewirkt: Es gab nur Chaos. Sie versuchte über Manipulationen alles ihrem Willen nach zu formen und merkte nicht einmal die Konsequenzen ihrer eigenen Wortwahl und Schlussfolgerungen. So bezeichnete sie meine Mutter ohne klinischen Nachweis als Schizophren, hat sie auch so behandelt, ihr (ohne jegliche Absprache mit mir) angedroht, mich von ihr wegzuschleusen etc. etc. Meine Mutter und ich hatten davor das friedlichste Leben, bevor wir irgendwen dazu ermächtigt haben, Einfluss auf unser Leben zu nehmen.

Als die Hochzeit immer näher rückte, waren wir gezwungen, mit der großen Familie, zu der ich ein sehr distanziertes Verhältnis habe, in einem engen Raum zwei Nächte auszuhalten. Aufgrund von vielen Intrigen, ist das Verhältnis von uns zu großen Familie sehr angekratzt, aber dennoch bewahrt man den Anschein als sei alles gut. Auch war ich immer sehr distanziert zu ihnen, da sie ein konservatives Denken geteilt haben und der Gewalt mit Berechtigung des Alters und anderen ähnlichen Gedanken zugesagt haben. So wurde mein Cousin fürs Pupsen inmitten der Nacht auch mitgeteilt, dass er mal so richtig Schläge verdient hätte.

Am nächsten Morgen, kam meine Schwester (die sonst auch keine gute Erinnerung zu der Familie hat) auf die glorreiche Idee (auch wenn sie in einer ganz anderen Stadt wohnt, keine Ahnung warum sie das Wort dann für uns erhebt), die Familie, für weitere zwei Wochen bei uns Willkommen zu heißen, weil sie so viel "Nostalgie" empfand. Alle jubelten dem wohl zu, was ich sehr heuchlerisch fand, weil keiner wirklich ein reines Verhältnis zum anderen pflegte. Und die Konsequenzen aus dem Gerede an mir ausgelastet werden. Ohne meine Einwilligung. Durch sowas fühlte ich mich immer weniger ernst genommen, als sei meine Meinung zu dem was geschieht unwesentlich. Selbst wenn ich haupttragend für die daraus entstehenden Konsequenzen bin. In dem Moment war ich sehr betrübt und konnte mein Unmut über ihren ausgesprochen Wunsch, den sie einfach so sporadisch mitteilt, nicht rauslassen. Also entschloss ich mich mit meinem Cousin dazu rauszugehen. Alles mit der Absprache der anderen. Wir hatten ein sehr langes Gespräch über die psychische und physische Gewalt ausgehend von der Familie und dass wir uns in unserem Leben nach etwas dem Frieden gesinntem richten wollen. Wir wollten diese Kette dieser Gewalt durchbrechen. Zu dem muss man auch Verständnis für meine Familie aufbringen, da sie unter Kriegsverhältnissen aufgewachsen sind. Aber auch hier verspüre ich Unwohlsein, wenn man versucht seine Laster auf mich zu überladen.

Die Nacht über waren wir unterwegs mit einer Freundin. Wir haben immer ein stündliches Update gegeben über unsere derzeitige Lage, alles war gut. Auf einmal entscheidet sich meine Schwester, mit ihrer sich über alles ermächtigenden Art, loszubrüllen obwohl es keinen Grund zu Aufruhr gab. All diese Wut und der Frust der sich in mir durch ihre gesamte Anwesenheit und dem Umzug, den wir mit puren Stress ausgeharrt haben, aufgestaut hat, hat sich in dem Moment hochgebahnt und abgeladen. In einem energischen, aber nicht zu aggressiven Ton versuchte ich ihr dennoch eine rationale Frage zu stellen, die aber sehr schlicht schien. Ich fragte "Wer bist du? Und wo stehst du? Ich bitte dich über diese Antwort lange nachzudenken." Es schien sehr respektlos und für viele unmissverständlich, aber ich fühlte, dass diese Botschaft mit ihrem rechtmäßigen Zweck sie erreichen würde. Ich wollte sie nicht degradieren. Ich wollte, dass sie sich in diesem Moment bewusst macht, welche Position sie eigentlich trägt, was sie im Leben daran hindert sich selbst zu reflektieren, weswegen dieser ständige Druck andere verbessern zu wollen und wieso sie sich zu so vielem selbst berechtigt/ermächtigt. Zuhause angekommen wartete mein anderer Cousin schon auf mich. Er sagte mir "ihr solltet euch schämen", ich habe einen ruhigen Ton gehalten und habe mich erkundigen wollen "wofür wir uns schämen sollen", auf einmal fing er an aus dem Nichts loszuschreien (ein Mensch, den ich sonst als sehr nett wahrnahm und auch über mehrere Jahre nicht mehr gesehen habe, umso mehr kam diese Situation sehr überraschend und unerwartet) und auf mich zuzukommen. Sehr verändert zu dem Bild von damals was er abgab. Seine Augen schimmerten eine Art Verrücktheit, ich hatte im Gefühl, dass es an Rückständen von irgendwelchen Substanzen herrühren würde. Das hat mich wirklich erstmal aus meiner Lage rausgeholt, ich musste erstmal alles neu sortieren und habe damit nun wirklich nicht gerechnet. Zwar kenne ich die Familie als gewaltbereit, aber meine Mutter verhinderte immer wieder, dass mir Gewalt widerfährt und auch diesen Cousin habe ich nie als teilnehmend beim Ausführen von Gewalt gesehen. Und ab da an erinnere ich mich nur noch sehr schwammig. Ich weiß noch, dass ich imme eine bedrohliche und furchteinflößende wachsende Nähe gespürt habe, wie ich immer weiter in die Ecke gedrängt worden bin und wirklich Furcht empfunden hab, durch diese "verrückten", immer größer werdenden, irrationalen Augen. In jedem Moment dachte ich mir "okay er schlägt gleich zu, er will mich umbringen". Ich bin athletisch muss ich an der Stelle sagen. In solchen Situationen kommt ein Reflex in mir hoch mich in Schutz bringen zu wollen und mein Körper reagiert dann von automatisch, es war eine Sekunde gefühlt die er direkt entschieden hat, sich in Sicherheit bringen zu wollen . Und hier kommt der Moment der mir bis heute noch Gewissensbisse hinterlässt: ich habe angegriffen. Ob ich den ersten Schlag machte, weiß ich nicht. Wie viele, weiß ich auch nicht. Meine Absicht war mich so lange zu wehren, bis eine sichere Distanz eingehalten ist. Ich empfand keine Lust dabei. Aber muss auch eingestehen, dass ich in dem Moment wie verändert war und all die aufgestauten Emotionen in dem Moment des Adrenalins sich in mir mit hochgekocht haben. Es hieß wohl er habe im Auto darüber gelacht und meine er hätte das Schade gefunden, weil er sowas von mir nicht erwartet hätte. Aber er hätte mir ja wohl nie was antun können (in Privatnachrichten, in denen ich mich bei ihm und der gesamten Familie entschuldigt habe, hat er mir Gewalt angedroht). Irgendwie standen alle gegen mich, bis auf meine Mutter. Die Positionen, die sich daraus ergaben waren grandios.

"Er ist dein älterer Cousin, er darf das." "Du hättest dich schlagen lassen sollen, weil er älter ist." "Ach er wollte doch nur spielen, so sind doch Jungs, sie wollen spielen." ich fand es war eine sehr verrückte und manipulierte Art und Weise, wie mit Gewalt umgegangen wurde. Sicher weil alle von denjenigen, mit dieser Gewalt aufgewachsen ist. Meine Tante (die auch Krieg erfahren hat) versuchte das eben gleich auch zu rechtfertigen, aber ich spürte, dass es gar nicht ihre Position ist. Ihr wurde sicher vieles angetan, sie verdrückte eine Träne ohne die passende Emotion dazu mitzuteilen und hielt an ihren haltlosen Argumenten weiter fest. Es ist nie okay, wen aufgrund von Belanglosigkeiten zur Gewalt zu ermächtigen. Nur mein Vater und meine Mutter standen an meiner Seite und haben sich mit mir gegen jede Form von Gewalt ausgesprochen, auch wenn sie von mir angewendet wurde, wusste ich, sie konnten meine Absichten und mein eigentliches Wesen klar sehen, alle anderen kehrten mir den Rücken. Es war nicht einfach. Ich bin sehr dankbar für meine Eltern und meiner positiven Umgebung.

(Keiner von denen hat das nur ansatzweise mitbekommen, aber alle meinten von Anfang an dabei gewesen zu sein, da frage ich mich wieso keiner dann eingeschritten ist.)

Ich entschuldigte mich bei jedem Anwesenden, dafür dass Gewalt passiert ist und wie gerne hätte ich das über friedliche Worte hätte verhindern wollen. Es narbt immer noch an mir, dass ich nicht den Weg des Friedens gehen konnte. Und ich frage mich wie ich wiederholt in so einer Situation reagieren würde. Was hätte Buddha an meiner Stelle getan? In diesem Dilemma, finde ich die Antwort hierzu nicht. Manchmal kann ich Nächte deswegen schlecht schlafen und empfinde dieses drückende Gefühl in meiner Magengegend. Gerne hätte ich mich mit allen Mitteln eingesetzt, dass alles dem Frieden zugeneigt wäre. Auch nagt es an mir, dass ich keine friedvolle Lösung finden konnte mit der jeder zufrieden ist. Daher habe ich mir vorgenommen in meinem Leben etwas zu bewerkstelligen, was den grundsätzlichen Frieden verbessert, um sie davon auch profitieren zu lassen. Um jeden, der Emotionen auf andere projiziert und sie damit in Belastung zwingt, eine ruhigere Geisteslage zu geben. Meine Entschuldigungen wurden nicht angenommen, vielleicht liegt es auch an deren jetzigen Denkweisen, die auf Gewalt und Dominanz beruhen. Ich wünsche ihnen auf jeden Fall Frieden und dass sie ihren Pfad finden.

Hinzu kam, in den ersten Tagen, die nach Stressfreiheit aussahen, auch schon der nächste Stress: Aus dem Nichts stand mein Bruder (zu dem ich ein sehr rivalistisches Verhältnis habe) vor der Tür und wollte bei uns einziehen. Dazu muss man sagen:
Seine alte Wohnung war dermaßen beschädigt, dass meine Mutter, die aus einem Kriegsland kam solche Verhältnisse unbekannt waren. "Verschimmelte" Spinnen überall, schwarzer Schmutz der sich auf altem Schmutz überlagert hat. Alles überhäuft mit Müll, er musste sogar in der Nacht seinen Mund schützen, sodass keine Kakerlaken hineinkrabbeln. Und da kniete meine Mutter und schrubbte seine ganze Wohnung sauber. Alleine. Mit einem Bandscheibenvorfall. Für den er verantwortlich war. Sie schrubbte, während er sie auch noch anschrie und aufforderte schneller SEINEN Müll wegzuräumen. Ihrzuliebe habe ich meine Ruhe behalten, unsere Familiensituation ist sehr verzwickt. Erst am nächsten Tag, wo der Großteil weggeräumt war, wurde ich dazugerufen und ich hab obwohl das meiste ja weg war, sowas dreckiges zuvor nie erlebt. Mülltüten stapelten sich wie Türme, Rotze klebte überall an den Wänden und..es ist einfach ein unwohles Gefühl darüber nachzudenken. Ich musste meine Mutter über zwei Stunden massieren, damit die Anschwellungen an ihren Beinen, die sie durch das ganze Aufräumen davon getragen hat, sich ein wenig beruhigten. Sie hatte Schmerzen bis zum geht nicht mehr. Wirklich eine Kämpferin, die ihr eigenes Wohl für ihre Kinder aufs Leben setzt.

Und diese Muster hat er auch auf unsere Lebenssituation übertragen. Es war mir unangenehm, einen Moment weiter in der Wohnung zu bleiben. Ich spürte konstant eine drückende negative Energie und wollte einfach ungern in mein eigenes Zuhause. In mir schlichen sich auch immer wieder verurteilende Gedanken, so langsam schien auch mein psychisches Gleichgewicht ins Schwanken. Ich meditierte auch fast kaum noch und achtete nicht auf meine Ernährung so gerecht wie früher (auch aufgrund der neuen Lebensumstände, Studium, Umstellung und Anpassung und auch einfach Unlust). Die verurteilenden Gedanken kamen aus den Gesprächen, die er mit meiner Mutter hatte und kaum zu überhören waren. Ich dachte mir nur "nach all dem was sie für dich gemacht hat, wie kann man so undankbar sein?" Aufgrund eines Streites (er ist sehr sensibel), in dem er wohl hörte, dass ich über ihn gelästert habe, obwohl ich mit den anderen besprochen habe, wie er am besten vorgehen solle um seine Wohnung richtig zu beantragen, rastete er komplett aus und ist dann zu meinem Vater gegangen.
Ich bot meinem Vater nach ungefähr einer Woche an, mit meinem Bruder zu wechseln. Im persönlichen Gespräch mit meinem Vater erzählte er mir, dass dieser Wechsel sein Leben gerettet hat. Er meinte, dass er obwohl er ein sehr robuster und psychisch solider Mensch ist, in Ohnmacht gefallen ist und einen wiederholten Schlaganfall bekommen hätte, wenn sich nichts geändert hätte. Nach einer Woche. Auch war er vollkommen verändert und viel in alte Muster, mit aggressivem Verhalten, was er seit unserer Kindheit abgelegt hat. (Gab einen bestimmten Vorfall, wodurch er in unserer Jugend nicht präsent sein konnte.) Gott sei Dank hat er zu seinem neuen alten Ich zurück gefunden und die Aggressionen abgelegt. Er wurde stets von meinem Bruder hoch idolisiert und dies ließ er an meiner Mutter raus. Er beklagte sich bei ihr wieso sie nicht mehr so sein kann wie mein Vater (diszipliniert, "stark", geordnet). Dazu muss man sagen, dass sie teilweise sehr negative Erfahrungen mit ihm gemacht hat, die sie belasten, weswegen sie bei dem Vergleich immer eine Unruhe und Apathheit in sich wohl empfinden haben muss. Sie fing auch an dann schlecht von meinem Vater zu reden, weil sie die dauernden Vergleiche nicht mehr ertragen konnte. Es grassierte dann immer so weiter und selbst ich wurde immer unruhiger. Er kümmerte sich nicht darum eine eigene Wohnung zu finden, meine Schwester und ich (er ist älter als ich) mussten das für ihn übernehmen. Er hat sich nicht um die Termine gekümmert, das musste wieder jemand anderes übernehmen. Das hat sich solange hingezogen, bis vier Monate vergangen sind. Anfangs hieß es ja er würde eine Woche bleiben, danach hieß er bleibe zwei Wochen, danach einen Monat. Danach hieß es bald. Und naja am Ende war es fast ein halbes Jahr. Ich habe meinen Unmut darüber an meine Mutter kundgetan (wir mussten flüstern weil er uns permanent hören konnte) und das wirkte sich zusätzlich mit Stress bei ihr aus, aber auch ich war unter Strom und wusste nicht wie ich damit umgehen soll. Es herrschte permanent diese Stimmung von Weltuntergang. Auch war die Situation sehr behaglich, da es wie eine Art "Stockholm"-Syndrom-Beziehung zwischen den Beiden war. Er verletzte sie und sie hatte immer mehr das Bedürfnis verspürt sich um ihn zu sorgen, weil er in ihren Augen wie ein Baby sich nicht um sich selbst sorgen konnte. Und sie hat das bisschen denke ich auch genossen, dass er bei ihr, sicher in einer großen Wohnung, aufgenommen war. Ich fühlte mich immer weniger ernst genommen, da sie meine Anliegen gefühlt immer mehr in den Hintergrund stellte (Fokus auf das Studium, Ruhe etc.) und sich fortan um ihn kümmerte. In echt war es wohl so dass sie durcheinander war, weil sie durch zwei unterschiedliche Meinungen gespalten war und nicht wusste was sie machen soll um es jeden Recht zu machen. Sie war irgendwann so durcheinander und der Resignation so nahe, dass sie anfing zu weinen, immer mehr zu Alkohol und Zigaretten zu greifen und anfing mir immer wieder zu betonen wie beschissen ihr Leben war und ist (sie habe nie richtig gelebt), dass sie keine Kinder habe, alle ihr nur Hass entgegen bringen und sie auch für mich nichts mehr empfinden würde. Das hat mich in der Zeit sehr stark mitgenommen, weil ich uns immer als ein Team sah. Ich hatte in meiner Schulzeit sehr gute Noten, was ich zu einem großen Teil ihrer Verknüpfung zu mir zu verdanken habe. Wir waren wie eingespielt und haben sehr vieles miteinander bewältigt.

Der Tag zu seinem Umzug schien in unendlicher Weite. Bis meine überperfektionistische Schwester uns an Silvester besuchte. Erst verlief alles ruhig und gesonnen. Am Spätabend wollten wir uns alte Kassetten aus unserer Kindheit anschauen. Sie rief meinen Bruder dazu, sie sich doch mit uns anzuschauen. Irgendwann fing er aus dem Nichts dann mit seiner gewohnten Kritik/Hetze gegen meine Mutter. Meine Mutter und ich wussten was zu tun war. Wir haben es versucht cool und gelassen zu überspielen, doch dann dachte sich meine Schwester Partei für sie ergreifen zu müssen und wich wirklich nicht von der Debatte los. Wir wussten, dass wir es mit einer tickenden Zeitbombe zutun haben, die in jedem Moment nur darauf wartet zu explodieren. Meine Schwester weiß nicht, wann genug ist. Sie denkt alles sei diskutierbar, (was es auch sein kann), aber im Resultat muss es ihren Empfehlungen und Ideen komplett entsprechen, sie erduldet kein Nein. Und wir merken, wie die Aggressionen sich immer in ihm weiter aufstauen, meine Mutter und ich versuchten sie davor abzuhalten weiteren Schaden anzurichten, aber sie machte weiter. Stichelte gefühlt immer mehr (sie blieb ganz ruhig, keine Ahnung ob sie es nicht bemerkt hat, oder Spaß daran empfunden hat) weiter, bis das Fass geplatzt ist. Er nahm unseren Stuhl, schlug ihn gegen die Wand, hinterließ lauten Krach, ertönte einen lauten Schrei aus der oberen Etage, schlug wieder etwas gegen die Wand, nahm seine Sachen und ging erzornt. Genau als die Tür knallte schaute ich auf die Uhr. Es war in dieser Sekunde. 00:00 Uhr. Und damit war es nicht vorbei. Wir haben die Situation so eingeschätzt, dass er sich jeden Moment selbst umbringen würde. Meine Mutter und ich haben meiner gerade im Schock stehenden Schwester wie Profis erklärt, was gerade passiert und wieso und sie hat es auf ihre gewohnte Art und Weise falsch aufgenommen: Alles gegen sich gerichtet aufgefasst und sich wieder ins richtige Licht gerückt. Wir waren diejenigen, die alles falsch gemacht haben. Wir blieben sehr lange wach diese Nacht, weil wir dachten er würde sich das Leben nehmen. Wir benachrichtigen meine Schwester und meinen Vater und haben ein "Okay" bekommen, er war in seiner Wohnung am schlafen.


Nun, ich wollte für mich diese Zeit, die mir sehr erschwert erschien und teilgebend für mein psychisches Ungleichgewicht zu jener Zeit war für mich selbst reflektieren. Daher ist die Sprache auch nicht überarbeitet, um meine gegenwärtige Emotion darüber besser zu ersichten. Die Details, die die Situationen wirklich bedrohlich und dem ganzen einen anderen Effekt geben würden, weil es mit allen bekannten Details um einiges gravierender wäre (wirklich Hollywoodreif haha), habe ich erspart. Sie sind nicht so wesentlich, für mein Problem mit dieser Situation. Klar würden sie mehr Einblick verschaffen, aber ich würde mich zu hetzerisch dabei fühlen und mich hat es auch nie überkommen wirklich sehr intime und private Details mit irgendwem (auch anonym) auszutauschen.

Klar kann man alles verstehen, klar kann ich auch jede Betroffene Person in ihrem Klagen und Leid nachvollziehen und jedem bedarf es einer individuellen Behandlung mit Liebe und Fürsorge. Ganz viel wird von jedem gebraucht. Aber es ist wohl meistens unterschiedlich, wenn man die Konsequenzen aus dem Leid zu spüren bekommt und man nicht darauf vorbereitet ist. Vieles versuche ich davon heute noch gesund zu verarbeiten. Meine Mutter, die aus einem Kriegsland kam, meinte dass diese Zeit, wohl ähnlich wie der Krieg sich auf sie ausgewirkt hat. Kein guter Vergleich aber jedenfalls ist der psychische Druck nicht für mich runterzureden. Liebe an jeden, danke an jeden durchgelesen hat.

Ich brauchte das um es zu verarbeiten. Ich hoffe einen Gelehrten zu finden, der mir das Wissen der Erleuchtung weitergeben kann und mich in dieser Situation berät. Danke.

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Meine Lebenssituation 15 Mär 2020 14:43 #8597

Hallo cool,

Ich glaube, dass es nicht der richtige Ort für Deine Geschichte ist. Versuche, Dir Einen Psychotherapeuten zu organisieren.

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