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11 Mai 2007 11:28 - 22 Feb 2011 16:51 #33 von larrim
kapala bhati wurde erstellt von larrim
Halli Hallo
Ist alles so brach hier,wo Pranajama doch so spannend ist da will ich doch mal gleich was reinstellen um das hier ein wenig in Gang zu bringen.

Kapala Bhati
Kapala-bhati beschreibt Swatmarama im Vers 2/35. ,,Wenn die Einatmung und Ausatmung sehr schnell ausgeführt werden, etwa so wie ein Blasebalg in einer Schmiede (klingend), dann verschwinden (trocknen aus) alle gesundheitlichen Störungen, die durch übermäßige Trägheit hervorgerufen werden. Das ist bekannt als kapala-bhati." 1 Es handelt sich also bei kapala-bhati um eine Form der schnellen forcierten Atmung mit Betonung der Ausatmung, wie bei einem Blasebalg das Herauspressen der Luft aktiv geschieht. Die Einatmung entspricht der Phase, in welcher sich der Blasebalg nach dem Entleeren der Luft durch den Unterdruck von allein wieder zu füllen beginnt. Um also das empfohlene Geräusch eines Blasebalgs zu erzeugen, muß die Luft sehr aktiv ausgestoßen werden mit der Ausatmung, und die Einatmung geschieht von selbst, passiv.
In der heutigen Zeit wird kapala-bhati in den unterschiedlichen Schulen und Richtungen des Yoga jeweils verschieden bewertet. Einige bewerten es eindeutig als eine der satkarmas, andere wiederum rechnen es schon zum Pranayama. In der Richtung um Swami Vishnu Devananda wird kapala-bhati schon recht früh gelehrt, wogegen es in anderen Schulen erst vermittelt wird, wenn der/die Schüler/in einen gewissen Fortschritt erzielt hat.
Der Name setzt sich aus den beiden Sanskritworten kapala und bhati zusam-men. Kapala heißt Gehirn und bhati bedeutet Leuchten - Machen oder Reinigung. Wörtlich übersetzt heißt es also Reinigung des Gehirns. Dies bezieht sich vorwiegend auf die Nasengänge, die Nüstern und andere Luftgänge, welche durch diese Übung intensiv durchlüftet und gereinigt werden. Durch die forcierte Ausatmung bewirkt kapala bhati einen immensen Ausstoß von Co2, und der Co2 Gehalt im Blut nimmt stark ab. Wird die Übung für etwa zwei bis drei Minuten ausgeführt, bewirkt sie eine weitgehende Reinigung des Blutes. Zusätzlich wird in dieser Übung vermehrt Sauerstoff aufgenommen und so das Blut vermehrt mit Sauerstoff angereichert. Damit die Zellen im Körper den gebotenen Sauerstoff aufnehmen können, beeilen sie sich, das Co2 abzustoßen. Das bewirkt eine Steigerung der Zelltätigkeiten und der Zellatmung, die sich durch Wärme im Körper bemerkbar macht.
Ein weiterer wesentlicher Faktor des kapala-bhati ist die Bewegung des Zwerchfells, denn das bewegt sich in dieser Übung sehr intensiv mit der Ausatmung nach oben und mit der Einatmung wieder nach unten. Auf diese Weise wird das Zwerchfell zu einer kräftigen Pumpe, die das venöse (sauerstoffarme) Blut vermehrt zum Herzen zurückpumpt. So wird die Durchblutung angeregt, das Herz wird in seiner Pumparbeit durch das Zwerchfell unterstützt. Der gesamte Organismus des Menschen wird durch kapala bhati belebt. Außerdem erhalten die Bauchorgane durch das aktive Einziehen der Bauchwand während der Ausatmung, eine sehr wirkungsvolle Massage und werden so in ihrer Funktion gekräftigt und angeregt. Die Darm - Peristaltik (Bewegung) wird angeregt und Verstopfung wird wirkungsvoll bekämpft.
Vorsicht in der Anwendung ist insbesondere bei Menschen mit Herz - Kreislauferkrankungen und hohem Blutdruck geboten. Sie sollten kapala-bhati gar nicht beziehungsweise nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker ausführen. Ein weiteres Problem in der Anwendung sehe ich bei Teilnehmern, die unter gelegentlicher Hyperventilation leiden, da kapala-bhati, wenn es nicht sorgfältig und behutsam geübt wird, schnell in Hyperventilation umschlagen kann. Da diese in der Regel mit Übernervosität und oberflächlicher Atmung einhergeht, ist es ratsam, diese Übung nicht einem übernervösen Zustand zu üben. dieser Kontraindikationen zutrifft. Weiterhin ist es wichtig, vor der dem Üben möglichst zwei bis drei Stunden nüchtern zu sein , zumindest aber zwei Stunden vorher nichts schwer verdauliches mehr zu sich zu nehmen.
Ausführung von kapala-bhati :
Setze dich in eine aufrechte Sitzhaltung und richte Kopf und Wirbelsäule auf. Die Hände ruhen in chin oder gyana Mudra auf den Beinen. Das bedeutet, daß die Spitzen der Zeigefinger die Spitze der Daumen berühren. Schließe die Augen. Beobachte den Atem. Fühle den Bauch unterhalb des Nabels. Lasse den Einatem tiefer und aktiver in den Bauch unterhalb des Nabels fließen, so daß er sich etwas ausdehnt. Ausatmend presse die Luft aktiv wieder nach außen und ziehe dabei den Bauch unterhalb des Nabels aktiv ein. Lasse Ein- und Ausatmung zunächst etwa gleich lang fließen, zusammen für etwa drei bis vier Sekunden. Wenn das ruhig und gleichmäßig geschieht,. verkürze die Zeit von Ein- und Ausatmung auf etwa zwei bis drei Sekunden und erhöhe nun den Druck der Ausatmung. Parallel dazu ziehe die Stimmritze leicht zusammen, dabei bewegt sich der Kehlkopf leicht nach oben und es entsteht ein Geräusch wie bei dem Blasebalg eines Schmiedes. Die Ausatmung wird damit deutlich aktiver als die Einatmung. Wenn das wiederum ganz gleichmäßig geschieht, kannst du die Zeit von Ein- und Ausatmung auf etwa ein bis zwei Sekunden verkürzen, und dabei wiederum die Ausatmung kräftiger nach außen stoßen. In dieser Form solltest du anfänglich nicht mehr drei Zyklen von zwanzig Atemzüge machen bis sich das komfortabel und ohne störende Erscheinungen machen läßt. Mit einiger Übung läßt sich die Geschwindigkeit der Atmung in dieser Übung auf bis zu maximal drei Zyklen von 40 Atemzügen in einer Geschwindigkeit von einhundertzwanzig Atemzüge pro Minute steigern.
In der Ausführung von kapala-bhati sollte jede Form von Gewaltanwendung vermieden werden. Das Tempo der Atmung sollte auf jeden Fall immer nur so schnell sein, daß es sich für den Ausführenden nicht in irgendeiner Weise beklemmend oder unangenehm anfühlt.
_________________________
1. The Hatha Yoga Pradipika, Übersetzung der Englischen Ausgabe von Pancham Singh, durch Klaus Richter 1983,1984, ., S.28, Vers 2/35

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Patanjali Yogaschule Münster
Achtermannstrasse 10 - 12
48143 Münster
http://www.yoga-schule.org
Letzte Änderung: 22 Feb 2011 16:51 von larrim.

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01 Okt 2007 13:56 #112 von Mona
Mona antwortete auf kapala bhati
Ich bin gerade im 4. Monat schwanger. Sollte man solche Atemübungen auch dann noch machen oder gar erst damit zu beginnen?

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01 Okt 2007 16:19 #114 von larrim
larrim antwortete auf kapala bhati
Hallo Mona

Das ist nicht ganz so einfach zu beantworten.
Von einigen Pranyamas und Atemübungen solltest du in der Schwangerschaft lieber Abstand nehmen. Dazu gehören kappala bhati, bhastrika, und noch einige andere.
Übungen wie die Vollatmung und die Wechselatmung kannst du aber problemlos weiter üben, aber nur sanft ohne jede Gewaltssamkeit und ohne Atmemverhaltungen.
Das beste ist, du suchst dir in deiner Gegend einen speziellen Kurs für Schwangere denn viele Übungen können maßgeblich dazu beitragen die Schwangerschaft etwas angenehmer zu gestalten.
Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
Gruß
larrim

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02 Okt 2007 08:31 #117 von Peter
Peter antwortete auf kapala bhati
Hallo Mona,

ich kann Larrim nur zustimmen: Suche dir einen Yoga-Schwangerschaftskurs in deiner Nähe, das kann sehr bereichernd für deine Schwangerschaft sein.

Ganz grundsätzlich hilft uns unser gesunder Menschenverstand bzw. unser Körpergefühl sehr bei der Auswahl der für uns geeigneten Übungen, aber speziell in der Schwangerschaft würde ich kein unnötiges Risiko eingehen.

LG
Peter

Meine Bücher
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13 Mai 2009 13:27 #1202 von Devi
Devi antwortete auf kapala bhati
Hallo,
ich konnte anfänglich mit Kapalabathi nicht viel anfangen, fand es nur anstrengend.... man muss es natürlich üben, aber manchmal hat es bei mir eine tolle Wirkung - so ein Gefühl, Bäume ausreissen zu können. Dann fühle ich mich energetisiert und voller Tatendrang.
Also - dranbleiben lohnt sich!
Gruß
Devi

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06 Jun 2010 07:03 #2259 von Roger
Roger antwortete auf kapala bhati und Reflux
Hallo,
ich habe vor ca. 2 Monaten begonnen mit ca. 1/2h Bhastrika und Kappala Bhati. Nun wird ja immer wieder gewarnt, man koenne da so viel falsch machen, ja gar das Lungengewebe zerstoeren.
Da ich seit Jahren unter Reflux leide, wollte ich fragen, ob ich da aufpassen muss. Reflux bedeutet, das der Magen nicht ganz schliesst und deshalb Mageninhalt in die Speiseroehre zurueckfliesst. Als Ursache dessen erkennen die Aerzte einen sog. Zwerchfellbruch. Das ist aber kein wirklicher Bruch, sondern es ist nur so, dass ein Teil des Zwerchfells ueberhaengt und der Magenschliessmuskel nicht genug Kraft hat, um sich ganz zu schliessen.
Da ich oft auch rechts vom Bauchnabel an Verspannung leide (und allgemein auch nach jahrelanger Meditation noch unter grosser Anspannung), waere ich froh um einen Hinweis.
Auf jeden Fall fuehle ich mich nach dem Pranayam erfrischt, die Spannung in Schultern und Bauch laesst nach, und ich fuehle meinen Koerper besser als vorher und kann danach konzentrierter meditieren.
Worauf sollte ich also achten? Woran wuerde ich merken, dass ich falsch arbeite?

Vielen Dank und liebe Gruesse

Roger.

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06 Jun 2010 07:57 #2260 von larrim
larrim antwortete auf Aw: kapala bhati
Hallo Roger

Bei durchschnittlicher Gesundheit und Beachtung einiger Vorsichts Maßregeln kann beim Kapalabhati gar nicht so viel schiefgehen.
Zunächst ists wichtig mindestens 2 besser 3 Stunden vor dem Üben nix mehr zu essen. ( wichtig insbesondere bei Reflux ) Das wichtigste jedoch ist bei den Atemverhaltungen nur sehr sehr vorsichtig vorzugehen, dass heißt es darf keinerlei Form von Atemnot entstehen!
Ich würde auf jeden Fall mit einem gemäßigten Tempo (max. 60 Atemzüge pro Minute beginnen) und dann langsam steigern.
BHastrika ist noch um einiges intensiver und ich würde erstmal einige Monate nur Kapalabhati üben bevor du Bhastrika machst, meist wird geraten Bhastrika unter der Führung eines kompetenenten Lehrers zu erlernen.

LG
Lars

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15 Okt 2011 14:04 #3858 von corina
corina antwortete auf Aw: kapala bhati
Hallo

Die Erfahrungen von Devi mit Kapalabhati kommen mir bekannt vor ;)
Ich stand bis vor wenigen Tagen auf Kriegsfuss mit dieser Atemübung, ich verspannte mich, empfand es "nur" als anstrengend, hatte zwischendurch immer wieder das Bedürfnis zu gähnen oder zu husten, manchmal fühlte es sich an wie Seitenstechen beim joggen...und am Ende fühlte ich weder dieses immer wieder erwähnte "leuchten" noch ne Kraft nur Erleichterung dass es endlich vorüber war. So machte ich einen grossen Bogen um diese Atemübung...
...bis diese Woche.

Hab' ne neue CD auf welcher u.a. auch Kapalabhati angeleitet wird (mit 3 Runden) in einem mir sehr entgegenkommenden Atemrhythmus und Atemanhalten. Und siehe da, ich empfinde es nach wie vor als anstrengend / intensiv doch am Schluss fühle ich eine unbeschreibliche Leichtigkeit und anschliessend strotze ich vor lauter Energie :) Ich bleibe nun auf jeden Fall dran und bin gespannt auf die kommenden Veränderungen.

Grüessli,
Corina

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16 Okt 2011 12:17 #3859 von yogam
yogam antwortete auf Aw: kapala bhati
Hallo larrim,

interessanter Artikel, danke. Ich wollte nur hinzufügen, dass kapala außerdem als Stirn/Schädel übersetzt wird und daher die Übersetzung der Übung als "Die Übung, welche die Strinn zum Leuchten bringt". Deshalb ist die Übung auch gut zum Reinigen der Nasendurchgänge und kann Bronchialkrämpfe beseitigen. (Aus Yogamrita , Yogi Dhirananda)

Die Übersetzung (skull):
http://spokensanskrit.de/index.php?script=HK&beginning=0+&tinput=kapala&trans=Translate&direction=AU

Herzlichen Gruß

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