Topic-icon Einiges zu Pranayama

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26 Mai 2008 09:10 #635 von gelassen
Einiges zu Pranayama wurde erstellt von gelassen
Hallo,

Ich bin am Anfang meiner Pranayama Praxis und habe einige Fragen um einen möglichst reibungslosen Einstieg in die Atemtechniken des Yoga zu haben.

Derzeit mache ich jeden Tag Morgens und Abends eine Pranayama-Session bestehend aus:
Bhastrika, Kapalabhati und Anuloma Viloma. Eine Session dauert im Schnitt 25 Minuten. Anschließend meditiere ich für 30 Minuten.


Fragen zu Bhastrika:

Laut dem Buch "Wissenschaft des Pranayama" von Swami Sivananda das unter anderem auch im folgenden Link zur Verfügung gestellt wurde steht zu Bhastrika Folgendes:

Link zum Buch: http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/BuchPranayama/Pranayama.htm

Sitze im Lotussitz (Anfänger im Schneidersitz), halte Rumpf, Nacken und Kopf aufrecht. Schließe den Mund. Atme als nächstes zehn mal rasch ein und aus wie der Blasebalg des Schmieds. Bauch und Brust dabei gleichmäßig ausdehnen und zusammenziehen. Wenn Du diese Atemübung machst, entsteht ein zischender Klang. Der Übende sollte mit einer raschen Folge von Ein- und Ausatmungen beginnen. Wenn die für eine Runde erforderliche Anzahl von Wiederholungen, sagen wir zehn, beendet ist, folgt auf das letzte Ausstoßen die tiefst mögliche Einatmung.
Der Atem wird dann angehalten, solange es möglich ist. Dann wird sehr langsam und tiefst möglich ausgeatmet. Das Ende dieser tiefen Ausatmung schließt eine Runde Bhastrika ab.
Mache nach einer Runde eine kurze Pause von einigen normalen Atemzügen. Dies wird Dir Erleichterung verschaffen und Dich für die zweite Runde vorbereiten.
Du kannst täglich 3 Runden am Morgen ausführen. Wenn Du willst, kannst Du auch drei weitere Runden am Abend praktizieren.


Dazu habe ich mir folgendes Video von Swami Ramdev angeschaut um die oben erwähnten Pranayama Übungen zu verinnerlichen: http://video.google.com/videoplay?docid=-386913693756370208&q=ramdev&hl=en

Bei 01:30 sieht man die korrekte Bhastrika Ausführung laut Swami Ramdev, ohne Luftanhalten, wie es Swami Sivananda rät.

* Wie kommt diese Abweichung der Übungsbeschreibung zustande?

* Soll man Bhastrika mit oder ohne Luftanhalten am Ende praktizieren?

* Swami Ramdev rät im Video min. 2 Minuten und max. 5 Minuten Bhastrika zu machen. Bezieht er sich dabei auf nur eine Runde oder insgesamt?


Fragen zu Kapalabhati:

Swami Sivananda in "Die Wissenschaft des Pranayama" schreibt dazu:

Sitze in Padmasana (Lotussitz). Halte die Hände auf den Knien. Schließe die Augen. Führe Puraka (Einatmen) und Rechaka (Ausatmen) schnell und kraftvoll aus. Bei dieser Übung beginnt man zu schwitzen. Denjenigen, die in Kapalabhati sehr erfahren sind, fällt Bhastrika sehr leicht. In diesem Pranayama gibt es kein Kumbhaka (Anhalten). Rechaka (Ausatmen) spielt die dominierende Rolle. Puraka (Einatmen) ist sanft, langsam und lang (Dirgha). Rechaka (Ausatmen) sollte jedoch schnell und forciert ausgeführt werden, durch Kontraktion der Bauchmuskeln mit einem nach hinten gerichteten Schub. Entspanne während des Purakas (Einatmen) Deine Bauchmuskeln. Der Kopf sollte nicht gebeugt und die Wirbelsäule nicht gekrümmt sein. Kopf und Rumpf sollten aufgerichtet sein. Plötzliche Ausstöße des Atems folgen aufeinander wie in Bhastrika. Zu Beginn kannst Du mit einer Ausatmung pro Sekunde starten. Allmählich kannst Du dann zwei Ausatmungen pro Sekunde machen. Morgens mit einer Runde von 10 Ausatmungen starten. In der zweiten Woche eine Runde am Abend praktizieren. In der dritten Woche zwei Runden am Morgen und zwei Runden am Abend ausführen. Steigere Dich jede Woche allmählich und vorsichtig um jeweils 10 Ausatmungen pro Runde, bis Du 120 Ausatmungen pro Runde erreichst.


Yoga-Vidya empfiehlt Folgendes:

Link: http://www.yoga-vidya.de/Asana_Uebungsplaene/Kapalabhati.html

Setze Dich gerade hin, halte die Hände auf den Knien und die Augen geschlossen.
3-4 Sekunden lang einatmen dabei Bauch hinaus. Dann 3-4 Sekunden lang ausatmen, dabei Bauch hinein. Atme so etwa 3-8 Atemzüge lang.
Dann beginne mit dem eigentlichen Kapalabhati: Atme sehr schnell aus und 2 Mal so langsam entspannt ein. (Meist reicht es aus, den Atem von selbst einströmen zu lassen - also forciertes Ausatmen und langsameres Einatmen) Wiederhole es etwa 20 bis 100 Mal...
Dann atme 1-2 Mal normal ein und aus. Dann atme bequem ein, und fülle die Lungen zu 3/4. Halte die Luft an. Konzentriere Dich auf den Bauch, die Wirbelsäule, den Punkt zwischen den Augenbrauen oder die Schädeldecke. Halte die Luft so lange an, wie es Dir angenehm ist (20-120 Sekunden). Dann atme 2-4 Mal normal ein und aus und fahre dann fort mit der nächsten Runde.
Übe 1-5 Runden, klassisch sind 3 Runden.


Swami Ramdev meint, dass man 40x atmen soll und sich dabei auf das Wurzelchakra konzentrieren soll. Dabei erwähnt er, dass man min. 5 Minuten und max. 10 Minuten für Kapalabhati brauchen soll.

* Swami Sivananda meint in seiner Anleitung, dass bei Kapalbhati keine Luft angehalten werden soll, Yoga-Vidya empfiehlt aber eine Luftanhaltung am Ende. Was emfiehlt man einem Anfänger?

* Meint Swami Ramdev, dass eine Runde aus 40x Ein- bzw. Ausatmungen besteht?

Fragen zu Anuloma Viloma:

Yoga-Vidya zu der Wechselatmung unter folgendem Link: http://www.yoga-vidya.de/Asana_Uebungsplaene/Wechselatmung.html

Setze Dich gerade hin, Augen geschlossen...
Hebe die rechte Hand. Schließe mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch. Atme durch das linke Nasenloch 4 Sekunden lang ein. Dabei geht der Bauch nach vorne. Fülle die Lungen zu etwa 3/4.
Schließe beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger und halte die Luft 4 Sekunden lang an.
Öffne das rechte Nasenloch und atme durch das rechte Nasenloch 8 Sekunden lang aus. Leere die Lungen dabei (fast) vollständig.
Halte das linke Nasenloch geschlossen und atme durch das rechte Nasenloch 4 Sekunden lang ein.
Schließe beide Nasenlöcher und halte die Luft 4 Sekunden lang an.
Öffne das linke Nasenloch und atme 8 Sekunden lang durch das linke Nasenloch aus.
Beginne wieder von vorne...


* Swami Ramdev zeigt die Wechselatmung aber ohne Luftanhalten und erwähnt, dass man diese Übung für 10 Minuten ausführen soll. Was ist für einen Anfänger empfehlenswert?


Allgemeine Fragen zu Pranayama:

* Wie kann man Pranayama und Meditation mit mäßigem Bodybuilding (mittlere Intensität 2-3 Woche) vereinen?

* Welche Atmung empfiehlt man zwischen den Atemübungen? 3 Sek. einatmen und dann 3 Sek. ausatmen?

* Ist die Reihenfolge Bhastrika > Kapalabhati > Anuloma Viloma sinnvoll? Was kann man verbessern?

Aufrichtig dankend und Bestes wünschend,

gelassen

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26 Mai 2008 11:14 #636 von larrim
larrim antwortete auf Einiges zu Pranayama
Hallo Gelassen

Viele Fragen die du da aufwirfst.
Für eine Antwort wüßte ich gerne von Dir praktizierst du schon länger Yoga und wie lange ?
Hast du einen Yogalehrer oder eine Yogalehrerin?
Grade beim Pranyama kann man viel falsch machen und sich selbst und dem eigenen Lungengewebe erheblichen Schaden zufügen.
Jede Schule lehrt das Pranayama anders und in unterschiedlicher Reihenfolge.
Daher ist in Indien Pranyama immer nur unter der Anleitung eines Lehers vermittelt worden und das auch nur an fortgeschrittenen Yogaschüler.
Mit Bhastrika und Kappalabhati hast du dir zwei sehr fortgeschrittene Pranayamas rausgesucht bei denen es eine ganze Reihe von Kontra Indikationen gibt.
Unter anderem sind alle Herz Kreislauferkrankungen, zu hoher Blutdruck, zu hoher Augeninnendruck, Operationen im Bauchraum im letzten halben Jahr ein Grund diese Übungen nicht zu machen.
Schreib doch noch einmal etwas mehr zu dir, wie alt du bist, ob du dich eher für sportlich oder unsportlich hälst, was du etwa wiegst, wie oft du asanas übst usw. sonst i9st es nahezu unmöglich dich gut zu beraten.
Liebe Grüße
Lars
Also schreib doch noch mal

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26 Mai 2008 13:06 #637 von gelassen
gelassen antwortete auf Einiges zu Pranayama
Hallo Lars,

Kurz zu meiner Person:

Bin 21 Jahre jung, bei einer Größe von 1,84cm wiege ich um die 67kg mit ungefähr 12%igem Fettanteil. Bin meiner Einschätzung nach sehr sportlich, da ich unter anderem vor nicht allzu langer Zeit regelmäßig Krafttraining ausgeübt habe mit dem Schwerpunkt auf Agilität & Ausdauer. Bestimmte Asanas aus dem Hatha-Yoga kenne ich um die Dehnbarkeit der Muskeln zu erhöhen, damit ein angenehmes Sitzen im Padmasana gewährleistet ist. Aufgehört mit dem Training habe ich deswegen, da ich ohne Krafttraining mich besser versenken konnte. Habe aber später vor wieder ein bisschen Krafttraining zu betreiben, ich tendiere auf 2 Mal in der Woche mit einer mäßigen bis mittleren Intensität zu trainieren. Korrekte Übungsausführung, Planerstellung und passende Nutrition habe ich mir selber erarbeitet. Gehe vor allem im Sommer gerne Schwimmen. Fahre beinahe täglich mit dem Rad zur Uni, wo ich eine Mischung aus Religionswissenschaft, Indologie, Philosophie und Buddhismuskunde studiere. Beschäftige mich auch privat intensiv mit Weisheitsliteratur und der Gleichen. Unter anderem lerne ich auch Sanskrit an der Uni.

Trinke seit 2 Jahren keinen Alkohol, rauche auch seit 2 Jahren nicht mehr. Nehme selbstverständlich keine Drogen, wie Kaffee (wegen Koffein), Koks und Konsorten. Habe Gott sei Dank nie stark geraucht, war eher Momentraucher. Mittlerweile habe ich wieder eine annehmbare Lunge. Kann ohne große Vorbereitung 1 - 1,5 Minuten die Luft anhalten. Ernähre mich seit ca. einem 3/4 vegetarisch, eigentlich zu 95% vegan. Wache um 06:00 auf und gehe sehr zeitig schlafen.

Kann ohne bestimmte Techniken einen luziden Traum induzieren, konnte es eigentlich schon als Kind ohne zu Wissen was ein "luzider Traum" ist, saß auch komischerweise gerne im Padmasana als Kind, ohne zu wissen was Padmasana ist. Zur Zeit sitze ich im Siddhasana, da ich beim Squash-Spielen mein linkes Knie etwas verletzt habe, sodaß es nach 1 Stunde Padmasana einwenig zuckt. Im Siddhasana kann ich hingegen über eine Stunde angenehm und locker sitzen. Mehr habe ich es nicht versucht, da noch keinen Bedarf verspürt habe. Nach eventuell einem Monat wechsle ich wieder auf Padmasana. Kann eigentlich sehr schnell die "Hände" meines Astralkörpers vom physischen Körper lösen, in Siddhasana oder Padmasana nach 5 Minuten, vielleicht auch schon schneller. Das vollständige Lösen will ich erst später meistern, da ich noch keinen Bedarf sehe. Das Versenken bereitet mir keine große Mühe, mit der richtigen Technik schaffe ich es fast immer mich ununterbrochen auf einen Gegenstand zu konzentrieren, entweder auf intrinsische oder extrinsiche Objekte wie Mantra, Kerze, irgendwo ein Gefühl usw. Mehr als 30 Minuten durchgehende Konzentration habe ich noch nicht versucht. Habe auch 1stündige Meditationen mit Chakren und den dazu passenden Atemtechniken gemacht - hat mir gefallen, doch will ich erst mein Fundament stärker ausbauen. Konnte also schon Erfahrung sammeln. Alles der Reihe nach, denn derzeit will ich mich ins Pranayama einarbeiten.

Ich glaube, dass ich durchaus für Pranayama bereit bin, da ich schon nach ein paar Tagen Pranayama deutliche Verbesserungen in der Meditation und auch in der Lunge feststellen konnte. Es fällt mir leicht das Asana zu halten und bei den Videos sehe ich ja die korrekte Ausführung. Dabei achte ich natürlich auf Einzelheiten die vom Vortragenden betont werden. Konnte mich nach Pranayama Übungen noch tiefer und angenehmer entspannen. Da es im Internet, Büchern und Videos genug Informationen zu Pranayama gibt, ist es für mich ratsamer selber die "Geheimnisse" des Pranayama zu erforschen, wie eigentlich bei Vielen anderen Sachen.

Würde mich deshalb sehr über Ratschläge und Antworten auf meine Fragen freuen.

Herzlichen Gruß!

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26 Aug 2008 08:44 #740 von larrim
larrim antwortete auf Einiges zu Pranayama
Hallo
Was du schreibst hört sich so an als ob du wirklich tief in den Yoga einsteigen möchtest.
Alle Beschäftigung mit der Theorie bildet den Geist, den Verstand und wichtiger als die Theorie ist die Praxis des Yoga.
Menschen die zu ,,clever" sind finden oft den Einstieg ins Yoga schwerer als andere.
Wenn ich dein Post lese muß ich an eine klein Geschiche vo Mulla nasrudin denken.

,, Mulla Nasrudin arbeitete einst an einem großen Strom in Nord Indien als Fährmann.
Eines Tages kam ein Pundit (Schrift Gelehrter) des Weges und bat den Mulla ihn über den Fluß zu fahren.
Nasrudin willigt ein und sagt: ,,Wenn ihm Pundit sich hinsetzen möchte" ,,Sag mal" fragt der Pundit ,,Hast du niemals richtig sprechen und schreiben gelernt" ,,Nein" sagt der Mulla. ,,Dann hast du dein halbes Leben vertan" ist die Antwort.
Eine knappe halbe Stunde später fragt Nasrudin ,,Pundit haben du jemals schwimmen gelernt?" ,,Nein" antwortet der. ,,Dann hast du jetzt dein ganzes Leben vertan, ein Sturm kommt auf und wir sinken"

Am meistem profitierst du von der Begleitung durch einen kompetenten Yogalehrer, denn viele Sackgassen und Irrtümer kannst du dir so ersparen.
Da aber ein wirklich gutes Übungsprogramm für jeden Schüler unterschiedlich ist rate ich zur Vorsicht beim lernen nach Büchern oder Videos.
In fast allen Schulen und Richtungen des Yoga gibt es Unterschiede in der Ausführung, der Anordnung und Reihenfolge der Pranayamas und Asanas.
Orientierst du dich an vielen unterschiedlichen Quellen, gibt dir das zwar ein breiteres Bild aber es kann auch zur Verwirrung führen, wie man denn nun üben soll.
Zu deinen Träumen rate ich dir mal in den Sutras des Patanjali bei den übersinnlichen Fähigkeiten nachzulesen.

Liebe Grüße
lars

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  • shakti
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01 Okt 2009 11:10 #1670 von shakti
shakti antwortete auf Aw: Einiges zu Pranayama
Hallo Gelassen,

nach allem was ich über dich gelesen habe kann ich dir nur einen ganz konkreten Rat geben: gehe zu einem Meditationsmeister / Meisterin und lerne, wie es EINFACH geht.
Der Körper ist das Fahrgestell das dich in die Weite bringt. Der Geist / die Gedanken sollen dich unterstützen weiterzugehen und nicht daran hindern. Viel zu Wissen schafft keine Befreiung.

Die Pranayamas sind gut aber wirkliche Fortschritte erreichst du durch die tiefe Meditation.

Ich meditiere seit 3 Jahren bei der Meditationsmeisterin Claire Elsesser (in Deutschland, Rheinland-Pfalz). Es gibt auf der ganzen Welt nur 60 Meister von dieser Ausdehnung und Qualität. Sie unterstützt jeden darin in diesem Leben und sehr kurzer Zeit die Erleuchtung zu erreichen. Du kannst sie googeln.

Alles Liebe für Dich
NAMAS TE

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