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THEMA: Yoga und Karma

Yoga und Karma 18 Mär 2012 07:15 #4597

  • jukiwi
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Liebe Forum-Mitglieder,

In meiner Yogapraxis hat sich die Frage nach der Bedeutung und dem Wirken von Karma aufgetan.
Ich habe darüber in meiner Ausbildung nicht viel verstanden (die philosophische Theorie schon, aber das Erkennen/Erfahren fehlt mir ganz) und würde euch gerne nach eurem Wissen, euren Ideen fragen.
Es geht mir darum, mehr darüber zu verstehen, speziell in der Rolle als Yogalehrerin.

lg, jukiwi

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Aw: Yoga und Karma 18 Mär 2012 08:30 #4598

Hallo Jukiwi,
für mich heißt das: Achtsamkeit, Achtsamkeit, und nochmal Achtsamkeit. Alles, was ich tue, denke und fühle, hat Konsequenzen, für die ich gerade stehen muss...
herzliche Grüße!
Tulsi

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Aw: Yoga und Karma 18 Mär 2012 16:33 #4599

  • Ram
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Hier ein Text, der auch auf die verschiedenen Arten von Karma eingeht.

Sanjita Krama
Agami Karma
Prarabdha Karma

https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:ZcDkbx3A6rIJ:www.babajiskriyayoga.net/german/WebPDF/Articles/Karma%2520-%2520Ursache%2520oder%2520Auswirkung.pdf+Verschiedene+Arten+Karma&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESjqmcwJRGt0gA35xu8ZbdLp_JYvh55XAUkqsmV7TsfprB1LGtvUOrdh4yLTV9e-CFKZxWxik1jpP9wGNCjIqFxPVj7qPb2hlvtex9lZo7ZbxZ7CUd67aFnwz1SLrWeuF1uXV4QJ&sig=AHIEtbQczoG4nMZQrXWQ60JbH2LEZYL2Mw

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Aw: Yoga und Karma 18 Mär 2012 20:36 #4600

  • jukiwi
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Liebe Tulsi,

danke für deine Antwort. Einfach, aber nicht leicht ist das...


Lieber Ram,
danke dir für den Hinweis. Ich werde ihm folgen.

lg, jukiwi

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Letzte Änderung: von jukiwi. Begründung: Verwechslung von Ram/Ramananda

Aw: Yoga und Karma 18 Mär 2012 22:16 #4601

  • Ramananda
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Von meiner Seite beginne ich den Thread mit einem Posting, welches ich in diesem Forum an anderer Stelle eingebracht hatte (»Die erfüllendsten Worte – Januar 2012«):
Karma is Samsara, Yoga is Moksha.«
(Yogiraj Gurunath Siddhanath)

Dieser tiefgründige Satz (Quelle: Wings to Freedom, Seite 143) ist im Sutra-Stil geschrieben; sozusagen »nur das Nötigste vom Nötigen – und dennoch vollständig«.

Von den Sutra-Schreibern des alten Indien wird gesagt, sie hätten sich über die Geburt eines Sohnes nicht so sehr gefreut wie über ein weiteres Wort, welches sie aus ihrem Text streichen konnten (!), ohne daß der Inhalt an Aussagekraft verloren hätte. Shri Patanjalis Yoga-Sutra ist ein klassisches Beispiel dafür. Noch extremer findet man diesen Stil im unvergänglichen Vedanta-Sutra (Brahma-Sutra) des Weisen Badarayana, auf den sich Shri Shankaracharya immer wieder bezog.

Der leidvolle Kreislauf der Geburten und Tode (samsara) wird durch das Karma in Gang gehalten. Karma ist sowohl »Handlung, Tat« als auch »das Schicksal« (die Folge früherer Gedanken und Handlungen, das Gesetz von Ursache und Wirkung, das Prinzip des universalen Ausgleichs).

Solange es das Karma gibt, so lange gibt es keine »Erlösung, Freiheit« (moksha). Mit Yoga (»das Verbinden« des begrenzten menschlichen Bewußteins mit dem alldurchdringenden Ozean des Bewußtseins) ist beides gemeint, sowohl der Zustand der Vereinigung (das Ziel) als auch die Methode, die dahin führt (der Weg).

»Karma is Samsara, Yoga is Moksha.« Die erste Wahrheit ist ein realistischer Zustandsbericht, die zweite die lichtvolle Verheißung und der Hinweis auf den ursprünglichen Sinn des Lebens. Über diesen einen Satz sind ganze Bibliotheken geschrieben worden. Die Essenz aller Bücher über Yoga, Religion, Spiritualität aber ist:

»Yoga is Moksha.« Ich atme diese reinigenden, erhebenden Worte wie die klare Luft des Himalaya, ich empfinde sie mit allen Sinnen. Das ist »India at its best« – der alte Yoga, der alte Geist, der heute zunehmend verlorengeht. Immer wieder jedoch – die göttliche Gnade ist wie der Wind – werden wir von den Weisen an den wahren Sinn des Lebens erinnert.

Lokah samastah sukhino bhavantu
Om Shanti

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Letzte Änderung: von Ramananda.

Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 10:29 #4603

Oh, wie ist das schön erklärt!!! Hat mich heute schon den ganzen Vormittag begleitet, lieber Ram, vielen Dank...
jedoch habe ich ein Problem damit, wenn ich z.B. einem gläubigen Christen erklären will, was Karma ist unabhängig von dem Gedanken der Wiedergeburt. Christen wollen und können das häufig so nicht akzeptieren. Mir persönlich erscheint die Wiedergeburt logisch, weil ich halt wünsche, dass es Gerechtigkeit gibt (und innerhalb eines Lebens sehe ich dazu keine Möglichkeit) - dennoch ist es ein Denkmodell wie so etliche andere auch, und letztendlich weiß ich nicht, ob nach dem Tod überhaupt etwas kommt. Ich kann mich nur so gut als möglich auf ALLES einrichten, und dann abwarten...
herzliche Grüße!
Tulsi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 11:04 #4604

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Liebe Tulsi,

das Christentum ist eine Karmareligion!

Liebe Grüße, M33

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Letzte Änderung: von M33.

Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 11:41 #4605

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Lieber Ramananda,

danke für den schönen Beitrag. Die Klarheit darin hat mich sehr berührt.

"Yoga is Moksha.« Ich atme diese reinigenden, erhebenden Worte wie die klare Luft des Himalaya, ich empfinde sie mit allen Sinnen."

Mit diesem Satz und Bild habe ich heute innerlich meinen Yogaunterricht begonnen und zwischendurch immer wieder daran gedacht.
Habe bemerkt, dass es mich immer wieder sehr klar zum Fokus meiner Handlungen zurückbringt: zum Yoga. Ich glaube beobachtet zu haben, dass ich mich schnell in dem verliere, ob sich eh niemand verletzt oder ob mich eh jede/r versteht oder ob sich eh alle wohlfühlen etc.
Ich möchte mich mit diesem schönen Satz weiter verbinden und ihn wirken lassen. Hoffe, ich "darf" das im yogischen Sinne.

Danke jedenfalls.
lg, jukiwi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 11:48 #4606

Liebe (lieber?) M33

kannst Du mir das bitte genauer erläutern?
Denn in einem Leben bring ich´s nicht unter...
herzliche Grüße
Tulsi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 11:54 #4607

  • jukiwi
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Liebe M33
liebe Tulsi,

Nach meinem laienhaften Verständnis des Christentums (bin evangelisch erzogen worden) gibt es eine ähnliche Befreiung der menschlichen Seele, nur geschieht sie nicht durch Erkenntnis wie in den indischen Weisheitslehren sondern durch die Gnade Gottes, die der Einzelne erfährt.
"Die Gnade Gottes kann man nicht kaufen. Alle Taten eines Menschen sind bedeutungslos wie einzelne Wassertropfen im Ozean. Allein die Gnade Gottes erlöst." Das sind Sprüche aus meiner Kindheit, die ich dazu noch in den Ohren habe und über die ich auch manchmal nachdenke.
Auch wenn es vermutlich Unsinn ist, geistige Konzepte so miteinander zu vergleichen - interessant finde ich es schon. Und ich sag gleich dazu, dass ich mich in alldem auch irren kann.

lg, jukiwi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 12:03 #4608

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jukiwi schrieb:

Ich möchte mich mit diesem schönen Satz weiter verbinden und ihn wirken lassen. Hoffe, ich»darf« das im yogischen Sinne.

Selbstverständlich !

:he: :he: :he:

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 13:20 #4609

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Namaste Tulsi,

ich danke Dir für das schöne Feedback. Wenn ich zu einigen Deiner Sätze etwas sage versuche (!) ich mich kurz zu fassen, denn das Thema ist gewaltig – nur durch das Karma dreht sich ja die Welt, wie sie sich dreht.

»Jedoch habe ich ein Problem damit, wenn ich z.B. einem Christen erklären will … Christen wollen und können das häufig so nicht akzeptieren.«
Um niemandem zu nahe zu treten spreche ich jetzt meine subjektive Meinung aus: Es ist sinnlos, die reinste Verschwendung von Zeit und Energie, mit Christen darüber zu reden. Ich bin im erzkatholischen Südtirol aufgewachsen und habe das Christentum geliebt. Wenn da nur nicht einige entscheidende Fragen gewesen wären, die mir niemand beantworten konnte (und die mich schließlich über den Buddhismus zum Yoga geführt haben).
Jedenfalls: Man mag in der Bibel noch so viele Aussagen finden, wie die klassischen »was der Mensch sät, das wird er ernten« und »wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen«; man mag Hinweise geben auf apokryphe Schriften, die in aller Klarheit von der Wiedergeburt reden – es hilft nichts, da die offizielle Kirchenmeinung seit ungefähr 1600 Jahren nun einmal ist: Es gibt nur ein Leben, und basta.

»Mir persönlich erscheint die Wiedergeburt logisch …«
Ich erlaube mir zu sagen: Das erkennst Du nicht durch die Logik (= Logik als intellektuelle Leistung); das sagt Dir vielmehr Dein Innerstes, Deine Intuition, weil es nämlich eine WAHRHEIT ist, und diese in uns allen schlummernde Wahrheit sollten wir an die Oberfläche kommen lassen!

»… weil ich halt wünsche, dass es Gerechtigkeit gibt (und innerhalb eines Lebens sehe ich dazu keine Möglichkeit) …«
Man mag das als Wunsch bezeichnen, okay. Aber für mich gilt wie oben: Das ist kein Wunsch; das ist die innere Gewissheit, daß es diese universale Gerechtigkeit GIBT. Selbst wenn ein Mörder seiner Bestrafung in diesem Leben entkommt – er kann seinem Schicksal trotzdem nicht entgehen, im nächsten Leben kommt das Resultat. Das sagen alle großen Meister, alle großen Schriften, und zahllose (!) Menschen können es persönlich bestätigen. Es gibt dazu wundervolle (eigentlich: erschreckende, aber wundervoll lehrreiche) Berichte und Geschichten dazu.

»… dennoch ist es ein Denkmodell wie so etliche andere auch …«
Auch hier: Man mag es als Denkmodell, als Konzept, als Logik begreifen. Aber mir ist das zuwenig. Ich habe mit eigenen Ohren einen Meister sagen hören (zu einem Skeptiker): »Glaube es oder glaube es nicht, aber die Wiedergeburt gibt es.«

»… und letztendlich weiß ich nicht, ob nach dem Tod überhaupt etwas kommt.«
Das ist die »Frage aller Fragen«. Gäbe es keinen Tod, dann gäbe es weder Philosophie noch Religion. Im Buch der Bücher, in der Bhagavad-Gita, hören wir diese Worte Gottes an Arjuna: »Wahrlich, nie war die Zeit, da Ich nicht war, noch du, noch diese Könige; und nie werden wir alle in Zukunft nicht sein. Wie für den Bewohner des Leibes in diesem Körper Kindheit, Jugend und Alter sind, so ist für ihn auch die Erlangung eines anderen Körpers. Der Weise wird davon nicht verwirrt.«

Es gibt mehrere Wege, um zur Erkenntnis zu kommen daß die Wiedergeburt eine Tatsache ist. Da wäre als wichtigster 1. die Aussage der wahren Erleuchteten; und da ihre Worte die Heiligen Schriften bilden, eben auch 2. das Zeugnis der Schriften. Es gibt 3. das persönliche Wissen der eigenen vergangenen Geburten; das dauert aber eventuell etwas länger … Und dann gibt es 4. »den« großen Moment, den JEDER Mensch erlebt, nämlich in der Stunde seines Todes. Hierzu sagen die Erleuchteten: Im letzten Augenblick des Lebens, kurz bevor die Seele (der »Bewohner des Leibes«) den Körper verläßt, sieht man wie in einem Film die Umstände der neuen Geburt (Dinge wie Ort, Zeit, Familie usw.). Nur ist es dann zu spät, diese Erkenntnis weiterzugeben, denn man kann in diesem Augenblick nicht mehr sprechen. Manche Menschen sterben mit einem friedlichen, ja glücklichen Gesichtsausdruck; andere mit verzerrtem, fast entsetztem. Zufall? Gewiß nicht.

Wenn man das alles weiß, dann beginnt die Frage wichtig zu werden: Wie soll der Mensch leben? Wie kann er das Karma zu Ende bringen? Gibt es überhaupt die Möglichkeit, sich vom Karma zu befreien und Erlösung, Freiheit (moksha) zu erlangen? Und die Weisen sagen: Ja!

Genug. Ich habe vielleicht schon zuviel gesagt. Denn eines steht fest: Das Thema Karma »beunruhigt«.

Der Yoga, überhaupt: die Religionen verkünden aber: Das ist eine positive Unruhe; sie wird der Antrieb sein, der uns zur Freiheit führt. So lesen wir in den Schriften diese wundervollen Worte, welche die Erleuchteten an uns Suchende richten: »Erwacht! Erhebt euch! Und ruht nicht eher, als bis das Ziel erreicht ist!«

Lokah samastah sukhino bhavantu
Om shanti

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Letzte Änderung: von Ramananda.

Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 13:23 #4610

Liebe Jukiwi,
nun, die Gnade gibt es auch im Hinduismus: 5-fache Kraft des Göttlichen - aufbauend, erhaltend, abbauend, verhüllend, und Gnade gewährend (enthüllend, erleuchtend)...
meine Frage bezog sich auf den notwendigen (?) Zusammenhang von Karma und Samsara - was, wenn man nicht an eine Wiedergeburt glaubt?
herzliche Grüße!
Tulsi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 13:34 #4611

Lieber Ram,
es ist sinnlos, mit Christen darüber zu reden, schreibst Du. Ja, da magst Du recht haben - was die Wiedergeburt betrifft. Ich lebe (und unterrichte) im erzkatholischen Bayern auf dem Dorf und in einer Kleinstadt und daher bin ich seeehr vorsichtig mit diesem Thema. Aber trotzdem möchte ich das Gesetz von Ursache und Wirkung ansprechen... es muss auch ohne diese Kopplung möglich sein.
herzliche Grüße!
Tulsi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 13:54 #4612

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tulsi schrieb:

Lieber Ram,
es ist sinnlos, mit Christen darüber zu reden, schreibst Du … trotzdem möchte ich das Gesetz von Ursache und Wirkung ansprechen ... es muss auch ohne diese Kopplung möglich sein.

Liebe Tulsi,

verzeihe mir bitte meine derbe Ausdrucksweise; sie ist wohl zunehmend einer altersbedingten Ungeduld geschuldet, zum Wesentlichen zu kommen.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung wird im Christentum von niemandem bestritten; die Aussagen der Bibel sind unmißverständlich. Das eventuelle (!) Problem liegt darin, daß man angeblich nur einmal lebt; danach folgen »die Auferstehung der Toten« und man wird von Gott »gerichtet«: Himmel, Fegefeuer, Hölle. Die Christen sind wie die Anhänger aller Religionen angehalten, ethisch/moralisch gut, »gottgefällig« zu leben. In diesem Sinne gibt es keinen Unterschied zum Yoga.

:he:

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 15:26 #4613

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Hi zusammen,

Mir fällt dazu etwas ein, was der Frage "wie kann ich im katholischen Land die Frage von Karma und Wiedergeburt ansprechen" villeicht etwas an Schwere nimmt:

Einer meiner Lieblingsfilme über Indien ist Wolfgang Panzer´s "Broken Silence".
Darin gibt es eine Szene, in der die schwer kranke Hauptdarstellerin mit einem schweizer Mönch (der aufgrund einiger Umstände in Indien sein Schweigegelübde bricht) über Karma und Wiedergburt diskutiert. Am Ende fragt sie ihn: "Können sich 600 Millionen Inder irren?"

:)
lg, jukiwi

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 15:52 #4614

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Lieber Ramananda,

leider hat es schon wieder gar nichts mit gegenständlichem Thema zu tun, was ich hier schreibe, lieber Ramananda, ich bitte Dich um Deine Hilfe.

Ich habe in Deinen Internetinfos geschmökert und mir Bücher von Swami Narayanananda bestellt, "Das Mysterium des menschlichen Geistes" und "Das Ende der Philosophie". Müßte mir das für einen gründlichen Überblick genügen od. würdest Du ein weiteres Buch empfehlen, weil es sonst an Wesentlichem fehlt?

Verschiedene andere Schriften, in der Zeit vor meiner Initiation gelesen, werde ich neuerlich lesen, bezüglich Bhagavad-Gita und Yogasutra kann ich ja sogar auf Deine Übersetzungen (Whow, da musst Du die Sprache ja aus dem Effeff beherrschen, das muss ja eine Heidenarbeit gewesen sein, ich habe mich z.B. mal mit Punjabi befasst und es fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel!) zurückgreifen, falls es bei uns ausgeliehen und verschollen ist.

Anhand der Forumsdiskussion ist mir wieder mal so richtig klargeworden, es gibt die Meditationserfahrung und die Wahrheit. Zum Philosophieren über Yoga hat man einen Schritt zurückzutreten, sich in philosophischen Gedankengängen klug zu machen und so die Grundbedürfnisse philosophischer Auseinandersetzung zu befriedigen.

Im Grunde ist jede Philosophie nur eitler Firlefanz, und doch ist es so schön, sich in Gesellschaft lieber Menschen zu wissen und zum Thema Yoga in philosophischer Weise mit ihnen zu kommunizieren.

Was mich in nächster Zeit sehr interesssieren würde, wären wirklich gut fundierte neurophysiologische Erkenntnisse bezügl. Meditation, was im DYF z.B. unter 5/2oo8 und 5/2o1o zu finden ist, kenne ich, das ist allgemein bekannt, und hier, lieber Ramananda, komme ich zum vorrangigen Grund meiner Bitte an Dich um Hilfe, falls es zu Deinen Interessensgebieten gehören sollte, bitte gib mir Hinweise für wirklich Aussagekräftiges im Internet und in der Literatur. (Englisch ginge, das sagt einer mit threat-thread !!!, Deutsch wäre mir lieber.)
Auch an sämtliche Forumsmitglieder richte ich dahingehend meine Bitte um Information!

Ganz liebe Grüße, M33

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 18:52 #4615

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Liebe Tulsi,

wenn mir ein Mensch lieb und wert ist und ich gene mit ihm kommunizieren will, bin ich bestrebt, seinem Gedankengut näher zu kommen.

Womöglich könntest Du die Bibel, den Katechismus und sonst. einschlägige Schriften lesen ...

Liebe Grüße, M33

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 20:54 #4617

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Liebe M33,

Dein in mehrfacher Hinsicht bemerkenswertes Posting enthält neben einigen schnell zu beantwortenden Fragen auch eine, über die man ein ganzes Buch schreiben könnte; ist also nicht einfach abzuhandeln und dabei von größter Bedeutung, nämlich »die Meditationserfahrung und die Wahrheit«.

Zunächst kurz (Teil 1):

Bücher von Swami Narayanananda. Als Einstieg nimmt man gewöhnlich »Das Geheimnis der Geisteskontrolle«. Da wird der Yoga allgemein beschrieben; alle anderen Bücher behandeln spezielle Themen. Ist die »Geisteskontrolle« noch nicht abschreckend genug (kein Scherz, Erfahrung der letzten 35 Jahre), liest man als zweites »Der Weg zur Erleuchtung«. Die von Dir gewählten Titel sind natürlich toll, aber sozusagen härtere Kost …

»Was mich sehr interessieren würde, wären wirklich gut fundierte neurophysiologische Erkenntnisse bezügl. Meditation …«
Hier werde ich Dich vermutlich enttäuschen, aber so etwas kann ich nicht empfehlen. Ich zitiere aus meiner Übersetzung des Yoga-Sutra (geht am schnellsten, mit copy + paste):
»Es mangelt heute nicht an Versuchen, den Yoga erklärbar, beweisbar und damit für die westliche Wissenschaft annehmbar zu machen. Abgesehen davon, daß der majestätische Yoga die Anbiederung an eine alle subtilen Phänomene leugnende Pseudowissenschaft nicht nötig hat, sind alle diese gutgemeinten Versuche von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Yoga wird immer bleiben, was er war: eine Sache der persönlichen Erfahrung. Er kann daher nicht zum Objekt einer Wissenschaft werden. Obwohl durch und durch vernunftgemäß, erfordert auch er anfangs den Glauben; durch ihn beflügelt, geht man an die Praxis und erlangt irgendwann Einsichten, die den Glauben zum Wissen machen. Dieses Wissen ist subjektiv; ein Zweiter wird es nicht eher als wahr anerkennen, bis er – durch eigene Praxis, durch nichts anderes – im Besitz der gleichen Erfahrungen ist; so geht es mit einem Dritten, Vierten … Die Grundlage der modernen Wissenschaft ist der faßbare Nachweis; subtile Dinge wie die Erfahrungen auf dem religiösen Weg lassen sich aber nicht beweisen. Jeder Versuch, sie zu objektivieren, muß zwangsläufig zur Quelle von Mißverständnissen und Auseinandersetzungen werden. Von alters her wird die Lehre des Yoga »Geheimwissen« genannt; niemals wird sie intellektuell enträtselt werden können. Dies sollte bereits aus der genialen Definition »Yoga ist die Stillegung der Bewegungen des Geistes« unmißverständlich hervorgehen.«

Ich halte auch alle neurophysiologischen Untersuchungen für lediglich grobstofflich. Ein schöner Zeitvertreib für einige Forscher, aber vollkommen nutzlos, da die subtile Ebene, um es nochmals zu sagen, niemals ein Gegenstand von Forschungen sein kann.

Sicherlich aber wirst Du von anderen Forumsmitgliedern genügend Literaturempfehlungen erhalten, bei denen es um solche Forschungen geht.

»Zum Philosophieren über Yoga hat man einen Schritt zurückzutreten, sich in philosophischen Gedankengängen klug zu machen und so die Grundbedürfnisse philosophischer Auseinandersetzung zu befriedigen.«
Ich bewundere und schätze eine solch reife Aussage. Wenn man denkt, wie wenige dazu bereit sind …

»Im Grunde ist jede Philosophie nur eitler Firlefanz, und doch ist es so schön, sich in Gesellschaft lieber Menschen zu wissen und zum Thema Yoga in philosophischer Weise mit ihnen zu kommunizieren.«
Ja; aber über den Yoga, über das Karma zu diskutieren ist in diesem Fall keine Philosophie (»Gerede«), vielmehr eine nützliche und notwendige Auseinandersetzung mit wahrlich wichtigen Dingen des spirituellen Weges.

»… es gibt die Meditationserfahrung und die Wahrheit.«
Damit wären wir bei dem schwierigsten von Dir angesprochenen Punkt. Da mein Posting bereits hier viel zu lang geworden ist, werde ich diese Frage morgen extra beantworten (Teil 2).

Bis dann -
:he:

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Aw: Yoga und Karma 19 Mär 2012 21:16 #4618

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jukiwi schrieb:

Am Ende fragt sie ihn: "Können sich 600 Millionen Inder irren?"

Liebe Ju,

diese Frage würde nicht jeder mit »nein« beantworten. In der Tat könnten sich auch sieben Milliarden Menschen irren. Auf dieses Argument wird man immer treffen.

Meine – total subjektive – Empfehlung ist daher, anders an die Sache heranzugehen:

Können sich die großen Rishis (wörtlich: »Seher«) Indiens, vom Altertum bis in die Neuzeit, irren? Antwort: nein.

Alle wahrhaft (!) Erleuchteten sind im Besitz der letzten Wahrheit und sagen daher nichts als die Wahrheit. Ihre Worte hierzu mögen verschieden sein (für das »Nirvana« gibt es z. B. viele weitere Begriffe), aber meinen tun sie alle dasselbe.

Und alle Rishis Indiens sprechen vom Samsara, dem Kreislauf der zahllosen Geburten und Tode. Die Wesen sind solange im Samsara gefangen, bis sie durch Erkenntnis der eigenen wahren Natur »die Freiheit vom Karma« (so die Bhagavad-Gita) erreichen und damit die Erlösung (Moksha).

Und daß ALLE Wesen die Erlösung erreichen können – ist das nicht ein »Evangelium, eine frohe Botschaft«?

:he:

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Letzte Änderung: von Ramananda.
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