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THEMA: Xinming, die "Herz-Geist-Einmeißelung"

Xinming, die "Herz-Geist-Einmeißelung" 21 Mai 2012 17:02 #5244

  • Avadhuta
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Die Natur des Geistes ist ungeboren.
Was nützen da Wissen und Ansichten?
Ursprünglich gibt es kein einziges Ding -
Wie könnte man da von Verblendung und
Läuterung sprechen?

Ein Kommen und Gehen, ganz ohne Ende,
So sehr du auch suchst, du wirst Es nicht
finden;
Doch wenn du in völligem Nichttun ver-
weilst,
Wird die lichte Stille von selbst offenbar.

Was du vor dir hast, ist nichts als leere
Soheit,
Beharrst du auf Wissen, verfehlst du die
Essenz;
Begreifst du klar diesen Zustand der Licht-
heit,
Sind Dunkel und Unwissenheit sogleich
durchleuchtet.

Ist der Eine Herz-Geist verdunkelt,
Wirst du die vielfältigen Erscheinungen
missverstehen.
Die Dinge kommen und gehen ganz spontan,
Wozu sich verrenken in Ablehnung und
Habenwollen?

Geburt trägt das Siegel des Ungeborenen,
Geburt und Erleuchtung sind ein und das-
selbe.
Willst du einen reinen Herz-Geist erlangen,
Musst du den Nicht-Geist walten lassen.

In allen Dimensionen kein bisschen
Erleuchtung -
Dies ist die subtilste aller Einsichten.
Das Wissen von Dharmas ist Nicht-Wissen,
Nicht-Wissen weiß um das Wesentliche.

Wer seinen Geist bezwingt und die Stille
wahrt,
Wird auf diese Weise die Krankheit nicht los;
Erst wenn Leben und Tod ganz vergessen
sind,
Manifestiert sich das ursprüngliche Wesen.

Das höchste Prinzip lässt sich nicht erklären,
Es ist weder Freiheit noch Bindung;
Alles durchdringend und allem entsprechend,
Hast du Es stets vor deiner Nase.

Vor deinen Augen kein einziges Ding;
Kein einziges Ding, und doch ist alles wie
immer.
Bemühe dich nicht, den Spiegel der Weisheit
zu polieren,
Alle Form ist von selbst völlig leer und
unfassbar.

Ein Geist-Moment kommt, ein Geist-
Moment geht,
Der folgende nicht anders als der vorher-
gehende;
Doch wird der vorhergehende Geist-Moment
nicht erzeugt,
Ist der folgende Geist-Moment von selbst
abgeschnitten.

In den Drei Welten gibt es kein einziges
Ding,
Wo kein Geist ist, da ist auch kein Buddha.
Alle Lebewesen sind eben dieser Nicht-Geist,
Und treten aus dem Nicht-Geist in Erscheinung.

Zwischen "weltlich" und "heilig" zu unter-
scheiden,
Erzeugt nur Verblendung über Verblendung;
Wer ständig hin und her überlegt,
Und nach der Wahrheit sucht, fällt von der
Wirklichkeit ab.

Sind die Extreme fallen gelassen,
So ist alles von heller Klarheit.
Es braucht weder Bemühung noch Fertig-
keiten,
Wenn man sich an die Unschuld des
Säuglings hält.

Gedanke auf Gedanke, so kommt man zu
Wissen,
Wer das Netzwerk untersucht, dreht sich
unaufhörlich im Kreis.
Still sein, Still sein, gar nichts untersuchen -
Das ist ein dunkler Raum ohne jegliche
Bewegung.

Gedanke auf Gedanke, daran ist nichts
Falsches -
Still sein, Still sein, das ist die hellste
Klarheit.
Die Myriaden Erscheinungen sind alle ganz
wirklich,
Die Vielfalt ist von dem Einen Geschmack.

Im Gehen und Kommen, im Sitzen und Stehen,
Hör einfach auf, etwas festzuhalten,
Wo keine Richtung zu bestimmen ist,
Wie könnte es da Kommen und Gehen geben?

Kein Sammeln ist nötig und kein Zerstreuen,
Es gibt weder langsam noch schnell.
Die leuchtende Stille ist Von-selbst-So,
Das ist nicht zu erklären, da gibt es nichts zu
erreichen.

Im Geist gibt es nichts, das vom Geist ver-
schieden wäre,
Darum ist es auch nicht nötig, Begierden abzu-
töten;
Ihre Natur ist leer, also verschwinden sie von
selbst,
Wenn du ihr Auf und Ab einfach geschehen
lässt.

Weder rein noch verblendet,
Weder seicht noch profund -
Der Ursprung liegt nicht in der Vergangen-
heit,
Phänomene zu sehen ist nicht die Gegenwart.

Was wir sehen, das hat keine Dauer,
Was wir sehen, das ist im Grunde Geist.
Eigentlich gibt es keinen "Ursprung",
Der Ursprung, das ist eben jetzt.

Erleuchtung ist immer schon vor-
handen,
Es ist nicht nötig, sie zu kultivieren;
Verblendung hat noch nie existiert,
Es ist nicht nötig, sie auszuräumen.

Die natürliche Weisheit ist aus sich er-
leuchtet,
Die Myriaden Phänomene kehren zurück in
Soheit.

Es gibt kein Zurückkehren und auch kein
Empfangen,
Drum lass das Meditieren und das Halten
von Geboten.

Die Vier Tugenden sind ungeboren,
Die Drei Buddha-Körper existieren schon
immer.
Die Sechs Sinne entsprechen den Sinnes-
bereichen,
Unterscheiden und Urteilen sind kein reines
Erkennen.

Im Einen Geist gibt es keine Verblendung,
Die Myriaden Bedingungen sind miteinander
im Einklang.
Geist und unsere Natur sind im Grunde
identisch,
Sie sind gemeinsam gegeben, doch bedingen
sie einander nicht.

Das Ungeborene geht einher mit den Dingen,
Sie wohnen gemeinsam im tiefsten Geheimnis,
Erleuchtung entsteht aus Nicht-Erleuchtung,
Darum sind Erleuchtung und Nicht-Erleuchtung
eins.

Gewinn und Verlust - zwei Seiten ein und
desselben,
Was soll da das Reden von Gut und von
Schlecht!
Alles Gemachte
Ist im Grunde nicht-hergestellt.

Der wissende Geist ist Nicht-Geist,
Es gibt weder Krankheit noch Medizin.
Nur wer verblendet ist, will Dinge abtun,
Sobald du erleuchtet bist, ist dir nichts
fremd.

Im Grunde gibt es nichts, das man ergreifen
könnte,
Was sollte man jetzt also wegwerfen können?
Von Existenz zu sprechen, lässt Dämonen
entstehen,
Denn mit den Worten tauchen leere Bilder
auf.

Du musst die gewöhnlichen Gefühle nicht
auslöschen,
Die einzige Religion, die du brauchst, ist das
Nichtdenken.
Das Denken wird durch den Nicht-Geist
ausgelöscht,
Der Geist wird durch das Nicht-Handeln
abgeschnitten.

Versuche nicht, die Leere zu beweisen,
Das Licht durchdringt alles ganz von selbst.
Sind Leben und Tod gleichermaßen ausgelöscht,
Dringt der tiefgründige Geist in das letzte
Prinzip ein.

Wenn du die Augen öffnest und Erscheinungen
siehst,
Dann folgt der Geist, und die Sinneswelt
entsteht.
Wo der Geist verweilt, gibt es keine
Sinneswelt,
Wo die Sinneswelt innehält, da gibt es auch
keinen Geist.

Gebrauchst du den Geist, um die Sinneswelt
auszulöschen,
Dann verstößt du gegen beide in ihrer
Gegenseitigkeit.
Der Geist ist Nirvâna, die Sinneswelt ist
Soheit,
Da gibt es nichts festzuhalten und nichts
loszulassen.

Die Sinneswelt folgt dem Geist und vergeht,
Der Geist verschwindet zusammen mit der
Sinneswelt.
Wenn beide verweilen, ohne auftzutauchen,
Ist nichts als stille Klarheit und strahlende
Leere.
Und Bodhi erscheint als Reflexion
Auf den ewig klaren Wassern des Geistes.

Die Natur des Erleuchteten ist die eines
Narren,
Der nicht zwischen diesem und jenem unter-
scheidet,
Der sich von Gunst und Ungnade nicht
bewegen lässt
Und keinen festen Platz als Wohnort wählt.

Sämtiche Erwägungen sind plötzlich zum
Stillstand gekommen,
Mit einem Schlag gibt es keine Sorgen mehr:
Für immer ist der Tag wie die Nacht,
Für immer ist die Nacht wie der Tag.

Von außen sieht er aus wie ein totaler
Trottel,
Innerlich ist sein Geist leer und wahr.
Von widrigen Umständen nicht zu bewegen,
Besitzt er die Kraft eines Großen Wesens.

Kein Sehender ist da und auch kein Sehen,
In diesem Nichtsehen ist alles ewig offenbar,
So ist alles völlig durchdrungen
Und nichts ist mehr verborgen.

Denken führt nur zu zunehmender Ver-
wirrung,
Man versinkt in Verblendung und verstörenden
Gefühlen;
Beherrscht man den Geist, um seine Unruhe
zu stoppen,
Wird die Verwirrung umso größer, je stärker
man eingreift.

Die Myriaden Erscheinungen sind ohne
Grund,
Es gibt nur das eine Tor:
Durch dieses Tor tritt man nicht ein
und geht nicht aus,
Da ist weder Stille noch Tumult.

Selbst Shrâvakas und die Pratyeka-Buddhas
Haben mit dem, was sie wissen, hierzu nichts
zu sagen.
In Wirklichkeit gibt es kein einziges Ding,
Die wundervolle Weisheit allein bleibt
zurück.

Im Grunde gibt es nur die überquellende
Leere,
Das ist etwas, das der Geist nicht ergründen
kann.
Wahre Erleuchtung ist nicht erleuchtet,
Wirkliche Leere ist nicht leer.

Die Buddhas von Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft
Sind alle Ausdruck dieses Grundprinzips.
Im winzigsten Partikel dieses Prinzips
Gibt es Welten so zahlreich wie Sand am
Meer.

Hört man auf, sich mit allem Möglichen zu
beschäftigen,
Ist der Geist in Frieden und verweilt
nirgendwo.
Im Nicht-Verweilen bei friedvollem Geist
Manifestiert sich die strahlende Leere von
selbst.

In der stillen Klarheit des Ungeborenen
Wandert man frei durch die Unendlichkeit.
Was immer geschieht, es gibt keine Hinder-
nisse,
Gehen und Kommen sind vollkommen
gleich.

Die Sonne der Prajñâ ist still, so still,
Das Licht des Samâdhi ist hell, so hell.
Sie erleuchten den Garten der Eigenschafts-
losigkeit
Und erhellen die Stadt des Nirvâna.

Denkt man unter allen Bedingungen nicht an
ein Ergebnis,
Resultiert daraus ein Geist, der dem Samâdhi
entspricht.
Du solltest keinen Dharma-Sitz aufstellen,
Sondern ein Nickerchen machen in leerem
Raum.

Erfreust du dich voller Gelassenheit des Dao,
Wanderst du in Muße in der wahren Wirklich-
keit.
Du hast nichts zu tun, es gibt nichts zu erreichen -
Dich auf nichts stützend, manifestierst du
dich von selbst.

Die Vier Tugenden und die Sechs Pâramitâs
Sind in dem Einen Fahrzeug alle eins.
Wenn sich also kein Geist erhebt,
Sind sämtliche Dharmas völlig ununter-
schieden.

Wer die Existenz als das Ungeborene
erkennt,
Der wohnt eben jetzt in der Ewigkeit,
Nur der Weise weiß um dies,
Mit Worten ist diese Erleuchtung nicht zu
beschreiben.



"Xinming" (Niutou Farong, 594-657)

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Letzte Änderung: von Avadhuta.

 
 

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