Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
Hier können Themen besprochen werden, die sich auf die yogische Sicht der Welt beziehen.
  • Seite:
  • 1

THEMA:

Yogische Ethik 15 Nov 2009 18:15 #1960

Hallo zusammen,

vor einigen Tagen wurde in der Rubrik "Yoga allgemein" und dort bei Kriya-Yoga folgendes von diesem geschrieben:

Jeder usnerer Gedanken ist ein Gebet!
Sind wir mit einer Situation in unserem Leben unzufrieden, so sind wir allein Schuld daran!
Nur wir!
Die einfachste Möglichkeit, mit einer vermeintlich negativen Situation umzugehen, die durch Handlungen eines anderen Menschen verursacht wurde, ist, diesen Menschen den Folgen seienr Handlungen zu überlassen.
Bittet ihn, es gut zu machen, bittet ihn, es einzustellen - reagiert er: Schön für ihn!
Reagiert er nicht: Lasst ihn sein, wie er ist!
Seine Reaktionen, Frustrationen oder Schöpfungen - innerlich und äußerlich - sind sein Problem, nicht unseres!
Die meisten jener Reaktionen aber sind ein Schrei nach Beachtung und somit ein Schrei nach Liebe!

Der einzigste Teil der Situation, mit der wir uns auseinandersetzen sollten, ist unsere Reaktion auf die Situation.
Herrschaft über unsere persönliche Welt ist unser Geburtsrecht! Aber kein Herrscher kann regieren, ohne das Zepter in die Hand zu nehmen. Und dieses Zepter ist Disziplin und Verantwortung - jedem anderen Menschen gegenüber!
Die vermeintlich vielfältigen Pfade des Yogas bieten uns hierzu Mittel zum Zweck.
Kriya Yoga ist einer davon!
Und bei weitem nicht der Schlechteste!

Wer den Pfad des Yogas geht, weiss um die Tatsache, dass jeder Mensch (und noch sind wir alle welche!) unterschiedlich auf eine bestimmte Übung reagiert (reagieren kann).
Wer selbst auf dem Pfad wandelt, weiss um die Tatsache, dass es nicht zwei gleiche Menschen gibt! So wie es auch keine zwei gleichen Sandkörner, Grashalme oder sonstiges gibt!
Leben ist Schöpfung, welche wir täglich neu erfahren!
Eine Schöpfung, in und an welcher jeder von uns kräftig mitgestaltet!


Ich denke, es ist aktueller denn je!
Deshalb aber lasst mich Euch raten: kümmert Euch nicht darum, was andere sagen.
Wer sind sie?
Die meisten jener "scheinen", sind aber nicht!

Wer auf dem spirituellen Pfad ist, sollte genau prüfen, was über ihn gesagt, geschrieben, behauptet, etc. wird. Diese selbstprüfung ist wichtig und nötig!
Immer!
Wenn einer etwas zu Euch sagt: Wägt ab!
Sagen zwei etwas in derselben Sache zu Euch: Kommt zu
Euch und wägt genauer ab.
Sagen viele in der selben Sache etwas zu Euch: Erkennt, dass Ihr falsch abgebogen seit!
Wenn einzelne Euch verspotten, verleumden und beleidigen wollen: Kümemrt Euch nicht darum! Es ist doch egal, was einzelne über Euch denken!

Erkennt falsche "Propheten":
Keiner, der das SELBST verwirklicht hat, wird jemals jemanden denunzieren oder beleidigen!
Keiner, der das SELBST verwirklicht hat, wird anders schreiben als er handelt!
Kein Erleuchteter wird sich durch Photos präsentieren!
Kein Erleuchteter zieht andere in den Dreck!
Kein Erleuchteter wird von sich behaupten, er sei erleuchtet!
Keiner!

Leider gibt es viele auf dem Pfad, welche durch kleine Erfolge in der Praxis meinen, die Erleuchtung erhalten zu haben.
Welche sich rühmen, dieses oder jenes zu sein.
Sie sind arme Kinder, welche sich in einem Garten verlaufen haben, welchen sie nicht verstehen.
Wir müssen ihnen helfen.
Dringend!
Denn je weiter sie fortschreiten, desto heftiger wird das Resultat zu ihren Ungunsten ausfallen!
Wer das karmische Gesetz kennt, weiss wovon geschrieben wird.

Wie können wir helfen?
Durch Liebe! Die Liebe ist Dein Brot, Dein Schutz und Deine Stärke!
Dies ist ein spirituelles Gesetz!
Das Gesetz des Lebens - göttlichen Lebens!

Ganz gleich, was Du spirituell erreichen willst: Du musst zuerst lernen, Dein SELBST zu kennen!
Dies ist der schwerste Schritt!
Denn oft erkennen wir dabei, wer wir bisher waren - und nie swein wollten!
Doch die Liebe hilft uns dabei, zu erkennen, dass er kein gestern gibt!
Es gibt nur das Jetzt und Hier!
Nur dieses!
Und dieses gebiert die Welt von morgen!
Unsere Welt, an welcher wir teilhaben wollen!

Wer sich selbst erkannt hat, weiss um dieses!
Er erledigt alle weltlichen Dinge ohne Anhaftung an die Dinge!
"Lebe in der Welt aber nicht von der Welt", ruft Guruji Babaji zu! Jedem, der es hören will!

Denn wer sich selbst wirklich erkannt hat, kann den Blickwinkel des anderen leicht einnehmen.
Wer auf dieser Welt in seinen Mitmenschen nur "Är... sieht, der muss jetzt aufstehen vom Boden, wo er liegt!
Wer meint, er stehe über einem anderen Menschen, der muss von der Bockleiter herunterklettern - schon sind die Werte wieder normal!

Einst wandelte EINER der sprach:
Du sollst nicht stehlen!
Ich sage Euch: Wer geistiges Eigentum an sich reisst und verunglimpft, der hat schon gestohlen!

Du sollst nciht töten!
Ich sage Euch: Wer seinen Nächsten beschimpft und beleidigt, der hat schon gemordet!

Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Ich sage Euch: Ihr müsst nicht nur die Menschen lieben, sondern Ihr müsst die Wahrheit so lieben, wie Ihr wollt, dass sie in der Welt verkündet wird!

Wahrheit kann wehtun - manchmal rettet sie damit den Untergang eines Menschen!
Wahrheit muss manchmal schweigen - weil sie eventuell noch nicht verstanden werden kann!
Wahrheit aber muss immer leuchten!

Wer das Gesetz der Menschen annehmen will, soll dies tun!
Aber dann mit allen Konsequenzen auch für sich selbst!

Wer auf dem Yoga Weg wandelt, sollte Patanjalis Yoga Sutren Kapitel II (Sadhana-Pada) kennen und so lieben, dass es ihn schmerzt, wenn er zuwider handelt!
Dieses muss die Maxime eines Yogis sein!
Dieses!

Wer auf dem spirituellen Yoga Weg wandelt, der sollte zusätzlich noch die Bhagavad-Gita, Kapitel II, kennen und sich im Geiste so einbrennen, dass seine Stirn diese Strophen wie ein Laufband anzeigt!

Und habt Ihr etwas bemerkt?
Sowohl Patanjali als auch die Gita hat diese wichtigen Maxime für einen Yogi auf den 2. Platz gestellt!
Auf den Zweiten!

Lasst uns zu einem Miteinander kommen, welches auf tatsächlicher Liebe fusst!
Lasst uns zu einem Miteinander kommen, welches auf tatsächlichem Vertrauen fusst!
Lasst uns hier und jetzt damit beginnen!
Denn wir sind alle Eins!
Auch wenn der Eine oder Andere vielleicht meint, etwas anderes sein zu müssen!

Eins!
Nicht zwei!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

 
 

Aw: Yogische Ethik 15 Nov 2009 19:38 #1962

Die linke und die rechte Wange

Christus Jesus sprach:

So Dich einer auf Deine linke Wange schlägt, so halte ihm auch Deine rechte hin!


Babaji, der Yoga Heilige aus dem Himalaya, hat gesagt:

Tadel und Lob sind leere Worte, die dem strahlenden SELBST nichts anhaben;
Sie greifen nicht einmal die physische Hülle an;
Sie sind nichts als blose Vibrationen im Äther;
Lasse die Welt Dir zürnen und über Dich spotten;
Lasse Ströme von Beleidigungen über Dich ergehen;
Lass die Menschen Dich einen Schurken und Verbrecher nennen!
Fürchte dich nicht!
Du bist nichts anderes als der Höchste Brahman.
Lerne zu unterscheiden!
Lerne, Gegenstände sinnlicher Wahrnehmung zu verschmähen!
Lerne, zu geben, was Du hast!
Lerne ins Innere zu blicken!
Bändige Dein kleines Selbst!
Halte das Herz rein!
Erbaue die Brücke der Liebe!
Tritt ein ins Königreich des Friedens!

[Babajis Meisterschlüssel zu allen Leiden; V.T. Neelakantan u.a.; S. 205/206]

Warum betonen diese wirklich Erleuchteten diesen Passus immer wieder?
Und so nachhaltig?

Nun, zunächst würden wir eine Sache, welche geschieht, unermesslich ausdehnen und hätten zunächst die weltlichen, später die karmischen Folgen zu tragen. Wir müssten unsere Gesundheit ins Spiel mit einbringen, denn jede "Aufregung" frisst an unseren Zellgeweben!
Wir selbst sind also nunächst einmal der Grund dafür, dass wir diese Warnung der Heiligen erhalten!
Also unser eigener Schutz!

Doch dies geht noch viel tiefer. Denn würde es nciht reichen, wenn jemand unsere linke Wange schlägt und wir dann davonlaufen? Ohne demjenigen zu zürnen?
Das würde doch reichen!

Nein!
Denn dann haben wir zwar eine Situation vermieden, doch keiner der beteiligten Parteien hatte die Möglichkeit, zu lernen.
Lernen?
Ja...lernen!
Indem wir uns der Situation stellen, ohne uns einzubringen, zeigen wir ES, dass wir unberührt vor den "Schrecknissen" der Welt stehen!
Bleiben wir dabei auch innerlich unberührt, dann zeigen wir damit an, dass wir die Welt als das erkannt haben, was sie tatsächlich ist: Ein Teil von ES - in jedem Atom dieser Ebene!

Indem wir dem "Anderen" die andere Wange hinhalten, zeigen wir diesem, dass uns seine Attacken nicht berühren und kümmern!
Viele verirrte Sucher werden hier stutzig und brechen ab.
Andere nehmen die zusätzliche Wange an und bedanken sichn nicht einmal.
Denen haben wir dadurch die Chance gegeben, dass sie aus der Situation lernen und wachsen können.
Es hat dabei den Vorteil für uns, dass nicht mehr wir es sind, die sich darum kümmern müssen!
Das machen ganz Andere für uns!

Wir müssen nur eines tun: Für jenen Armen beten!
Müssen wir ihm verzeihen?
Wenn wir meinen, dass wir verzeihen müssen, wären wir in die Situation ja involviert gewesen!
Es gibt nichts zu verzeihen!

So wie es keinen Zufall gibt!
Niemals!
Alles, was uns widerfährt, geschieht, weil es zu unserem Besten dient! Es wurde schon oft von Diesem ausgesagt, dass immer ein Meister in der Nähe ist!
Immer!
Und er will immer das Beste für seine Kinder!
Immer!

Ihr müsst nur Eure Sichtweise ändern.
Seht die Kuh im Stall des Bauern: Er hegt und pflegt sie, auch wenn sie trockensteht (also keine Milch gibt). Der nicht Eingeweihte geht vorbei und rümpft verächtlich die Nase, hebt sie zu und sieht im Ergebnis nur Schei..!
Der Bauer aber hat die innere Erkenntnis, dass er um den kostbaren Dünger weiss.
Er hat eine andere Sichtweise!

Ändert Eure eigene Sichtweise der Welt!
Sie ist nicht so, wie es scheint.

Die einzige Wahrheit ist die, aus welcher wir die Dinge sehen! Warum sollten wir dadurch einen anderen verantwortlich machen?
Nur die Verirrungen der Angst, des Neids und der Hilflosigkeit rufen heftige Reaktionen des Anderen wach.
Geben wir ihm doch Liebe, indem wir ihn ermutigen, sein Tun fortzusetzen!

Meditiert über das SELBST!
Ereicht die Rechtschaffenheit!
Diese ist Dein bester Begleiter fürs Leben. Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit sind ihre Brüder!
Baue Dein Schicksal durch Deine guten Gedanken und Taten!

Seht Euch niemals als Opfer!
Wenn ihr das tut, wenn Ihr dem nachgebt, seit Ihr schon im falschen Fahrstuhl!
Dem nach unten!
Und oft ist der Fahrstuhl über Euch und droht, Euch nach dem Fall noch zu zerschmettern!
Lasst niemals zu, dass Ihr Opfer werdet!
Niemals!

Lege alle Deine Wünsche ab!
Wenn Du jemandem Glück wünschst, so meinen dies die Menschen gut! Doch Du soltlest diesem lieber Liebe senden und das wünschen unterlassen!
Denn jeder wunsch gebiert in sich, dass noch ncihts erreicht ist!
Nichts!

Erkenne diese Fehler der Menschen!
Meditiere über das SELBST.
Mache Dir niemals Sorgen!
Mach den Spiegel-Test: Siehst Du einen Bekannten darin, der Dich anrührt?
Dann bist Du noch nicht soweit!
Er st wenn Du hineinschaust und nichts erkennst ausser Licht - dann bist Du soweit!

Hüte Dich davor, zu reagieren!
Eine Reaktion in die falsche Richtung lässt doppeltes Karma erwachsen!

Sieh in anderen nur das Gute!
Erkenne Dich selbst in dem Anderen!
Und denke daran: Es gibt keine Vergangenheit und keine Schuld! Du kannst immer und jederzeit Deinen Weg zum Guten ändern!
Jederzeit!
Warum nicht jetzt sofort?
In diesem Augenblick!

Beginnt damit in diesem Forum!
Wer Euch bestiehlt, dem bietet an, ihm beim Tragen des Diebesgutes zu helfen!
Der Dieb bestiehlt sich selbst am meisten!

Denn unweigerlich naht die Stunde seines Scheidens - und wehe dem, der dann erkenne muss, dass er geirrt!
Wehe dem!

Darum meditiert über Euer Selbst!
Macht Euer Yoga!
Sucht Euren spirituellen Weg!
Erkennt wahre Liebe und schreit sie in die Welt hinaus!

Und jetzt denkt wie immer an die Worte des Schreibers:
Sucht selbst nach der Wahrheit und glaubt ja nichts, was hier geschrieben!
Denn der Schreiber ist ein Narr!

Einen gesegneten Sonntag und möge jetzt Ruhe und Umsicht wieder einkehren.
Möge ES Euch leiten auf Euren Wegen!

Woherwig

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Aw: Yogische Ethik 16 Nov 2009 11:21 #1972

Vielen Dank lieber Woherwig für diese Erläuterungen.
Meine Wenigkeit hat zum ersten Kapitel der sutras des Patanjali vor längerer Zeit ein Skript ins Netz gestellt.
Es ist nur ein zaghafter Versuch der Zusammenfassung, aber wer mag kann sich diesen Skript gerne hier: http://www.yoga-schule.org/Skripte/samadhi-pada-in-der-Yoga-Praxis.pdf
herunterladen.
Wenn von Eurer Seite ein Bedürfniss besteht will ich mich gerne auch mal dransetzen und ein Skript zur Gita anfertigen.
Aber viel besser als ich es kann, hat Paramahamsa Yogananda die Gita in folgendem Buch:

Paramahamsa Yogananda, "Der Yoga der Bhagavad Gita.", Self Realization Fellowship, ISBN-13:978-0-87612-034-7

entschlüsselt und kommentiert.


Glühende Grüße
Lars

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von larrim.
  • Seite:
  • 1
Moderatoren: Peterlarrim
Ladezeit der Seite: 0.052 Sekunden
Powered by Kunena Forum

Auch interessant