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THEMA: Der Geistige Pfad

Der Geistige Pfad 12 Apr 2012 09:26 #4868

Namaste
Dieses Thema richtet sich an alle, die im Yoga mehr suchen als nur ein schönes Popöchen, und körperliche Gesundheit.
Dieser würde hier gerne mitr euch allen offen und undogmatisch über dieses Thema diskutieren.
Zum Auftakt stelle ich hier zwei Zitate meines Meisters ein:
"Yoga is moksha! " The only Pupose of man is to seek God!"
Yogiraj Satgurunath Siddhanath
Beides beschreibt die eigentliche Ausrichtung des Yoga, die nur leider heute nicht mehr überall gelehrt wird.
Dennoch verspüren immer mehr Menschen eine tiefe Sehnsucht nach der Verwirklichung des inneren göttlichen Selbst.
Der Pfad jedoch ist schmal und schlüpfrig, wie manche Posts in diesem Forum leider nur zu deutlich machen.
Viele sind gerufen, aber nur wenige wirklich berufen, alle auf dem Weg lauernden Gefahren und Fallstricke wirklich zu meistern.
Einer der größten Fallstricke auf dem Weg ist oft der menschliche Verstand.
Wollen wir also zu einem Yogi, oder zu einem Schrift Gelehrten werden? Sollte die erste Frage auf dem Wege sein.

Dazu gibt es eine sehr schöne Geschichte von Mulla Nasrudin, der einst ein Fährmann am Ganges war.

Eines Tages erschein ein Pundit(Schriftgelehrter beim Mulla und bat ihn auf die andere Seite von Mutrter Ganga überszusetzen. Mulla antwortete mit einer extrem verwaschenen sprache und ganz lausiger Grammatik. " Mulla" sagte der Pundit " Hast du denn niemals lesen und schreiben gelernt, dann hast du dein halbes Leben vertan" sagte der Gelehrte. Nasrudin aber schwieg beharrlich.
Auf der Mitte der Ganga erhob Mulla die Stimme und fragte: " Pundit, sage mir eines, hast du jemals schwimmen gelernt?
Nein anwortete der Gelehrte. " Bei allem Respekt sagte Mulla, dann hast du dein ganzes Leben vertan, denn es kommt ein Sturm auf und wir werden sinken."

Eines also ist das theoretische Wissen und das andere das schwimmen auf den Wassern des Lebens, das demütige Einfügen in diese Schöpfung.
Oh Herr dein Wille geschehe heißt es in unserer Bibel und dieses Zitat könnte von jedem Yogi sein.
Wozu das ganze gelernt Wissen, wenn es nicht hilft in den stürmischen Gezeiten der materiellen Welt zu bestehen und die immer währende göttliche Liebe zu erfahren und in die Welt zu tragen.
Meditation, wenn sie denn wirklich eintritt, dient immer dem Wohle der gesamten Schöpfung.
Jede Trennung ist Maya und diese Trennung zu transzendieren ist der Pfad zu Gott der Pad der Befreiung.
Jede Seele strebt diesem einen Ziele zu, auch wenn es den meisten nicht bewusst sein mag.
"Ayam Atma Brahman"- "Dieses Selbst ist Brahman" heißt es in den Veden so treffend.
Der Wassertropfen ist der Ozean. Ist das nicht wundervoll.
Mit ihm sind es alle anderen kleinen Tröpfchen und das ist noch fantaschicher.
Bildet sich jedoch einer dieser Tropfen ein besser als die anderen zu sein, den Pad der anderen kleine Tropfen zhu bewerten oder zu verurteilen, dann läuft der Sucher in die Falle der Hybris und verspielt sehr schnell allen spritituellen Fortschritt. Er findet sich aufs neue andas Rad der Erscheinungen geflochten.

Licht und Liebe
Lars
Ich bin Yogalehrer und leite die Patanjali Yogaschule Münster.
Auf meiner Homepage findet ihr einige Yoga Skripte gratis zum Download. Patanjali Yogaschule Münster.

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Aw: Der Geistige Pfad 14 Apr 2012 22:07 #4931

Hallo Lars,

ich verstehe Deine Sätze nicht. Kannst Du Deine Aussagen präzisieren.

1. Welche Verbindungen nimmst Du konkret an?
2. Warum kleine Seelen, gibt es auch große Seelen?
3. Wenn ja, worin bestehen die Unterschiede?
4. Welche Ahnung meinst Du?
5. Wie ist es möglich, dass Yogiraj Gurunath Siddhanath bereits mit 3 Jahren erleuchtete Zustände hatte oder anders gefragt: glaubst Du daran? Für andere Menschen reicht ein ganzes langes Leben nicht dazu. Hat das mit Karma zu tun?

6. Auf verschiedenen Seiten wird er als Großmeister genannt. Ist ein Großmeister mehr erleuchtet als ein Meister? Er wird sogar als Heiligkeit bezeichnet. Schüler, Lehrer, Meister, Großmeister, Heiligkeit…das klingt sehr hierarchisch. Sind vor Gott nicht alle Menschen gleich?

7. Ist es nicht so, dass solche Menschen, die bestimmt auch eine außergewöhnliche Ausstrahlung besitzen, durch ihre Anhänger, Bewunderer, Verehrer dazu emporgehoben werden? Wäre es nicht richtig wenn dann diese besonderen Menschen ihren Schülern ganz eindeutig sagen würden, dass sie das nicht sind…Heiligkeit!?

8. Sind Meister oder Großmeister, jetzt nutze ich mal einige Deiner Worte aus einem zeitnahen anderen Thread, größere, bessere, nützlichere, wertvollere Tropfen im ganzen großen Ozean des Lebens? Du schreibst „Der Wassertropfen ist der Ozean.“ Jeder von uns ist ein Wassertropfen. Bin ich dann nicht auch Yogiraj Gurunath Siddhanath und ist er gleichzeitig nicht auch ich? Im großen Ozean vermischt sich alles zu einer homogenen Ganzen...

9. Warum sind mir die Einsichten eines Yogiraj Gurunath Siddhanath nicht direkt zugänglich? Liegt das an mir weil ich offensichtlich zu einem Meister aufschauen möchte, seinen Weg bewundere und ihn, seinen Weg, gehen möchte und nicht meinen eigenen Weg? Begeben sich nicht viele Yoga-Praktizierenden in eine Art Abhängigkeit von solchen Meistern ohne es direkt zu wollen?

10. Du schreibst weiter „Zum Auftakt stelle ich hier zwei Zitate meines Meisters ein“.
Wieso schreibst Du das, warum ist gerade dieser, Dein Meister, der richtige für Dich? Was unterscheidet ihn von anderen Meistern. Gibt es unterschiedliche Arten, Stadien der Erleuchtung?

Meine Frage wirken auf Dich sicher naiv, sind aber ehrlich geschrieben.

LG
Dieter

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Aw: Der Geistige Pfad 14 Apr 2012 23:04 #4932

Atreju59 schrieb:


7. Ist es nicht so, dass solche Menschen, die bestimmt auch eine außergewöhnliche Ausstrahlung besitzen, durch ihre Anhänger, Bewunderer, Verehrer dazu emporgehoben werden? Wäre es nicht richtig wenn dann diese besonderen Menschen ihren Schülern ganz eindeutig sagen würden, dass dass sie das nicht sind…Heiligkeit!?

Hi,

so richtig viel Ahnung habe ich nicht. Es gibt aber bestimmte Texte und Bücher, die mir wegweisend sind, die für mich "stimmig" sind, auch wenn ich sie nicht vollkommen verstehe.

Zu der Frage oben kam mir der Text unten in Erinnerung:

Aus ICH BIN (Teil II) Sri Nisargadatta Maharaj

- Kapitel 34:

FRAGE Maharaj, Sie sitzen hier vor mir und ich zu Ihren Füßen. Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen uns?

MAHARAJ Es gibt keinen grundsätzlichen Unterschied.

FRAGE Trotzdem muß es einen realen Unterschied geben. Ich komme zu Ihnen. Sie kommen nicht zu mir.

MAHARAJ Weil sie glauben, dass es Unterschiede gibt, suchen sie überall nach „überlegenen“ Menschen.

........

FRAGE Ihre Worte sind weise, Ihr Verhalten nobel, Ihre Gnade allmächtig.

MAHARAJ Davon weiß ich überhaupt nichts, und ich sehe zwischen Ihnen und mir keine Unterschiede. Mein Leben ist ein Ablauf von Ereignissen, genau so wie Ihres. Doch ich bin unberührt und erkenne die vorübergehende Show als eine vorübergehende Show, währen Sie sich an Dinge klammern und nachjagen.

Liebe Grüße

Klaus
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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Letzte Änderung: von wintersun.

Aw: Der Geistige Pfad 15 Apr 2012 06:52 #4935

Guten Morgen Artreju

Vielen Dank für dein aufrichtiges Intresse.
Du stellst viele Fragen, die teilweise nicht mit einem Satz beantwortet werden können. Verzeih bitte wenn dieser aus Zeitmangel nicht alle auf einmal zufriedenstellend beantworten kann.
Ich sehe du hast schon einmal ausgibig gegoogelt und versucht dich schlau zu machen und halte deine Fragen für wichtig.
Möglicherweise war es etwas unklug mit einem Zitat meines eigenen Meisters zu beginnen, denn für jeden Menschen gibt es einen Meister oder eine Meisterin, der oder die dann gefunden werden , wenn der/die Suchende auf dem Pfad einige Fortschritte erzielt hat und bereit ist diesen dann auch zu erkennen.
Dein Meister muss also nicht zwangsläufig der meine sein und umgekehrt. Das sagt aber nichts über die Qualität des Meisters aus.
Yoga dreht sich maßgeblich darum das göttliche Selbst in uns selbst zu entdecken und zu realisieren.
Yoga kommt von "juj" aus dem Sanskrit und heißt übersetzt soviel wie wieder ans Joch schirren, wiederanbinden, wieder die einheit mit Gott und der welt zu erkennen.
Unser westliches Wort Religion bedeutet exakt das Gleiche.
Eine Aufteilung in Hindus, Christen, Moslems, Juden oder was auch immer wird in diesem Augen der wirklichen Beduetung von Religion nicht gerecht. Alle Religionen sind am Ende eins. Wo aber Organistationen und Kirchen entstehen menschelts und aus übermäßiger Bindung an die eigene spirituelle Heimat und mangelnder einsicht entstehen neue Konflikte, die zu sogenannten heiligen Kriegen führen können. Dazu kommt sicher dann auch noch das manche sogenannte Führer der einzelnen Strömungen auf irgendwelchen Pfründen sitzten die sie mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Über diesem Selbst liegen verschiedene Hüllen oder Schleier, welche im Yoga Koshas genannt werden.
Eine genauere Erklärung zu diesen Koshas findest du hier .
Der Weg des Geistes und der Weg des Yoga gehen davon aus dass diese Schleier uns in übermäßiger Weise an das Geschehen der materielllen Welt binden lassen. Eben auch daran Hindu Christ oder was auch immer zu sein.
Dort wo der Schleier zerreißt wird klar in der Bibel steht tatsächlich nichts anderes als in der Bibel. Aus Unverständniss oder Avidya heraus sind wir Menschen geneigt diese Poalarisierungen , die eigentlich nicht existent sind zu erschaffen.
Sind alle diese Koshas aufgelöst, zerissen oder wie auch immer man es nennen mag, beginnt der Sucher zu erkennen, dass er eins ist mit dem Göttlichen in immerwährender Verbindung.
Jeder Mensch ist ein Strahl des Göttlichen, auch wenn er sich dessen oft nicht bewußt ist.
Auf dem geistigen Pfad kommt dann früher oder später das Phänomen der Kundalini, der uranfänglichen Energie der Shakti ins Spiel.
HIer wiederum müßte ich sehr weit ausholen um das verständlich zu machen.
Eines unserer ehemaligen Foren Mitglieder, welches sich mit seiner Familie inzwischen still in den Wald zurückgezogen hat und leider im Netz nicht mehr aktiv ist hat dazu in einem anderen Forum ein ganzes Thread gestartet, welches dieses Phänomen besser umschreibt als es diesem möglich wäre.
Die Erklärungen von Woherwig findest du hier.
Dort beantwortet Woherwig unter anderem auch die Verschiedenen Abstufungen der Meisterschaft, die du ansprichst.
Nun zu deinen Fragen erstmal in aller Knappheit.
Dieser hat lange Zeit bei einem Meister Hatha und Raja Yoga studiert und tut es auch heute noch. Aber mit 49 Jahren erst fand er seinen SatGuru, und fand sich zunächst in einem heftigen Loyalitäts Konflikt wieder.
Nach Rücksprache mit beiden Meister wurde dann aber schnell klar das dieser nicht existieren muss, da manchmal ein Sucher von eionem Meister zum anderen weiter gereicht wird wenn dies seiner Entwicklung förderlich ist.
Aus einem ehmaligen Revoluzer wird langsam ein immer demütiger werdendes Wesen, welches sich immer mehr auf die universelle Einheit in Gott besinnt.
Kein wirklicher Meister würde jemals schlecht über einen anderen reden, es sei denn es handelt sich ganz offensichtlich um einen Scharlatan der Menschen ins Elend stürzt. Selbst dann werden die Äußerungen in aller Regel sehr vorsichtig ausfallen.
Die Antworten hat dieser in Violett in dein Zitat eingebaut.

Atreju59 schrieb:

Hallo Lars,

ich verstehe Deine Sätze nicht. Kannst Du Deine Aussagen präzisieren.

1. Welche Verbindungen nimmst Du konkret an?


Jede Seele strebt der Gottverwirklichung entgegen, was wiederum ein Prozess ist der sich über zahlreiche Leben hinziehen kann.
Gemäß dem Karma ( das wäre nun schon wieder ein eigenes Thema :laugh: und würde den Rahmen hier sprengen) gibt es unterschiedliche Lern und Entwicklungsaufgaben die der Sucher zu bewältigen hat um sein Karma aufzulösen und auf dem Pfad voranzuschreiten. Dieser hat lange mit dem Kriya Yoga geliebäugelt bis er zu Yogiraj Satgurunath Siddhanath fand. Tief im Herzen kam ihm dieser Meister so unendlich beklannt und vertraut vor als kenne er ihn schon seit Urzeiten, was sich im folgenden durch plötzlich in der Meditation aufsteigende
Erinnerungen immer mehr bestätigt hat. Dinge klären sich, dieser spürt wie die gegenwart seines meisters die eigene entwicklung fördert und beschleunigt ohne dabeio Bindungen in dieser welt zu zerstören. Eure erste Pflicht ist es vor allem euren Familien euren Kindern zu dienen, sagt Gurunath sehr gerne und immer wieder.
Dieser könnte einfach ncht einem Meister folgen, der Familien als Hindernisse und nicht als eine weitere Gott gegebene Möglichkeit zur entwicklung ansieht. Daher musste er als Familienvater zwangsläufig bei einem Householder Yogi landen, der selbst Frau, Kinder und Enkelkinder hat.


2. Warum kleine Seelen, gibt es auch große Seelen?
3. Wenn ja, worin bestehen die Unterschiede?

Frage 2 und 3 sind einfach beantwortet. Natürlich gibt es im Endeffekt nur die eine große universelle Seele, die im Yoga Brahman genannt wird. Aber es gibt auch das Atman die individual Seele, die mit dem Bild das dieser vom Wassertropfen und vom Ozean gab. Wir sind auf der Weltlichen Ebene die Wassertropfen auf der geistigen Ebene gleichzeitg jdoch der ganze Ozean. Ist das nicht wundervoll?
Kleine Seele ist nicht weiter als der zaghafte Versuch zu umschreiben, dass eine Seele noch nicht vollständig im großen und ganzen, in Brahman oder in Gott aufgegenangen ist.
Der indische Ausdruck "Mahatma" bedeutet übersetzt große Seele. Derjenige, der wirklich voll und ganz mit dem Göttlichen verschmilzt wird daher oft als große Seele bezeichnet.
Aber: Das hat nur modellhaften Charakter. Letzten Endes sind wir alle auf der Seelischen inneren Ebene in einer permanten Verbindung, Beziehung und Wechselwirkung. Meister wie Schüler sind Eins. Die Trennung die äußerlich erscheint ist eine Illusion die es zu transzendieren gilt.
Der Meister ist der klare Spiegel der eigenen Möglichkeiten, der dem Schüler einge Erkenntnis Schritte voraus ist. Nicht mehr und nicht weniger.


4. Welche Ahnung meinst Du?

Hier müsstet du diesem bitte nocheimal einen konkreteren Hinweis geben, worauf du dich beziehst.

5. Wie ist es möglich, dass Yogiraj Gurunath Siddhanath bereits mit 3 Jahren erleuchtete Zustände hatte oder anders gefragt: glaubst Du daran? Für andere Menschen reicht ein ganzes langes Leben nicht dazu. Hat das mit Karma zu tun?

Diese Frage ist verständlich, wurde aber schon beantwortet. In aller Kürze nocheimnmal.
Die Seele reist von Inkarnation zu Inkarnation der vollständigen Erleuchtung entgegen. Mit der erleuchtung ist eigentlich das Karama erlöst und eine neue Widergeburt nicht mehr erforderlich. Manche Seelen stellen sich jedoch der Herausforderung dennoch widerzukehren um der Menscheheit als einem Ausdruck ihres Inneren göttlichen selbst auf dem Pfad behilflich zu sein.
Yogiraj SatGurunath Siddhanath brachte also in Folge der intensiven Sadhana ( spirituelle Praxis) aus seinen Vorleben bereits vieles mit. So sind seine spontanen Medtitations Erfahrungung im zarten Alter von 3 Jahren erklärbar. Ja ich stand dem ganzen auch sehr lange sehr sehr skeptisch gegenüber, inzwischen ist für mich innerlich zu einem Fakt geworden ohne das ich ganz konkret sagen könnte wieso.
Haben wir also in unseren Vorleben einen großen Teil des Karamas erlöst kommt soetwas zustande.
Die Buddhisten haben das schöne Bild des Bodhisatva, eines Menschen der Befreiung erlangt hat aber aus Mitgefühl in die Welt zurückkehrt, was er eigentlich nicht müsste, um anderen zu helfen ihren Weg zur Verwirklichung und Erleuchtung zu finden.
Gurunath ist so ein Meister. Beim erneuten Lesen wird klar dass hiermit Frage 10 ebenfalls beantwortet ist. Wenn nicht frag nochmal nach.


Alle weiteren Fragen beantwort ich gerne im nächten Post, denn nun ist die Zeit meiner Frau und Tochter die ihnen zustehende Zeit zu widmen. :)

Licht und Liebe
Lars
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Aw: Der Geistige Pfad 15 Apr 2012 09:06 #4936

wintersun schrieb:

Atreju59 schrieb:


7. Ist es nicht so, dass solche Menschen, die bestimmt auch eine außergewöhnliche Ausstrahlung besitzen, durch ihre Anhänger, Bewunderer, Verehrer dazu emporgehoben werden? Wäre es nicht richtig wenn dann diese besonderen Menschen ihren Schülern ganz eindeutig sagen würden, dass dass sie das nicht sind…Heiligkeit!?

Hi,

so richtig viel Ahnung habe ich nicht. Es gibt aber bestimmte Texte und Bücher, die mir wegweisend sind, die für mich "stimmig" sind, auch wenn ich sie nicht vollkommen verstehe.

Zu der Frage oben kam mir der Text unten in Erinnerung:

Aus ICH BIN (Teil II) Sri Nisargadatta Maharaj

- Kapitel 34:

FRAGE Maharaj, Sie sitzen hier vor mir und ich zu Ihren Füßen. Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen uns?

MAHARAJ Es gibt keinen grundsätzlichen Unterschied.

FRAGE Trotzdem muß es einen realen Unterschied geben. Ich komme zu Ihnen. Sie kommen nicht zu mir.

MAHARAJ Weil sie glauben, dass es Unterschiede gibt, suchen sie überall nach „überlegenen“ Menschen.

........

FRAGE Ihre Worte sind weise, Ihr Verhalten nobel, Ihre Gnade allmächtig.

MAHARAJ Davon weiß ich überhaupt nichts, und ich sehe zwischen Ihnen und mir keine Unterschiede. Mein Leben ist ein Ablauf von Ereignissen, genau so wie Ihres. Doch ich bin unberührt und erkenne die vorübergehende Show als eine vorübergehende Show, währen Sie sich an Dinge klammern und nachjagen.

Liebe Grüße

Klaus


Ja lieber Klaus diesen weisen Worten kann ich nur in vollem Umfang zustimmen, denn am Ende lehren alle Meister das Selbe in unterschiedlichen Worten und Bildern vielleicht, aber in der Essenz ist die Lehre immer die Gleiche.

Licht und Liebe
Lars
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Aw: Der Geistige Pfad 15 Apr 2012 10:30 #4937

Lieber Artreju

Antworten Teil 2

Atreju59 schrieb:

Hallo Lars,

...
6. Auf verschiedenen Seiten wird er als Großmeister genannt. Ist ein Großmeister mehr erleuchtet als ein Meister? Er wird sogar als Heiligkeit bezeichnet. Schüler, Lehrer, Meister, Großmeister, Heiligkeit…das klingt sehr hierarchisch. Sind vor Gott nicht alle Menschen gleich?

Ja eindeutige, vor Gott, in Gott und mit Gott sind alle Menschen gleich. Wie aber aus dem schon zitieten Thema von Woherwig deutlich wird gibt es Abstufungen der Meisterschaft. Ein Großmeister ist etwas weiter entwickelt als ein verwirklichter, (einfacher Maeister) und somit kann er eben Menschen die den ersten Grad der meisterschaft derlangt haben weiter führen und vor den Gefahren eines aufgblähten Egos vor der darau resultierenden Gefahr der Überheblichkeit zu bewahren.
Die Beweihräucherung entsteht in erster Linie aus dem noch nicht vollständigen Verständniss einger seiner Schüler. Natürlich verspürt auch dieser einen tiefen unermesslichen Respekt und grenzenlose Liebe vor demjeneigen, der so viele Klippen an dem das Schiff dieses Schreibers immer noch auf Grund läuft gemeistert und überwunden hat und keine Mühen scheut auch einen einst ungläubigen Thomas wie diesen :P auf dem Weg zu führen, indem er ihm immer wieder den Spiegel vorhällt.
In seiner grenzenlosen Liebe führt der Meister alle seine Schüler zu Gott anstatt sich selbst aus diesem weltlichen Leben ganz zurückzuziehen



7. Ist es nicht so, dass solche Menschen, die bestimmt auch eine außergewöhnliche Ausstrahlung besitzen, durch ihre Anhänger, Bewunderer, Verehrer dazu emporgehoben werden? Wäre es nicht richtig wenn dann diese besonderen Menschen ihren Schülern ganz eindeutig sagen würden, dass sie das nicht sind…Heiligkeit!?

So ist es. In Indien sagte Gutrunath mehrfach bleibt sitzen, ich möchte nicht das ihr alle aufsteht, ich möchte nicht, das ihr euch vor mir in den Staub werft. Andererseits macht er deutlich, das es noch viele Dinge gibt die wir von ihm lernen können und dafür emfindet dieser tiefsten Respekt und Liebe zum Meister. Seine Heiligkeit ist unsere heiligkeit. Der kleine Unterschied iste r ist sich dessen bewußt und wir als seine Schüler eben nicht, oder nicht immer, nicht vollständig

8. Sind Meister oder Großmeister, jetzt nutze ich mal einige Deiner Worte aus einem zeitnahen anderen Thread, größere, bessere, nützlichere, wertvollere Tropfen im ganzen großen Ozean des Lebens? Du schreibst „Der Wassertropfen ist der Ozean.“ Jeder von uns ist ein Wassertropfen. Bin ich dann nicht auch Yogiraj Gurunath Siddhanath und ist er gleichzeitig nicht auch ich? Im großen Ozean vermischt sich alles zu einer homogenen Ganzen...

Nein weder Meister noch Großmeister unterscheiden sich in ihrer inneren Essens vom normal sterblichen Menschn. Der Normalo ;) ist sich aber dieser inneren Essenz nicht bewußt und verstrickt sich immer wieder im Geschen der äußeren Welt, wie es von Patanjali im Kapitel über die leidvollen Spannung (Kleshas)so vortrefflich beschrieben wird. Mehr zu den Kleshas hier .

9. Warum sind mir die Einsichten eines Yogiraj Gurunath Siddhanath nicht direkt zugänglich? Liegt das an mir weil ich offensichtlich zu einem Meister aufschauen möchte, seinen Weg bewundere und ihn, seinen Weg, gehen möchte und nicht meinen eigenen Weg? Begeben sich nicht viele Yoga-Praktizierenden in eine Art Abhängigkeit von solchen Meistern ohne es direkt zu wollen?

Diese Gefahr besteht sicherlich und stellt eine der Fallen auf dem Pfad dar. Geben wir die Verantwortung für unsere Entwicklung ab, suchen wir einen spirituellen Ersatz Papa, dann wirds schwierig.
Aber indem dieser seinen Guru ansieht wird ihm immer wieder bewußt wohin die Reise geht, was es zu verwirklichen gilt.


10. Du schreibst weiter „Zum Auftakt stelle ich hier zwei Zitate meines Meisters ein“.
Wieso schreibst Du das, warum ist gerade dieser, Dein Meister, der richtige für Dich? Was unterscheidet ihn von anderen Meistern. Gibt es unterschiedliche Arten, Stadien der Erleuchtung?

Meine Frage wirken auf Dich sicher naiv, sind aber ehrlich geschrieben.

Deine Aufrichtigkeit spüre ich aus deinen Zeilen. Und nein naiv sind sie sicher nicht, weil in dieser Welt viel zu viele Menschen Meisterschaft vorschützen, Menschen beutzen und ausbeuten, bei denen es sich um nichts weiter als bedauernswerter Weise verirrte Seelen auf dem Pfad handelt.
Sowas geistert dann durch die Medien und lässt ein völlig falsches Bild einer wirklichen Meister Schüler Beziehung entstehen.
Trifft ein Sucher seinen Meister, dann wird er das aus tiefstem Herzen spüren und so ist es diesem geschehen, weil er merkt das sovieles in seiner Sadhana und in seiner Liebe zu Gott durch die Führung des Meisters so unendlich vertieft hat.


LG
Dieter



In diesem Sinne dir und allen Lesern einen beschaulichen und gesegneten Rest Sonntag

Lars

ps. glaubt nichts was dieser geschrieben hat sondern überprüft in eurem Leben ob es für euch eine Bedeutung hat, ansonsten sind es nur die Worte eine vor Liebe zu Gott brennenden und trunkenen Idioten :lol:
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Aw: Der Geistige Pfad 15 Apr 2012 10:35 #4938

Namaste ihr Lieben

Schön das wir nun in diesem thread anfangen wirklich Yoga zu machen.
Dieser empfindet das als wesentlich fruchtbarer als über andere herzuziehen und sich in der Schlechtigkeit der Welt zu verlieren.
Vieles von dem was dieser oben schrieb wird sicher von anderen kontrovers gesehen.
Ich hoffe hier äußern sich noch mehr Menschen, so dass wir gemeinsam die Einheit der unterschiedlichen Meinungen erforschen und verwirklichen können anstatt und uns im Zwiespalt der Meinungen zu verlieren und wieder anfangen miteinander zu kämpfen.

Licht und Liebe
Lars
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Aw: Der Geistige Pfad 16 Apr 2012 17:27 #4955

Hallo Lars,hallo Klaus,


vielen Dank für Eure ausführlichen und verständisvollen Antworten und...puuh...

ich habe die Antworten jetzt einmal gelesen und werde sie wohl noch einmal oder auch zweimal lesen müssen bis ich sie einordnen kann.

Aber bereits jetzt kann ich schreiben, dass mir das bis hierhin sehr hilfreich ist meinen Weg anzufangen.

Später,wenn ich durch die Antworten etwas besser "durchblicken" kann, werde ich weiter dazu schreiben.

Vielen Dank nochmal.

LG
Dieter

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Aw: Der Geistige Pfad 18 Apr 2012 05:57 #4967

Namaste Dieter

Dank ist nicht nötig.


Der geistige Pfad Teil 2

Prüfungen auf dem Weg

Imer wieder wird der Mensch auf seinem Wege geprüft, durch schwer durchschaubare Verwicklungen im täglichen Leben.
Durch Provokationen und Reaktionen darauf, wie wir es zur Zeit auch in diesem Forum erleben.
Die Frage die sich uns Menschenkindern dabei immer wieder stellt ist: " Können wir dennoch in Verbindung bleiben mit dem Einen, Namenlosen über das nichts gesagt werden kann?"
Können wir uns selbst und anderen für alles verursachte Leid verzeihen und alles an die höchste Instanz abgeben.
Der geistige Pfad führt den Suchenden mitten durch die Niederungen der äußeren Welt, weil es eben nicht um einen totalen Rückzug daraus geht sondern mitten im Leben verbunden zu sein mit Gott, ohne jedoch den äußeren Umständen und oder Menschen in unserem Umfeld verhaftet zu sein.
Dies mag eine der schwierigsten Lektionen im Leben eines Suchers sein.
Es mag der Punkt kommen an welchem dem Suchenden bewußt werden wieviel Leid er mit seinen unbedachten Handlungen, Worten und mit seiner grenzenlosen Gier nach Sensationen in dieser Welt verursacht hat.
All das was dem Suchenden als sogennannte Liebe erschienen haben mag erscheint nun in einem völlig anderen Licht, wenn ihm oder ihr bewußt wird, wie sehr seine Handlungen und Emotionen von der eigenen Selbstsucht gesteuert waren.
Hier eröffnet sich die Tür zum Reich der grenzenlosen und bedingslosen Liebe für alles was in dieser Schöpfung existiert, wenn er den größten Schrittt vollzieht und unbeirrt mit seiner Sadhana fortfährt in grenzlosem Vertrauen darauf, dass auch diese Prüfungen ihm letzten Endes dienen werden auf dem Pfad voranzukommen, dass er immer geführt wird von dem Einen, dem Namenlosen und das es gilt sich diesem ganz und gar hinzugeben, um irgendwann vielleicht vollständig in ihm aufzugehen.
Sei in der Welt, aber sei nicht von dieser Welt.

Licht und LIebe
Lars
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Aw: Der Geistige Pfad 20 Apr 2012 11:50 #4984

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Teil 1 meines Beitrags zum Thema »der geistige Pfad«.

larrim schrieb:

»Yoga is Moksha!« »The only purpose of man is to seek God!« Beides beschreibt die eigentliche Ausrichtung des Yoga, die nur leider heute nicht mehr überall gelehrt wird.
Dennoch verspüren immer mehr Menschen eine tiefe Sehnsucht nach der Verwirklichung des inneren göttlichen Selbst.

Damit ist man bei der in Indien seit Jahrtausenden gestellten Frage:

BHOGA oder YOGA ?

Zur Klärung:

Yoga (von yuj = anjochen, verbinden, befestigen) ist »die Vereinigung, das Verbinden« des begrenzten individuellen Bewußtseins (»Seele, Selbst«) mit dem grenzenlosen, alldurchdringenden Meer des Bewußtseins (»Gott«, Brahman). Es ist das Sanskritwort für das lateinische Religion (re = wieder…, zurück…; ligare = binden, vereinigen, zusammenpassen). Der Zustand der Vereinigung (das Ziel) und die Arbeit, die dahin führt (der Weg) – beides wird Yoga genannt. Damit ist klar: Yoga ist der Weg nach oben, zur Erlösung und Freiheit (Moksha).

Bhoga (von bhuj = essen, verzehren, genießen) ist »Essen, Genuß, Sinnenfreude, Lust« und hat in der Philosophie des Yoga unmißverständlich die Bedeutung Genuß der Welt, die Freuden der Sinne. Und auch damit ist klar: Bhoga ist der Weg nach unten, zu den karmischen Verstrickungen, zum »Ich« und »Mein«, zur Welt des Leidens.

Nun sagen viele Menschen: Was kann denn am Genuß der Sinne so schlimm sein? Aber von Yogameistern ist der markante Satz zu hören: Sinnesgenüsse und wahres (!) Glück sind einander entgegengesetzt. Die Bhagavad-Gita enthält zahlreiche Verse dazu:

(aus dem 2. Gesang:) »Wenn ein Mensch an die Sinnesobjekte denkt, entsteht der Hang zu ihnen. Aus dem Hang entsteht Begierde … Die erregten Sinne reißen selbst den Geist eines verständigen Menschen gewaltsam an sich … Diese Sinne alle beherrschend möge er dasitzen, Mir als dem Höchsten hingegeben. Wahrlich, wer die Sinne in seiner Gewalt hat, dessen Weisheit ist feststehend … Für den Unbeherrschten gib es keine Einsicht, und keine (Kraft der) Verinnerlichung. Für den Nichtmeditierenden gibt es keinen Frieden. Woher aber soll das Glück kommen für den, der keinen Frieden hat? … Der Mensch, der alle Begierden aufgibt, der ohne Verlangen nach Genuß und Macht lebt, ohne den Gedanken an das Ich und Mein – er erlangt den Frieden.«

Bhoga ist nach einem solchen Verständnis der verkehrte Weg und entfernt den Menschen von seiner eigentlichen Bestimmung, vom wahren Sinn des Lebens. So sagt die Bhagavad-Gita:

(3, 16:) »Wer hier auf Erden diesem so in Bewegung gesetzten Rad nicht folgt, wer ein Leben in Sünde führt und nur in den Sinnen Freude findet – er lebt vergeblich, o Arjuna!«

Bhoga oder Yoga? Das war Teil 1 meines Beitrags zu diesem Thema.

Teil 2 wird sein: Die Erkenntnis, daß Bhoga, die Welt, Leiden bedeutet.

Sarvamangalam !

Den Teil 2 findest du hier .

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Letzte Änderung: von Ramananda.

Aw: Der Geistige Pfad 20 Apr 2012 13:50 #4987

Ramananda schrieb:

Nun sagen viele Menschen: Was kann denn am Genuß der Sinne so schlimm sein? Aber von Yogameistern ist der markante Satz zu hören: Sinnesgenüsse und wahres (!) Glück sind einander entgegengesetzt. Die Bhagavad-Gita enthält zahlreiche Verse dazu:

(aus dem 2. Gesang:) »Wenn ein Mensch an die Sinnesobjekte denkt, entsteht der Hang zu ihnen. Aus dem Hang entsteht Begierde … Die erregten Sinne reißen selbst den Geist eines verständigen Menschen gewaltsam an sich … Diese Sinne alle beherrschend möge er dasitzen, ......

Bhoga ist nach einem solchen Verständnis der verkehrte Weg und entfernt den Menschen von seiner eigentlichen Bestimmung, vom wahren Sinn des Lebens. So sagt die Bhagavad-Gita:

(3, 16:) »Wer hier auf Erden diesem so in Bewegung gesetzten Rad nicht folgt, wer ein Leben in Sünde führt und nur in den Sinnen Freude findet – er lebt vergeblich, o Arjuna!«


Was kann denn am Genuß der Sinne so schlimm sein?

Hi zusammen, hi Ramananda,

die Antwort auf diese Frage ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Mir fällt auf, das da (Bhagavad-Gita) steht:

Wenn ein Mensch an die Sinnesobjekte denkt, entsteht der Hang zu ihnen. Aus dem Hang entsteht Begierde …

Das hat für mich nichts mit dem Genuß der Sinne zu tun. (Ich verstehe: Genuß der Sinne - mit denn Sinnen geniessen - zum Beispiel den Geschmack des Apfels, der Anblick von etwas Schönem .....)

Hier geht es um Begierde und Abhängigkeit. Und um das Denken, nicht um das Wahrnehmen und Fühlen.

Und weiter unten fällt mir das Wörtchen nur auf:

wer ein Leben in Sünde führt und nur in den Sinnen Freude findet – er lebt vergeblich, o Arjuna

Für mich das Ganze noch nicht so durchschaubar, wenn ich mit meinem Denken daran gehe.

Für mich ist das Wesentliche, nicht abhängig von bestimmten Dingen zu sein und das ich lerne, nichts festzuhalten.

Das schliesst für mich das Geniessen nicht aus.

Ehrlich gesagt, oft geniesse ich die Körperübungen, finde die Öffnungen und Dehnungen sehr angenehm. (Was nicht bedeutet, das ich dem Unangenehmen immer aus dem Weg gehe.)

Liebe Grüße Klaus
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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Aw: Der Geistige Pfad 20 Apr 2012 16:58 #4990

  • Ramananda
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wintersun schrieb:

… Das schliesst für mich das Geniessen nicht aus.
Ehrlich gesagt, oft geniesse ich die Körperübungen, finde die Öffnungen und Dehnungen sehr angenehm. (Was nicht bedeutet, das ich dem Unangenehmen immer aus dem Weg gehe.)

Lieber Klaus,

das wäre ja auch ein Mißverständnis. Der Yoga gibt zum Beispiel den gesundheitlichen Ratschlag, die Speisen sorgfältig zu kauen, den Geschmack wahrzunehmen, zu genießen = das fördert die Verdauung und die Aufnahme des Prana aus den genossenen Speisen.

Und mit der Kritik an »Bhoga« ist gewiß nicht gemeint, daß man die Wirkungen der Asanas nicht genießen dürfte !

Ähnlich gilt es für das »Genießen« eines Bhajans, denn je hingebungsvoller, je konzentrierter man singt bzw. zuhört, desto intensiver die sattvische, reinigende und erhebende Wirkung von Musik und Text auf den Geist.

Es ist wie mit den Wünschen. Der Yoga sagt: Gib zuerst die schlechten Wünsche auf (damit ist man dann ja wohl ein ganzes Leben lang beschäftigt …) und pflege die guten; am Ende aber mußt du auch die guten Wünsche aufgeben, denn nur der absolut wunschlose Geist kann in den Nirvikalpa Samadhi eintauchen.

Schließlich:

Wenn Du sagst »Für mich ist das Wesentliche, nicht abhängig von bestimmten Dingen zu sein und dass ich lerne, nichts festzuhalten« – dann hast Du doch verstanden worum es hier geht.

Allerdings, fast überflüssig zu erwähnen: »nicht abhängig … zu sein« – das ist eine außerordentlich große, außerordentlich edle, außerordentlich schwierige, ja die schwierigste von allen körperlichen und geistigen Haltungen oder Disziplinen.

:he:

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Letzte Änderung: von Ramananda.

Aw: Der Geistige Pfad 20 Apr 2012 17:09 #4991

Ramananda schrieb:

Es ist wie mit den Wünschen. Der Yoga sagt: Gib zuerst die schlechten Wünsche auf (damit ist man dann ja wohl ein ganzes Leben lang beschäftigt …) und pflege die guten; am Ende aber mußt du auch die guten Wünsche aufgeben, denn nur der absolut wunschlose Geist kann in den Nirvikalpa Samadhi eintauchen.


Hallo Ramananda,

danke für deine Antwort. Damit kann ich etwas anfangen.

Eine schönes Wochenende

Klaus
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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Aw: Der Geistige Pfad 23 Apr 2012 10:53 #5013

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Teil 2 meines Beitrags zum Thema »der geistige Pfad«.

Die unsterblichen Worte, die der Buddha nach dem Erreichen der Erleuchtung zu seinen ersten Schülern sprach, sind bekanntlich:

»Das Leben ist Leiden. Geburt ist Leid, Altern ist Leid, Tod ist Leid; Kummer, Schmerz, Verzweiflung sind Leid. Mit Unliebem vereint zu sein ist Leid. Von Liebem getrennt zu sein ist Leid. Nicht erlangen zu können was man wünscht ist Leid …«

Und die zweite der »vier edlen Wahrheiten« des Buddha lautet: Die Ursache des Leidens ist das Begehren, das Verlangen; der Durst nach dem Werden, der Durst nach Befriedigung der Sinne …

Die dritte Wahrheit ist: Es ist möglich das Leiden zu überwinden. Durch das Erlöschen der Ursache erlischt das Leiden.

Die vierte Wahrheit: Es gibt einen Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt: rechtes Verstehen, rechte Entschlossenheit, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechte Lebensgestaltung, rechtes Bemühen, rechte Achtsamkeit, rechte Sammlung (Konzentration).

Es ist schwieriger als man zunächst glauben mag zu erkennen, daß Bhoga, der »Genuß der Welt«, der verkehrte Weg ist, der Weg des Leidens, der Weg zur Abkehr vom wahren Sinn des Lebens. Dazu ein Auszug aus einer leider vergriffenen Schrift von Georg Grimm (Der Samsaro. Die Weltenirrfahrt der Wesen. ©1960 Lebensweiser-Verlag, Büdingen-Gettenbach):

Aber wem stellt sich das so dar? Ja, wer ist auch nur fähig, das einzusehen? Vielleicht ab und zu einer im Laufe der Jahrhunderte, wie solch einer unser deutscher Mystiker, Jacob Boehme war, der (…) schrieb: »Wenn alle Berge Bücher wären und alle Seen Tinte und alle Bäume Schreibfedern: noch wäre es nicht genug, all den Schmerz zu beschreiben.« Wie außerordentlich selten es ist, wenn einmal einer die erste der vier hohen Wahrheiten wirklich begreift, bestätigt der Buddha selber – so wird im Samyutta-Nikaya V, 453 berichtet:

»Der Erhabene fragte den (Mönch) Ananda: Wie denkst du darüber, Ananda, was ist wohl schwieriger auszuführen: aus weiter Entfernung einen Pfeil nach einem Schlüsselloch zu richten und ihn Schuß um Schuß durchzubringen, ohne zu fehlen, oder eines hundertmal gespaltenen Haares Spitze mit einer solchen Spitze zu treffen? Ananda erwiderte: Das wäre wohl, o Herr, noch viel schwieriger auszuführen, eines hundertmal gespaltenen Haares Spitze mit einer solchen Spitze zu treffen. Der Buddha: Und doch haben, Ananda, noch schwieriger zu Treffendes jene getroffen, die ›Das ist das Leiden‹ wirklich durchdringen …«

Ein oft geäußerter Vorwurf im Westen lautet, die Botschaft des Buddha und auch jene der Upanishaden, des Yoga seien wegen der Betonung des Leidens zutiefst pessimistisch. Dieser Vorwurf ist natürlich unberechtigt und zeugt von mangelnder Einsicht. Denn es heißt ja: Es ist möglich, das Leiden zu überwinden; es gibt einen Weg zur Aufhebung des Leidens.

Klarer kann man es nicht sagen, und es bedarf schlicht einer Portion guten Willens, um erstens zu dieser Einsicht zu kommen und um sich zweitens auf den Weg zu machen.

Ein Auszug aus den »Heilwirkungen des Yoga« :
Als einziges Lebewesen ist der Mensch fähig seine Wünsche zu bestimmen, seine Gedanken zu formen, sein Ziel zu definieren – sein Schicksal zu ändern. Nötig ist dazu nur eines: der gute Wille. Alles andere folgt von selbst.
»Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind (et pax … hominibus bonae voluntatis)«, so klingt in der lateinischen Bibel die Verkündigung der Engel zu Jesu Geburt; der Autor hält dies für die wahre Lesart. Die Herabkunft Gottes bringt gewiß nicht der Menschheit den Frieden (man lese im Evangelium, wie es weiterging), sondern nur jenen wenigen, die an diesen »Sohn Gottes« (wie immer man dies verstehen will), an seine Botschaft glauben: die Menschen guten Willens, »die sich Bemühenden«, wie es in der Bhagavadgita heißt. Jemand mag sich für noch so schwach halten, für einen noch so großen Sünder – der Beginn jeder Besserung ist ausnahmslos der gute Wille zur Umkehr. Bereits die Worte: »Herr, gib mir die Kraft, gut zu sein« setzen den guten Willen voraus, diese Bitte auszusprechen. [©HelmuthMaldoner]

Teil 3 wird vom geistigen Pfad handeln, und Teil 4 von der Notwendigkeit eines geistigen Führers (eines Gurus), um diesen Weg sicher und geradeaus bis zum Ziel gehen zu können.

Sarvamangalam !

Den Teil 3 findest du hier .

Den Teil 1 findest du hier .

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Letzte Änderung: von Ramananda.

Aw: Der Geistige Pfad 25 Apr 2012 06:32 #5015

Sarvam Dukham (Alles ist Leid) - das ist die Grundlage zu vielen Lehren, die da sagen: nur außerhalb der Welt liegt das wahre, dauerhafte Glück. Wozu aber ist die Welt, das Leben dann da? Und weshalb haben wir alle fest in uns eingepflanzt die Fähigkeit zur puren Freude eben über unser Da-Sein?
"Das Wunder ist nicht, über das Wasser zu gehen, das Wunder ist, auf dieser grünen Erde zu gehen" sagt der verehrte Meister Thich Nhat Han.
Und wenn ich ein Kind sehe, das auf dem Weg nach Irgendwo trällernd stillvergnügt vor sich hin hüpft, kann ich nicht erkennen, das Alles Dasein Leid ist - im Gegenteil. Vielleicht ist es ja unsere Aufgabe, mit dem, was uns gegeben ist, endlich adäquat umzugehen, und die Freude zu vermehren? Hier und Jetzt.
"Wer Gott sucht, der findet Freude" sagte Augustinus (den ich nur teilweise schätze, weil er wohl auch ein ziemlicher Frauenfeind war...).
Niemand weiß, wie Gott wirklich ist, aber diese Freude, unabhängig von allem, was ich weiß, was ich bin,was ich kann oder habe, die schiere Freude über Aham-Sah - ich bin DA(s) - das könnte es sein. Auch und gerade in dieser Welt, denn sie ist wunderbar.
Herzliche Grüße!
Tulsi

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Aw: Der Geistige Pfad 25 Apr 2012 10:05 #5017

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Liebe Tulsi,

einige Anmerkungen zu Deinen Sätzen:

Alles ist Leid – das ist die Grundlage vieler Lehren …
Ja, und das müßte zu denken geben; besonders deshalb, weil es sich um die höchsten Lehren, um die Worte der größten Erleuchteten handelt. Ich weiß nicht wie Du das siehst, aber wenn ich wählen müßte zwischen Thich Nhat Han und dem Buddha selbst, zwischen Augustinus und Yajnavalkya, zwischen »Meister« XY und Shri Patanjali, dann zögere ich keine Millisekunde hier Stellung zu beziehen.

die da sagen: nur außerhalb der Welt liegt das wahre, dauerhafte Glück.
Es handelt sich um ein klassisches Mißverständnis, oder um eine mehr christliche Sicht der Dinge. Die Erleuchteten Indiens sprachen nie von »einer anderen« Welt, in der man dann glücklich ist. Sie machten klar, was Swami Narayanananda mit einem markanten Satz formulierte: »The universe is only a projection of your mind. As you think that you become.« Und in der Maitri-Upanishad lesen wir die unsterblichen Worte: »Der eigene Geist, wahrlich, ist der Samsara; ihn zu reinigen soll man sich bemühen. So wie man denkt, so wird man, das ist das ewige Geheimnis! So lange muß der Geist im Inneren stillgelegt werden, bis er zum Untergang gegangen ist; das ist die Erkenntnis, das ist die Freiheit ! Alles andere sind nur unnütze Worte.«

Wozu aber ist die Welt, das Leben dann da?
Die Welt ist nach den Aussagen der Erleuchteten nichts weiter als das Ergebnis von Nichtwissen und Verblendung. Alles andere sind die vorhin erwähnten menschlichen Projektionen. Auf die Frage eines Schülers »Has the world any meaning?« antwortete Swami Narayanananda: »Which meaning do you want?« Und dann war Schweigen. Mit den Worten der Bibel könnte man dazu sagen: Wer es fassen kann, der fasse es.

Und weshalb haben wir alle fest in uns eingepflanzt die Fähigkeit zur puren Freude eben über unser Da-Sein?
Weil in unserem Innersten das Wissen über unseren Ursprung, über das Eins-Sein mit dem alldurchdringenden Bewußtsein immer da ist. Man vergleicht dies mit folgendem Bild: Ein Kind hat sich von zuhause entfernt und ist in den Wald gelaufen. Begeistert von all den schönen Dingen die es sieht dringt es immer tiefer in den Wald ein. Am Ende, es wird langsam dunkel und das Kind ist hungrig, will es nach Hause zurück. Es weiß aber nicht mehr wohin, es hat sich verlaufen. Und so schreit es nach der Mutter, weint bitterlich und gerät in Panik. Es weiß ja: Ich HABE ein Zuhause, in dem ich glücklich bin. Aber es weiß nicht mehr, wo dieses Zuhause ist …

Niemand weiß, wie Gott wirklich ist …
Kleiner Widerspruch. Da Gott »das Subjekt aller Subjekte« ist, kann Er nicht objektiviert, nicht äußerlich »erkannt« werden. Auf der anderen Seite, sagt Swami Narayanananda, ist uns Gott mehr als bekannt: »God is your innermost being. Your very Consciousness is called God.« Wobei es zur Vermeidung von Mißverständnissen zu unterscheiden gilt: Der unreine Geist (das Ego) ist NICHT dieses Bewußtsein, wie wir unter anderem aus der Bhagavad-Gita erfahren: »Man erhebe sich durch seinen Geist; nicht erniedrige man sich selbst ! Für den, der sich selbst durch den Geist besiegt hat, ist der Geist ein Freund. Wer aber den Geist nicht beherrscht, dessen Geist handelt in Feindschaft wie ein Feind. Wer den Geist besiegt hat und zur Ruhe gekommen ist, der ist ganz gesammelt im höchsten Atman, daher hat er Frieden in Kälte und Hitze, in Freude und Leid, in Ehre und Schande.« Die indischen Erleuchteten unerscheiden also konsequent den Geist (Ego, Intellekt, Emotionen, Wille) vom Atman, vom wahren Selbst. Dieses Selbst gilt es zu finden, so wie das vorhin erwähnte Kind sein Zuhause wiederfinden muß. Und solange die Lebewesen dieses Selbst nicht wiedergefunden haben, so lange leiden sie.

aber diese Freude … das könnte es sein. Auch und gerade in dieser Welt, denn sie ist wunderbar.
Ja, so könnte man die Welt sehen. Ich sehe sie allerdings mit den Worten des Buddha, des Patanjali, des Shankaracharya … und mit den Worten der Bhagavad-Gita, wo Shri Krishna zu Arjuna sagt:
»Nimm deine Zuflucht zu mir, nachdem du
in diese vergängliche, unglückliche Welt
gekommen bist !«

Die Welt ist wunderbar.
Vielleicht sollte man einfach, wie in vielen Schriften empfohlen wird, genauer hinschauen? Ein geistiger Riese wie Shri Patanjali hat dies getan:
duhkham eva sarvam vivekinah
(Yoga-Sutra II, 15)
»Für den Unterscheidenden
ist alles nur Leid.«

:he:

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Letzte Änderung: von Ramananda.

Aw: Der Geistige Pfad 25 Apr 2012 13:21 #5019

Ramananda schreibt in Yoga und Karma:

Ich habe in sogenannten Studiengruppen öfters den Einwand hören müssen: »Leid« – das muß man erst einmal definieren. Meine Antwort an die betreffende Person war dann jedesmal dieselbe: »Bist Du schon so weit von der Wirklichkeit weg, daß Du nicht mehr weißt, was Leiden bedeutet? Es geht hier nicht um Philosophie, sondern um die GRUNDERFAHRUNG aller Lebewesen. Jedes Kleinkind weiß, was Leid ist. Was gibt es da zu definieren?«

Die alten Meister, die wahren Erleuchteten, haben es in unübertroffener EINFACHHEIT erklärt. Zum Beispiel der Buddha:

»Leben ist Leid. Geburt ist Leid; Krankheit ist Leid; Altern ist Leid; Tod ist Leid. Mit Unliebem vereint zu sein ist Leid. Von Liebem getrennt zu sein ist Leid.«


Alles ist Leid – das ist die Grundlage vieler Lehren …

Hi zusammen,

Eine Grundlage, die ich noch nicht verstanden habe.

Beim Lesen kam als erstes bei mir die Frage - wie ist Leid definiert.

Ich höre gerade ein Hörbuch, in dem u.a. von schwerkranken Menschen erzählt wird, Menschen die ihre Krankheit annehmen können und die durch ihr Sein andere gesunde Menschen inspirieren. Dann wird Leid doch subjektiv erfahren. Nehmen wir mal den Tod. Wieso ist der Tod, das Sterben zwangsläufig Leid? Klar, manchmal leiden wir an einer Krankheit, daran das wir alt werden ....... . Aber nicht alle Menschen empfinden gleich.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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Aw: Der Geistige Pfad 25 Apr 2012 13:28 #5020

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wintersun schrieb:

Beim Lesen kam als erstes bei mir die Frage - wie ist Leid definiert.

Lieber Klaus,

ich bemühe mich ja, so eine Aussage zu verstehen. Aber ich verstehe sie einfach nicht.

:he:

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Aw: Der Geistige Pfad 25 Apr 2012 13:51 #5021

Lieber Ramananda,

im Wiki ist es so definiert:

Leid ist eine Grunderfahrung und bezeichnet als Sammelbegriff all dasjenige, was einen Menschen körperlich und seelisch belastet. Unter anderem werden die Nichterfüllung von Bedürfnissen, Hoffnungen und Erwartungen, der Verlust von nahestehenden Individuen, die Trennung von sozialen Gruppen, äußere Zwänge und Begrenztheiten, Alter, Krankheit, Tod und Schmerzen als Leid empfunden.[1] Leid ist immer subjektiv. Was tatsächlich als Leid empfunden wird, hängt vom Individuum ab, also von eigenen Erfahrungen und Einstellungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Leid

Und wenn ich dann lese "Alles ist Leid" verstehe ich nicht. Das macht für mich keinen Sinn. Es sei den, Leid ist anders definiert und beruht nicht auf den Einstellungen und Erfahrungen des Individuums.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Liebe Grüße

Klaus
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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Letzte Änderung: von wintersun.

Aw: Der Geistige Pfad 25 Apr 2012 14:01 #5022

Sorry, wenn es wie ein Widerspruch erscheint... ich sehe es so: ich lebe in dieser Welt der ständigen Wandlung, in diesem vergänglichen Körper, ich stehe mit beiden Beinen mitten im Leben, aber ich kann es nicht glauben, dass das wahre Glück nur außerhalb dieser Welt zu finden ist.
Ganz klar: wenn ich mich anklammere, wenn ich versuche, festzuhalten, wenn ich nicht mit Werden und Vergehen einverstanden bin - dann ensteht Leid. Aber das muss nicht sein. Ist denn das Göttliche nicht allgegenwärtig? Also auch IN dieser Welt?
Ich weiß, die orthodoxen Schulen gehen den Weg der Entsagung, weil alles nur Schein und Traum, nur Maya ist. Aber mit der tantrischen Epoche fand in meinen Augen eine Weiterentwicklung statt (oder eine Rückbesinnung auf ganz alte, vorarische Anschauungen ...), weg vom Neti-Neti (dies ist es nicht und das auch nicht), hin zum Iti-Iti (Dies ist es und Das auch), da können wir nun trefflich diskutieren über die feinen Unterschiede zwischen Deismus, Theismus und Pantheismus... aber wofür?
So ist zum Beispiel ist der Kashmir Shaivismus eine durchaus der Welt zugewandte, lebensbejahende Philosophie. Vielleicht liegt es daran, dass ich Frau, Mutter, Großmutter bin, auf einem Bauernhof mit vielen Tieren lebe, dass mir so eine Schule mehr liegt, als der Vedanta, von dem manche Spötter sogar sagen. "es ist ein guter Weg zu Sterben".
Mein Weg ist nicht die Abkehr von der Welt, sondern die Verankerung in meiner Mitte, in der das Ewige, Unveränderliche, Göttliche genauso vorhanden ist, wie im Außen und überall.
@Ramananda: kann es sein, dass Du Thich Nhat Han nicht kennst? Ein "Meister XY" ist er nun wirklich nicht, ganz im Gegenteil, sei vorsichtig.
@Klaus: wunderbar, dieses Totenritual - wo ist das?
herzliche Grüße!
Tulsi

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