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THEMA: suche spirituellen austausch

suche spirituellen austausch 01 Sep 2014 17:00 #7293

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einen wunderschönen tag wünsche ich euch allen!

wie unschwer zu erkennen sein dürfte, bin ich hier neu angemeldet, und weiß nicht, ob ich überhaupt am richtigen ort poste, oder ob das hier so üblich ist - darum schreibe ich einfach mal drauf los:

mein name ist nicht arepo, ich bin 24 jahre alt und studiere in chemnitz.
seit einiger zeit mache ich wieder relativ intensiv yoga - dh täglich etwas pranayama, asanas und 1-2 stunden meditation.
yoga betreibe ich seit nunmehr 7 jahren - mal mehr, mal weniger intensiv, aber seit jeher habe ich aus diversen gründen alles alleine gemacht und mir selber "beigebracht"/herausgefunden. ich weiß - das sollte man nicht machen, aber ich war (meistens) sehr vorsichtig und achtsam.

wie gesagt, bis jetzt hat alles mehr oder weniger gut geklappt - allerdings habe ich zunehmend das gefühl, dass ich selbst mit meinen "autodidaktischen" minischritten doch an dem punkt angekommen bin, an dem ich eine führung brauche; einen austausch mit jemandem.
was ich mir darunter (naiv, wie ich vermutlich bin) vorstelle, ist aber weniger der besuch einer yogaschule, sondern eher ein kontakt zu jemandem, der sich (aus welchen gründen aus immer, sei es nächstenliebe, masochismus oder ein akt der selbstlosigkeit) hin und wieder wirklich persönlich mit mir außeinandersetzen und einen stück vom "weg" mit mir gemeinsam gehen möchte. sei es in einer art "meister-schüler-konstellation", oder einfach in form eines "normalen" austausches.

zu guter letzt möchte ich noch ein bisschen über meine motivation verlieren:
ich bin kein religiöser mensch, und auch nicht "esoterisch". eigentlich bin ich sogar ein ziemlicher spektiker - aber auch neugierig. anfangs war es diese neugier, die mich zum yoga und dem, was es "verspricht" motiviert hatte, später habe ich einfach nur festgestellt, dass dabei tatsächlich etwas passiert.
seitdem mache ich yoga eigentlich nicht, wie die meisten menschen zur entspannung, oder für eine gute figur oder der gesundheit willen, sondern einfach aus einer art bedürfnis heraus. wieso ich ein bedürfnis nach meditation und yoga entwickelt habe, oder warum es da ist, kann ich momentan nicht ergründen, aber mein gefühl sagt mir, dass es etwas gutes ist - und der rest wird mir hoffentlich schon früher oder später klarwerden...

danke für das lesen, und ich würde mich wirklich freuen, hier nette menschen kennenzulernen, oder wie dem thema zu entnehmen jemanden, der einen kontakt im sinne meines beitrags wünscht.

viele grüße
S A T O R
A R E P O
T E N E T
O P E R A
R O T A S

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suche spirituellen austausch 02 Sep 2014 09:38 #7294

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Hallo "nicht arepo",
und willkommen im Forum.

Dein Post spricht mir aus der Seele und ich bin im selben Prozess wie du. Ich meditiere und yogiere seit rund 20 Jahren so vor mich hin und war auch schon bei verschiedenen Lehrern und "Meistern". Viele fand ich höchst inspirierend, aber ich habe meinen Lehrer-Schüler-Kontakt nie intensiviert.

Momentan meditiere ich wieder recht intensiv (d.h. für mich jeden Tag, meist aber "nur" 30 Minuten) und in mir kommt verstärkt das Bedürfnis nach einem fähigen Lehrer auf. Zwecks Austausch, Motivation, Bestärkung. Ich habe mir überlegt, dass ich in diesem Fall am ehesten nach einem Buddhisten, konkreter Zen-Buddhistmus-Meister suche. Denn viele Buddhismusformen basieren auf der Anbetung eines Lamas in der Meditation und das ist nicht mein Fall. Ich suche so die reine "Gedankenruhe"-Lehre, da scheint mir ein Zen-Meister am sinnvollsten.

Leider finde ich hier in der Umgebung von Hamburg bisher keinen Zen-Meister im Internet. Hat jemand einen Tipp? Gerne auch einen anderen Meditatitonslehrer, der ohne Guruverehrung auskommt. Danke!

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suche spirituellen austausch 02 Sep 2014 12:08 #7295

Hallo Franko,

ich habe Williges Jäger und einige seiner Schüler kennengelernt und mir hat die Einstellung und die offene Art dieser Lehrer sehr gut gefallen. Sicher gibt es auch Schüler von Williges Jäger, die in Hamburg oder Umgebung, Begleitung oder Unterricht anbieten.

Bei einem ersten Googelen habe ich diese Möglichkeit gefunden:
l http://www.einkehr-in-stille.de/meditationsgruppe_kurse.html

Falls dir der Name Williges Jäger nichts sagt:
http://www.west-oestliche-weisheit.de/willigis-jaeger/biografisches.html

Liebe Grüße
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca
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Letzte Änderung: von wintersun.

suche spirituellen austausch 02 Sep 2014 13:56 #7296

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Danke! Ich habe Kontakt aufgenommen ...

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suche spirituellen austausch 03 Sep 2014 16:06 #7297

Hallo,
wenn es um Meditation und Achtsamkeit geht, kann ich euch auch Thich Nhat Hanh empfehlen: http://plumvillage.org/
und noch eine deutsche Seite:
http://www.intersein.de/
Was mir an ihm gefällt ist die Alltagstauglichkeit seiner Lehren, eine hohe, aber nicht abgehobene Spiritualität.
Wenn dich Guruverehrung stört, käme vielleicht auch die buddhistische Theravada-Tradition in Frage. Hier werden in der Regel Samatha und Vipassana als Meditationformen angewandt, weit verbreitet ist die Achtsamkeit auf den Atem.

Vielleicht möchtest du, Arepo, aber lieber in der eigentlichen Yogapraxis bleiben, ich kenne ja deine Meditationsmethode nicht. Ich glaube deinem Beitrag entnehmen zu können, daß die Meditation für dich wichtig ist. Gerade die Atemachtsamkeit halte ich aber für sehr gut mit Yoga vereinbar.
Obwohl ich seit langer Zeit überwiegend alleine praktiziere, habe ich selbst erfahren dürfen, wie förderlich die Verbindung mit einem guten Lehrer ist, aber auch das Leben in einer guten Gemeinschaft, wenn auch zeitlich befristet. Das soziale Umfeld, die Menschen, mit denen man Umgang hat, können uns sehr unterstützen oder behindern. Ich würde daher den direkten Austausch mit Menschen in deiner Nähe, die dir helfen könnten, nicht ausschließen.

Besteht dein Problem (nur) darin, daß dir die Fortschritte zu langsam kommen oder bist du dir unsicher über deine Meditationsmethode oder über ihre Ausführung?
Meditation ist meiner Meinung nach schwer zu lernen und zu lehren, einige sagen, man kann sie eigentlich gar nicht lernen/lehren. Was man aber erlernen kann sind Vorübungen, die den Zugang zur Meditation erleichtern, konkret z.B. solche, die Satyananda beschreibt:
body awareness
kaya sthairyam
chidakasha dharana
ajapa japa
antar mouna
Hinzu kämen rein körperliche Übungen. Sicherlich muß man zur Meditation eine Menge Vorarbeit leisten, es kommt auch darauf an, was man unter Meditation versteht und von ihr erwartet. Ich wage zu behaupten, daß nicht viele Menschen den Zustand erreichen können, den Patanjali Dhyana nennt.

Om shanti
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suche spirituellen austausch 04 Sep 2014 18:46 #7301

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ein direkter austausch mit leuten ist gerade das, was ich zum teil auf diesem weg auch anstrebe. leider kann ich ja schwer wildfremde leute auf der straße fragen...

womit ich genau meine schwierigkeiten habe, weiß ich nicht.
einerseits erlebe ich gerade während der meditation einige vorgänge in meinem körper, die ich nicht wirklich zuordnen kann, und andererseits denke ich, dass ich einfach viel zu wenig über das "wirkliche" yoga weiß - wie alles zusammenhängt, usw.

wenn du mich so fragst, ob ich bei der yogapraxis bleiben möchte glaube ich, dass es kein entweder oder ist. ich würde einerseits wirklich gerne die yogapraxis verstehen und "anwenden" lernen, andererseits schließt das für mich eine meditation, wie sie zb im zen praktiziert wird nicht aus.
es ist eigentlich sogar eher so, dass ich vor und nach den asanas eine art zen-meditation betreibe. davor auch gerne etwas kerzenstarren, und pranayama.

aber ich komme mir dabei oft so orientierungslos vor. ich habe eine menge herausgefunden und noch viel mehr zusammengelesen und kann es gewissermaßen anwenden.
auf der anderen seite, um zwei beispiele zu geben, stehen dann aber sehr einfache, "weltliche" dinge, wie dass ich leider immer noch rauche (und damit derzeit nicht aufhören kann, egal, was ich versuche), oder dass mir das lernen an der uni schwerfällt, obwohl mich die themenbereiche meines studiums ausnahmslos alle interessieren.

natürlich kann ich diesen dingen mit einem gewissen stoizismus begegnen, und sie einfach als gegeben hinnehmen - und natürlich betreibe ich meine spirituellen bemühungen nicht, um meine probleme zu lösen, sondern einfach aus einem inneren antrieb heraus.
nichtsdestotrotz denke ich aber, dass dies alles "symptome" für ein "syndrom" sind, das ich nicht ergründen kann, weil ich mich einfach nicht mal ansatzweise so viel einsicht in mich und die welt besitze, wie ich es gerne hätte. und es kommt mir so vor, als gäbe es einfach dinge, deren natur so beschaffen ist, dass ich dabei nicht in der lage bin, über meinen eigenen tellerrand zu blicken.
und wie bereits erwähnt, wäre in solchen angelegenheiten ein unmittelbarer, persönlicher austausch sicher fruchtbarer, sei es ein lehrer, oder ein gleichgesinnter suchender.

lg
S A T O R
A R E P O
T E N E T
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suche spirituellen austausch 05 Sep 2014 12:55 #7302

Hallo,

ich finde alle Beiträge hierzu gut, es ist vieles beschrieben, was ich befürworten kann.

Das erste ist es, seinem inneren Führer zu finden und zu vertrauen.

Das ist mein Guru und keine andere Person, Gott oder Bild Wenn ich dieses nicht lebe, werde ich krank, um nicht zu sagen wird jeder krank.

Es ist nicht das Ego, sondern eher der Austausch mit anderen, ich weiß nicht, ob das jemand versteht, aber durch den gemeinsamen Austausch fühlt man eine Zugehörigkeit, die dann soweit gehen kann, das das Gefühl des mit allem verbunden sein, entsteht.

Um mich mit anderen austauschen zu können, musste ich allerdings so einige Vorurteile aufgeben.

Ich besuche auch die Hare Krishna Gemeinschaft, sowie Zen, Buddhismus, World Spirituelle Uni – Ratja Yoga, Sufies und alles, was ich kostenlos erreichen konnte. Da war mir dann TM einfach schon zu teuer. Auch Esoterik ist mir nichts fremd.

Mir ist dieser Austausch nicht nur wichtig, sondern eher mein Lebensinhalt.

Gruß Jochen

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suche spirituellen austausch 05 Sep 2014 13:52 #7303

Es gibt viele verschiedene Ansichten und Ausrichtungen von Yoga, daß man als Orientierungsuchender leicht verwirrt werden kann. Zwischen der Suche nach einem wirklichen, authentischen Yoga und nach einer Praxis, die für einen geeignet ist, können Spannungen entstehen. Ich weiß nicht, ob man überhaupt von einem wirklichen Yoga sprechen kann. Die alten philosophischen Quellen, aus denen Yoga gespeist wird, wie z.B. dualistischer Samkhya und monistischer Vedanta-Advaita, sind schon gegensätzlich genug und haben im Laufe ihrer Geschichte einige Abwandlungen erfahren. Aber ich glaube nicht, daß du nach so etwas suchst oder daß es dir momentan hilft.

Ich weiß auch nicht, ob ich dir wirklich helfen kann. Ich bin kein Meister, und kann nichts über Samadhi-Moksha-Nirvana sagen, diese Dinge stehen auch nicht im Zentrum meines Interesses. Ich bin nicht jemand, der Antworten auf alle Fragen und Lösungen für alle Probleme hat. Ich habe vor über 30 Jahren mit buddhistischer Meditation angefangen, kurz danach mit Yoga. Die Vereinbarung beider Richtungen fand ich anfangs problematisch, inzwischen nicht mehr. Ich habe eine Yogalehrerausbildung gemacht, unterrichte aber fast nicht, da ich schon einen schönen Beruf habe, und mit Yoga kein Geld verdienen möchte. Im Rahmen meiner begrenzten Möglichkeiten kann ich dir vielleicht ein paar Tips und Ideen geben, die dir weiterhelfen. Mit begrenzt meine ich meine eigene Unwissenheit und den Umstand, daß ein schriftlicher Austausch in einem Forum seine Grenzen hat. Gerade über das Thema Meditation können sich schriftlich geführte Diskussionen recht mühsam gestalten. Dir eine konkrete Praxis vorzuschlagen, eine Sadhana, würde ich für verantwortungslos halten, da ich dich nicht gut genug kenne, und dich nicht direkt vor mir sehe. Ich vermute aber, daß genau das, eine konkrete Praxisanweisung, dir fehlt.

Nach 7 Jahren bist du ja schon länger dabei, und ich kann verstehen, daß du in dieser Zeit eine Menge erfahren und gelesen hast, was vielleicht unsortiert ist und zusammenhanglos erscheint. Vieles von dem, was du schreibst, hört sich aber sehr vernünftig an. Ein bißchen Verwirrtheit über eine Sache, eine Theorie, finde ich nicht so schlimm, mit der müssen wir uns wohl noch länger abfinden. Etwas anderes ist die Klarheit über unseren eigenen Weg, bzw. die nächsten Schritte.
Du kannst es mal umgekehrt versuchen: anstatt den wirklichen Yoga finden zu wollen, nutze auf dem Weg der Entwicklung jedes beliebige Mittel, das sich als für dich geeignet erweist. Anstatt von einem hohen, aber theoretischen Yogaideal auszugehen, gehe von der realen, nicht-idealen Position aus, wo du gerade stehst. Erkenntnisse aus deiner bisherigen Übung dürften dir ja vorliegen (keine Ahnung, ob das verständlich ist...).

Meditation halte ich für eine essentielle, aber recht fortgeschrittene Komponente des Yoga. Viele vorausgehende Übungen haben die Reinigung zum Ziel, um die Meditation vorzubereiten. Eine weitere "Vorstufe" der Meditation ist Pratyahara, womit viele Leute nichts anfangen können und es deswegen einfach ignorieren. Die Vorübungen, die ich in meinem ersten Post aufgezählt habe, gelten als Pratyahara-Praktiken, und Yoga-Nidra ebenso.

Meditation kann zum Mittel werden, sich von der Welt abzutrennen, sei es gewollt oder ungewollt, insbesondere dann, wenn es ein unreifer Mensch versucht. Im Kontakt mit der Welt, im Austausch mit Menschen, liegt so viel Glück verborgen (und auch offenbar), das diejenigen oft übersehen, die voreilig nach Samadhi und Moksha streben.

Eine intensive Erfahrung für dich wäre sicherlich der Besuch eines Ashrams, falls das für dich infrage käme und realisierbar wäre. Leider kenne ich in Deutschland keinen empfehlenswerten Ashram. Ich nehme immer wieder die klimatischen Strapazen inkauf und fahre nach Indien. Gerade vor 3 Tagen bin ich erst zurückgekehrt. Dort konnte ich den Yoga in einer ganz anderen, umfassenderen Dimension erleben als hier (will aber den Unterricht in Deutschland nicht schlechtreden). Es ist die Art, wie man selbst lebt, und die Gemeinschaft. Und wenn man zurückkommt, geht es eben nicht genauso weiter wie zuvor. Die vielen Ashrams, die es dort gibt, sind natürlich sehr unterschiedlich. Oft ist das Leben darin für Westler ungewohnt hart. Oder es wird als preiswertes Mittel mißbraucht, um abzuhängen, oder es ist wie ein einfaches Hotel. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück.

Zum Rauchen kann ich nicht viel sagen. Akzeptiere es und deine Unvollkommenheit. Es hält dich auf dem Boden der Realität. Hinter dem Wunsch nach Selbstperfektionierung steckt oft nur unser Ego, das nach einer Stärkung sucht. Wie würdest du dich fühlen, wenn du plötzlich nicht mehr rauchen müßtest? Wärst du ein besserer Mensch als jetzt? Ich bin nur ein armer Nichtraucher, der nie dem Rauchen hat entsagen müssen.

Genieße das Leben, om shanti
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suche spirituellen austausch 05 Sep 2014 17:00 #7304

@Jochen
Viele verschiedene Wege kennenzulernen finde ich gut. Wir haben das Glück, in einer offenen Gesellschaft zu leben, in der eine große Vielfalt an Wegen, Methoden, Lehren usw. verfügbar und erlaubt sind. Früher (in anderen Ländern heute noch) wurde man in eine Glaubensform hineingeboren und mußte damit zurechtkommen, man hatte keine Wahl.
Etwas anderes ist es aber meiner Meinung nach, einen Weg einzuschlagen und zu gehen. Das Springen von einem zum anderen bringt einen nicht voran; nicht 50 Löcher graben, die nur 2 Fuß tief sind. Ich bilde mir wirklich nicht ein, die Weisheit gefunden zu haben, bin mir aber meines Weges, der eingeschlagenen Richtung, sicher. Ohne diese Überzeugung wäre ja alles Handeln unecht oder zweifelhaft. Das bedeutet nicht, daß ich auf ewig nichts ändern werde - das habe ich schon oft genug gemacht - und auch nicht, daß ich von nichts anderem etwas wissen will. Neue kreative Anregungen kann man von allen Seiten erhalten. Die spirituelle Reise ist halt eine sehr persönliche Angelegenheit, es läßt sich kaum etwas verallgemeinern. Für manche Leute ist es vielleicht genau das Richtige, 50 Löcher zu graben.

Seinen inneren Führer finden und ihm vertrauen, das kann ich auch befürworten. Wenn man zusätzlich noch einen "äußeren" Meister oder Guru haben kann, halte ich das für ein großes Glück. Der innere Führer muß aber zuerst gefunden sein. Die Schriften und Biographien erwähnen immer wieder die Wichtigkeit eines Guru. Dennoch braucht nicht jeder unbedingt einen Guru, es kommt auch auf das Stadium an, in dem man sich gerade befindet. "Life will give you whatever experience is most helpful for the evolution of your consciousness" (Eckart Tolle: A New Earth, eines der inspirierendsten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe).

Om shanti

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suche spirituellen austausch 06 Sep 2014 06:54 #7306

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hallo yudhamanyu,

erst einmal ein ganz großes dankeschön dafür, dass du dich hier meiner annimmst.

für konkrete praxisanweisungen, die du geben kannst, bin ich gerne offen - momentan kann ich nicht viel mehr machen, als vorsichtig und behutsam "neues" auszuprobieren...

was pratyahara und yoga-nidra angeht, scheine ich diese dinge mehr oder weniger implizit schon "herausgefinden" zu haben. pratyahara betreibe ich oft, bevor ich in den zustand der meditation gelange - nehme ich meine wahrnehmung bewusst wahr, hilft es mir, sie einfach zu erleben und mich nicht in ihr zu verlieren, wenn du verstehst, was ich meine. und darauf folgt dann entweder die abwesenheit aller gedanken, oder die konzentration auf einen gedanken.
viele sagen, nichts zu denken sei auch nur ein gedanke, aber dessen bin ich mir nicht ganz sicher. es ist eher so, dass in diesem moment einfach kein gedanke vorhanden ist, den ich denken würde, und mein bewusstsein ist einfach nur bewusst.
andererseits betreibe ich pratyahara auch im alltag sehr gerne. irgendwann ist mir aufgefallen, dass wir die meiste zeit unseres lebens sehr passiv wahrnehmen, was zb beim autofahren oder klavierspielen auch sehr nützlich sein kann, aber andererseits will ich auch einfach klarheit über das, was ich so mache.

yoga-nidra hatte ich anfangs wortwörtlich genommen. ich habe versucht, meinen geist wachzuhalten, während ich einschlafe. teilweise hat das geklappt, aber ich war nicht darauf vorbereitet, dass ich urplötzlich alle meine körperliche wahrnehmung verliere - das resultat waren kleine bis große panikattacken. seitdem "arbeite" ich daran - das heißt, ich lasse die angelegenheit etwas ruhen und warte ab, was passiert, und ob/wann es sich wieder richtig anfühlt, einen versuch zu starten.
was ich allerdings seit jeher in meiner asana-praxis habe ist das savasana mit einer tiefenentspannung. ich habe mal gelesen, dass man beim savasana die "entspannung" von den füßen her nach oben fließen lässt, und sich dabei auf jedes körperteil, das gerade "dran ist", bewusst konzentriert. dadurch gelange ich tatsächlich in einen zustand bewusster unbewusstheit, ich habe aber nie versucht, gegensätzliche gefühle oder bilder hervorzurufen. meistens geschieht es von alleine, dass mir gefühle oder bilder in den sinn kommen, kurz präsent sind, und wieder abtauchen. anschließend kehrt ruhe ein, und es fühlt sich an, als würde mich irgendwas in mir aus diesem zustand wieder "rauswerfen", wenn die richtige zeit gekommen ist.
über gegensätze, bzw gegensätzlichkeit an sich habe ich aber einfach so sehr viel nachgedacht, und ich muss gestehen, es fällt mir sehr schwer, überhaupt gegensätze zu finden und wenn, dann ist mir bewusst, dass es sich um keinen wahren gegensatz handelt, sondern um einen "konstruierten" in einer von mir willkürlich aufgestellten kategorie.
gerade bei gefühlen kann ich keine gegensätze erleben, nur widersprüchliches.

wie du dir jetzt vielleicht denken kannst, ist das alles ein bisschen verstrickt für mich. wenn ich anleitungen für praktiken lese, die ich teilweise einfach so spontan herausgefunden habe, ist es einerseits irgendwie verstörend, weil sich so vieles deckt, andererseits wirft es sehr viele fragen auf, zb ob ich etwas "falsches" geübt hatte, oder ob meine übungspraxis eigentlich implizit das ist, was man durch diese expliziten anweisungen erreichen möchte. oder, ob ich diese übungen überhaupt ausführen sollte, bei meinem "jetztigen" stand.

gerade habe ich auch auf wikipedia gelesen, dass pratyahara die stufe ist, die auf das pranayama folgt. nunja, pranayama ist wieder so eine angelegenheit, mit der ich einige schwierigkeiten habe - das würde ich aber gerne entweder über private nachrichten, oder anderenfalls gar nicht besprechen.

was das rauchen angeht: wie würde ich mich fühlen, wenn ich nicht mehr rauchen müsste? befreit. ob ich die vorstellung habe, dass es mich zu einem besseren menschen machen würde, kann ich schwer klar beantworten. klar, es gibt sicher viele menschen, die nichtraucher "besser" finden, und raucher stört ein nichtraucher nicht. hätte ich das gefühl, etwas besonders schweres gemeistert zu haben? definitiv. und es würde natürlich auch mein ego pushen. es würde mich auch in physiologischer sicht "besser" machen, und ich würde mich "besser" fühlen. allerdings denke ich, dass ich im wesentlichen kern so oder so einfach nur ich bin, und irgendwie tut es nichts zur sache, ob ich bestätigung erfahre, oder mich körperlich wohler fühle. ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte kein ego, oder würde nicht nur allzu oft dem drang nachzugeben, es zu nähren. aber es ist nichts, was ich unreflektiert betreiben würde, oder gar implizit zu meinem lebensinhalt erklärt hätte. das ist wohl viel eher einfach ein teil von mir, den ich akzeptieren muss, und an dem ich arbeite(n will).
andererseits ist da wie gesagt dieses bedürfnis danach, mich von diesem übel einfach zu befreien, und das ist nicht ego-motiviert, sondern einfach ein bedürfnis. und es käme mir doch recht sinnlos vor, dieses bedürfnis zu "leugnen", nur, weil es als nebeneffekt auch mein ego nähren könnte. nichtsdestotrotz finde ich dennoch keinen wirklichen ausweg daraus.

lg,
S A T O R
A R E P O
T E N E T
O P E R A
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suche spirituellen austausch 06 Sep 2014 19:16 #7309

Die von dir geschilderte Yoganidra-Version war mir bis jetzt unbekannt. Ich kenne und praktiziere die nach Satyananda. Sie ist eigentlich nur mit Lehrer oder CD ausführbar, da über die ganze Zeit (30-45 Minuten) Anweisungen gegeben werden. Es gibt ein Buch darüber von Satyananda, das auf Deutsch recht teuer ist; ich habe das Buch auf Englisch, aber verliehen. Satyananda beschreibt darin mehrere Stufen von Yoga-Nidra. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, daß man während der ganzen Übung nicht einschlafen soll; ein weiterer der Sankalp (resolve), den man am Anfang und Ende verinnerlicht. Es gibt 4 CDs auf Deutsch im Ananda-Verlag, die gut gemacht sind, 3 CDs auf Englisch direkt vom Satyananda-Ashram. Ich habe eine kleine Einführung von ein paar Seiten, die sich elektronisch versenden ließe, wenn du interessiert bist. Es ist schon sinnvoll, mit Yoga-Nidra I zu beginnen und einige Wochen dabei zu bleiben. Wenn dir ein Text mit den Anweisungen vorliegen sollte, kannst du ihn auch selbst aufnehmen und dir vorspielen.

Du kannst mir zu Pranayama (und anderem bei Bedarf) gerne PN senden.

Bei Shavasana bzw. der Entspannung gibt es (auch wieder) die verschiedensten Methoden. In Indien habe ich mehrfach erlebt, wie der Lehrer sagte: "lie down in shavasana, relax body and mind" und dann die nächsten 15 Minuten schwieg. Das ist wohl die Minimalfassung. Viele Schulen verwenden mehrere Elemente: progressive Muskelentspannung, Autosuggestion (von den Füßen bis zum Kopf), Phantasiereise, Stille, Affirmation. Andere nehmen Teile von Yoga-Nidra. Was man macht oder machen sollte, ist m.E. geschmacks-, situations- und bedarfsabhängig. Ein Asanafreak, der morgens nach 1-2 Std Asanas sich entspannt, tut dies wohl auf andere Weise als jemand, der um 18.00 müde von der Arbeit heimkehrt und sich davon entspannen möchte.

Was du zum Rauchen schreibst, finde ich ok. Es ging mir nicht darum, aus deinem Abstinenzwunsch ein gesteigertes Ego herauszuinterpretieren, eher um eine Sondierung. Sicherlich ist es richtig, sich von einem Laster befreien zu wollen. Wenn wir uns damit auseinandersetzen, entstehen aber leicht Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen, die das Unheil nur vergrößern. Wenn es bei dir nicht so ist - gut! Wenn ja, könnte ich mir vorstellen, daß es hilfreich wäre, sich erstmal von dem schlechten Gefühl zu befreien, also das Rauchen bewußt zu genießen, falls das überhaupt möglich ist. Vielleicht ist aber die medizinisch-körperliche Seite der Sucht so stark ausgeprägt (es befinden sich ja gewisse Wirkstoffe in deinem Körper), daß mit mentalen Mitteln, mit awareness, nur wenig auszurichten ist. Ich habe früher Alkohol getrunken, wie das in Deutschland so üblich ist (leider). Ich war aber nicht abhängig, und hatte gar nicht den Vorsatz gefaßt, keinen Alkohol mehr zu trinken, das hat sich allmählich eher von alleine so ergeben. Ähnlich war es mit dem Fleischessen. Solche Laster, je nach Auffassung Rauchen, Alkohol, Fleisch, Süßigkeiten u.a., sind für mich eine andere Ebene als die allgemein-menschlichen, tief sitzenden "inneren Feinde" wie sinnliches Verlangen, Zorn, Gier, Verblendung, Stolz, Neid/Eifersucht. Es gibt ja abstinente Vegetarier, die sehr zornig, gierig, stolz werden können.

Ich möchte dich nochmals dazu ermuntern, Yogalehrer oder -übende in deiner Gegend aufzusuchen. In Chemnitz wird es doch genügend Yogaschulen geben, über die du dich im Internet oder telephonisch vorab informieren kannst, um festzustellen, ob sie in etwa deiner "Richtung" entsprechen. Es schadet bestimmt nicht, neue Leute kennenzulernen, mit denen dann ein direkterer Kontakt besteht als über das Internet.

Om shanti
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suche spirituellen austausch 06 Sep 2014 19:48 #7310

Hallo "Arepo",

ich lese mit und mich interessiert, was Dir eine Orientierung in deiner Asana und Pranayama Praxis ist. Gibt es da bestimmte Bücher, die Dir wichtig sind?

Du erwähnst pratyahara als Stufe nach Pranayama. Ich habe das Bild als Spirale ( http://www.human-touch-magazin.de/magazin/201202/109-der-achtglierdrige-weg-des-patanjali ) kennengelernt und mir gefällt das.

Da du sehr intensiv praktizierst, stelle ich mir einen Austausch mit einem guten Lehrer sehr sinnvoll vor. Gerade auch im Zusammenhang mit Pranayama. Du erwähnst das es in Pranayama einige Schwierigkeiten gibt.

Ich selbst schlafe bei Pranayama (und auch in Shavasana) oft ein, das ich da noch keine großen Fortschritte und Erfahrungen gemacht habe. Das ist o.k. für mich. Habe auf Fortbildung schon öfters die Gelegenheit gehabt, Fragen zur Pranayamapraxis zu stellen.

Für die Asanapraxis hole ich mir manchmal meinen Sohn oder meine Frau, das sie meine Ausrichtung im Kopfstand korrigieren.
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca
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suche spirituellen austausch 07 Sep 2014 21:06 #7312

Das klingt Interessant :) Ist eure angebot immer noch aktuell :P

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suche spirituellen austausch 08 Sep 2014 08:48 #7315

Patanjalis Yogasutras sind sehr bekannt. Ich habe einige Ausgaben gelesen, komme aber nur zu dem Ergebnis, daß ich nicht fortgeschritten genug dafür bin. Eine rein intellektuelle Spekulation über den Text halte ich für unangebracht. Einige Sätze verstehe ich, und ich bemühe mich, Yama, Niyama, Asana usw. zu praktizieren, bin dadurch aber kein Raja-Yogi. Die Abfolge Asanas - Pranayama - meditative Übungen hat sich in meiner Praxis bewährt.
Ich würde aber nicht zuviel in die 8 Teile, bzw. je 5 Yamas und Niyamas, hineininterpretieren. Zum einen gibt es weitere Aufzählungen: 7 Übungen in der Gheranda Samhita (Kriyas, Asanas, Mudras, Pratyahara, Pranayama, Dhyana, Samadhi), Sivananda zählt 5 Pfeiler des Yoga auf (Asana, Pranayama, Entspannung, Ernährung, positives Denken/Meditation), in der Hathayoga Pradipika gibt es je 10 Yamas und Niyamas. Zum anderen wird durch Bilder oder Vergleiche wie Stufen/Kreislauf/Spirale eine eigene Idee, ein System, übergestülpt, das nicht in den Sutras enthalten ist. Das Bild einer aufsteigenden Spirale finde ich nicht schlecht (Samadhi paßt für mich allerdings nicht hinein), aber auch nicht nötig. Andere bevorzugen das Bild von Stufen. (Vielleicht können wir uns auf eine Wendeltreppe einigen :-D .)
Warum es nicht einfach bei 8 Teilen, Bestandteilen, Gliedern belassen? Das letzte davon freilich etwas abgehoben. Die übrigen 7 sind meiner Meinung nach parallel zu üben. Das Erleben in der Praxis geht für mich über eine konstruierte Kategorisierung.

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suche spirituellen austausch 08 Sep 2014 10:08 #7316

Hallo Arepo,

gut, wenn du deine Panikattacke schon hinter dir hast, können wir fortsetzen.

Versuche einmal beim Aufwachen deinem Gefühl nach zu spüren. Du wirst merken, du kommst wieder in deinen Traum hinein.

Versuche diesen in ein Muster zu bringen. Angst vor Tieren? Weglaufen, nicht durchkommen oder vieles mehr.

Versuche es mit dem Tageserlebnis zu vergleichen, dann kann das Tier ev. zu einer Person werden, mit der du gesprochen hast.

Du wirst merken, wenn der Traum und das Vergangene sich decken.

Wenn du darin Übung hast, hast du dieser Person etwas sagen wollen, aber dich ev verleugnet, ihr hattet eine Trennung, durch verschiedene Ansichten und so weiter.

Solltest du hierin die verdeckte Botschaft deines Inneren erkennen und sie erfolgreich mit anderen leben können, wirst du eine Freiheit erspüren.

Deine für dich existierende Wahrheit mitteilen kannst, so dass es zum Aha- Erlebnis für den/die anderen kommt.

Das Wichtigste ist es aber, dass mit Anderen leben und teilen zu können, um nicht zu abgehoben zu wirken, also Bodenständig zu sein.

Gruß Jochen
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suche spirituellen austausch 09 Sep 2014 06:36 #7319

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yudhamanyu,
ob und inwiefern das eine art yoga-nidra ist, weiß ich eben nicht. das ist das, was sich bei mir irgendwann einfach entwickelt hatte. in savasana kommen mir irgendwann traumbilder, die ich aber bewusst wahrnehme, obwohl ich in einer art "dämmerzustand" bin. nach diesen traumbildern werde ich wieder bewusster, und dann sinke ich wieder in einen bewusst erlebten traum hinein, usw.
jedenfalls weist es einige parallelen zu dem auf, was ich auf wikipedia gelesen hatte, und mehr weiß ich zu dem thema auch nicht. den text kannst du mir aber gerne schicken - ich würde mich freuen.
was das rauchen angeht... negative gefühle habe ich ab und an. "schuldgefühle", weil ich anderen damit schaden könnte und eigentlich diese tolle "maschine", die mein körper ist damit schädige, und das kommt mir irgendwie respektlos vor. aber ich halte mich deshalb nicht für "schuldig", es sind nur gefühle, die kommen und gehen.
deinen rat, das rauchen bewusst zu genießen habe ich beherzigt. es ist interessant, dass ich es manchmal kann, aber in den meisten fällen nicht. was das bedeuten soll, oder wozu es führen wird, weiß ich noch nicht, aber jedenfalls ist es eine neue einsicht.

was yogalehrer/schulen angeht, ist das problem mehr oder weniger, dass ich weniger mit der "technik" selber schwierigkeiten habe, und ich damit an einer yogaschule, die größtenteils asanas lehrt, allgemein nicht meine "richtung" wiederfinden dürfte...
wie gesagt, ich hatte angenommen, dass es hier im forum vielleicht auch leute aus chemnitz gibt...

wintersun,
prinzipiell betreibe ich yoga sehr unsystematisch, wie mir scheint. ich weiß nicht, was in den sutras steht, oder der hathayoga pradipika. ich hatte mir ursprünglich ein buch zum thema hatha yoga aus einer bibliothek ausgeliehen, es verschlungen und mir alles gemerkt. anschließend das gleiche mit einem pranayama-buch - in beiden wurden nur techniken beschrieben. danach habe ich im internet einfach sehr viel zur "theorie" hinter der ganzen sache gelesen, und das wars. ich wollte mich bewusst nicht an irgendwelche texte halten, die einen recht "starren" weg vorgeben, weil ich das gefühl hatte, eher zu einer "echten" antwort zu kommen, wenn ich mich nicht an den wortlaut irgendeiner schrift halte, sondern die logik dahinter für mich selber erarbeite (praktisch das, was "hinter den gedanken und formen" liegt, nicht über gedanken und formen erfahren wollen).
damals war ich 17, noch mehr oder weniger in der pubertät und etwas übermütig. es hat alles auch mehr oder weniger geklappt, und das, was/wie ich heute betreibe, tut gut und das meiste wirft auch keine fragen auf....
pranayama praktiziere ich zur zeit gar nicht, bis auf die vollatmung, wenn man das denn dazurechnen möchte. allerdings frage ich mich, wie du im sitzen einschlafen kannst :D
was meine asanapraxis angeht, kann ich leider niemanden hinzuholen - für mich ist yoga etwas "intimes", und ich würde mich bei den meisten menschen doch eher unwohl fühlen, wenn sie meine asanas begutachten würden.

aurora,
welches angebot meinst du?

jochen,
die panikattacke hatte ich nicht wegen eines traumes, sondern weil ich in einen zustand gekommen bin, der sich "schlafparalyse" nennt. dabei schläft der sensomotorische teil des gehirns ein, was so viel heißt, dass eben alle körperempfindungen und willkürbewegungen abschalten (das ist der grund, warum wir im schlaf nicht genau das machen, was wir im traum grade tun, sondern einfach nur daliegen). und ein anderer teil des gehirns denkt sich dann, dass es sinn macht, eine panikattacke zu starten, wenn plötzlich keine atmung oder ein herzschlag mehr wahrgenommen wird.
und daran arbeite ich eben. vom entspannungszustand kann man entweder in die schlafphase 1 übergehen, oder in eine rem-phase (die mehr oder weniger schlafphase 1 ist, nur mit einem traum statt bewusst-losigkeit). bleibt man bewusst, dann ist schlafphase 1 aus gegebenen gründen kontraindiziert, eine rem-phase hingegen erlebe ich dann als kurzen, bewussten traum; wie oben beschrieben.

mfg,
S A T O R
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O P E R A
R O T A S

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suche spirituellen austausch 09 Sep 2014 08:38 #7320

allerdings frage ich mich, wie du im sitzen einschlafen kannst :D


Ich übe (meist) Pranayama im Liegen, daher das Einschlafen. :silly:

Die Frage nach den Büchern, war weniger wegen der Theorie, sondern woher Du Dir die Anregungen für die Asana und Pranayama Praxis holst. 
Es macht meiner Meinung nach Sinn, bestimmte Regeln zu beachten, wie ich die Asanas aneinander reihe und einiges das ich bei der Ausführung von Asanas beachte.
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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suche spirituellen austausch 09 Sep 2014 09:55 #7321

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ja, wie man asanas aneinanderreiht, ist schon wieder so eine sache.
eigentlich habe ich dafür mal eine faustregel gehört, andererseits ist sie bei der rishikesh-reihe (derzeit die asanas, die ich praktiziere) überhaupt nicht gegeben...

und... der grund, warum man idr im sitzen meditiert ist der, dass man nicht einschläft - auf pranayama dürfte das gleiche zutreffen :D

lg,
S A T O R
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Letzte Änderung: von Arepo.

suche spirituellen austausch 09 Sep 2014 14:04 #7322

Ich habe lange Zeit die Rishikesh-Reihe praktiziert, da ich in einem Sivananda-Zentrum mit Yoga anfing, sie inzwischen aber recht abgewandelt und ergänzt.
Asanas in einer bestimmten Reihenfolge zu üben halte ich auch für sinnvoll. Sie können sich gegenseitig ergänzen und unterstützen oder eine vorhergehende Haltung ausgleichen. Außerdem muß man sich über den Ablauf nicht mehr viel Gedanken während des Übens machen.
Die Frage, ob man einen bestimmten Stil befolgt und welchen, geht noch einen Schritt weiter und ist m.E. von persönlichen Vorlieben abhängig (z.B. ob man das Rezitieren von Mantras mag, die dynamische oder statische Ausführung von Asanas bevorzugt, eher ein meditativer oder sportlicher Typ ist...).

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suche spirituellen austausch 10 Sep 2014 12:25 #7323

und... der grund, warum man idr im sitzen meditiert ist der, dass man nicht einschläft - auf pranayama dürfte das gleiche zutreffen :D


Ich habe mir eine schöne Notiz beim Schauen einer DVD von Geeta Iyengar gemacht:

Wir lernen die Stille in Pranayama und Savasana kennen, eine Form von dhyana - im Liegen anstatt im Sitzen. Gott kann auch im Liegen erfahren werden. Gott sagt nicht, jetzt sitzt Du, jetzt kannst Du mich erfahren.

Auch das Zitat von Mary Dunn, einer anderen Lehrerin aus der Iyengar Tradition ist für mir eine Orientierung:

Die Schüler sind bereit mit Pranayama zu beginnen, wenn sie sich tief in Savasana entspannen können, mit einem ruhigen und achtsamen Geist.

Ich werde jetzt öfters wieder mal morgens oder vormittags praktizieren. Da fällt es mir wesentlich leichter wach und achtsam in Savasana zu sein.
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

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