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THEMA: Atemübung bei Bluthochdruck

Atemübung bei Bluthochdruck 20 Nov 2011 12:37 #3979

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Hallo liebe mit-Yogis :)

Ich habe kürzlich im Unterricht eine Atemübung gemacht, die ich aus dem Hormonyoga kenne. Man atmet auf 4, hält die Luft an auf 4, atmet aus auf 4 und hält wieder die Luft an.
Auf mich wirkt diese Übung sehr beruhigend.
Nun hat mir eine Teilnehmerin erzählt, sie habe diese Übung gemacht als ihr Herz sehr nervös geklopft hat und hatte im Anschluß beim Blutdruckmessen einen extrem hohen wert 160/110. Sie leidet ohnehin an Bluthochdruck und hat viel Streß ist 61 und ich habe ihr nun empfohlen nicht die Luft anzuhalten, sondern die normale Bauchatmung zu machen.
Was mich allerdings interessieren würde, warum geht der BD so hoch bei einer Übung, die doch beruhigend wirken soll (und bei mir super funktioniert bei nervösem Herz).
Da ich mehrere ältere Teilnehmer habe bin ich jetzt unsicher.
Muß noch dazu sagen, sie hat diese Übung im sitzen gemacht und sicher saß sie auch nicht aufrecht, aber so eine starke Reaktion dürft ja trotzdem nicht sein.
Danke für euren Rat und einen schönen sonntag!
Besma

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Aw: Atemübung bei Bluthochdruck 20 Nov 2011 14:06 #3980

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Besma schrieb:

… und ich habe ihr nun empfohlen nicht die Luft anzuhalten, sondern die normale Bauchatmung zu machen.

Das war der richtige Ratschlag. Das Antara-Kumbhaka darf von Hypertonikern niemals gemacht werden, selbst bei einer so kleinen Zeit wie 4. Das Bahya-Kumbhaka wäre okay, aber erst nach längerer Vorbereitung durch andere Übungen.

Die beste Atemübung gegen Hypertonie ist die Buteyko-Atmung (indisch: Murcha-Pranayama); allerdings nicht gleich die strenge klassische Art (großer Streß für Anfänger, darf nur unter Aufsicht gemacht werden), sondern die yoga-gemäße, sehr sanfte. Siehe dazu:

http://www.yoga-maldoner.de/seite_15.html#nr05

Mit liebem Gruß,

Ram

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Letzte Änderung: von Ramananda. Begründung: Hinzufügung

Aw: Atemübung bei Bluthochdruck 20 Nov 2011 17:33 #3981

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Vielen Dank für die ausführliche und informative Antwort! :)

Da würde ich gerne gleich noch eine Frage anschließen.
Ist es sinnvoll für Anfänger anuloma viloma sowie kapalabhati zu machen?
Ich habe das so in meiner Ausbildung gelernt (erst kapalabhati dann anuloma viloma), aber
persönlich finde ich diese Art Pranayama (jedenfalls Kapalabhati) für Anfänger nicht gut und mache sie in meinen Stunden nicht.
Enthalte ich damit den Teilnehmern etwas vor?
Ich denke, daß K. doch im Grunde zum Erwecken der Kundalini gemacht wird und wie sollte man das in 3-5 Runden erreichen? Da hyperventiliert man doch nur und es wird den Leuten schwindelig (so bemerkt, als ich bei einer "Kollegin" im Unterricht war).
Was ist davon zu halten?
Nochmals vielen Dank! :)
Namaste

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Letzte Änderung: von Besma. Begründung: mehr Fragen

Aw: Atemübung bei Bluthochdruck 20 Nov 2011 18:25 #3982

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Besma schrieb:

… persönlich finde ich diese Art Pranayama (jedenfalls Kapalabhati) für Anfänger nicht gut und mache sie in meinen Stunden nicht. Enthalte ich damit den Teilnehmern etwas vor?

Liebe Besma,

Du hast einen guten Instinkt, denn damit schützt Du sie. Beide, Anuloma (Nadi Shodhana Pranayama) und Kapalabhati sind, wie Du ja selber schreibst, Kundalini-Übungen.

Nun gibt es eine Menge Yogalehrer welche Dir sagen würden: Mach das im Unterricht, das gehört zum klassischen Yoga. Von mir dürfte inzwischen auch in diesem Forum bekannt sein daß ich erwidere: Nein, Kundalini-Übungen soll man nicht öffentlich unterrichten. Wer übernimmt die Verantwortung, falls etwas schiefgeht?

Kapalabhati als pure »Atem«-Übung taugt nichts; es ist eine Hyperventilationstechnik und damit das genaue Gegenteil der absolut beruhigenden, außerordentlich wichtigen Buteyko-Atmung. Über Kapalabhati als Atemübung würde Professor Buteyko, wenn er noch lebte, ein vernichtendes Urteil abgeben.

Anuloma mag man öffentlich unterrichten, aber nur OHNE Anhalten des Atems, als rein fließende, gesundheitlich wertvolle Technik, denn damit wird man ja zwangsläufig so fein und so langsam wie möglich atmen (= die Essenz des Yoga-Atmens).

Aber wie gesagt, ich gehöre mit dieser Anschauung nicht zum mainstream, bin hoffnungslos altmodisch. Andere Yogalehrer werden Dir etwas anderes sagen.

Ich sehe die Sache so: Es gibt 1. das Gesundheitsatmen (das »fließende« Atmen) und es gibt 2. das Kundalini-Atmen (den Pranayama).

Und für mich steht fest:
Der Pranayama darf niemals ohne Führung durch einen wahren Guru praktiziert werden.

Om Shanti –

Ram

PS:
Anuloma Viloma wird nicht von allen Schulen mit Nadi Shodhana gleichgesetzt, man versteht dann darunter etwas anderes.

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Letzte Änderung: von Ramananda. Begründung: Ergänzung

Aw: Atemübung bei Bluthochdruck 20 Nov 2011 19:49 #3983

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Danke Ram. Dann bin ich wohl auch altmodisch was das angeht, obwohl ich mit nur einem Jahr Unterrichtspraxis eher ein Neuling bin :)
Ich denke auch, so lange ich nicht selbst wirklich richtiges Pranayama erlebt habe, sollte ich es nicht weitergeben.
Meine Ausbilderin hat es stundenlang praktiziert und damit ihre Erfahrung gemacht, aber das sind nicht meine Erfahrungen und daher paßt es nicht für mich und wie gesagt halte ich es auch nicht für gut in einer normalen Hatha Yoga Stunde mit Anfängern und leicht Fortgeschrittenen.
Danke nochmal für deine Antwort :)

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Aw: Atemübung bei Bluthochdruck 04 Dez 2011 10:21 #4018

Liebe Besma,

neben meiner Yogalehrtätigkeit bilde ich auch Yogalehrende aus.

Einer meiner Yogateilnehmenden hat mich auf deine Anfrage aufmerksam gemacht.

Hier in meiner Gruppe wird nun diskutiert, wo hast du deine Ausbildung gemacht?

Denn - die Kontraindikationen gehören unbedingt zum Grundwissen einer Yogalehrerin. Viele Menschen, auch jüngere, haben bereits einen erhöhten Blutdruck. Nicht nur bei den Atemübungen auch einige der Asanas müssen verändert und so angepasst werden, dass sie gefahrlos von allen Bluthochdruckmenschen durchgeführt werden können. Ist dir dies bekannt?

Danke Ram, für deine ausführlichen Antworten. Ich erlebe es immer wieder - besonders in meinem Einzeltraining - dass Menschen mit seel. und körperl. Schäden zu mir kommern. Entweder haben sie nach einem Buch geübt, oder haben Yoga bei LehrernInn praktiziert, die der Meinung sind das alte klassische Yoga anzubieten. Diese Yogalehrenden bedenken dabei nicht, wen sie unterweisen. Pranayama Übungen werden auch im klassischen Yoga oft erst nach jahrelanger Übung praktiziert.
Eines der Yoga Prinzipien heißt Ahimsha! Auch dem Körper darf keine Gewalt angetan werden.

Om Shanti
Cornelia

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