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15 Dez 2010 07:45 #2690 von Dage
Ich faende es ja besser, wenn keinerlei Yogakosten von Krankenkassen erbracht werden. Aus folgenden Gruenden:

(1) Unter dem Label Yoga laeuft viel Esoterisches, was - abgesehen von Placeboeffekten - keinerlei nachweisbaren Nutzen fuer die Gesundheit hat. Aehnlich wie Homeopathie. Nur nachweisbar und signifikant Hilfreiches sollte erstattet werden.

(2) Asana-Praxis hat nachweisbaren Nutzen, sowohl praeventiv wie zur Linderung und Heilung bestimmter Beschwerden. Ebenso wie Kiesertraining, Schwimmen, Funktionsgymnastik und vieles andere auch. Stellt sich die Frage, ob der durchschnittliche Yogalehrer ausreichend ausgebildet ist, um Teil der Gesundheitsfuersorge oder sogar Behandlung zu sein. Ich glaube, eher nicht, wenn ich lese, dass sich da Leute in 4-Wochen-Kursen ausbilden lassen und als "Yogalehrer" auftreten (und kassieren). Das ist doch ein Witz.

Viele Gruesse
Dage

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15 Dez 2010 19:02 #2694 von Sukadev
Hallo Dage, ich meine: Krankenkassen sollten wissenschaftlichen Standards und wissenschaftlicher Forschung folgen.
Da hat sich in inzwischen 100 Jahre wissenschaftlicher Forschung gezeigt, dass Yoga hilfreich ist bei diversen Krankheitsbildern und auch bei der Prävention. Siehe die Broschüre "Yoga im Spiegel der Wissenschaft", sowie da Buch "Yoga in der Gesundheitsforschung". An der medizinische Fakultät der Universität Witten-Herdecke wird demnächst (mit Förderung von Yoga Vidya) eine neue Metastudie entstehen, welche den aktuellen Forschungsstand nochmals dokumentiert.

Tatsächlich ist Yoga die am besten in wissenschaftlicher Forschung untersuchte naturheilkundliche Methode. Es gibt sogar für Yoga erheblich bessere Datenlage als für die meisten physiotherapeutischen Verfahren, die von Ärzten verschrieben werden.

Es wäre sicherlich sinnvoll, dass die Yoga Berufsverbände untereinander Qualitätsstandards ausarbeiten, die für eine Yogalehrer Ausbildung sinnvoll wären für Prävention. Und Standards für eine Yogatherapeuten Ausbildung, die sinnvoll wären im Sinne von medizinischer Therapie. Diese Standards sollten dann mit den Krankenkassen abgesprochen werden. Und anschließend müsste empirisch geprüft werden, ob Yogakurse von entsprechend ausgebildete Yogalehrer/innen tatsächlich die gewünschte Wirkung haben.

So wäre eine wissenschaftlich korrekte Vorgehensweise auf der Basis der Schulmedizin. Yogakurse, die sich nicht der schulmedizinischen Evaluation unterziehen wollen, sollte es natürlich weiterhin geben. Denn Yoga ist ja mehr als nur Prävention und Therapie. Dafür können dann auch andere Ausbildungsstandards gelten.

Übrigens gibt es momentan als Standard für die Krankenkassenförderung von Yogakursen:
- 500 Unterrichtseinheiten, 2 Jahres-Ausbildung bei einem anderkannten Berufsverband (BDY, BYV, etc.)
- Staatl. Grundberuf auf dem Gebiet von Gesundheit, Pädagogik, Soziale Berufe etc.

Die Verantwortlichen in den Yogalehrer Verbänden (einschl. Yoga Vidya) haben darüber diskutiert, dass man für Krankenkassenanerkennung die Zahl der Unterrichtseinheiten erhöhen sollte, für die medizinisch relevanten Teile bestimmte Inhalte vorschreiben sollte, evtl. bestimmte Vorgehensweisen bei Prüfungen dafür die sogenannte "Grundqualifikation" wegfallen lassen sollte.

All das kostet Geld (für die Forschung) und viele Gespräche. Dafür wären starke Berufsverbände hilfreich.

Yogalehrer und Meditationslehrer. Gründer und Leiter von Yoga Vidya .

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16 Dez 2010 05:58 #2695 von Dage
Die Anforderung an Krankenkassenfoerderung sind hoeher als ich gedacht habe, das ist beruhigend.

Soso, Yoga Vidya foerdert wissenschaftliche Forschung. Wenn Branchenverbaende oder Markteilnehmer Forschung foerdern, kommt jedoch in der Regel alles andere raus als wissenschaftliche, sprich von Interessen unabhaenige Forschung. Siehe Pharmaindustrie. Oder jede andere Branche.

Ein genereller Punkt. Ich halte es nicht fuer gut, pauschal von Yoga zu reden. Der Begriff ist zu vage und bedeutet mittlerweile alles und nichts. Besser immer konkret sagen, was gemeint ist, Asanapraxis, Atemuebungen, etc. Denn wie gesagt, manches wie zB Asanapraxis hat nachweisbaren Nutzen, vieles aber ist Esoterik (womit auch viel Geld gemacht wird, aber hoffentlich nicht ueber Krankenkassen).

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16 Dez 2010 08:21 #2696 von larrim
Hallo zusammen

@ Sukadev: Bitte halte uns doch hier über die Ergebnisse der Studien auf dem laufenden.
@ Dage: Wer bitte meinst du soll denn wohl solche Studien anschieben, wenn nicht die großen Yoga Verbände?
Die Pharma Industrie Vielleicht? Ich fürchte da
kannst du warten bis es in der Hölle friert. :laugh:
Die Frage bei so ein einer Studie ist nur secundär wer sie macht, sondern vielmehr ob sie allgemeinen wissenschaftlichen Standarts genügt.
Ich würde mich hüten alles was mit Esoterik zu tun hat gleich pauschal abzuurteilen.
Vieles was die Yogis lange schon lehrten wurde zunächst von Wissenschaftlern belächelt bis neuere wissenschaftliche Erkenntnisse es bestätigt haben.


Licht und Liebe
Lars

Ich bin Yogalehrer und leite die Patanjali Yogaschule Münster.
Auf meiner Homepage findet ihr einige Yoga Skripte gratis zum Download. Patanjali Yogaschule Münster.

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16 Dez 2010 13:35 #2697 von Dage
Hallo Lars,

es ist ein grosses Problem, wenn Interessenverbaende wissenschaftliche Studien foerdern. Denn wie der Name sagt, Verbaende vertreten Interessen, in der Regel finanzielle, und investieren dort, wo ihr Geld gut angelegt ist. Die Pharmaindustrie habe ich als Beispiel genannt, sie foerdert wissenschaftliche Studien, mit vorhersehbaren Ergebnissen. Jeder Branchenverband agiert so, ein Yogaverband oder grosse Yogaanbieter werden in diesem Sinne nicht anders agieren als die Tabakbranche, die Versicherungsbranche, usw. Davor sollte man nicht die Augen verschliessen, so ist halt die Welt.

Auswirkungen von Yogapraktiken auf die Gesundheit zu untersuchen ist Aufgabe der medizinischen und sportmedizinischen Forschung. Anstoss sollte das Erkenntnisinteresse von Wissenschaftlern sein, gefoerdert durch moeglichst interessenunabhaengige Forschungseinrichtungen.

Gruesse
Dage

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16 Dez 2010 17:06 - 16 Dez 2010 21:34 #2698 von Sukadev
@Lars: Es hat schon eine Reihe von Studien gegeben, die von Yoga Vidya gefördert wurden. Daneben sponsert Yoga Vidya auch einen Forschungspreis, der alle zwei Jahre von der SMMR (Society for Meditation and Meditation Research), einem Zusammenschluss von forschenden Wissenschaftlern, vergeben wird. Darüber steht in unserem Blog/unseren Internet Seiten einiges. Ich werde bei künftigen Studien das auch auf yoga-welten.de posten.
Einige Studien sind zu finden unter http://www.yoga-vidya.de/de/artikel/Forschung.html , andere unter http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/tag/yoga-forschung/

@Dage: Fände ich wirklich toll, wenn Forschung so funktionieren würde, wie du das hoffst...
Leider ist dem oft nicht so. Allerdings kannst du sicher sein: Die forschenden Wissenschaftler würden für die kleinen Beträge, welche Yogaverbände zur Deckung ihrer Unkosten bezahlen, niemals ihre wissenschaftliche Reputation aufs Spiel setzen würden. Das ist mit den Beträgen, mit denen Pharma-Unternehmen und Pharma-Verbände hantieren, nicht zu vergliech.

De facto entstehen Yoga Studien, wenn jemand bereit ist, dafür Mittel zur Verfügung zu stellen. Glücklicherweise sind das manchmal die Krankenkassen. Manchmal zahlen die Forscher selbst für ihre Forschung, insbesondere bei Doktor-Arbeiten und Habilitations-Arbeiten. Ansonsten wird über das geforscht, für das es Geldgeber gibt. Staatlich bezahlte Forschung gibt es durchaus auch, die widmet sich aber eher der Grundlagenforschung.

Aber vielleicht hast du, Dage, Kontakte zu Forschungseinrichtungen. Wäre toll, wenn du deine Kontakte nutzen würdest, um diese dazu zu motivieren, Hatha Yoga Forschung zu betreiben...

Yogalehrer und Meditationslehrer. Gründer und Leiter von Yoga Vidya .
Letzte Änderung: 16 Dez 2010 21:34 von Sukadev. Begründung: Links dazugegeben

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18 Jul 2013 18:00 - 18 Jul 2013 19:55 #6482 von wintersun
Brigitte B. schreibt:

Hans Deutzmann, Leiter der Tripada Akademie unterrichtet erfolgreich Yoga und hat einen unabhängigen Verband für Yogalehrende gegründet.
Bitte dort einmal nachfragen.


Ich finde Verbände ganz gut, wenn es darum geht, gemeinsam zu Lernen und sich auszutauschen.

Wenn ich mir den Tripada Yogalehrer Verband anschaue, ist der für mich nicht unabhängig. Zum Beispiel: Sie befindet sich in Ausbildung oder Weiterbildung zum Tripada Yogalehrer oder hat diese abgeschlossen.

Da gefällt mir das, was ich beim BDY finde, erst einmal besser:

Der BDY nimmt ausgebildete Yogalehrende – unabhängig von Tradition oder Yogarichtung – als Mitglied auf.

Ich verstehe das Problem der unzufriedenen Ausbildungsteilnehmerin nicht. Sie könnte doch nach ihrer Ausbildung Mitglied vom BDY werden und dann dies auch für Ihre Werbung nutzen - ich bin Mitglied im BDY. Warum so einen Streit anfangen?

Für mich war es nie ein wesentliches Kriterium, welche Ausbildung, welcher Verband oder welche Zertifikate. Das alleine macht nicht einen guten Yogalehrer aus.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca
________________________________________
http://www.pinterest.com/wintersunny
Letzte Änderung: 18 Jul 2013 19:55 von wintersun.

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13 Nov 2014 00:03 - 13 Nov 2014 00:04 #7381 von Yoga1.de
Hallo zusammen,
also falls das Thema nicht totdiskutiert wurde hier und noch Aktuell ist
dann müssen einfach soweit mir gesagt wurde mindestens 200 Yogaschulen mitmachen?

Ich habe in meinem Forum in Deutschland über 800 Yogaschulen als Mitglieder, Newsletter kann ich
schreiben und verlange dafür kein Geld von euch.

Falls interesse einfach mailen an mich: info [ät] yogasuche.de

Viele Grüsse
Emin
www.Yogatravel.net/events
www.Yogashop.eu
Letzte Änderung: 13 Nov 2014 00:04 von Yoga1.de.

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