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aus dem »Yasenkanna« des Zenmeisters Hakuin 30 Dez 2011 12:23 #4152

  • Ramananda
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»Man soll nur essen, wenn man hungrig ist, aber ehe man satt ist, soll man zu essen aufhören. Man soll spazierengehen so viel, bis der Bauch entleert ist, und wenn dies geschehen ist, soll man in sein stilles Zimmer gehen, sich in der rechten Weise hinsetzen und dann schweigend den Atem zählen, bis zehn, dann bis hundert, dann bis tausend. Dann wird der Körper so unerschütterlich fest, die Seele so still und ruhig wie ein leerer Himmel. Wenn man länger in diesem Zustand verweilt, dann hört allmählich das Atmen auf, und wenn es kein Ausatmen und Einatmen mehr gibt, als ob der Atem durch die 84 000 Haarlöcher wie Wolken … aus- und einziehe, dann wird einem klar, daß alle seit anfangloser Ewigkeit bestehenden Krankheiten von selbst verschwinden, und vielerlei Schäden und Schwächen sich wie von selbst auflösen. Das ist dann so, wie wenn ein Blinder plötzlich sehen könnte. Man braucht dann nicht mehr zu fragen, wo der Weg den man geht, hinführt, man braucht nur die eigene Kraft zu pflegen, ohne zu sprechen.« Darum heißt es: »Wer wirklich daran ist, seine Augen zu pflegen, der macht die Augen zu, und wer seine Ohren pflegen will, wünscht nichts mehr zu hören. Wer seine Seele und die wahre Kraft pflegt, der bleibt im Schweigen.«

Der wundervolle Text stammt aus dem »Ya-Sen-Kan-Na« (»mancherlei Geschichten, erzählt im nächtlichen Kahn«) des Hakuin Zenshi. Hier erzählt der große Meister, durch welche Methode er von seiner schweren Krankheit geheilt wurde. Eigentlich also ein Gesundheitsbüchlein, aber natürlich nicht zu trennen von der Spiritualität.

Diese Übersetzung ist entnommen aus: Karlfried Graf Dürckheim, »Hara – die Erdmitte des Menschen«.

Da ich das Yasenkanna als eine der wichtigsten Schriften betrachte, erlaube ich mir, auf eine weitere Übersetzung hinzuweisen (Vergleiche sind immer gewinnbringend):

http://www.grin.com/de/e-book/133037/zen-und-die-kunst-das-leben-zu-naehren-ein-beitrag-zur-yangsheng-tradition

Viel Inspiration wünscht
Ram

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Letzte Änderung: von Ramananda. Begründung: Korrektur

 
 

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