Pratyahara

 

Pratyahara in alten Schriften

In der Gheranda Samhita

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 1

Jetzt werde ich Pratyahara erläutern. Durch Pratyahara gehen alle Feinde der Erlösung, z.B. Wünsche oder Lust, zugrunde.

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 2

Wohin auch immer der wandernde, bewegliche und unbeständige Geist abschweift, man ziehe ihn von dort ab und bringe den Geist wieder unter seine eigene Kontrolle.

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 3

Wohin der Blick sich richtet, dahin folgt der Geist. Darum ziehe man ihn von dort zurück und bringe den Geist wieder unter die eigene Kontrolle.

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 4

Wohin das Hören sich richtet, was es hervorhebt oder verdunkelt, ob es lieblich klingt oder schrecklich: man bringe den Geist wieder zurück und unter die eigene Kontrolle.

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 5

Wenn man von etwas warmen oder kalten berührt wird, bringe man den Geist wieder unter die eigene Kontrolle zurück.

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 6

Wenn der Geist Gerüchen folt, egal ob wohl- oder übelriechenden, bringe man den Geist wieder unter die eigene Kontrolle zurück.

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 7

Wenn man etwas schmeckt, egal ob süß, sauer oder bitter, bringe man den Geist wieder unter die eigene Kontrolle zurück.

Im Yoga Sutra von Patanjali

Yoga Sutra II-55: Dadurch wird die Beherrschung der Sinne gemeistert

 
Tataḥ paramā vaśyatendriyāṇām
ततः परमा वश्यतेन्द्रियाणाम्

 

 

Yoga Sutra II-54: Pratyahara ist das Zurückziehen der Sinne auf das Innere, auf das Eigenwesen des Geistes, weg von den äußeren Objekten

 
svaviṣaya-asaṁprayoge cittasya svarūpānukāra-iv-endriyāṇāṁ pratyāhāraḥ
स्वविषयासम्प्रयोगे चित्तस्य स्वरूपानुकार इवेन्द्रियाणां प्रत्याहारः

 

 

Yoga Sutra III-8: Doch auch diese Drei sind nur die äußeren Aspekte der samenlosen Versenkung

 
Tad api bahir-angam nirbîjasya
तदपि बहिरङ्गं निर्बीजस्य

 

Nirbija, ohne Samen, ist ein anderer Ausdruck für Asamprajnata Samadhi oder Nirvikalpa Samadhi.

Yoga Sutra III-7: Gegenüber den vorhergehenden (Yama, Niyama, Pranayama, Asana, Pratyahara) sind diese drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) die inneren Glieder des achgliedrigen Pfades

 
Trayam-antarangaṁ pūrvebhyaḥ
त्रयमन्तरङ्गं पूर्वेभ्यः

 

Yoga Sutra III-3: Wenn sich das Bewußtsein von Subjekt und Objekt auflöst und nur das Objekt unmittelbar im Geist erstrahlt entsteht Samadhi

 
tad evaarthamaatranirbhaasam svarupa-shunyamiva samâdhih
तदेवार्थमात्रनिर्भासं स्वरूपशून्यमिव समाधिः

 

 

 
 

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