• Yoga Sutra I-23: Oder durch fromme Hingabe an Ishvara (Gott als ein ideal gedachtes Wesen) kann es erlangt werden

    buddhismus haende 250

    Îshwara–pranidhânâd vâ
    ईश्वरप्रणिधानाद्वा

     

    Mit dieser Sutra weicht Patanjali deutlich vom Samkhya, der grundlegenden Yoga-Philosophie, ab: Gott tritt ins Spiel. Konkreter: Ishvara als Konzept einer persönlichen Gottheit mit ganz bestimmten Eigenschaften. Gott einmal anders, als man ihn sich üblicherweise vorstellt...

  • Yoga Sutra I-24: Ishvarah ist als besonderes Wesen unberührt von Leid, Karma oder Wünschen

    auge junge leid 250

     

    Klesha-karma-vipâsakâshayair-aparāmṛṣṭaḥ puruṣa-viśeṣa īśvaraḥ
    क्लेशकर्मविपाकाशयैरपरामृष्टः पुरुषविशेष ईश्वरः

     

    Viele Sutras-Kommentatoren sehen zwei Aspekte in dieser Sutra: Ishwara findet sich IN UNS als ein göttliches Bewusstseinszentrum und wir müssen einige Dinge überwinden, um Gott in uns zu erfahren. Genauer gesagt handelt es sich um vier Punkte.

  • Yoga Sutra I-25: Er ist unübertroffen und Quell allen Wissens

    buch lampe wissen 250

     

    Tatra niratishayam Sarvajna–bîjam
    तत्र निरतिशयं सर्वज्ञबीजम्

     

    Die Kommentatoren dieser Sutra beschäftigen sich vor allem mit der Frage, ob und wie der Mensch zur Allwissenheit Ishvaras gelangen kann.

  • Yoga Sutra I-26: Ungegrenzt von der Zeit ist er seit ältesten Zeiten der Lehrer aller Meister

    guru schueler 250

    (Sa esah) pūrveṣāmapi guruḥ kālenānavacchedāt
    पूर्वेषामपि गुरुः कालेनानवच्छेदात्

    Patanjali nennt in dieser Sutra die Quelle des Wissens aller Gurus. Interessant ist, was das für uns selbst bedeuten kann:

  • Yoga Sutra I-27: Ishvara zeigt sich in dem Wort OM (Pranavah)

    om 250

     Tasya vâchakah pranavah
    तस्य वाचकः प्रणवः

     

    Hier beschreibt Patanjali einen weiteren Weg, Gott (Ishvara) in uns zu erfahren. Doch unkonzentriertes Murmeln von OM reicht nicht aus:

  • Yoga Sutra I-28: OM ist im Bewusstsein seines Sinnes mit Hingabe zu wiederholen

    om 250

     Tajjapas tad–artha–bhâvanam
    तज्जपः तदर्थभावनम्

     

    Die Übung besteht also im Wiederholen von OM, hingebungsvoll und verbunden mit einer Vorstellung von dessen Bedeutung. Hiermit erläutert Patanjali einen weiteren Weg zur Befreiung. Begibt man sich auf diesen Pfad, sollte man wissen, wie er sich dieses Wiederholen vorstellte.

  • Yoga Sutra I-29: Durch diese Praxis erlangt man das wahre innere Selbst und alle Hindernisse verschwinden

    om 250

     

    tataḥ pratyak-cetana-adhigamo-py-antarāya-abhavaś-ca
    ततः प्रत्यक्चेतनाधिगमोऽप्यन्तरायाभावश्च

     

    Man kann sagen, dass Patanjali der bewussten OM-Rezitation wahre Wunderwirkungen attestiert. Hindernisse werden überwunden, Probleme gelöst. Die Kommentatoren erläutern dies ausführlicher:

  • Yoga Sutra II-1: Strenge Übungspraxis, Selbststudium und Hingabe an den höchsten Herrn – das ist der Kriya Yoga

    kriya yoga statue 3 250Tapah-svâdhyâyeshwara-pranidhânânikriyâ-yogah
    तपः स्वाध्यायेश्वरप्रणिधानानि क्रियायोगः

     

    Das zweite Kapitel des Yogasutras von Patanjali beginnt mit der Definition des Kriya-Yoga, dem Yoga der Tat. Dieses Kapitel wird praxisnäher, ist für Anfänger und fortgeschrittene Yogis interessant. Doch das Yoga-Ziel wird nicht an einem Tag erreicht, bedarf des Abbaus von Hindernissen und der kontinuierlichen und dauerhaften Praxis. Gleich in der ersten Sutra verdeutlicht Patanjali, welche Übungen am wirkungsvollsten sind.

  • Yoga Sutra II-32: Die Nyamas lauten Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbststudium und Hingabe an Gott

    regeln paragraph 250Shaucha-samtosha-tapah-swâdhyâyeshwara-pranidhânâni niyamâh
    शौच संतोष तपः स्वाध्यायेश्वरप्रणिधानानि नियमाः

    Bei den Niyamas handelt es sich um yogische Empfehlungen für den Umgang mit uns selbst. Regeln, die einen achtsamen Wahrnehmen unseres Geisteslebens ermöglichen und die Basis für eine gesunde und erfolgreiche Lebensführung legen. Regeln, deren Einhaltung uns auf dem inneren Weg zum Licht gute Dienste leisten wollen.

  • Yoga Sutra II-45: Die Hingabe an Ishwara führt zur Vollkommenheit in Samadhi.

    das goettliche Samâdhi-siddhir Îshwara-pranidhânât
    समाधि सिद्धिःीश्वरप्रणिधानात्

    Dies ist die letzte Sutra zu den Yamas und Niyamas. Es geht (zum dritten Mal im Yogasutra) um die Hingabe an Gott. Patanjali und die Kommentatoren des Yogasutra trauen dieser Hingabe vieles zu. Allerdings sollte man den Gottesbegriff Ishwara im Yogasutra vor dem Hintergrund der damaligen Zeit sehen.

    In II-45 wird Hingabe an Ishwara als einfacher Weg zur Erleuchtung gepriesen ► Übersetzungsalternativen ► mögliche Wirkungsabläufe, die von „Hingabe an Gott“ zur „Erleuchtung“ führen ► Möglichkeiten der Hingabe ► Gottesverständnis im damaligen Indien ► Gedanken zum Beschreiten des achtfachen Pfades

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