Viele der Inspirationen sind den täglichen Lesungen von Swami Sivananda entnommen, wie Sie freundlicherweise von Yoga Vidya zur Verfügung gestellt werden. 

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ImageDie gemeinsame Botschaft aller Heiligen und Propheten aller Zeiten und Religionen ist die Botschaft von Liebe, Ahimsa (Gewaltlosigkeit) und selbstlosem Dienen. Ahimsa ist der vornehmste und beste Zug, der im täglichen Leben und im Handeln vollkommener Seelen zum Ausdruck kommt. Ahimsa ist das einzige Mittel, nicht nur zur Errettung, sondern auch, um in den Genuss ununterbrochenen Friedens und Wonne zu gelangen. Der Mensch erreicht Frieden, wenn er kein Lebewesen verletzt.

Es gibt nur eine  Religion – die Religion der Liebe, des Friedens. Es gibt nur eine  Botschaft, die  Botschaft von Ahimsa. Ahimsa ist eine erhabene Pflicht des Menschen.

Ahimsa oder das Abstandnehmen davon, einem Lebewesen etwas zuleide zu tun (…), ist eine große spirituelle Stärke.

Natürlich bedeutet Ahimsa Gewaltlosigkeit, nicht töten. Aber Gewaltlosigkeit ist nicht nur nicht töten. In seiner umfassenden Bedeutung ist Ahimsa oder Gewaltlosigkeit ein vollkommenes Abstandnehmen davon, irgendeinem Lebewesen Schmerz oder Leid zuzufügen, nicht in Gedanke, Wort oder Tat. Nichtverletzen erfordert Arglosigkeit des Geistes, des Mundes und der Hand.

Ahimsa ist nicht nur negative Gewaltlosigkeit. Es ist tatsächliche kosmische Liebe. Es ist die Entwicklung einer geistigen Haltung, in der Hass durch Liebe ersetzt wird. Ahimsa ist wahres Opfer. Ahimsa ist Nachsichtigkeit. Ahimsa ist Shakti. Ahimsa ist wahre Kraft.

{jumi [myphpfiles/google-300x250_im_content.php]}Nur unbedarfte Menschen meinen, Ahimsa bedeute, kein Lebewesen physisch zu verletzen. Das ist nur die grobe Form von Ahimsa. Das Gelübde von Ahimsa wird auch gebrochen, wenn man nur einem anderen Menschen gegenüber Verachtung zeigt, unbegründete Abneigung oder Vorurteile gegen jemanden hegt, wenn man jemandem finstere  Blicke zuwirft, jemanden hasst, beschimpft oder schlecht von ihm spricht, wenn man Gerüchte über jemanden verbreitet oder ihn schlecht macht, wenn man hasserfüllte Gedanken hegt, lügt oder einem anderen auf irgendeine andere Weise schadet.

Jedes grobe, verletztende Wort ist Himsa. (…) Die Gefühle anderer durch Gesten, Ausdruck, Tonfall und unfreundliche Worte zu verletzen, ist ebenfalls Himsa. Geringschätzigkeit oder absichtliche Unhöflichkeit gegenüber einer Person in Gegenwart anderer ist böswilliges Himsa.

Das Billigen böser Taten anderer Menschen ist indirektes Himsa. Es zu verabsäumen, die Schmerzen anderer zu lindern, oder es zu unterlassen, zu einem in Not befindlichen Menschen zu gehen, ist eine Form von Himsa. Es ist eine Unterlassungssünde. Vermeide strikt alle Formen direkter oder indirekter Grobheit, positiv oder negativ, unmittelbar oder später. Übe Ahimsa in seiner reinsten Form und werde göttlich. Ahimsa und Göttlichkeit sind eins.

Ahimsa ist der Gipfel des Mutes. Ahimsa ist ohne Furchtlosigkeit unmöglich. Gewaltlosigkeit kann nicht von schwachen Menschen geübt werden. Ahimsa kann nicht von einem Menschen praktiziert werden, der furchtbare Angst vor dem Tod hat und kein Duldungsvermögen und keine Widerstandskraft besitzt. (…) Ahimsa ist eine Eigenschaft im Verhalten des Starken. Ahimsa ist eine Waffe des Starken. (…) Ahimsa ist Vollkommenheit im Verzeihen.

Ahimsa ist niemals Taktieren. Es ist eine erhabene Tugend. Es ist die fundamentale Eigenschaft der Wahrheitssucher. Selbstverwirklichung ist ohne Ahimsa nicht möglich. Nur durch Ahimsa kannst Du das höchste Selbst, Brahman, erreichen.

Absolutes Ahimsa ist unmöglich. Es ist auch dem gewissenhaftesten Sannyasin nicht möglich. Um dies zu praktizieren, muss man vermeiden, unzählige Kreaturen beim Gehen, Sitzen, Essen, Atmen, Schlafen und Trinken zu töten. Man findet auf der ganzen Welt keinen einzigen Nichtverletzer. Man muss Leben zerstören, um zu leben. Es ist ganz und gar unmöglich, dem Gesetz des Nichtzerstörens von Leben zu folgen, denn auch die Phagozyten im Blut zerstören Millionen gefährlicher eindringender Bakterien und Keime.

Es gibt eine philosophische Richtung, die sagt, dass das Töten eines Räubers nicht als Himsa betrachtet wird, wenn dadurch tausende Leben gerettet werden können. Ahimsa und Himsa sind relative Begriffe. Manche sagen, dass man sich mit Gegenständen verteidigen und ein wenig Gewalt anwenden kann, wenn man in Gefahr ist; und auch das wird nicht als Himsa betrachtet. Die Engländer erschießen üblicherwiese ihre geliebten Pferde oder Hunde, wenn die Tiere große Schmerzen leiden, und wenn es keine Möglichkeit gibt, ihr Leiden zu lindern. Sie möchten die Seele unmittelbar vom physischen Körper befreien. Das Motiv ist der entscheidende Faktor. Es liegt allem zugrunde.

Ein Sannyasin darf sich nicht verteidigen oder Gewalt anwenden, auch wenn er in Lebensgefahr schwebt. Für einen gewöhnlichen Menschen sollte Ahimsa das Ziel sein; aber er wird gegen das Prinzip nicht verstoßen, wenn er manchmal, aus reiner Notwendigkeit und ohne selbstsüchtige Absicht, zu Himsa Zuflucht nimmt.

Aus: „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda

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