Viele der Inspirationen sind den täglichen Lesungen von Swami Sivananda entnommen, wie Sie freundlicherweise von Yoga Vidya zur Verfügung gestellt werden. 

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Jemand bat einmal den Meister um die Mantraweihe mit "Aham Brahmasmi - Ich bin Brahman". Der Meister gab ihm das Mantra. Später bat ihn der Meister, um ihn auf die Probe zu stellen: "Gib mir deine Armreifen." (Er trug ein Paar goldene Armreifen.)

Der Mann weigerte sich, sich von den Armreifen zu trennen. Eine Frau, die alles beobachtete, zog sofort aus eigenem Willen ihre Armreifen ab und legte sie auf den Tisch des Meisters. Der Meister lobte ihre Haltung.

An einem der darauffolgenden Tage bezog sich der Meister auf dieses Vorkommnis und sagte: "Es gibt Leute, die sehr ihrem Körper und allem Vergänglichen verhaftet sind, aber in das ,Aham Brahmasmi Mantra' eingeweiht werden möchten. Wie inkonsequent das ist! Wie absurd ist es, dieses Mantra zu wiederholen, wenn man nicht bereit ist, sich von einem Paar Armreifen zu trennen, nicht einmal um des eigenen Gurus Willen! Schaut diese Frau an. Sie hing nicht an ihren Armreifen. Sie ist leidenschaftslos. Selbst wenn sie nicht das ,Aham Brahmasmi Mantra' wiederholt, wird sie seine innere Bedeutung rascher erfassen als jene andere Person, die sehr an den Dingen dieser Welt hängt und keinen Gleichmut besitzt, auch wenn sie das Mantra sehr oft wiederholt.

Heutzutage möchten spirituelle Aspiranten die Lehren des Vedanta empfangen und mit vedantischer Meditation beginnen, ohne die erforderlichen Eigenschaften zu besitzen. Sie verschmähen die religiöse Hingabe. Solange ihr eurem Körper verhaftet seid und keinen Gleichmut entwickelt, gebt die religiöse Hingabe nicht auf. Hingabe allein wird euch zur Verwirklichung vedantischen Einsseins führen. Auch wenn ihr mit Vedanta beginnt, gebt die religiöse Hingabe nicht auf. Vedanta und Hingabe gehen Hand in Hand. Nachdem sie Sanyas genommen haben, verspotten viele Aspiranten die religiöse Hingabe. Sie wollen keine Bhaktas werden. Ihr Ehrgeiz richtet sich darauf, gelehrte Jnana Yogis zu werden. Sie geben die Hingabe auf und versuchen auch nicht, die Lehren des Vedanta wirklich zu begreifen. Daher verlieren sie beides. Ihre Situation ist wie die von Trisanku, der zwischen Himmel und Erde hängen musste. Suchende, die reif dafür sind, vedantische Meditation zu praktizieren, die großen Gleichmut und tiefe Sehnsucht nach Befreiung haben, können wir an einer Hand abzählen. Andere sind nur ,rotis' und ,parotas'!"


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