Viele der Inspirationen sind den täglichen Lesungen von Swami Sivananda entnommen, wie Sie freundlicherweise von Yoga Vidya zur Verfügung gestellt werden. 

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ImageWille ist dynamische Seelenkraft. Wenn er rein und unverrückbar geworden ist, kann er Wunder bewirken. Nichts ist einem Menschen von starkem Willen unmöglich in den drei Welten zu erreichen. Die Mehrzahl der Menschen weiß nichts von Wollen, Denken und Intellekt, auch wenn sie viel von ‚Willen’ und ‚geistiger Kraft’ sprechen. Durch Begierden (Vasanas) ist der Wille unrein und schwach geworden. Ein gezügeltes Verlangen wird in Willen umgewandelt. Sexualenergie, Muskelkraft, Ärger etc. werden zur Willenskraft, wenn sie beherrscht sind. Je weniger Begierden, um so stärker der Wille.

Der Wille ist der König der mentalen Kräfte. Ist der Wille geschult, stehen alle mentalen Kräfte wie die Kraft des Urteils, des Gedächtnisses, des Begreifens, des Festhaltens, der Vernunft, der Entscheidung, der Beeinflussung, der Reflexion in einem Augenblick zur Verfügung. Sie kommen, um der Willenskraft, ihrem Meister, zu helfen.

Sei nicht unruhig und verzagt, wenn sich die Entwicklung des Willens verzögert. Im Lauf der Zeit muss er alle deine Befehle ausführen.

Du musst aber sehr überlegt im Gebrauch des Willens sein. Es ist ratsam, die Willenskraft für einen höheren geistigen Erfolg einzusetzen. Weltlicher Erfolg ist nichts, denn dieses Leben ist nur eine Waserblase. Diese Welt ist ein langer Traum. Weltlicher Erfolg wird dir niemals immerwährenden Frieden und Freude geben. Setze versuchsweise deinen Willen für ein oder zwei weltliche Dinge ein. Dann verstehst und erfährst du seine Macht. dann aber richte deinen Willen auf die Verwirklichung des Selbst. Kümmere dich nicht um weltliche Angelegenheiten. Sei sind wertlos wie Stroh.

Beklage dich niemals über eine schlechte Umwelt. Schaffe dir deine eigene mentale Welt, wo immer du bist und wohin du auch gehen magst. Überall gibt es Schwierigkeiten und Nachteile. Wenn das Denken dich in jedem Augenblick und bei jedem Schritt irreführt, dann versuche die Hindernisse und Schwierigkeiten durch geeignete Mittel zu überwinden. Versuche nicht, ungünstigen Umgebungen fortzulaufen. Gott hat dich dorthin gestellt, damit du dich schnell entwickelst.

Wenn du nur Bequemlichkeiten findest, wirst du nicht stark werden. Du wirst dich auch nicht zurechtfinden, wenn du woanders solche Bequemlichkeiten nicht finden kannst. Darum mache den besten Gebrauch aus jeder Umgebung. Beklage dich niemals über deine Umwelt. Leben in deiner eigenen Geisteswelt, dann kann dich nichts erregen. An keiner Stelle der Welt wirst du einen idealen Platz und ideale Umgebung finden. Diese Welt ist eine relative Ebene von Gut und Böse. Vergiss dies niemals. Versuche unter allen Umständen, an jedem Platz glücklich zu leben, und du wirst eine starke, dynamische Persönlichkeit.

Die Übung der Konzentration ist eine große Hilfe zur Stärkung des Willens. Du musst die Angewohnheiten deiner Gedanken mit Klugheit verstehen und überwachen, wie sie wandern und arbeiten. Dann musst du einfache und wirksame Methoden finden, um das Herumschweifen in Zucht zu nehmen. Die Übung der Gedanken-Schulung, der Konzentration, des Gedächtnis-Trainings gehören zusammen und sind eine große Hilfe für die Willens-Schulung. Man kann keine Trennungslinie ziehen, um festzustelen, wo die Übung der Konzentration oder der Gedächtnis-Schulung aufhört und die Übung der Willens-Schulung beginnt.

 Jede Schwierigkeit ist eine Gelegenheit, Willenskraft zu entwickeln.
Aus: „Hundert Aphorismen zur Meditation“

 Manche können durch reinen Willensakt im Augenblick, in dem sie zu Bett gehen, in Schlaf fallen. Ebenso können sie am Morgen zu jeder beliebigen Zeit aufstehen. Sie haben ihr Unterbewusstsein so trainiert, dass es ihr gehorsamer Diener wurde. Es weckt sie zu jeder Sekunde auf. Jeder von euch sollte diese Gewohnheit mit Hilfe des Willens entwickeln.

Eine Stunde tiefen Schlafs genügt, um den Körper zu erfrischen und dei Gedanken neu zu beleben. Du musst dich im Augenblick, in dem du zu Bett gehst, entspannen und dir vornehmen: „Ich will jetzt gut schlafen.“ Denke an nichts.

Man sollte sich trainieren, in fahrenden Zügen, Autos oder Flugzeugen, selbst in sitzender Stellung zu schlafen. Diese Übung ist von größter Hilfe für arbeitende Menschen, die viel reisen müssen. Wenn die stets angespannten und bedrückten Nerven manchmal entspannen, werden sie sich erfrischen und stärken für weitere Tätigkeiten.

Du musst deinen Willen deinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen. Sonst lässt er nach und du verlierst den Mut. Stell dir ein Programm deiner Arbeit oder täglichen Gewohnheiten auf, das deinem Leistungsvermögen entspricht, und gib acht, dass es täglich eingehalten wird. Nimm dir nicht zuviel vor. Wenn mehrere Dinge nicht an einem Tag ausgeführt werden können, weil sie dein Leistungsvermögen übersteigen, dann wirst du an Interesse verlieren und deine Begeisterung wird allmählich verschwinden. Deine Energie wird sich zerstreuen, und du wirst denkmüde. Was du an einem Tag un willst, musst du bis zum letzten Strich ausführen.

Zuviel Denken ist ein Hindernis bei der Durchführung eines Willensaktes. Es bringt Verwirrung, Misstrauen und Verzögerung. Die Willenskraft wird träge und die Gelegenheit entweicht. Du wirst zögern, etwas in Gang zu setzen. Denke einige Zeit genau nach. Sobald du aber einen Entschluss gefasst hast, musst du unmittelbar wollen. Es darf keinen unnötigen Aufschub geben.

Manchmal willst du und hast keinen Erfolg. Dies ist auf fehlerhaftes Denken und Fühlen zurückzuführen. Du musst richtig denken und zur gleichen Zeit richtig fühlen. Dann muss der Wille Erfolg haben. Rechtes Fühlen sollte unbedingt das rechte Denken begleiten.

Der göttliche Wille ist allmächtig. Gott will und alles tritt im gleichen Augenblick ins Sein. Der Mensch will, aber es dauert eine lange Zeit, ehe etwas erreicht oder die Stoffwerdung des gewünschten Gegenstandes ermöglicht wird, da sein Wille schwach ist. Der Mensch denkt, will und bekommt langsam nach einiger Zeit den erwünschten Gegenstand. Der Mensch ist schöpferisch. Wenn sein Wille rein und stark ist, erreicht er die Dinge auch in einem Augenblick. Bloßes Wünschen ist nicht genug, um das Verlangte zu bekommen. Man muss auch einen bestimmten Zweck hinzufügen. Wunsch oder Verlangen sind ein kleines Geriesel auf dem Meer der Gedanken; der Wille aber ist die Kraft, die die Wünsche ausführt. Wille ist Willensentschluss. Er ist die Kraft zu wählen oder festzulegen.

Wenn das Selbst sich zur Tätigkeit entschließt, unbeeinflusst von Anziehungen oder Ablehnungen gegenüber den Dingen der Umwelt, manifestiert sich der Wille. Wenn äußere Anziehungen oder Abneigungen die Tätigkeit bestimmen und der Mensch hierher und dorthin getrieben wird, taub gegenüber der Stimme des Selbst und nicht bewusst des inneren Führens, dann ist dies Verlangen.

Einen starken Willen zu haben, ist gut; aber eigensinnig zu sein, ist nicht gut.
An seinem Ideal festzuhalten, ist gut; aber intolerant zu sein, ist nicht gut.
Mutig zu sein, ist gut; aber sich der Gefahr auszusetzen, ist nicht gut.
Aufrichtig zu sein, ist gut; aber die Fehler eines andern bloßzustellen, ist nicht gut.
Aus: „Hundert Aphorism
en zur Meditation“

 Übung: Meditation über die Willenskraft

Stehe früh auf und setze dich in eine Meditationsstellung. Dann meditiere über folgende Formeln. Wiederhole sie im Geist und empfinde sie gleichzeitig:

  1. Mein Wille ist stark und unwiderstehlich. Om – Om – Om.
  2. Ich kann alles durch meinen Willen bewirken. Om – Om – Om. 
  3. Ich habe einen unbesiegbaren Willen. Im – Om - Om
Aus: „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“

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