Viele der Inspirationen sind den täglichen Lesungen von Swami Sivananda entnommen, wie Sie freundlicherweise von Yoga Vidya zur Verfügung gestellt werden. 

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Neben Buddha und Jesus war Gandhi ein weiterer großer Heiliger, der uns den Weg zu Gewaltlosigkeit und Frieden zeigte. Er zeigte uns, wie man Ahimsa, Satyam und Brahmacharya lebt. Diese drei Ideale bilden die eigentliche Grundlage von Yoga und Vedanta. Gandhis Leben baute auf der soliden Basis dieser fundamentalen Tugenden auf. Von Kindheit an hatte Gandhi einen natürlichen Hang zur Ehrlichkeit. Es war ein angeborener Wesenszug. Später erlegte er sich das Gelübde der lebenslangen Brahmacharya auf. Durch verschiedene wirkungsvolle Techniken brachte er alle seine Sinne unter vollständige Kontrolle. Ahimsa prägte sein tägliches Leben. Durch die Macht, die er dadurch gewann, war er fähig, all die Gewalt ertragen, die seine Gegner ihm antaten. Er hatte keine Verhaftungen an den Körper, der den wertvollsten Besitz für jeden Menschen darstellt. Oft setzte er sein Leben aufs Spiel. Er war ein großer spiritueller Held.
Gandhi ertrug geduldig alle mögliche Mühsal. Übt ihr genauso eure Geduld? Geduld ist eine weitere grundlegende Tugend und eine Voraussetzung für spirituellen und auch materiellen Erfolg im Leben.  Die Fähigkeit zum Verzeihen und Geduld allein werden augenblicklich einen Heiligen aus euch machen. Gandhi hegte nicht den leisesten Groll gegen diejenigen, die ihm großes Leid zugefügt hatten. Seine Vergebung glich tatsächlich jener, die Christus übte. Seine Vergebung glich der Vishnus.

Vielleicht kennt ihr die Geschichte von Bhrigu und Vishnu. Der Weise Bhrigu wollte herausfinden, wer in dem göttlichen Dreigespann Vishnu, Shiva und Brahma die größte Geduld hatte. Er ging zu Brahma und beschimpfte ihn. Brahma geriet sofort in Zorn. Darauf ging der Weise Bhrigu zu Shiva und beleidigte ihn. Shiva zückte seinen Dreispitz, um den Weisen zu töten. Darauf ging er zu Vishnu, der an eine große Schlange gelehnt saß. Er misshandelte Vishnu und trat ihm gegen die Brust.

Vishnu stand sofort und begann, die Füße des Weisen zu waschen, indem er sagte: „O Maharishi! Habe ich deinen heiligen Füßen weh getan?“

Seid ihr fähig, die Füße desjenigen zu waschen, der euch eben getreten hat und zu fragen: „Hab ich dir weh getan?“

Gandhi konnte dies. Und deshalb wurde er einer der größten Heiligen auf der Erde. Er war streng und unnachgiebig gegen sich selbst, aber seine Nachsicht gegenüber der Fehler und Schwächen seiner Mitmenschen hatte keine Grenzen. Wie viele unter euch besitzen diese mächtige Tugend? Jeder unter euch würde sich nur zu gern seine eigenen Fehler vergeben, mehr noch, ihr würdet eure eigenen Fehler noch nicht einmal eingestehen. Und wenn euch jemand darauf aufmerksam machen würde, wärt ihr ihm böse anstatt ihm zu danken. Ihr seid allzeit bereit, anderen alle möglichen schlechten Eigenschaften zu unterstellen. Selbst an Heiligen und selbst an Gott findet ihr noch Fehler. Gandhi war genau das Gegenteil. Darum wird er heute verehrt.

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