Aidan Lavette, der unsterbliche Geist, hatte einst Quartier in einem Yoga-Aschram im südlichen Indien bezogen. Er liebte es, im abendlichen Satsang zwischen den Schülern umherzuschweben und dabei den Erzählungen des Aschram-Meisters Ramahamani zu lauschen. Eines Abends erzählte Ramahamani eine Geschichte über Narada, Krishna und das unergründliche Maya aus dem Brahma Vaivarta Purana. Aidan erinnert sich daran wie folgt:
Ramahamani beugte sich vor und fragte die heutige Gruppe: "Jeder von uns hat schon einmal von Maya gehört, dieser merkwürdigen Bezeichnung für das, was zu sein scheint, aber nicht wirklich sein soll. Doch wer von euch", er lies seinen Blick über die Runde schweifen, "kann mir genau erklären, was Maya ist?"
Keiner der Schüler meldete sich. Auch Aidan Lavette, der bereits viele hundert Jahre in Yoga-Aschrams verbracht hatte, fiel aus dem Stegreif keine exakte Definition ein. Wusste er es denn überhaupt?
Ramahamani zupfte lächelnd an seinem wuscheligen Bart und blickte dabei gen Boden. Das tat er immer, wenn er sich auf den Anfang einer Geschichte konzentrierte. Aidan schwebte erwartungsvoll näher an den Meister heran.
Ramahamani begann:
So wie euch ging es auch Narada, dem Günstling der Götter. Vor vielen hundert Jahren suchte er Gott Krishna auf und fragte ihn: "Herr, kannst du mir dieses geheimnisvolle Maya erklären, so dass ich es richtig verstehe?"
Krishna schaute besorgt auf seinen Liebling Narada. Der Gott legte die Hand auf dessen Schulter und fragte: "Oh Narada, bist du dir sicher, dass du das wirklich begreifen willst? Es ist keine erfreuliche Erfahrung."
Narada zeigte sich standhaft: "Ich bin bereit, oh Krishna. Bitte schone mich nicht."
Krishna ließ noch für einen Moment die Hand auf Naradas Schulter und suchte Unsicherheit in dessen Augen. Als er diese nicht fand, wandte er sich ab und versprach: "Später, lieber Narada, später. Nun hole mir erst einmal ein Glas Wasser vom Fluss, ich bin unsäglich durstig."
Narada eilte hocherfreut in Richtung des Flusses. Als er sich gerade runterbeugen wollte, nahm er in den Augenwinkeln einen anderen Menschen wahr. Narada blickte nach rechts und ihm stockte der Atem.
Neben ihn trat das bezauberndste Wesen an den Fluss, das sich je in seinen Augen gespiegelt hatte. Selbst in seinen Träumen hätte Narada sich niemals solch eine Schönheit vorstellen können. Die junge Frau trug hüftlanges, glänzendes Haar und fuhr sich in diesem Moment mit einem Finger durch dichte, schwarze Locken. Unter den geschwungenen Augenbrauen schimmerte eine meerblaue Iris und die zarte Nase erhob sich keck aus einem makellosen Gesicht. Er fühlte sich wie gebannt.
Narada konnte nicht anders, er ging hinüber und sprach das Zauberwesen an. Ob sie denn auch Wasser holen wolle ...
So kamen sie ins Gespräch und ehe er sich versah, hatte Narada die Schöne bis in ihr Dorf begleitet. Er blieb bis zum späten Abend und, eigentlich schon im Aufbruch, fragte er sie: "Willst du meine Frau werden?"
Zu seiner Freude willigte die Geliebte sofort ein und so zog Narada mit ihr noch am selben Abend in eine leerstehende Hütte am Rande des kleinen Ortes. Schon nach wenigen Jahren hatten die beiden zwei Kinder. Der Ältere war ein Junge, der, sobald er laufen konnte, den ganzen Tag hinter Narada herlief. Das kleine Mädchen plapperte wie ein Wasserfall und füllte die Herzen ihrer Eltern mit Glück.
Narada besaß ein erfolgreiches Händchen für die Ernte, und da beide klug wirtschafteten, führten sie ein Leben in Fülle, Frieden und Harmonie.
Eines Tages jedoch verdunkelte sich der Himmel am frühen Nachmittag. Schwere Wolken wirbelten in hohem Tempo über das Dorf hinweg und Naradas Frau blickte mit Sorge auf den Horizont.
Starker Wind kam auf und einen Moment später donnerte es so laut, wie Narada es noch nie gehört hatte. Ängstlich klammerten sich seine Frau und die beiden Kinder an ihn. Narada beruhigte seine Familie: "Unsere Hütte ist stabil gebaut, das Unwetter kann uns nichts anhaben."
Da prasselte unendlicher Regen herab. Peitschende Blitze durchzuckten die Schwärze der Wolken und Narada blickte mit zunehmender Sorge auf den anschwellenden Fluss in der Nähe. Wieder donnerte es so laut, dass die Tassen im Regal klapperten. Das Wasser erreichte die Hauptstraße des Dorfes.
Narada fasste einen Entschluss. Sie mussten auf die andere Seite des Flusses. Dort begannen die Berge, er kannte eine nahe gelegene Höhle, in der sie in Sicherheit wären.
Kurzentschlossen packte er seine beiden Kinder und eilte mit seiner Frau zur Brücke. Viele andere Dorfbewohner hatten ebenso entschieden und drängten sich mit ihnen zum rettenden Übergang. Der Fluss schwappte schon an die hölzernen Bohlen der Seilkonstruktion. Narada trieb seine Lieben zur Eile.
Doch das Glück hatte ihn verlassen. Als er und seine Familie sich mitten auf der Brücke befanden, schwappte eine Riesenwelle über sie hinweg. Die Seile waren dieser Gewalt nicht gewachsen. Alle wurden in den Fluss gespült.
Naradas Frau konnte nicht schwimmen, seine Kinder ohnehin nicht. Alle klammerten sich an ihn. Dadurch wurde er in seinen Bewegungen behindert und geriet ständig unter Wasser. Die Wellen tosten um seinen Kopf, dennoch dröhnte sein Trommelfell weiterhin vom ununterbrochenen Donnerschlag des Gewitters. Um ihn herum kreischten und schrien die Bewohner des Dorfes und seine Familie.
Panisch drehte Narada sich auf den Rücken, seine Frau hing an seinem Hals und in jeder Hand hielt er ein Kind über Wasser. Mit kräftigen Beinschwüngen versuchte er, in Richtung Ufer zu gelangen.
Aber der Fluss ließ ihn nicht entkommen und wirbelte ihn immer wieder unter die Oberfläche. Das sandige Wasser war eisig, Naradas Finger verkrampften sich. Erst entglitt ihm sein Sohn, dann seine Tochter. In völliger Verzweiflung schwang er zu seiner Frau herum und wollte wenigstens sie retten.
Doch in diesem Moment schlug deren Kopf an einem aus dem Wasser ragenden Felsen. Sie wurde ohnmächtig und entließ Narada aus ihrer Umklammerung. Seine Finger konnten sie nicht greifen. Ein weiterer Aufprall schleuderte sie von ihm weg. Narada sah seine Liebe des Lebens in den Fluten versinken.
Ihn verließ aller Lebensmut. Er gab jede Gegenwehr auf und ließ sich einfach mit den wabernden Wellen mitreißen. Um ihn herum wurde es dunkel.
Als Narada erwachte, lag er in gekrümmter Haltung am Ufer. Die Sonne schien wieder, der Fluss plätscherte gelassen dahin. Tiefe Verzweiflung überschwappte ihn, als die Erinnerung kam.
Er schrie zum Himmel: "Oh mein Gott, warum hast du mich verlassen!"
Da hörte er die Stimme Krishnas von hinter den Bäumen: "Narada, was redest du? Wo bleibt mein Wasser. Ich warte hier seit einer Stunde und verdurste bald!"
Nach diesen Worten ließ Meister Ramahamani seinen Blick über die Schüler schweifen und ergänzte: "Das also ist Maya. Ich wünsche euch eine gesegnete Nacht."
Sprachs, erhob sich und schritt durch eine kleine Tür aus dem Satsangraum.
Geist Aidan Lavette blickte ihm noch lange nachdenklich hinterher. Was war eigentlich in seiner Welt "Maya". War er sogar selbst Maya?
(c) Peter Bödeker
Wenn eine Stunde ein ganzes Leben enthält – yogaphilosophische Spuren in der Geschichte
Die Geschichte von Narada, Krishna und Maya wirkt auf den ersten Blick wie ein poetisches Gleichnis. Doch wer sich ein wenig mit der Philosophie des Yoga beschäftigt, entdeckt darin eine erstaunliche Tiefe. Viele Motive erinnern an zentrale Gedanken aus klassischen Texten wie den Yoga Sutras, der Bhagavad Gita oder den Upanishaden.
Interessant ist dabei: Die Geschichte erklärt nichts mit erhobenem Zeigefinger. Sie zeigt lediglich – und genau darin liegt ihre Kraft.
Ein paar Parallelen aus der Yogaphilosophie fallen besonders ins Auge.
Maya – die Wirklichkeit, die uns gefangen nimmt
Das Wort Maya wird im Yoga oft mit Illusion, Täuschung oder Schleier der Wirklichkeit übersetzt. Doch diese Übersetzung greift eigentlich zu kurz. Maya bedeutet nicht, dass die Welt „nicht existiert“. Vielmehr beschreibt sie, dass wir die Welt verwechseln mit dem, was wir über sie denken.
Narada erlebt genau das.
Innerhalb eines Augenblicks – aus Sicht Krishnas nur eine Stunde – lebt er ein ganzes Leben: Liebe, Familie, Besitz, Erfolg, Angst, Verlust.
Alles fühlt sich vollkommen real an. Alles prägt ihn emotional. Und doch löst es sich am Ende auf wie ein Traum.
Genau hier berührt die Geschichte einen Gedanken aus den Yoga Sutras: Wir verwechseln das Vergängliche mit dem Dauerhaften.
Yoga Sutra II-20: Der Sehende ist reines Bewusstsein; doch er sieht [die Welt] durch den [täuschungsanfälligen] Geist
Im Sanskrit wird diese Verwechslung Avidya genannt – eine grundlegende Form von Unwissenheit über die wahre Natur der Realität.
Avidya – das grundlegende Missverständnis
In den Yoga Sutras (II.5) beschreibt Patanjali Avidya als das Verwechseln von:
dem Vergänglichen mit dem Ewigen
dem Unreinen mit dem Reinen
dem Schmerzhaften mit dem Angenehmen
dem Nicht-Selbst mit dem Selbst
Narada erlebt all diese Ebenen gleichzeitig.
Sein Leben im Dorf erscheint ihm stabil und dauerhaft. Seine Familie wird zu seinem Mittelpunkt. Seine Identität verschmilzt mit dieser Rolle.
Er wird Ehemann, Vater, Dorfbewohner.
Doch in dem Moment, als Krishna ihn anspricht, zerfällt alles.
Nicht weil die Erfahrungen wertlos gewesen wären – sondern weil sie nicht das waren, was Narada für sie hielt.
Yoga Sutra II-3: Unwissenheit (Avidya), Identifikation mit dem Ego (Asmita), Begierde (Raga), Abneigung (Dvesha) und (Todes-)Furcht (Abhiniveshah) sind die fünf leidbringenden Zustände (Kleshas)
Yoga Sutra II-4: Avidya, die Unwissenheit, ist die Wurzel der übrigen Kleshas; diese können ruhend, abwechselnd, gedämpft oder voll aktiv in Erscheinung treten
Eine weitere interessante Parallele aus der indischen Philosophie ist das Konzept von Lila – dem göttlichen Spiel.
In vielen Traditionen wird das Universum nicht als starres System verstanden, sondern als eine Art kosmisches Spiel des Bewusstseins.
Krishna verkörpert in dieser Geschichte genau diesen Gedanken.
Er erklärt Maya nicht. Er lässt Narada sie erleben.
Und plötzlich erscheint ein ganzes Leben innerhalb einer Stunde.
Dieses Motiv findet sich auch in vielen mystischen Texten: Zeit ist relativ – besonders aus Sicht des Bewusstseins.
Anhaftung – wenn Gefühle uns festhalten
Besonders bewegend ist die Szene im Fluss.
Narada versucht verzweifelt, seine Familie zu retten. Er kämpft gegen die Strömung an. Doch gerade das Gewicht seiner Anhaftung zieht ihn immer tiefer unter Wasser.
Hier wird ein weiteres yogisches Prinzip sichtbar: Raga und Dvesha.
Diese Begriffe beschreiben:
Raga – Anhaften an dem, was wir lieben
Dvesha – Ablehnung dessen, was wir fürchten
Beides bindet das Bewusstsein.
Der Fluss in der Geschichte wirkt fast wie eine Metapher für das Leben selbst – ständig in Bewegung, nie vollständig kontrollierbar.
Yoga Sutra I-12: Übung (Abhyasa) und Nichtanhaften (Vairagya) führen zur Beruhigung der Bewegungen des Geistes (Nirodha)
Was für Narada ein ganzes Leben voller Emotionen war, ist für Krishna nur ein kurzer Moment gewesen.
Dieses Motiv erinnert stark an das Konzept des Erwachens im Yoga.
In vielen spirituellen Traditionen wird beschrieben, dass ein Mensch irgendwann erkennt: Das, was ich für mein Leben hielt, war nur ein Teil der Wirklichkeit.
Nicht unbedingt falsch – aber unvollständig.
Eine Einladung zur Selbstbeobachtung
Die Geschichte endet offen. Statt eine Moral zu predigen, stellt sie eine leise Frage:
Was in deinem eigenen Leben könnte Maya sein?
Vielleicht:
Rollen, mit denen du dich vollständig identifizierst
Sorgen, die heute riesig erscheinen
Erwartungen darüber, wie das Leben verlaufen sollte
Yoga lädt nicht dazu ein, die Welt abzulehnen.
Es lädt dazu ein, sie klarer zu sehen.
Zwei kleine Fragen zum Weiterdenken
Vielleicht magst du nach dem Lesen kurz innehalten und überlegen:
Welche Situationen in deinem Leben fühlten sich einmal absolut entscheidend an – und wirken heute fast wie ein Traum?
Gibt es Dinge, an denen du festhältst, obwohl sie sich ständig verändern?
Yoga beginnt oft genau hier: bei der stillen Beobachtung des eigenen Erlebens.
Deshpande empfiehlt zur Überwindung von Ungeduld im Yoga die Bewusstmachung, dass wir mit dem Yoga nicht hektisch auf ein bestimmtes Ziel zusteuern. Der Yogaweg bestehe im "... Ausharren ... mit wacher Aufmerksamkeit auf jede einzelne Vritti [Geistesregung] – wie sie entsteht, eine Weile andauert und dann wieder verschwindet ...". Dies sei der einzige Zustand, den ein Yogi anzustreben habe. Ungeduld ist hierbei nicht nötig.
"Dieser Pfad führt in eine Welt einer radikal neuen Dimension".
Fun Facts aus der Welt der Yogaphilosophie
Hier ein paar überraschende oder wenig bekannte Fakten, die den Kontext der Geschichte erweitern.
1. Maya bedeutet ursprünglich „Magie“ Im frühen Sanskrit bezeichnete Maya nicht nur Illusion, sondern auch die kreative Kraft, Wirklichkeit zu formen.
2. Narada ist der kosmische Reisende In vielen Puranas gilt Narada als göttlicher Bote, der zwischen Welten reist und Geschichten verbreitet.
3. Zeit verläuft für Götter anders In der hinduistischen Kosmologie entsprechen ein paar Minuten für Götter manchmal vielen Jahren für Menschen.
4. Der Begriff „Lila“ inspirierte moderne Physiker Einige Wissenschaftsphilosophen vergleichen das Konzept des kosmischen Spiels mit modernen Ideen über ein dynamisches Universum.
5. Yoga bedeutete ursprünglich nicht Körperübungen Das Wort Yoga taucht schon in den Upanishaden auf und bezeichnete dort vor allem geistige Disziplin und Erkenntnisarbeit.
6. Die Bhagavad Gita beschreibt Maya ähnlich wie die Geschichte Dort heißt es, dass die Welt durch die Energie Krishnas verschleiert erscheint, sodass Menschen ihre wahre Natur vergessen.
7. Illusion bedeutet nicht Unwirklichkeit Viele indische Philosophen betonen: Maya ist eher wie ein Traum im Schlaf – real während des Erlebens, aber relativ aus größerer Perspektive.
8. Einige moderne Philosophen vergleichen Maya mit der Idee, dass das Gehirn Realität aktiv konstruiert, anstatt sie einfach nur wahrzunehmen.
9. Die Bhagavad Gita beschreibt Maya als eine Kraft, durch die Menschen die wahre Natur der Realität nicht erkennen können – eine Art kosmischer Schleier.
Ergänzende Worte von dir?
Möchtest du etwas zur Interpretation der Geschichte ergänzen?
Vielen Dank, dass du deine Gedanken mit uns teilst!
Aidan Lavette, der unsterbliche Geist, lebte auch mehrere Jahrhunderte in China. In einem Dorf am Huashan Berg, der für sein famoses Wolkenmeer weit über China hinaus berühmt ist, hörte er von folgender Geschichte:
Eine ältere chinesische Hausdienerin holte jeden Morgen zwei Krüge Wasser aus dem Fluss im Dorf. Sie legte dafür eine Holzstange über ihren buckligen Rücken und hängte an jedes Ende einen Krug.
Einer der beiden Krüge bekam eines Tages in der Mitte einen Sprung. Fortan verlor er aus diesem Riss auf ihrem Weg vom Fluss bis zum Haus die Hälfte seines Wassers. Der Krug bemühte sich nach Kräften, das Wasser in sich zu bewahren. Doch vergebens. So sehr er sich auch anspannte, stets verlor er einen Teil seiner Fracht.
Vor langer Zeit lebte ein Hase am Rande eines kleinen Dorfes. An einem strahlenden Frühlingsmorgen entdeckte er eine saftige Möhre. Eine so große Möhre, wie er noch nie eine Möhre gesehen hatte. Die Rübe glänzte im morgendlichen Tau hinter einem hohen Maschendrahtzaun. Vor Freude lief unserem Hasen das Wasser im Hasenmunde zusammen.
Einst fragte Zen-Schüler Callum seinen Meister: Wie schaffe ich es, mich nicht mehr über den Egoismus meiner Mitmenschen zu ärgern?
Der Zen-Meister antwortete: "Stell dir vor, du gehst am frühen Morgen durch einen sonnigen Park. Du spürst einen zarten Wind im Gesicht, ansonsten ist alles ruhig. Dein Blick wird von hellgrün leuchtenden Trauerweiden angezogen, deren Zweige sanft die Oberfläche eines Teiches voller Seerosen streicheln. Ein zartblauer Eisvogel gleitet über das Wasser, landet auf der Bank vor dir und stimmt sein zauberhaftes Lied an. Völlig versunken lauschst du dem Gesang des winzigen Stimmwunders. Plötzlich wirst du grob an der Schulter gerempelt.
Ein 48-jähriger Obsthändler mit Namen Callum erlitt eines Morgens auf dem Weg zum Marktplatz einen schweren Unfall mit seinem Transporter. Er schlug hart mit den Rippen auf das Lenkrad. Der Befund im Krankenhaus kam zu dem Ergebnis: mindestens zehn Wochen Bettruhe im Stützkorsett, ohne Aufrichten, ohne sonstige Bewegung im Rücken. Mit etwas Glück würde er danach wieder auf seinen Beinen gehen können.
Niedergeschlagen ließ Callum sich von der Schwester in ein Zwei-Bett-Zimmer schieben. Seinen Bettnachbarn an der Fensterseite, einen betagten Herrn mit ungesunder Gesichtsfarbe, grüßte er kaum. Ihn umhüllte düstere Schwermut. Würde er je wieder laufen? Wie würde es überhaupt mit ihm weitergehen? Würde er wieder auf dem Marktplatz verkaufen können? Welche Wahlmöglichkeiten gab es denn sonst? Apathisch starrte er auf die Decke.
Einst lebte eine Mutter alleine mit ihren drei Kindern in einem baufälligen Haus am Rande des Tronerwaldes. Tagein, tagaus wusch sie Wäsche, kochte für ihre Kinder, half bei den Hausaufgaben, putzte, hielt den Garen in Ordnung und kümmerte sich um auch alle sonstigen anfallenden Sorgen und Nöte der Familie. Am Vormittag arbeitete sie außerdem noch halbtags im Lebensmittelgeschäft des Ortes.
Viele Jahre hielt sie diesem belastenden Alltag stand, dann wurde es ihr zu viel. Sie begann um Hilfe zu beten. Und ein Gott war ihr gnädig.
Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.
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