Yoga Therapie: Übungen bei konkreten Beschwerden
Yoga Therapie verbindet achtsame Bewegung, bewusste Atmung und gezielte Entspannung, um den Körper bei bestimmten Beschwerden ganzheitlich zu unterstützen. In dieser Kategorie findest du Übungen und Praxisanleitungen, die auf konkrete Themen wie Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Stress, Schlafprobleme, Verdauungsbeschwerden oder innere Unruhe ausgerichtet sind.
Die vorgestellten Yogaübungen sind so ausgewählt, dass sie dir helfen können, deinen Körper besser wahrzunehmen, Spannungen zu lösen und mehr Stabilität, Beweglichkeit und Ruhe zu entwickeln. Dabei geht es nicht um Leistung oder perfekte Haltungen, sondern um eine individuelle, achtsame Praxis, die an deine Möglichkeiten angepasst werden kann.
Ob du nach sanften Übungen für den Rücken suchst, Atemtechniken zur Stressregulation kennenlernen möchtest oder Yoga bei chronischen Beschwerden ausprobieren willst: Hier findest du Artikel, die dich Schritt für Schritt durch passende Übungen führen und dir erklären, worauf du bei der Praxis achten solltest.
Bitte beachte: Yoga Therapie kann eine wertvolle Ergänzung sein, ersetzt jedoch keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei akuten, starken oder ungeklärten Beschwerden solltest du medizinischen Rat einholen, bevor du mit den Übungen beginnst.
Hier findest du Übungsempfehlungen bei unterschiedlichen körperlichen Beschwerden bzw. zur Kräftigung bestimmter Körperpartien. Wie immer gilt: Yoga sollte in allen Fällen körperlicher Beschwerden in enger Abstimmung mit einem Gesundheitsspezialisten (Arzt, Heilpraktiker, Physiotherapeutin etc.) erfolgen.
Was passt zu mir?
Nicht jede Beschwerde braucht dieselbe Art von Yoga. Manchmal braucht der Körper sanfte Bewegung, manchmal mehr Stabilität, manchmal Ruhe, Atem oder Entlastung. Bevor du mit einer Übung beginnst, frage dich:
Brauchst du gerade eher …
- Entspannung?
Wenn du dich gestresst, angespannt, unruhig oder erschöpft fühlst, können ruhige Atemübungen, sanfte Dehnungen und Entspannungssequenzen hilfreich sein. - Mobilisation?
Wenn du dich steif, unbeweglich oder blockiert fühlst, können langsame, achtsame Bewegungen helfen, Gelenke und Muskeln wieder geschmeidiger werden zu lassen. - Kräftigung?
Wenn Beschwerden immer wiederkehren oder du dich instabil fühlst, kann eine behutsame Kräftigung wichtig sein – besonders für Rücken, Bauch, Schultern, Hüfte und Becken. - Atemübungen?
Wenn Stress, innere Unruhe, Schlafprobleme oder Erschöpfung im Vordergrund stehen, können Atemübungen dein Nervensystem beruhigen und deine Selbstregulation unterstützen.
Welche Yoga-Übungen passen zu welchen Beschwerden?
- Yoga bei Rückenschmerzen
Bei Rückenschmerzen geht es oft nicht darum, möglichst intensiv zu dehnen. Häufig sind sanfte Mobilisation, Entlastung und Stabilität sinnvoller. Übungen für die Wirbelsäule, den unteren Rücken, Bauch und Beckenbereich können helfen, Verspannungen zu lösen und den Rücken langfristig besser zu unterstützen. - Yoga bei Nacken- und Schulterverspannungen
Nacken- und Schulterbeschwerden entstehen häufig durch Stress, Bildschirmarbeit, einseitige Haltung oder innere Anspannung. Hier können sanfte Bewegungen, Atembewusstsein und Entlastung der Schultern wohltuend sein. Wichtig ist, nicht am Nacken zu ziehen, sondern achtsam Raum und Weite entstehen zu lassen. - Yoga bei Stress und innerer Unruhe
Bei Stress steht weniger die körperliche Leistung im Vordergrund, sondern die Regulation des Nervensystems. Ruhige Atemübungen, Vorbeugen, sanfte Bewegungsfolgen und Entspannungstechniken können helfen, aus dem „Funktionieren-Modus“ herauszufinden und wieder mehr Ruhe zu spüren. - Yoga bei Schlafproblemen
Wenn du schlecht einschläfst oder nachts häufig aufwachst, können ruhige Yogaübungen am Abend helfen, Körper und Geist auf Erholung einzustimmen. Besonders geeignet sind sanfte Dehnungen, längeres Ausatmen, liegende Haltungen und kurze Entspannungsübungen. - Yoga bei Hüft- und Beckenbeschwerden
Bei Beschwerden im Hüft- und Beckenbereich geht es oft um eine gute Balance aus Beweglichkeit, Stabilität und Loslassen. Sanfte Mobilisation der Hüften, Übungen für Gesäß, Beckenboden und unteren Rücken können helfen, Spannungen besser wahrzunehmen und auszugleichen. - Yoga bei Verdauungsbeschwerden
Bei einem angespannten Bauch, Völlegefühl oder nervöser Verdauung können ruhige Drehhaltungen, Bauchatmung und entspannende Positionen unterstützend wirken. Besonders wichtig ist eine sanfte Praxis ohne Druck auf den Bauch und ohne Leistungsanspruch.
Was Yoga-Therapie wirklich bedeutet
Yoga Therapie bedeutet nicht einfach, „mehr zu dehnen“ oder bestimmte Übungen gegen ein Symptom einzusetzen. Im Mittelpunkt steht eine achtsame, individuell angepasste Praxis.
Dabei geht es darum, den Körper genauer wahrzunehmen, Bewegungen sinnvoll zu dosieren und Übungen so anzupassen, dass sie wirklich unterstützend wirken. Eine therapeutische Yogapraxis fragt nicht: „Wie tief komme ich in die Haltung?“, sondern: „Was braucht mein Körper gerade?“
Das kann bedeuten, eine Übung kleiner, langsamer oder mit Hilfsmitteln auszuführen. Es kann auch bedeuten, eine Haltung wegzulassen, wenn sie nicht guttut. Yogatherapie arbeitet mit Wahrnehmung, Atem, Bewegung, Ruhe und Selbstregulation – nicht mit Druck oder Perfektion.
Sicherheitsampel: Wann solltest du vorsichtig sein?
Grün: Du kannst sanft üben
Yoga kann gut geeignet sein, wenn du leichte Verspannungen, Steifheit oder Alltagsbeschwerden spürst. Übe langsam, achte auf deinen Atem und bleibe in einem Bereich, der sich angenehm oder wohltuend anfühlt.
Beispiele:
- leichte Nackenverspannung
- müder Rücken nach langem Sitzen
- leichte innere Unruhe
- allgemeine Steifheit
- Wunsch nach Entspannung
Gelb: Übe angepasst und achtsam
Wenn Beschwerden wiederkehrend, chronisch oder stärker ausgeprägt sind, solltest du besonders achtsam üben. Wähle sanfte Varianten, vermeide Druck und beobachte genau, ob sich die Beschwerden während oder nach der Praxis verändern.
Beispiele:
- wiederkehrende Rückenschmerzen
- chronische Verspannungen
- leichte Bandscheibenprobleme
- alte Verletzungen
- Schwindelneigung
- Erschöpfung oder starke Stressbelastung
In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, die Übungen vorher mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Therapeutin abzuklären.
Rot: Bitte medizinisch abklären
Bei akuten, starken oder ungeklärten Beschwerden solltest du nicht einfach mit Yogaübungen beginnen. Hole dir zuerst medizinischen Rat.
Das gilt besonders bei:
- starken oder plötzlich auftretenden Schmerzen
- Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
- ausstrahlenden Schmerzen in Arme oder Beine
- Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen
- Entzündungen, Fieber oder akuten Verletzungen
- Beschwerden nach einem Unfall
- neurologischen Symptomen
- ungeklärten oder sich verschlimmernden Beschwerden
Yoga Therapie kann unterstützen, ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Yoga nach Alltagssituationen
Beschwerden entstehen oft nicht isoliert, sondern im Alltag: durch Sitzen, Stress, Bildschirmarbeit, Schlafmangel oder einseitige Belastung. Deshalb findest du hier nicht nur Übungen nach Körperregionen, sondern auch nach typischen Situationen.
- Yoga nach langem Sitze
Nach vielen Stunden am Schreibtisch fühlen sich Rücken, Hüften und Schultern oft fest an. Sanfte Mobilisation, Hüftöffnungen und Bewegungen für die Wirbelsäule können helfen, wieder mehr Leichtigkeit in den Körper zu bringen. - Yoga bei Bildschirmarbeit
Bildschirmarbeit belastet häufig Nacken, Schultern, Augen und oberen Rücken. Kurze Übungen für Schulterkreisen, Brustöffnung, Nackenmobilisation und bewusste Atmung können kleine Ausgleichsmomente schaffen. - Yoga vor dem Schlafen
Am Abend darf die Praxis ruhig, langsam und reizarm sein. Liegende Haltungen, sanfte Vorbeugen, Atemübungen und Entspannung helfen dir, den Tag loszulassen und in den Ruhemodus zu wechseln. - Yoga nach Stress
Nach intensiven oder emotional belastenden Situationen braucht der Körper Sicherheit und Regulation. Atemübungen, erdende Haltungen und ruhige Bewegungen können helfen, Stress abzubauen und wieder in Balance zu kommen. - Yoga am Morgen bei Steifheit
Wenn sich der Körper morgens unbeweglich anfühlt, können kleine, fließende Bewegungen helfen, Gelenke, Muskeln und Kreislauf sanft zu aktivieren. Dabei geht es nicht um Dynamik, sondern um ein behutsames Ankommen im Körper.
Wann Yoga sinnvoll ist – und wann nicht
Yoga kann eine wertvolle Unterstützung sein, wenn du deinen Körper bewusster wahrnehmen, Spannungen lösen, Beweglichkeit verbessern oder Stress reduzieren möchtest. Besonders bei leichten bis moderaten Beschwerden kann eine angepasste Yogapraxis helfen, mehr Ruhe, Stabilität und Bewegungsfreiheit zu entwickeln.
Sinnvoll kann Yoga sein bei:
- leichten Verspannungen
- stressbedingter Unruhe
- Steifheit durch langes Sitzen
- dem Wunsch nach Entspannung
- unterstützender Bewegung bei wiederkehrenden Beschwerden
- besserer Körperwahrnehmung
- sanfter Kräftigung und Mobilisation
Yoga ist jedoch nicht immer die richtige erste Maßnahme. Bei akuten, starken oder ungeklärten Beschwerden solltest du medizinisch abklären lassen, was dahintersteckt. Auch wenn sich Symptome verschlimmern, Taubheit, Kribbeln, Schwindel oder ausstrahlende Schmerzen auftreten, ist Vorsicht geboten.
Eine gute Yoga-Therapie respektiert Grenzen. Sie verspricht keine schnellen Wunder, sondern unterstützt dich dabei, achtsamer mit deinem Körper umzugehen und passende Übungen für deine Situation zu finden.

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Yogaübungen für Migräne-Patienten
Yogilette fragt:
Moin Moin aus dem hohen Norden,
eine Frage habe ich an Euch: Wer hat Erfahrung mit Migränepatienten im Unterricht?
Ich habe ein 16-jähriges Mädchen im Yogaunterricht und würde sie gern im Einzelunterricht betreuen. Sie hat Migräne und bei Ihr liegt es in der Familie. Ich bin mir nicht sicher, welche Übungen für sie hilfreich sind. Ihr Leidensdruck ist sehr groß.
Ich wäre euch sehr dankbar, wenn Ihr mir einige Tipps für den Umgang mit Migränepatienten im Yoga geben könntet.
Alles Liebe sendet Euch
Nic
Die Antworten lauten wie folgt:
Atemübung bei Bluthochdruck
Besma fragt:
Hallo liebe Mit-Yogis :)
Ich habe kürzlich im Unterricht eine Atemübung gemacht, die ich aus dem Hormonyoga kenne. Man atmet auf 4, hält die Luft an auf 4, atmet aus auf 4 und hält wieder die Luft an. Auf mich wirkt diese Übung sehr beruhigend. Nun hat mir eine Teilnehmerin erzählt, sie habe diese Übung gemacht, als ihr Herz sehr nervös geklopft hat und hatte im Anschluss beim Blutdruckmessen einen extrem hohen Wert (160/110). Sie leidet ohnehin an Bluthochdruck und hat viel Stress, ist 61. Ich habe ihr nun empfohlen, nicht die Luft anzuhalten, sondern die normale Bauchatmung zu machen.
Was mich allerdings interessieren würde: Warum geht der BD so hoch bei einer Übung, die doch beruhigend wirken soll (und bei mir super funktioniert bei nervösem Herz)? Da ich mehrere ältere Teilnehmer habe, bin ich jetzt unsicher. Muss noch dazu sagen, sie hat diese Übung im Sitzen gemacht und sicher saß sie auch nicht aufrecht, aber so eine starke Reaktion dürft ja trotzdem nicht sein.
Danke für euren Rat und einen schönen Sonntag! Besma
Die Antworten lauten wie folgt:
Depressionen und Yoga
Vani fragt:
Hallo ihr Lieben,
ich bin neu hier und freue mich, euch begrüßen zu dürfen. Kurz zu meiner Person: Ich bin 34 Jahre alt, habe eine Tochter, bin alleinerziehend und auf Grund meiner Krankheit seit einem Jahr arbeitslos. Ich bin seit sehr vielen Jahren tief depressiv. Schon als Kind war ich oft verstimmt. Es ist schwer zu beschreiben, dafür gibt's keine richtigen Worte. Das Leben, Menschen und alles um mich kann mich nicht erfüllen, mich zufrieden stellen oder sogar kurz glücklich machen.
Mit Yoga hab ich vor paar Wochen angefangen, als Mittel gegen innere Unruhe, die mich oft plagt, und gegen Angst. Ich bin nicht religiös, aber spirituell. Ich bin vielseitig interessiert. Ich lese viel, will sozusagen alles wissen und erfahren. Ich suche dadurch nach dem Grund meiner Depressionen.
Vielleicht könnt ihr mir helfen. Mit Ratschlägen, welche Übungen, Meditationen (oder was auch immer) mir den Weg zeigen zu mir selbst. Zu dem, was mich quält und mir eine enorme Last ist. Ich danke euch.
Die Antworten lauten wie folgt:
Yoga bei Skoliose
Larrim schreibt:
Hallo,
da ich selber von Kindesbeinen an mit einer Skoliose leben muss, möchte ich hier allen Betroffenen Mut machen, Yoga regelmäßig zu üben.
Nach vielen Jahren Praxis ist meine Skoliose zur Hälfte verschwunden. Allen Unkenrufen der Ärzte zum Trotz hat sich kein Buckel entwickelt und ich habe keinerlei Rückenschmerzen oder sonstigen Probleme damit.
Meine Empfehlungen sind, viele streckende Übungen und insbesondere Rückbeugen zu machen, z. B. Kobra, Bogen etc. Wenn infolge der Skoliose die Schultern oder das Becken schief stehen, hat es sich bewährt, regelmäßig den Drehsitz und das Krokodil zu üben.
Wenn ihr regelmäßig übt, merkt ihr schon nach recht kurzer Zeit eine deutliche Erleichterung und die Rückenschmerzen werden deutlich weniger, bis sie schließlich ganz verschwinden.
Sonnige Grüße
Larrim
Die Antworten lauten wie folgt:
Asana für die Leber
Tanne fragt:
Hallo liebe Yogis&Yoginis,
kann mir vielleicht jemand Hilfestellung geben und mir ein paar Yoga-Übungen speziell für die Leber nennen? Ich möchte gerne ein Leberprogramm über einen längeren Zeitraum praktizieren. Vielen Dank im Voraus. Liebe Grüße Tanne :)
Die Antworten lauten wie folgt:
