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Die Mandukya Upanishad ist die Kürzeste aller Upanischaden und umfasst lediglich zwölf Verse. Doch diese haben es in sich! Sollen Sie doch (gemäß Radhakrishnan) eine grundlegende Herangehensweise an die Erkenntnis der letzten Realität beinhalten.

Der Inhalt dreht sich hauptsächlich um das Mantra OM und die vier Zustände des Bewusstseins (Wachen, Träumen, Tiefschlaf und einen mystischen vierten Zustand der Erleuchtung – Turiya.

Der Text besteht nur aus 12 Versen. Ich habe eine eigene Übersetzung erstellt, die (hoffentlich) das Gemeinte korrekt wiedergibt, dabei aber verständlicher zu lesen ist.

Konzentrierte Weisheit

Mit ihren 12 Versen ist die Mandukya Upanishad die kürzeste der klassischen Upanischaden (und wohl auch die jüngste, ihre Entstehung wird auf die Zeitenwende datiert). In ihrer Kürze soll sie ein Extrakt der Weisheit der kompletten Upanischaden sein. Zugleich gilt der Text als „zentrale Philosophie des OM“ (Yoga Atlas).

Die Mandukya Upanishad

1

OM – dieser unvergängliche Laut ist alles, was ist. Das ganze Universum und darüber hinaus. OM enthält Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und all das, was sich jenseits unserer Vorstellung von Zeit befindet.

2

All dies ist Brahman und Brahman ist das wahre Selbst – Atman. Und Atman besteht aus vier Vierteln.

3

Das erste Viertel Atmans wird Vaisvanara genannt. Es ist der Wachzustand, der nach außen erkennt und sich des Grobstofflichen erfreut. Vaisvanara hat sieben Glieder und 19 Münder.

4

Das zweite Viertel wird Taijasa gennant, der Zustand des Traumes. Hier ist das Bewusstsein nach innen erkennend ausgerichtet. Taijasa genießt die inneren Objekte und hat (auch) sieben Glieder und 19 Münder.

5

Das dritte Viertel wird Prajna genannt, der Zustand des Tiefschlafs. Hier gibt es keine Begierden und keine Traumbilder. Prajna besteht ganz aus Erkenntnis und ist mit Glückseligkeit gefüllt. Man ist eins mit dem Bewusstsein. (Sein Mund ist das Bewusstsein)

6

Dies ist der Herr von Allem. Allwissend. Innere Seele und Lenker, Quelle von Allem. Anfang (Geburt) und Ende (Tod) aller Wesen.

7

Das vierte Viertel wird Turiya genannt. Weder äußeres (objektives) Bewusstsein noch nach innen (subjektiv) erkennend. Auch nicht beides zusammen oder nur aus Bewusstsein bestehend. Weder unbewusst noch bewusst.

Turiya kann nicht gesehen, nicht gefühlt oder gegriffen werden. Es kann nicht gedacht, bezeichnet oder beschrieben werden.

Turiya ist in der Erkenntnis des wahren Selbstes gegründet, es ist Bewusstsein, in dem alle Phänomene zur Ruhe kommen. Es ist Friede, Seligkeit und nicht dual. Es ist Atman.

Es gilt, ihn zu erkennen.

Alle Artikel auf Yoga-Welten mit Bezug zu Turiya

Weg des Wissens: die Jnana Yoga Praxis

Jnana Yoga, Weg des Wissen, Frau meditiert in Yoga-Bibliothek

Jnana Yoga – der Weg des verwirklichten Wissens in den alten Schriften

Jnana Yoga, der Yoga der spirituellen Erkenntnis bzw. der Weg des Wissens, ist die Praxis der Selbsterkenntnis durch Einsicht in die wahre Natur des Selbst. Er verbindet philosophische Untersuchung mit meditativer Verwirklichung. Ziel ist nicht theoretisches Wissen, sondern unmittelbare Erkenntnis der Einheit allen Seins.

Der Mensch sollte sich Fragen stellen wie: Wer bin ich? Wer ist dieser Handelnde? Woher komme ich, woher kommt die Welt? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist wirklich usw.? Haupttechniken sind Meditationen und Reflektionen über Schlüsselwahrheiten, um die Antworten auf existenzielle Fragen in sich zu finden.

Hier weiterlesen: Weg des Wissens: die Jnana Yoga Praxis


Yoga Sutra II-51: Die vierte Art des Pranayama überschreitet die Erfahrung von Einatmung und Ausatmung

medi dunkel schimmer 250bāhya-ābhyantara viṣaya-akṣepī caturthaḥ
बाह्याभ्यन्तरविषयाक्षेपी चतुर्थः

Es wird geheimnisvoll: An dieser „kryptischen“ Sutra scheiden sich die Geister bei der Deutung des „vierten Zustandes“. Für manche wird hier schon Samadhi erreicht.

In II-51 wird „das Vierte“ Pranayama thematisiert ► Deutungen des vierten Pranayama ► Übersetzungsalternativen ► Wie dieser Zustand zu erreichen ist

Hier weiterlesen: Yoga Sutra II-51: Die vierte Art des Pranayama überschreitet die Erfahrung von Einatmung und Ausatmung


Yoga Sutra I-27: Ishvara zeigt sich in dem Wort OM (Pranavah)

om 250

 Tasya vâchakah pranavah
तस्य वाचकः प्रणवः

 

Hier beschreibt Patanjali einen weiteren Weg, Gott (Ishvara) in uns zu erfahren. Doch unkonzentriertes Murmeln von OM reicht nicht aus:

Hier weiterlesen: Yoga Sutra I-27: Ishvara zeigt sich in dem Wort OM (Pranavah)


Yoga Sutra I-49: Das Wissen aus Nirvichara Samapatti ist von höherer Art als das Wissen, das aus Gehörtem, Gelesenem oder mittels Schlussfolgerung gewonnen wurde

augen im baum tt 564

śruta-anumāna-prajñā-abhyām-anya-viṣayā viśeṣa-arthatvāt
श्रुतानुमानप्रज्ञाभ्यामन्यविषया विशेषार्थत्वात्

Das Wissen, dass dem routinierten Nirvichara-Praktizierendem enthüllt wird, ist von einer ganz anderen Art, als jenes Wissen, dass wir gemeinhin als solches bezeichnen. 

Hier weiterlesen: Yoga Sutra I-49: Das Wissen aus Nirvichara Samapatti ist von höherer Art als das Wissen, das aus Gehörtem, Gelesenem oder mittels Schlussfolgerung gewonnen wurde


8

OM steht für dieses wahre Selbst. Seine Laute A, U und M sowie das Unhörbare sind die vier Viertel.

9

Der Wachzustand: A steht für Vaishwanara, es umfasst alle anderen. Wer dieses weiß, wird der Erste und erlangt alle Wünsche.

10

Der Traumzustand: U steht für Taijasa, hoch gehalten und im Zentrum befindlich. Wer ihn erkennt, erlangt unendliches Wissen und wird von allen Seiten geachtet. Niemand in seiner Familie, der nicht Brahman kennt.

11

Der Tiefschlaf: M steht für Prajna, Herr der Weisheit. Es steht für das Mittel, was zur Einheit führt und die gesamte Einheit selbst. Wer darum weiß, kann alles messen und aus sich selbst heraus verstehen.

12

Der vierte Zustand, ohne Klang, nicht zu nennen, völlige Ruhe, frei aller relativen Objekte, seligt, friedlich, unteilbar. Darum ist OM das wahre Selbst, der wirkliche Atman. Wer dieses weiß, der geht mit seiner individuellen Seele in das höchste Selbst ein.

Wer dieses weiß!

 

Zu dieser Übersetzung

Die jeweilige Übersetzung ist von mir auf Basis mehrer anderer Übersetzungen ausgewählt worden. Obige Worte schienen mir besonders verständlich, aber dies ist natürlich subjektiv und eventuell mit Fehlern behaftet. Falls du etwas ergänzen/korrigieren möchtest, freue ich mich über einen entsprechenden Kommentar.

Meine Quellen:

 

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Erzählt wird die Begegnung des jungen Naciketas mit Yama, dem Herrn des Todes. Diese Rahmenhandlung macht die Schrift ungewöhnlich anschaulich: Ein Kind fragt nach dem Geheimnis des Sterbens, und der Tod selbst wird zum Lehrer. Dabei geht es nicht um düstere Jenseitsspekulation, sondern um eine präzise innere Schulung. Die Kaṭha-Upaniṣad unterscheidet zwischen dem bloß Angenehmen und dem wirklich Heilsamen, beschreibt das Selbst als tiefer liegend als Körper und Gedanken und deutet Yoga als Zustand gesammelter, wacher Innerlichkeit.

Die Katha Upanishad ist für Yoga-Interessierte deswegen so besonders, weil sich darin die frühest bekannte Definition von Yoga findet. Diese ergibt sich aus einem Gespräch zwischen dem Jungen Naciketas und Yama, dem Gott des Todes.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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