Kleshas: geistige Hindernisse und Ursachen für menschliches Leid (laut Yogasutra von Patanjali)
Eine knappe Nachricht landet in deinem Postfach: „Bitte noch einmal überarbeiten.“ Noch bevor du weißt, wie sie gemeint ist, wird dein Gesicht heiß. Im Kopf erscheint der Satz: „Meine Arbeit wird nicht geschätzt.“ Du willst dich rechtfertigen oder die Nachricht schließen und nie wieder ansehen. In wenigen Sekunden sind Wahrnehmung, Körper, Deutung und Handlungsimpuls zu einem festen Muster geworden.
Die Lehre von den fünf Kleshas beschreibt solche Verstrickungen als Kräfte, die Wahrnehmung einengen und Leiden begünstigen. Ihr heutiger Nutzen liegt nicht darin, jedes Gefühl mit einem Sanskritwort zu etikettieren. Sie hilft dir, den Ablauf früher zu bemerken: Was ist geschehen, was spüre ich, welche Geschichte erzähle ich mir, wohin drängt es mich und welche Antwort ist jetzt möglich?
Die Hauptidee lautet: Ein Klesha muss nicht erst verschwinden, bevor du anders handeln kannst. Schon das genaue Erkennen kann zwischen Impuls und Handlung einen kleinen Spielraum öffnen. „Heilsam“ bedeutet hier: weniger automatisch, weniger schädlich und stärker an Wirklichkeit, Werten und Mitgefühl orientiert. Es ist kein medizinisches Heilversprechen.
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