Gheranda Samhita Kapitel 6: Dhyana – die drei Arten der Meditation
Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita führt in einen Bereich des Yoga, in dem keine Körperhaltung mehr trägt und keine Atemtechnik mehr im Vordergrund steht: Dhyana, die meditative Kontemplation. Der Text beschreibt drei Wege der Meditation — über Form, Licht und das Subtile — und öffnet damit einen fremden, aber erstaunlich präzisen Innenraum.
Wer moderne Meditation vor allem als Stressreduktion kennt, begegnet hier einer älteren, bildstarken Yogasprache: mit Nektarmeer, Juweleninsel, Guru, Gottheit, Kundalini und Atman. Das ist nicht immer bequem, nicht immer sofort zugänglich, aber gerade deshalb wertvoll. Denn dieses Kapitel zeigt, wie klassischer Yoga den Geist nicht nur beruhigen, sondern verfeinern, sammeln und auf Selbsterkenntnis ausrichten will.
Kurz zusammengefasst
- Dhyana als innere Yogaschulung
Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita führt von der körperlichen Praxis in die geistige Übung. Dhyana meint hier nicht bloß Entspannung, sondern eine gezielte Schulung der Vorstellungskraft, Konzentration und inneren Wahrnehmung. - Drei Arten der Meditation
Die Gheranda Samhita unterscheidet Sthula Dhyana, Jyotir Dhyana und Sukshma Dhyana. Die Bewegung geht von der konkreten Form über das innere Licht bis zum schwer fassbaren Subtilen. - Sthula Dhyana – Meditation über Form
Bei Sthula Dhyana arbeitet der Yogi mit inneren Bildern: Nektarmeer, Juweleninsel, Wunschbaum, Gottheit, Guru und Lotus. Die Bildkraft des Geistes wird nicht abgelehnt, sondern bewusst geordnet und für die Meditation genutzt. - Jyotir Dhyana – Meditation über Licht
Jyotir Dhyana oder Tejo Dhyana richtet sich auf inneres Licht, etwa im Muladhara, im Nabelzentrum oder im Bereich zwischen den Augenbrauen. Diese Lichtmeditation bildet den Übergang von der sichtbaren Form zur feineren Wahrnehmung. - Sukshma Dhyana – subtile Meditation
Sukshma Dhyana gilt als die höchste der drei Meditationsformen. Sie wird mit Kundalini, Atman und Shambhavi Mudra verbunden und gehört eher in den Bereich fortgeschrittener yogischer Innenerfahrung. - Rangfolge der Meditationsarten
Die Gheranda Samhita bewertet die drei Formen klar: Lichtmeditation steht über der Formmeditation, subtile Meditation wiederum weit über der Lichtmeditation. Die Zahlenangaben sind weniger mathematisch als richtungsweisend zu verstehen: vom Groben zum Feinen, vom Bild zum Licht, vom Licht zum Subtilen. - Traditionelle Bildsprache vorsichtig lesen
Die Verse sind reich an Symbolik, religiösen Vorstellungen und tantrisch-yogischen Begriffen. Für heutige Leser ist wichtig, diese Bilder weder naiv wörtlich noch vorschnell psychologisch glattzubügeln. - Nutzen für heutige Übende
Das Kapitel zeigt, dass Meditation nicht immer formlos beginnen muss. Innere Bilder, Lichtvorstellungen und Verfeinerung der Aufmerksamkeit können helfen, Sammlung aufzubauen — solange sie ruhig, maßvoll und ohne esoterischen Ehrgeiz praktiziert werden.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Im Folgenden findest du meist den Volltext, an einigen wenigen Stellen Zusammenfassungen der einzelnen Verse, meist mit weiterführenden Links zu den Yoga-Techniken. Ich habe mich nach bestem Wissen bemüht, die trefflichste Übersetzung aus den Quelltexten zu wählen (hin und wieder gab es darin doch deutliche Unterschiede, wurden die Übungen völlig unterschiedlich beschrieben).
Hinweis zur Übersetzung
Bei der Übersetzung der Gheranda Samhita ist Vorsicht angebracht. Verschiedene Ausgaben und Übersetzungen weichen in einzelnen Begriffen, Verszählungen und Details voneinander ab. Das betrifft besonders die Bija-Silben, einzelne Bildbeschreibungen und die Deutung subtiler Yoga-Begriffe.
Einige Begriffe dieses Kapitels lassen sich nicht glatt ins Deutsche übertragen. Sthula, Jyotis, Sukshma, Bindu, Nada, Atman und Kundalini sind keine bloßen Vokabeln, sondern ganze Bedeutungsfelder. Deshalb wurde an manchen Stellen eine etwas erklärende Übersetzung gewählt. Sie soll den Text verständlich machen, ohne seine Fremdheit vollständig wegzubügeln. Denn gerade diese Fremdheit gehört zur historischen Yoga-Literatur dazu. Ein alter Text muss nicht klingen, als sei er gestern für eine Meditations-App geschrieben worden.
Die folgende Zusammenfassung versteht sich deshalb nicht als endgültige philologische Festlegung, sondern als gut lesbare, kommentierte Annäherung. Wo Begriffe mehrdeutig sind, wird dies kenntlich gemacht. Gerade bei alten Yogatexten ist eine gewisse Demut angebracht: Manchmal spricht der Text klar. Manchmal lächelt er nur und lässt uns mit drei möglichen Bedeutungen zurück.
Erzählform: Die Gheranda Samhita ist in Form eines Dialoges verfasst. Der Lehrer Gheranda unterweist den wissbegierigen Candakapali.
Die drei Arten der Meditation
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 1
Dhyana oder Kontemplation ist von dreierlei Art: grob, licht oder subtil.
Wenn über eine einzelne Figur wie den Guru oder eine Gottheit meditiert wird, ist es Sthula- oder grobe Meditation.
Wenn Brahman oder Prakriti (Urmaterie) wie über eine Menge an Licht kontempliert wird, so nennt sich dieses Jyotis- oder lichte Meditation. [Alternativübersetzung: Meditation über Lichtkomplexe]
Wenn Brahman als ein Punkt [...] kontempliert wird, handelt es sich um Sukshma- oder subtile Meditation. [Alternativübersetzung: Meditation, die sich auf Punkte bezieht].
Erläuterung: Dhyana, die meditative Kontemplation, wird als dreifach beschrieben: grob, lichthaft und subtil. Sthula Dhyana gilt als Meditation über eine konkrete Form. Jyotis Dhyana ist Meditation über das Licht oder das Leuchtende. Sukshma Dhyana richtet sich auf das feine, punktartige Brahman und auf die Kundalini als höchste göttliche Kraft.
Dhyana: in der Gheranda Samhita mehr als stilles Sitzen
Wer heute das Wort Meditation hört, denkt oft an Achtsamkeit, Atembeobachtung, Stressabbau oder eine stille Viertelstunde zwischen zwei Terminen. Das ist nicht falsch. Aber es ist auch nicht das, was die Gheranda Samhita in erster Linie meint.
Dhyana ist hier keine neutrale Entspannungstechnik, sondern eine gezielte innere Bild-, Licht- und Bewusstseinsschulung. Der Übende arbeitet mit symbolischen Räumen, Gottheiten, Klangsilben, Lichtvorstellungen und subtilen Wahrnehmungen. Das klingt für moderne Ohren manchmal prachtvoll, manchmal fremd, manchmal auch ein wenig überladen. Genau darin liegt aber der Reiz dieses Kapitels: Die Gheranda Samhita zeigt Meditation nicht als Leere von Anfang an, sondern als Weg durch gestaltete innere Welten.
Die Bewegung geht dabei von Form zu Licht und weiter zum Subtilen. Erst wird eine konkrete Gestalt kontempliert, dann ein inneres Licht, schließlich ein kaum noch greifbares Prinzip. Man könnte sagen: Der Geist bekommt zunächst etwas zu sehen, dann etwas zu durchleuchten, und am Ende soll er lernen, auch das Feinste noch loszulassen.
Drei Stufen der Verfeinerung
Die drei Formen von Dhyana lassen sich als eine Art Verfeinerung der Aufmerksamkeit verstehen:
- Sthula Dhyana arbeitet mit einer sichtbaren oder vorstellbaren Form. Dazu gehören der Guru, eine Gottheit, ein innerer Lotus, ein Thron, ein Pavillon oder andere symbolische Bilder. Diese Meditation ist „grob“ nicht im Sinne von plump, sondern im Sinne von konkret, gestalthaft und für den Geist leichter fassbar.
- Jyotir Dhyana oder Tejo Dhyana richtet sich auf Licht. Hier wird der Meditationsgegenstand weniger gegenständlich. Die Aufmerksamkeit löst sich von Gestalt und Schmuck und wendet sich dem Leuchten, der inneren Helligkeit und dem Flammenbild zu.
- Sukshma Dhyana ist die subtilste Form. Sie bezieht sich auf das Feine, Punktartige, kaum Darstellbare. In der Gheranda Samhita wird sie mit Kundalini, Atman und Shambhavi Mudra verbunden. Diese Stufe ist nicht mehr dekorativ. Sie ist auch nicht gemütlich. Sie gehört in den Bereich fortgeschrittener yogischer Innenerfahrung.

Sthula Dhyana (grobe Meditation)
Sthula:
Sanskrit für grob, dick, groß, massiv, grobstofflich, materiell, der sichtbare Körper; Gegenpol zu Sukshma. Die physische Welt ist Sthula, die Astralwelt ist Sukshma. Der physische Körper wird auch Sthula Sharira genannt.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 2
[Schließe die Augen und ] Der Yogi stelle sich im eigenen Herzen ein herrliches Meer aus Nektar vor. In seiner Mitte erhebt sich eine Insel aus Juwelen, deren Ufer von kostbarem, funkelndem Sand bedeckt sind.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 3
In den vier Himmelsrichtungen stehen blühende Nipa-Bäume. Die Insel ist ringsum von einem Hain dieser Bäume umgeben, als läge sie abgeschieden in einer eigenen, duftenden Welt.
Nipa-Baum = Laubbaum (Haldina cordifolia oder Kadamba), der weit über 20 Meter hoch wachsen kann und interessante Blütenstände ausbildet.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 4
Der Yogi stelle sich weiter vor, dass dort Malati, Mallika, Jati, Kesara, Champaka, Parijata und andere Blüten wachsen. Ihr Duft erfüllt die Himmelsrichtungen. Die Meditation beginnt hier nicht trocken, sondern fast verschwenderisch: mit Farbe, Geruch, Klang und Schönheit.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 5
In der Mitte dieses Gartens stelle sich der Yogi einen schönen Wunschbaum vor, der immerfort Blüten und Früchte trägt. Seine vier Äste entsprechen den vier Veden.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 6
Dort summen Bienen, und Kokilas [eine Kuckucksart] singen. In fester Sammlung stelle sich der Yogi einen großen, aus Juwelen errichteten Pavillon vor.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 7
In diesem Pavillon befindet sich ein schöner Sitz [oder Thron]. Dort meditiert der Yogi über seine erwählte [oder: besondere] Gottheit, so wie sie ihm vom Guru gelehrt wurde.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 8
Der Yogi kontempliere beständig über die Form, die Ornamente [den Schmuck] und die Hilfsmittel [andere Übersetzung: das Fahrzeug] der Gottheit.
Das nennt sich Sthula-Dhyana, die grobe Meditation.
Warum diese innere Bilderfülle?
Die Beschreibung von Sthula Dhyana wirkt auf den ersten Blick fast märchenhaft: Nektarmeer, Juweleninsel, Blüten, Wunschbaum, singende Vögel, ein kostbarer Pavillon, eine Gottheit auf einem Thron. Wer Meditation nur als nüchternes Beobachten des Atems kennt, fragt sich vielleicht: Ist das noch Yoga oder schon inneres Bühnenbild?
Doch diese Bilderfülle hat eine Funktion. Der Geist soll nicht ziellos träumen, sondern geordnet imaginieren. Die Vorstellung wird nicht dem Zufall überlassen, sondern Schritt für Schritt aufgebaut. Der innere Raum wird gereinigt, verschönert und sakralisiert. Aus gewöhnlicher Fantasie wird eine konzentrierte meditative Visualisation.
Gerade darin zeigt sich ein anderer Zugang als in vielen modernen Meditationsformen: Die Gheranda Samhita bekämpft die Bildkraft des Geistes nicht, sondern nimmt sie in Dienst. Der Geist, der ohnehin ständig Bilder erzeugt, erhält hier ein bewusst gewähltes Bild. Das ist psychologisch klug, auch wenn die Symbolik für heutige Leser zunächst fremd sein kann.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 9
Eine andere Art von Sthula-Dhyana:
Eine weitere Form von Sthula Dhyana richtet die Vorstellung auf den tausendblättrigen Lotus im Scheitelbereich. In dessen Mitte denkt sich der Yogi einen zwölfblättrigen Lotus.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 10
deren Blätter weiß sind und hell strahlen. Auf jedem Blatt findet sich der Reihe nach einer der folgenden Laute:
Ha, Sa, Ksa, Ma, La, Va, Ra, Yum, Ha, Sa, Ksa und Phrem
Ergänzung: Auf den zwölf Blättern befinden sich der Reihe nach heilige Bija-Silben. Die genaue Wiedergabe dieser Silben unterscheidet sich je nach Ausgabe und Übersetzung. Wichtig ist hier weniger eine schulmäßige Ausspracheübung als die Vorstellung eines sakral geordneten Klangraums.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 11
Im Zentrum von diesem kleineren Lotus finden sich drei Linien a, ka und kha, die ein Dreieck mit den Eckpunkten ha, la und ksa bilden. Darinnen befindet sich das Pranava [=heilige Silbe] OM.
Alternativübersetzung:
In der Mitte dieses Lotus befindet sich ein Dreieck, das mit heiligen Lauten und Linien verbunden ist. In seinem Zentrum ruht das Pranava, die Silbe Om.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 12
Danach stelle man sich eine wunderschöne Bank aus Nada [Klang] und Bindu [Punkt, Shiva oder Bewusstsein] vor. Auf dieser Bank sind zwei Schwäne [Hamsa-Paar] und ein Paar Sandalen aus Holz.
Erläuterung: Das Hamsa-Paar ist ein Symbol, das im Yoga mit Atem, Seele und innerer Erkenntnis verbunden wird. Die Sandalen sind wahrscheinlich die des eigenen Gurus.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 13
Dort [oder Dann] stelle man sich den Guru als Gottheit vor, mit zwei Armen, drei Augen und weiß gekleidet. Er ist eingecremt mit weißer, duftender Creme und trägt Girlanden mit weißen Blüten.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 14
Der Guru erscheint mit weißer Blumengirlande und verbunden mit der roten Shakti, der schöpferischen Kraft [weibliche Urkraft].
Wer so über den Guru kontempliert erreicht Sthula Dhyana.
Guru und Gottheit: traditionell lesen, nicht vorschnell modernisieren
Die Meditation über den Guru und die erwählte Gottheit gehört deutlich in eine vormoderne, tantrisch geprägte Yogawelt. Der Guru ist hier nicht einfach ein freundlicher Kursleiter mit Matte und Newsletter, sondern eine sakral aufgeladene Gestalt. Er verkörpert Überlieferung, Einweihung und geistige Autorität.
Für heutige Leser ist hier eine doppelte Vorsicht sinnvoll. Einerseits sollte man diese Verse nicht vorschnell entschärfen. Die Gheranda Samhita meint tatsächlich eine Welt, in der Guru, Mantra, Gottheit, Shakti und innere Visualisation zusammengehören. Andererseits muss moderne Praxis nicht unkritisch jede historische Autoritätsform übernehmen. Gerade der Guru-Begriff braucht heute Unterscheidungskraft, Transparenz und menschliche Nüchternheit.
Wer diese Verse nicht religiös praktizieren möchte, kann sie dennoch verstehen: als Hinweis darauf, dass Meditation in vielen Yogatraditionen nicht isoliert war, sondern in Beziehung stand – zu einer Lehre, zu einer Überlieferung, zu einem Idealbild des Menschen und zu einer Form des Heiligen.

Jyotir Dhyana (oder Tejo-Dyana oder Lichtmeditation)
Jyoti:
Sanskrit für Licht, Glanz, Strahlen, Helligkeit.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 15
Gheranda sagt: Nun habe ich Sthula Dhyana erklärt. Höre nun über die Kontemplation des Lichts Jyotir- [bzw. Tejo-] Dhyana, durch welchen der Yogi Erfolg erreicht und sein Selbst [Atman] sieht.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 16
Im Muladhara ruht die Kundalini, schlangenförmig vorgestellt. In ihr befindet sich der Jivatman, der individuelle Seelenfunke [Seelenatem], wie die Flamme einer Lampe. Über diese Flamme meditiert der Yogi als über das leuchtende Brahman. Das ist Tejo Dhyana oder Jyotir Dhyana.
Muladhara: Chakra in der Nähe des Perineums;
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 17
Eine andere Art:
Im Nabelzentrum befindet sich die Sonnenscheibe, die wie Feuer leuchtet. Der Yogi betrachte im Geist dieses große, alles durchdringende Licht. Das ist ebenfalls Tejo Dhyana.
Hinweis: Dieser Vers findet sich nicht in allen Übersetzungen.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 18
Eine andere Art:
In der Mitte der zwei Augenbrauen über den Manas [= innerer Sinn; Geist; Verstand] befindet sich ein Licht, das aus OM besteht. Der Yogi kontempliere über dies als eine Reihe aus verbundenen Flammen. Das ist eine weitere Methode der Meditation über das Licht.
Licht als Zwischenstufe zwischen Form und Formlosigkeit
Jyotir Dhyana steht zwischen der konkreten Bilderwelt von Sthula Dhyana und der schwer fassbaren Subtilität von Sukshma Dhyana. Licht ist noch wahrnehmbar, aber nicht mehr so fest umrissen wie eine Gottheit, ein Baum oder ein Thron. Es hat Gestalt und entzieht sich ihr zugleich.
Die Gheranda Samhita nennt verschiedene Orte dieses Lichts: den Bereich von Muladhara, das Nabelzentrum und den Raum zwischen den Augenbrauen. Diese Angaben sollten nicht grob anatomisch gelesen werden. Gemeint sind meditative Zentren innerhalb einer yogischen Körper- und Energielehre. Der Körper erscheint hier nicht als bloße Biologie, sondern als symbolischer Innenraum.
Für die Praxis ist wichtig: Lichtmeditation meint nicht, mit Druck ein inneres Licht erzwingen zu wollen. Sie ist eher ein ruhiges Sammeln auf Helligkeit, Flamme, Leuchten oder Bewusstseinsklarheit. Wer dabei Kopfdruck, Unruhe oder starke Erregung spürt, sollte die Übung mildern oder unterbrechen. Auch alte Texte dürfen nicht als Freibrief für verkrampften Ehrgeiz gelesen werden.

Sukshma Dhyana (oder subtile Meditation)
Sukshma:
Sanskrit für subtil, fein, schmal, dünn, feinstofflich. Gegenteil von bzw. Gegenpol zu Sthula, siehe oben. Die physische Welt ist Sthula, die Astralwelt ist Sukshma.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 19
Oh Chanda, du hast von Tejo [Jyotir] Dhyana gehört. Höre nun von Sukshma Dhyana.
Wenn durch ein großes und gutes Glück die Kundalini [beim Yogi] erwacht,
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 20
verbindet sie sich mit dem Atman, verlässt den Körper durch das Portal der zwei Augen und erfreut sich ihrer selbst beim Wandeln auf der königlichen Straße [andere Übersetzung: Astral-Licht].
Aufgrund ihrer Hintergründigkeit und ihrer großen Wandelbarkeit kann sie nicht gesehen werden.
Hinweis: Diese Sprache, insbesondere der Augenhinweis, ist eventuell nicht anatomisch zu verstehen, sondern als esoterische Bildrede für einen subtilen Wahrnehmungs- und Bewusstseinsvorgang.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 21
Dennoch: Der Yogi, der Shambhavi Mudra praktiziert, wird erfolgreich sein im Dhyana. Dieses wird Sukshma Dhyana genannt, ist ein großes Mysterium und wird selbst von den Göttern nur schwer erlernt. Es ist sorgfältig geheim zu halten.
Sukshma Dhyana: das Feine ist nicht das Fantastische
Sukshma Dhyana wird in der Gheranda Samhita als großes Geheimnis beschrieben. Das kann faszinieren, aber auch zu Missverständnissen einladen. Sobald ein Text von Kundalini, geheimem Wissen und schwer erreichbarer Erfahrung spricht, ist die Versuchung groß, daraus entweder Sensation oder Spekulation zu machen. Beides hilft wenig.
Das Wort sukshma bedeutet fein, subtil, kaum greifbar. Es bezeichnet nicht einfach etwas Übernatürliches, sondern eine Ebene, die sich gewöhnlicher Wahrnehmung entzieht. Die Sprache des Textes ist deshalb bildhaft: Kundalini erwacht, verbindet sich mit dem Atman, bewegt sich auf einer königlichen Straße und bleibt doch unsichtbar. Das ist keine Gebrauchsanweisung im technischen Sinn, sondern eine esoterische Erfahrungsbeschreibung.
Für moderne Leser ist hier ein nüchterner Hinweis angebracht: Fortgeschrittene Kundalini-Praktiken gehören in einen erfahrenen Übungszusammenhang. Wer Meditation vertieft, sollte nicht nach spektakulären Phänomenen jagen. Die stilleren Zeichen sind oft verlässlicher: mehr Sammlung, weniger Reaktivität, größere Klarheit, freundlichere Nüchternheit. Manchmal ist das Unspektakuläre die eigentliche Sensation.
Die Rangfolge der Dhyana-Arten
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 22
Die Kontemplation über das Licht – Tejo- oder Jyotir-Dhyana – ist hundertmal höher als Sthula Dhyana – der Kontemplation über die Form; und Hunderttausendmal höher als die Kontemplation über das Licht ist die Kontemplation über Sukshma, das Subtile.
Warum steht Sukshma Dhyana so hoch?
Die Rangfolge ist deutlich: Lichtmeditation gilt als hundertmal höher als die Meditation über Formen; Sukshma Dhyana wiederum als hunderttausendmal höher als die Lichtmeditation. Solche Zahlen sollte man nicht buchhalterisch lesen. Niemand soll hier mit dem spirituellen Taschenrechner ausrechnen, ob eine subtile Meditation nun exakt zehn Millionenmal wertvoller sei als eine Formmeditation.
Die Zahlen markieren eine Richtung: Je feiner der Gegenstand, desto höher die Meditation. Die Gheranda Samhita bewertet also nicht das Bunte, Schöne und Gestalthafte als Ziel, sondern als Einstieg. Die innere Reise führt von der Form zum Licht, vom Licht zum Subtilen, und vom Subtilen schließlich zur Erfahrung des eigenen Atman.
Das ist eine typische Bewegung vieler kontemplativer Wege: Am Anfang braucht der Geist Halt. Später wird gerade dieser Halt feiner. Und irgendwann muss selbst das Feinste durchsichtig werden.
Gheranda Samhita, Kapitel VI, Vers 23
Oh Chanda, damit habe ich dir den schwer zu erreichenden Dhyana Yoga erzählt, ein höchst kostbares Wissen. Weil dem Yogi dabei sein eigenes Selbst – Atman – erscheint, ist diese Kontemplation etwas ganz Besonderes.
Damit endet das 6. Kapitel der Gheranda Samhita.
Umfrage: Welche der drei Meditationsformen ist die deine?
Welche der drei beschriebenen Meditationsformen wirkt auf dich am zugänglichsten?
Welche Rolle spielen innere Bilder, Symbole oder Lichtvorstellungen in deiner Meditation?
Was lässt sich daraus heute praktisch mitnehmen?
Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita ist keine moderne Meditationsanleitung. Es ist auch kein Achtsamkeitskurs im alten Gewand. Dennoch enthält es Hinweise, die für heutige Übende erstaunlich brauchbar sind.
- Erstens zeigt der Text, dass Meditation nicht immer formlos beginnen muss. Viele Menschen können sich leichter sammeln, wenn der Geist zunächst ein klares inneres Bild erhält. Eine ruhige, wiederkehrende Visualisation kann helfen, Zerstreuung zu bändigen.
- Zweitens beschreibt das Kapitel eine zunehmende Verfeinerung der Aufmerksamkeit. Der Weg führt von konkreten Formen zu Licht und schließlich zu subtilen Wahrnehmungen. Das kann auch ohne esoterischen Übereifer verstanden werden: Meditation wird tiefer, wenn der Geist weniger grob, weniger sprunghaft und weniger abhängig von äußeren Reizen wird.
- Drittens erinnert der Text daran, dass Meditation in den klassischen Yogatraditionen nicht nur Selbstberuhigung war. Sie zielte auf Selbsterkenntnis, auf die Erfahrung des Atman und auf eine grundlegende Umformung der Wahrnehmung. Das ist anspruchsvoll. Vielleicht auch unbequem.
Vorsicht für die eigene Praxis
Wer mit den im Kapitel beschriebenen Formen experimentieren möchte, sollte maßvoll beginnen. Eine einfache Visualisation, etwa ein ruhiger Lichtpunkt oder ein innerer Lotus, ist etwas anderes als intensive Kundalini-Arbeit. Besonders Übungen mit starkem Fokus auf Energie, Augenbrauenzentrum, inneres Licht oder Shambhavi Mudra sollten nicht mit Druck ausgeführt werden.
Sinnvoll ist eine Praxis, die ruhig, stabil und unaufgeregt bleibt. Warnzeichen sind Kopfdruck, Schlafstörungen, starke emotionale Übererregung, Angst, Zwanghaftigkeit oder das Gefühl, sich selbst zu verlieren. In solchen Fällen sollte die Übung reduziert oder beendet werden. Der alte Yogatext spricht von Geheimnis; moderne Übende dürfen daraus gern auch Verantwortung machen.
Zum Vergleich: Dhyana im Yogasutra von Patanjali
Bei Patanjali steht Dhyana im Zusammenhang von Dharana, Dhyana und Samadhi. Gemeint ist dort die ununterbrochene Ausrichtung des Geistes auf ein Objekt. Die Gheranda Samhita spricht ebenfalls von Dhyana, füllt den Begriff aber anders aus: stärker bildhaft, stärker tantrisch, stärker mit Kundalini, Licht, Guru und Gottheit verbunden.
Das ist kein Widerspruch, sondern ein Unterschied der Traditionen. Patanjali formuliert eher knapp und psychologisch-philosophisch. Die Gheranda Samhita malt, glüht, riecht nach Blüten und Juwelen — und führt doch ebenfalls auf Samadhi hin. Zwei Yogasprachen, ein großes Thema.
Yoga Sutra II-11: Die aktiven bzw. gröberen Formen (der Kleshas) werden durch Meditation überwunden
Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)
Yoga Sutra III-2: Wenn die Wahrnehmung des Objektes ungebrochen fließt, ist es Dhyana (Meditation)
Yoga Sutra III-3: Wenn das Bewusstsein von Subjekt (Meditierender) und (Meditations-)Objekt verschwindet und nur die Bedeutung des wahrgenommenen Objektes verbleibt, wird dies Samadhi genannt
Yoga Sutra III-4: Wenn die drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) zusammen auf ein Objekt oder einen Ort angewendet werden, so wird dies Samyama genannt

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Fun Facts zum 6. Kapitel
- Die Gheranda Samhita beschreibt keinen achtgliedrigen, sondern einen siebengliedrigen Yogaweg.
Anders als Patanjalis Ashtanga Yoga arbeitet die Gheranda Samhita mit sieben Stufen: Reinigung, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama, Dhyana und Samadhi. Das macht den Text eigenständig und nicht bloß zu einer Fußnote der Yoga Sutras. - Der Text nennt sich selbst eine Lehre des „Ghatastha Yoga“.
„Ghata“ bedeutet Gefäß oder Topf. Gemeint ist der Mensch als Gefäß, das durch Yoga gereinigt, stabilisiert und verfeinert wird. Etwas trocken gesagt: Der Körper ist hier nicht bloß Verpackung, sondern Übungsgerät, Tempel und Baustelle zugleich. - Die Gheranda Samhita ist vermutlich deutlich jünger, als ihr altertümlicher Ton vermuten lässt.
Sie wird häufig in die Zeit um 1700 eingeordnet, wahrscheinlich mit Bezug zu Bengal beziehungsweise Nordostindien. Der Text klingt alt, aber innerhalb der klassischen Hathayoga-Literatur ist er eher ein später, systematisierender Vertreter. - Das sechste Kapitel ist erstaunlich kurz, aber inhaltlich dicht.
Kapitel 6 über Dhyana umfasst nur 23 Verse. Trotzdem enthält es eine komplette Meditationslehre mit Formmeditation, Lichtmeditation, subtiler Meditation, Kundalini, Guru-Symbolik und Rangfolge der Praxisformen. - Der „Kokila“, der im Meditationsgarten singt, ist nicht irgendein poetischer Vogel.
Der Kokila wird meist mit dem Asiatischen Koel, einem Kuckucksvogel, verbunden. Pikant: Wie andere Kuckucke ist er ein Brutparasit und lässt seine Jungen von anderen Vögeln aufziehen. Im inneren Meditationsgarten singt also ausgerechnet ein Vogel mit ziemlich cleverer Familienlogistik. - Der Nipa-Baum ist vermutlich kein kleiner Zierstrauch.
Der im Text genannte Nipa wird unter anderem mit Haldina cordifolia in Verbindung gebracht, einem Baum, der deutlich über 20 Meter hoch werden kann. Die Insel der Meditation ist also nicht mit Blumentöpfen dekoriert, sondern eher mit einer ausgewachsenen Baumkulisse.
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Zusammenfassung 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma – Praxis der sechsfachen Reinigung
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Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen
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Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 1: Hier fällt die Zahl 8 Millionen und 400 Tausend Asanas (so viele wie Tierarten ...) gebe es. Gott Shiva persönlich soll sie ursprünglich gelehrt haben. Jedoch nur 84 seien hervorragend (richtig), und davon seien 32 für den Menschen nützlich ("der Menschheit heilbringend"). Diese 32 werden im Kapitel 2 der Gheranda Samhita näher beschrieben.
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Das dritte Kapitel der Gheranda Samhita beschreibt 25 Mudras, die im klassischen Hatha Yoga als besonders wirksame Praktiken gelten. Dabei geht es nicht nur um Handgesten, sondern um Körperhaltungen, Atemlenkung, Energieverschlüsse, Konzentration und symbolische Innenerfahrung.
Gheranda schreibt: Es gibt nichts auf der Welt, dass so schnellen Erfolg im Yoga bringt wie die Mudras. Obwohl diese "unbedingt geheim gehalten" werden sollen, beschreibt er diese dann doch recht ausführlich ...
Viele Mudras beziehen sich auf zentrale Themen des Hatha Yoga: Prana, Apana, Kundalini, Sushumna, Nektar, Bandhas, Samadhi und die Überwindung gewöhnlicher Begrenzungen. Dieser Artikel hilft dabei, die einzelnen Mudras verständlich einzuordnen, ihre symbolische Sprache zu entschlüsseln und zugleich nüchtern zu unterscheiden: Was gehört zur historischen Yogatradition, was kann heutige Praxis inspirieren – und wo ist Vorsicht klüger als frommer Übereifer?
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Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara
Zusammenfassung und Erläuterungen zum 4. Kapitel der Gheranda Samhita: Pratyahara – das Zurückziehen des Geistes – erklärt
Das vierte Kapitel der Gheranda Samhita behandelt Pratyahara, das bewusste Zurückziehen des Geistes von den Sinnesobjekten. Gemeint ist nicht, dass die Sinne bekämpft oder unterdrückt werden sollen. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen bleiben, was sie sind: Tore zur Welt. Doch der Geist soll nicht jedem Reiz hinterherlaufen wie ein ungeduldiger Hund an fünf Leinen.
In der Gheranda Samhita gehört Pratyahara zum siebenstufigen Yogaweg. Es folgt auf Reinigung, Asana und Mudra und bereitet die weiteren Stufen wie Pranayama, Dhyana und Samadhi vor. Während Patañjali Pratyahara im achtgliedrigen Yoga als fünftes Glied nennt, steht es bei Gheranda an vierter Stelle. Das zeigt: Die Gheranda Samhita setzt eigene Akzente. Sie ist kein bloßer Kommentar zu Patañjali, sondern ein praktisches Lehrwerk des Hatha Yoga.
Der Kern des Kapitels ist schlicht, beinahe nüchtern: Der Geist wandert. Man holt ihn zurück. Wieder und wieder. Er folgt dem Blick, dem Klang, der Berührung, dem Geruch und dem Geschmack. Pratyahara bedeutet, diesen Automatismus zu bemerken und den Geist wieder unter die eigene Führung zu bringen.
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara
Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama
Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama (Atemübungen) erklärt
Das fünfte Kapitel der Gheranda Samhita führt mitten in eine der kraftvollsten und zugleich heikelsten Praktiken des Yoga: Pranayama, die Schulung von Atem und Lebensenergie. Gleich im ersten Vers wird das Resultat ausdauernder Pranayamaübung klar benannt: Der Praktizierende wird den Göttern gleich.
Prana steht im Yoga für Lebensenergie. Meist werden beim Pranayama zwei Ziele verfolgt:
- Mehr Lebensenergie zu erhalten.
- Den Geist zu beruhigen und zu sammeln.
Immer wieder, so auch hier, wird vor dem allzu sorglosen Üben von Pranayama gewarnt. Zu fatal können die Auswirkungen von falschem und allzu heftig durchgeführten Atemübungen sein. Darum wird immer die Schulung durch einen fachkundigen Lehrer angemahnt.
Aus meiner Sicht spricht aber nichts dagegen, die sanften Atemtechniken mit dem primären Ziel des ruhigen Geistes zu üben. Diese sind Bestandteil vieler spiritueller Lehren und werden seit Jahrtausenden angewendet.
Dieses fünfte Kapitel ist ein alter, dichter, manchmal fremder Text über die Frage, wie der Mensch durch den Atem feiner, wacher und innerlich geordneter werden kann. Die einzelnen Verse des fünften Kapitels der Gheranda Samhita lauten frei übersetzt:
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama
Zusammenfassung und Erläuterung vom 7. Kapitel der Gheranda Samhita: Samadhi
Gheranda Samhita, Kapitel 7: Samadhi – Ziel des Yoga
Das letzte Kapitel der Gheranda Samhita widmet sich Samadhi – dem Zielpunkt der gesamten Schulung. Nach Reinigung, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama und Dhyana geht es nun nicht mehr um Vorbereitung, sondern um Vollendung: um Sammlung, Befreiung und die Erkenntnis des Selbst. Die Sprache wird dabei größer, kühner, manchmal auch schwerer zugänglich. Samadhi ist kein hübscher meditativer Wohlfühlzustand, sondern in der Logik des Textes die Schwelle zur Mukti, zur Befreiung.
Hier weiterlesen: Zusammenfassung und Erläuterung vom 7. Kapitel der Gheranda Samhita: Samadhi
Zeichnungen aus der Gheranda Samhita
Die folgenden Abbildungen entstammen dem Buch "Fakire und Fakirtum - Yoga-Lehre und Yoga-Praxis nach den indischen Originalquellen" von Prof. Dr. Richard Schmidt aus dem Jahre 1907. Sie sind originalgetreu nachgezeichnet.
Hier weiterlesen: Zeichnungen aus der Gheranda Samhita
- Das Yogasutra – jede Sutra detailliert erläutert
- Die Hatha-Yoga-Pradipika – kapitelweise zusammengefasst
- Zusammenfassung der Bhagavad-Gita
- Eine kurze Zusammenfassung der Upanishaden und des Mahabharata
- Die Mandukya Upanishad – deutsche Übertragung
- Die Gheranda Samhita – kapitelweise zusammengefasst
- Yoga in der Bhagavad Gita – die bunte Vielfalt
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Weitere oft aufgerufene alte Schriften
- Yoga im Mahabmarata – erste Systematik
- Goraksa-Sataka – die älteste Hatha-Abhandlung
- Brahma-Sutra Bhashya von Sankara – der Kommentar von Sankara
- Mrigendra Tantra Yoga Pada
- Die Shiva Samhita

