Warum meditieren Menschen? Wirkung, Nutzen und Grenzen der Meditation
Warum meditieren Menschen – und was bringt es wirklich? Diese Frage lässt sich nicht mit einem einzigen schönen Satz beantworten, auch wenn der Markt dafür voll davon ist. Meditation kann beruhigen, klären, schulen, manchmal auch irritieren; sie ist weder Zauberstab noch bloße Entspannungstechnik. Dieser Artikel zeigt, welche Wirkungen der Meditation gut nachvollziehbar sind, wo Forschung und Erfahrung zusammenfinden, welche Grenzen wichtig bleiben und wie du eine Meditationsform findest, die nicht nach Idealbild klingt, sondern zu (d)einem wirklichen Leben passt.
Kurz zusammengefasst
- Meditation als Aufmerksamkeitsschulung
Meditation ist kein einheitliches Verfahren, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Übungen der Achtsamkeit, Konzentration und inneren Sammlung. Manche Formen richten die Aufmerksamkeit auf den Atem, ein Mantra oder den Körper, andere üben ein offenes Wahrnehmen von Gedanken, Gefühlen und Sinneseindrücken. - Stress und innere Regulation
Regelmäßige Meditation kann helfen, Stress bewusster wahrzunehmen und weniger automatisch auf innere oder äußere Reize zu reagieren. Ihr Wert liegt oft nicht darin, Probleme verschwinden zu lassen, sondern einen kleinen bewussten Abstand zwischen Impuls und Reaktion entstehen zu lassen. - Psychische Gesundheit
Achtsamkeitsbasierte Verfahren wie MBSR und MBCT werden heute in verschiedenen therapeutischen Zusammenhängen eingesetzt. Besonders bei Stress, Angst, depressiven Rückfällen, chronischen Schmerzen und der Verbesserung der Lebensqualität gibt es Hinweise auf Nutzen, auch wenn Meditation keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ersetzt. - Selbstwahrnehmung und Körpergefühl
Meditation kann die Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen und Körpersignalen schärfen. Wer früher bemerkt, dass Anspannung, Ärger oder Grübeln entstehen, gewinnt eher die Möglichkeit, bewusst damit umzugehen, statt nur automatisch zu reagieren. - Emotionen und Gelassenheit
Meditation macht Gefühle nicht einfach weg. Sie kann aber helfen, Wut, Angst, Sorge oder Ungeduld klarer zu erkennen und weniger stark von ihnen fortgetragen zu werden. Gelassenheit entsteht dann nicht als Dauerzustand, sondern als geübte Fähigkeit, innerlich nicht sofort mit jedem Gefühl mitzugehen. - Gehirn und Aufmerksamkeit
Studien zeigen, dass Meditation mit Veränderungen in Hirnregionen verbunden sein kann, die für Aufmerksamkeit, Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation und Gedächtnis wichtig sind. Solche Befunde sind interessant, sollten aber nicht als Beweis verstanden werden, dass Meditation das Gehirn automatisch „verjüngt“ oder Krankheiten heilt. - Schmerz und Umgang mit Beschwerden
Meditation kann den Umgang mit Schmerz verändern. Schmerz verschwindet dadurch nicht zwangsläufig, kann aber anders wahrgenommen und weniger stark emotional bewertet werden. Besonders bei chronischen Beschwerden kann dieser veränderte Umgang eine spürbare Entlastung bedeuten. - Mitgefühl und soziale Haltung
Bestimmte Formen wie Metta- oder Mitgefühlsmeditation können Wohlwollen, Empathie und eine freundlichere innere Haltung fördern. Daraus wird niemand automatisch ein besserer Mensch, aber die Praxis kann helfen, sich selbst und anderen weniger hart zu begegnen. - Alltag statt Idealbild
Die Wirkung von Meditation zeigt sich oft nicht in spektakulären Erfahrungen, sondern in kleinen Alltagsszenen: Man reagiert etwas später, hört genauer zu, bemerkt Anspannung früher oder erkennt einen Gedanken als Gedanken. Gerade diese leisen Veränderungen können langfristig bedeutsam sein. - Grenzen und Risiken
Meditation ist für viele Menschen gut verträglich, aber nicht völlig risikofrei. Bei Trauma, Panikneigung, schweren Depressionen, Psychosen oder akuten Krisen sollte sie vorsichtig und möglichst begleitet begonnen werden. Eine gute Praxis stabilisiert; sie sollte nicht dauerhaft überfordern. - Regelmäßigkeit statt Perfektion
Für den Einstieg sind kurze, realistische Übungszeiten oft sinnvoller als große Vorsätze. Fünf bis zehn Minuten täglich können mehr bewirken als ein ehrgeiziger Plan, der nach wenigen Tagen scheitert. Entscheidend ist eine Praxis, die in das eigene Leben passt.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Meditation, was genau ist das eigentlich?
Das Wort Meditation geht auf das lateinische meditatio beziehungsweise meditari zurück und bedeutet sinngemäß „nachdenken“, „nachsinnen“ oder „sich einüben“. Das Nachdenken erfolgt bei der Meditation in sehr konzentrierter Form, die Aufmerksamkeit ist völlig auf eine einzige Sache gerichtet.
In der heutigen Verwendung meint Meditation jedoch nicht nur konzentriertes Nachdenken. Viele Meditationsformen trainieren vielmehr Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Sammlung, innere Beobachtung oder eine bestimmte innere Haltung.
Meditation hat nicht einen festen Sinn, denn sie wurde und wird von den unterschiedlichsten Kulturen und Religionen praktiziert (nicht nur von Buddhisten), heutzutage sogar teils völlig losgelöst von jeglichem spirituellen Kontext. Meditieren ist also etwas für jeden und nicht bloß etwas für gläubige oder spirituelle Menschen.
Im Laufe der Jahrtausende haben sich verschiedene Meditationstechniken entwickelt und etabliert. Man unterscheidet vor allem passive Meditationstechniken, bei denen man sich im Liegen oder Sitzen völlig auf den Atem oder ein Mantra fokussiert, und aktive Meditationstechniken wie Gehmeditation oder dynamische Meditation. In weiterer Sicht wird auch das Bestreben um vermehrte Achtsamkeit im alltäglichen Tätigsein – was denke ich in diesem Moment? Wie fühle ich mich gerade? – zu den Meditationsübungen gerechnet.
Wir haben in diesem Artikel nicht die Vorzüge einer spezifischen Meditationsrichtung hervorgehoben. Wir untersuchen prinzipiell die folgende Frage:
Wie wirkt sich auf lange Sicht das regelmäßige Bemühen um ein Halten der Aufmerksamkeit bei einem Objekt oder einem erwünschten Geisteszustand auf Körper, Geist und Leben aus?
Nicht jede Meditation will dasselbe
Wer von „Meditation“ spricht, meint oft sehr unterschiedliche Übungen. Das ist wichtig, weil auch die Wirkungen unterschiedlich ausfallen können. Eine Atemmeditation trainiert etwas anderes als eine Mitgefühlsmeditation, und eine Gehmeditation hat einen anderen Charakter als stilles Sitzen.
Für den Einstieg kann diese grobe Orientierung helfen:
- Atemmeditation eignet sich besonders, wenn die Aufmerksamkeit geschult und der Geist gesammelt werden soll. Der Atem dient als schlichtes, immer verfügbares Übungsobjekt. Das klingt fast zu einfach, ist aber gerade deshalb wirkungsvoll: Man kann sich nicht hinter komplizierten Konzepten verstecken.
- Body Scan richtet die Aufmerksamkeit nacheinander auf verschiedene Körperbereiche. Diese Übung kann helfen, Körpersignale besser wahrzunehmen und Spannungen früher zu bemerken. Sie ist besonders geeignet für Menschen, die viel „im Kopf“ leben.
- Achtsamkeitsmeditation übt, Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke wahrzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten oder ihnen automatisch zu folgen. Sie ist hilfreich, wenn man eigene Reaktionsmuster besser erkennen möchte.
- Metta- oder Mitgefühlsmeditation arbeitet mit wohlwollenden Gedanken gegenüber sich selbst und anderen. Sie kann besonders sinnvoll sein, wenn Selbstkritik, Härte oder zwischenmenschliche Spannungen eine große Rolle spielen.
- Gehmeditation verbindet Bewegung und Aufmerksamkeit. Sie ist eine gute Alternative für Menschen, denen stilles Sitzen schwerfällt oder die bei Müdigkeit schnell wegdämmern.
So betrachtet ist Meditation kein einheitlicher Block, sondern eher ein Werkzeugkasten. Die Frage lautet nicht nur: „Soll ich meditieren?“, sondern auch: „Welche Übung passt zu meinem Anliegen, meinem Temperament und meiner aktuellen Lebenssituation?“
Meditationsanleitung als MP3
Hier findest du eine kostenlose MBSR-nahe Meditationsanleitung zum Anhören und Download. Einfach hier abspielen oder direkt auf das Smartphone herunterladen und immer dabei haben:
Warum meditieren Menschen? Nun, da wir alle ein gewisses Hintergrundwissen haben, können wir endlich zu den Wirkungen der Meditation kommen. Was bringt tägliche Meditation?
Einführung: Meditation kann heilsam wirken
Auf die Frage, was Meditieren bringt, lässt sich vorsichtig antworten: Meditation kann in bestimmten Bereichen heilsam wirken. Sie kann helfen, Stress besser zu regulieren, Beschwerden bewusster wahrzunehmen und mit belastenden Gedanken oder Gefühlen anders umzugehen. Besonders gut untersucht sind achtsamkeitsbasierte Verfahren wie MBSR und MBCT. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass solche Programme bei Stress, Angst, depressiven Symptomen, Schmerzbewältigung und Lebensqualität hilfreich sein können. Die Effekte sind je nach Beschwerdebild, Studiendesign und Übungspraxis unterschiedlich stark. Sie ersetzen meist keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, können diese aber je nach Situation sinnvoll ergänzen.
Was ist MBSR?
MBSR steht für Mindfulness-Based Stress Reduction, also achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne Meditationsübung, sondern um ein strukturiertes, meist achtwöchiges Trainingsprogramm. Es kombiniert unter anderem Atembeobachtung, Sitzmeditation, Body Scan, achtsame Körperübungen und die Übertragung von Achtsamkeit in den Alltag. Zudem wird in den mehrwöchigen MBSR-Seminaren zusätzlich die permanente Achtsamkeit seinen Gedanken, Sinneseindrücken und Empfindungen gegenüber geübt. Die Teilnehmer werden dazu ermuntert, allem Erleben eine offene, positive und neugierige Haltung gegenüber anzustreben und gewohnte Verhaltensmuster der Ablehnung oder Ablenkung zu vermeiden.
Heilsam bei vielen Krankheitsbildern
Achtsamkeitsbasierte Verfahren werden heute in unterschiedlichen therapeutischen Kontexten eingesetzt. Besonders bekannt ist MBCT zur Rückfallprophylaxe bei wiederkehrenden Depressionen. Auch bei Angst, Stressbelastung, chronischen Schmerzen und der Verbesserung der Lebensqualität gibt es Hinweise auf Nutzen. Bei ADHS, bipolaren Erkrankungen, Sucht- oder Essstörungen kann Achtsamkeit in bestimmten Behandlungskonzepten unterstützend eingesetzt werden; die Evidenz ist hier jedoch je nach Störung, Methode und Zielgruppe unterschiedlich stark.
Außerdem wird es bei der Verbesserung der Lebensqualität bei chronischen Schmerzen oder Krebs genutzt.
Auch die mögliche Wirkung von Meditation auf biologische Alterungsmarker wie Telomere und Telomerase wird untersucht. Einige Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Meditation mit günstigeren Werten in der Telomerbiologie verbunden sein könnte. Daraus lässt sich jedoch bisher nicht sicher ableiten, dass Meditation die Telomere direkt verlängert oder die Lebenserwartung erhöht. Die Ergebnisse sind interessant, müssen aber vorsichtig interpretiert werden.
"Wahrnehmen und annehmen, diese Weisheit der Meditation kann therapeutisch wirken."
fasst Psychologin Britta Hölze die Heilerfolge der Meditation zusammen.
Doch man muss nicht schwer krank sein, um von der Meditation zu profitieren, wie die folgenden weiteren Vorteile der Meditation zeigen.
Wie oft meditierst du?
In der Regel meditiere ich:
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Einmal am Tag | 183 Stimmen |
| 2-3 mal die Woche | 47 Stimmen |
| Mehrmals am Tag | 47 Stimmen |
| Nie | 27 Stimmen |
| Selten | 24 Stimmen |
| 1 mal die Woche | 18 Stimmen |

Meditation führt zu einem glücklichen und mitfühlenden Geist
Häufig hört man die Frage "Warum sind Leute die meditieren glücklichere und bessere Menschen?". Deswegen ist es zunächst wichtig, eines festzuhalten: Meditation macht uns nicht automatisch zu besseren Menschen, wie eine weitläufige Metastudie aus dem Jahr 2018 zeigt.
Wer regelmäßig Mitgefühls- oder Metta-Meditation (wie z. B. in der Metta-Meditation der Buddhisten) übt, kann seine Fähigkeit zu Wohlwollen, Empathie und mitfühlender Aufmerksamkeit stärken. Studien zeigen dafür Hinweise, allerdings sind die Effekte nicht bei allen sozialen Verhaltensweisen gleich deutlich und hängen auch von Methode, Übungsdauer und Studienqualität ab.
Zudem berichteten Teilnehmer eines Meditationstrainings für Mitgefühl von
- erhöhtem Wohlbefinden,
- gesenkten Stressreaktionen und
- angenehmerer allgemeiner Stimmung.
Mitgefühlsmediation hat also zwei Profiteure: den Meditierenden und sein Umfeld.
Hirnforscherin Tania Singer, die intensiv an der Wirkung von Mitgefühlsmeditation forscht, hat etwas ganz Spezielles im Sinn. Sie suche, so die Wissenschaftlerin, nach der "Signatur des Mitgefühls". Singer definiert Mitgefühl weit: als „grundlegendes Wohlwollen anderen gegenüber“ [Quelle]. Zu ihren Forschungen über Empathie und Mitgefühl hat Tania Singer ein umfassendes multimediales E-Book veröffentlicht – gratis hier zum Herunterladen.
"Es ist sehr hilfreich, über die Unbeständigkeit zu meditieren."
14. Dalai Lama, * 1935
Leserumfrage: Was hilft den meisten Menschen, tiefer zu meditieren?
Was hat dir geholfen, tiefer zu meditieren?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Ohne Erwartung zu meditieren. | 153 Stimmen |
| Einen ruhigeren Ort aufzusuchen. | 144 Stimmen |
| Früher am Morgen zu meditieren. | 96 Stimmen |
| Die Tiefe kam im Laufe der Jahre. | 75 Stimmen |
| Ein generell stressfreieres Leben. | 71 Stimmen |
| Eine spezielle Atemtechnik. | 71 Stimmen |
| Ein flexiblerer Körper, um entspannter sitzen zu können. | 62 Stimmen |
| Vorher weniger/gar nicht zu essen. | 56 Stimmen |
| Ein generell gesünderes Leben. | 51 Stimmen |
| Ein Meditationsretreat. | 43 Stimmen |
| Ein Lehrer, der sich gut mit Meditation auskannte. | 43 Stimmen |
| Raum zu verdunkeln. | 35 Stimmen |
| Ein spezielles Buch. | 32 Stimmen |
| Ein einstimmendes Morgenritual. | 31 Stimmen |
| Mehr Willenskraft einzusetzen. | 31 Stimmen |
| Später am Abend zu meditieren. | 31 Stimmen |
| Ein Wechsel des Meditationsobjektes. | 16 Stimmen |
Wenn du magst, könntest du (für uns) deine Wahl näher erläutern bzw. konkretisieren. Danke!
Was hat deine eigene Meditationspraxis verändert bzw. gefördert?
Wie genau hat meine obige Wahl meine Meditation gefördert bzw. was konkret (Buch, Seminar, Methode, Lehrer ...)? Welche Erfahrung hat die eigene Praxis verändert? Was hilft dabei, tatsächlich regelmäßig zu meditieren? Woran zeigt sich persönlich, dass eine Meditation hilfreich war? Welche gut gemeinte Empfehlung hat sich im eigenen Alltag gerade nicht bewährt?
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Antwort 1
Mir hilft mein Lehrer, Daniel Hertlein aus München.
Lucides Träumen hilft mir auch weiter. Buch: Übungen der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche
Verbesserte Selbstwahrnehmung: Der Meditierende lernt seine Gedanken- und Gefühlswelt kennen
Hirnforscher untersuchen die Meditation gerne im Hinblick auf deren Auswirkungen auf körperliche und geistige Selbstwahrnehmung. Beides – so zeigen zahlreiche Studien – wird durch Meditation geübt und gefördert.
Eng damit verbunden kann eine feinere Wahrnehmung innerer Signale sein, etwa von Körperempfindungen, Stimmungen, Impulsen und automatischen Reaktionsmustern. Ob man dies als „Intuition“ bezeichnet, hängt vom Verständnis des Begriffs ab; wissenschaftlich präziser ist es, von verbesserter Selbstwahrnehmung oder interozeptiver Wahrnehmung zu sprechen.
Für Psychologen ist dabei besonders interessant, wie der Proband (oder Patient) durch das verbesserte Wahrnehmen von Gedanken und Emotionen ungünstige Verhaltensweisen und Reaktionsmuster bei sich erkennt. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt zur Verhaltensänderung. Immer mehr Studien bestätigen, dass Meditation und allgemeine Achtsamkeit diesen Erkenntnisprozess fundamental fördern.
Die Forscher gehen aber gerne einen Schritt weiter und untersuchen, inwiefern die Meditation das Bemühen unterstützt, "besseres" Verhalten in das Leben dauerhaft zu übernehmen. Auch hierbei, so hat sich gezeigt, hilft Meditation.
"Suche die Wahrheit in der Meditation und nicht in vergilbten Büchern."
Aus Persien

Emotionale Selbstregulation und Gelassenheit
Gerne wird auch die Fähigkeit des meditierenden Probanden untersucht, sich bei (psychischen) Problemen selbst wieder in einen angenehmen Zustand zu versetzen. Stichwort Emotionsregulierung. Meditation – so hat sich in Studien herausgestellt – wirkt sich günstig auf Schmerzregulation, Ängste, depressive Verstimmungen und Suchtverhalten aus.
Viele Meditierende berichten, dass sie belastende Gefühle wie Wut, Eifersucht, Angst oder Sorge früher bemerken und weniger automatisch auf sie reagieren. Die Gefühle verschwinden dadurch nicht zwangsläufig, können aber bewusster eingeordnet und reguliert werden. Genau darin liegt ein wichtiger Teil der emotionalen Wirkung von Meditation.
Meditierende erfahren dadurch leichter Gelassenheit & Entspannung in vielen Bereichen des Lebens und verbessern auch ihre Fähigkeit zur Geduld.
"Wo es Frieden und Meditation gibt, da herrscht weder Sorge noch Zweifel."
Franz von Assisi (1182 - 1226)
Meditation lässt dich die Welt neu erleben
Wer die Achtsamkeitshaltung und Beobachterrolle aus der Meditation in den Alltag hinübernimmt, erfährt Farben, Schönheit, Gerüche und Geräusche intensiver. Allein der Duft einer Rose kann Verzückung auslösen. Daran könnten Hirnregionen beteiligt sein, die für Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeit und emotionale Bewertung wichtig sind, darunter auch die Insula. Studien zeigen, dass Meditation mit veränderten Aktivierungs- und Strukturmustern in solchen Netzwerken verbunden sein kann. Daraus lässt sich jedoch nicht einfach ableiten, dass eine bessere Durchblutung der Insula allein für ein intensiveres Erleben verantwortlich ist.
Mehr Infos zur Insula
Die Insula oder Inselrinde
Die Insula, auch Inselrinde genannt, ist ein 2-Euro großer Bereich der Hirnrinde, der zahlreiche Funktionen der Wahrnehmung und des Empfindens beeinflusst:

Lage der Insula bei Betrachtung des Gehirns von außen
Es wird heutzutage angenommen, dass die Inselrinde als Verknüpfungszentrum für die Wahrnehmung von Sprachlauten und deren Analyse dient und auch beim Geschmackssinn und bei Gerüchen eine Rolle spielt. In der Insula soll die emotionale Bewertung von Schmerzen erfolgen und ihr vorderer Bereich ist an empathischen Fähigkeiten beteiligt. Neueste Forschungen zeigen einen Zusammenhang mit Liebes- versus Lustempfindungen, die jeweils zu unterschiedlichen Aktivierungsmustern in der Insula führen.
"Auch das Geplauder mit dem Nachbarn kann das Gefäß tiefer Meditation sein."
Mystiker Rabbi Israel ben Eliezer Baal Schem Tov, ca. 1700 - 1760; lehrte das Einssein Gottes mit seiner Schöpfung, eine jedem Wesen innewohnenden Göttlichkeit.
Meditation kann mit Veränderungen im Gehirn verbunden sein
Studien mit bildgebenden Verfahren zeigen, dass regelmäßige Meditationspraxis mit Veränderungen in bestimmten Hirnregionen einhergehen kann. Besonders untersucht wurden Bereiche, die an Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Emotionsregulation, Selbstwahrnehmung und Stressverarbeitung beteiligt sind.
Forscher brauchen stets ein konkretes Objekt, das sie messen können, um eine Studie zu erstellen. Bei der Untersuchung der Auswirkungen im Gehirn durch die Meditation wird als Maßstab für die Wirkung gerne die Veränderung der "grauen Substanz" im Hippocampus oder in der Amygdala (Mandelkern) genutzt.
Chronischer Stress kann mit strukturellen und funktionellen Veränderungen in bestimmten Hirnregionen verbunden sein, etwa in Arealen, die an Gedächtnis, Emotionsregulation und Stressreaktionen beteiligt sind. Veränderungen der grauen Substanz lassen sich jedoch nicht direkt mit Eigenschaften wie Gelassenheit oder Resilienz gleichsetzen. Sie sind eher ein Hinweis darauf, dass regelmäßige Praxis mit neuroplastischen Anpassungen zusammenhängen kann.
Eine häufig zitierte Studie zu einem achtwöchigen MBSR-Programm fand Veränderungen der grauen Substanz in Hirnregionen, die unter anderem mit Lernen, Gedächtnis, Emotionsregulation und Selbstbezug in Verbindung stehen. Die Studie spricht dafür, dass Achtsamkeitstraining mit neuroplastischen Veränderungen einhergehen kann. Sie beweist aber nicht, dass jede Form täglicher Meditation bei jedem Menschen in gleicher Weise Gehirnstrukturen „aufbaut“. Zudem wurden bei den Probanden der Studie Amygdala und Cortex stärker vernetzt. Wir werden deshalb – so die Vermutung der Forscher – durch Meditation ausgeglichener und stressresistenter. Und dies ist nur ein Beispiel für die vielen Untersuchungen bezüglich der heilsamen Veränderungen unseres Gehirnes durch Meditation.
Video: Gehirnumbau durch Meditation
Die folgende Doku beschreibt weitere Erkenntnisse über den Gehirnumbau durch Meditation:
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Geistige Fähigkeiten verbessern sich, z. B. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit
Neben einer Reduzierung von Angstgefühlen und Müdigkeit belegten Studien, dass Meditation zu einer Steigerung der kognitiven Fähigkeiten führt, also wie ein mentales Training ist. Das Arbeitsgedächtnis und die räumlich-visuelle Wahrnehmung werden verbessert, vor allem unter Zeitdruck. Diese Effekte konnten sogar bei verhältnismäßig kurzen Meditationseinheiten nachgewiesen werden. Auch hier wirkt Meditation also wie ein mentales Training für unser Gedächtnis und unser Nervensystem.
Ein weiteres Beispiel: Neurowissenschaftlerin Sara van Leeuwen von der Universität Frankfurt konnte zusammen mit ihren Kollegen 2009 zeigen, dass ältere Menschen, die langjährig Meditation praktizierten, in einem Aufmerksamkeitstest junge Studierende übertrafen.
"Als Buddhisten sollten wir Meditation immer mit Studium verbinden und umgekehrt. Dies ist eine geschickte Vorgehensweise."
14. Dalai Lama, * 1935

Meditation könnte altersbezogene Veränderungen im Gehirn beeinflussen
Das Gehirn von Menschen, die meditieren, ist im Schnitt 7,5 Jahre jünger als bei Anderen.
Studien von Russell-Williams J et. alRussell-Williams J et. al
Einige bildgebende Studien haben untersucht, ob die Gehirne langjährig Meditierender in bestimmten Merkmalen einem jüngeren statistischen „Gehirnalter“ ähneln. Solche Befunde sind interessant, sollten aber vorsichtig gelesen werden: Sie bedeuten nicht, dass Meditation das Gehirn tatsächlich um eine feste Zahl von Jahren verjüngt. Es handelt sich um modellbasierte Vergleiche, die Zusammenhänge zeigen, aber keine sichere Kausalität beweisen.
Einige Studien deuten darauf hin, dass langjährige Meditationspraxis mit günstigeren strukturellen Merkmalen des Gehirns verbunden sein kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Meditation Alterungsprozesse im Gehirn stoppt. Seriöser ist die Aussage, dass Meditation möglicherweise mit einer langsameren oder günstigeren Entwicklung bestimmter altersbezogener Hirnveränderungen zusammenhängt.
Vermutet wird, dass die durch die Meditation gewonnene geistige Präsenz und Flexibilität die Hirnalterung verzögert.
Sara Lazar und ihr Team fanden bei langjährig Meditierenden Hinweise auf größere kortikale Dicke in bestimmten Hirnregionen, unter anderem in Bereichen, die mit Aufmerksamkeit und Körperwahrnehmung in Verbindung stehen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Meditation mit altersbezogenen Unterschieden der Hirnstruktur zusammenhängen könnte. Sie belegen jedoch nicht, dass Meditierende in diesen Bereichen kognitiv nicht altern.
Lazars Studien zeigten auch, dass die Hirnrinde, die im Laufe des Lebens normalerweise abnimmt, bei langjährigen Meditationspraktikern vor allem im präfrontalen Cortex stabil blieb.
Der präfrontale Cortex ist für vieles verantwortlich: Er empfängt Sinnessignale und ist an der Integration von Gedächtnisinhalten und emotionalen Bewertungen beteiligt. Ein gesunder präfrontaler Cortex wird als notwendige Bedingung für eine situationsangemessene Handlungssteuerung und der Regulation emotionaler Prozesse angesehen.
In anderen Forschungsarbeiten zeigte sich, das die sogenannte weiße Hirn-Substanz (daraus bestehen die langen Nervenbahnen, welche ganze Hirnregionen miteinander vernetzen) bei langjährig Meditierenden in der zweiten Lebenshälfte erstaunlich gut vorhanden ist. Normalerweise schrumpft diese Substanz ebenfalls mit dem Alter.
Schmerz verliert seine Macht
Tim Gard, Psychologe in Harvard, piesackte Meditierende sowie eine Vergleichsgruppe mit elektrischen Reizen. Das klare Ergebnis: Die Meditierenden empfanden weniger Schmerz und hatten weniger Angst vor dem nächsten Reiz.
Antoine Lutz und Richard J. Davidson fassten den Schmerzeffekt regelmäßiger Meditation wie folgt zusammen:
Schmerz wird lebhafter wahrgenommen, tut aber weniger weh.
Meditation kann den Umgang mit Schmerz verändern. Einige Studien deuten darauf hin, dass Meditierende Schmerzreize bewusster wahrnehmen, sie aber weniger stark emotional bewerten oder weniger Angst vor ihnen entwickeln. Schmerz verschwindet dadurch nicht unbedingt, kann aber subjektiv anders erlebt und besser reguliert werden. Vermutlich ist der Einfluss der Meditation auf die oben beschriebene Inselrinde für diesen Effekt (mit-)verantwortlich.
Meditation macht selbstständiger und freier
Was antwortet ein Philosoph auf die Frage, warum Meditation wichtig ist? Thomas Metzinger, Philosoph und langjährig Meditierender, nennt folgende Gründe:
"... ist Meditation Innehalten, was Freiheit erhöht, Autonomie erhöht, weil es dem System mehr Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Zum Beispiel jetzt etwas Bestimmtes nicht zu machen."
Metzinger untersucht Meditation im Rahmen seines Fachgebietes, um das Phänomen Bewusstsein besser zu verstehen.
Wer als Meditierender A sagt, muss also noch lange nicht B sagen. Oder muss Dinge zuende bringen, auch wenn sich diese als sinnlos oder nicht erfolgversprechend herausstellen. Ein Meditierender hofft weniger auf das Glück in der Zukunft und lebt stattdessen intensiver das, was gerade da ist. Trifft dadurch leichter Entscheidungen, hat mehr Energie und rennt vor unangenehmen Dingen seltener fort. Anders ausgedrückt: Wer meditiert, kämpft (irgendwann) weniger gegen sich selbst.
Meditierende berichten sogar davon, dass sie ihr Leben wie ein Schauspieler in einem Bühnenstück erleben. Dadurch verliert das Unbekannte seinen Schrecken, neue Herausforderungen werden eher interessant denn furchteinflößend erlebt.
Meditation ist spirituelle Nahrung, Erkenntnis und Erfahrung
Warum meditieren Mönche? Was motiviert Buddhisten zur Meditation, was wollen Christen mit der Geistessammlung und -ruhe bewirken? Allgemeiner gefragt: Was bringt Meditation für meine Spiritualität?
Die meisten spirituellen Traditionen sagen, dass es eine höhere Wirklichkeit gibt. Ebenen, die unser Normalbewusstsein nicht erfasst. Meditation sensibilisiert unseren Geist, fördert verborgene Fähigkeiten und lässt Meditierende diese anderen Wirklichkeiten erfahren, so Sukadev Bretz, Leiter von Yoga-Vidya (siehe das Video unten). Christen drücken dieses Ziel gerne mit dem Erleben der "Unio Mystica", der mystischen Hochzeit, aus.
Video: Warum meditieren Menschen?
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Der spirituelle Lehrer Sri Sri Ravi Shankar ergänzt:
"Vergnügen ohne Erregung ist Meditation. Faszination ohne Angst ist Meditation. Liebe ohne Hass oder irgendeinen anderen gegensätzlichen Wert ist Meditation. Meditation ist Nahrung für die Seele."
In einem Interview betont er, dass sich jede Seele nach dem Zustand der Meditation sehne.

Die Dinge ordnen sich
Warum ist Meditation für den Menschen noch wichtig und gut? Eine Buddhistin fasst ihre Meditationserfahrungen in diesem Satz zusammen:
"Wenn ich regelmäßig meditiere, dann läuft es in meinem Leben."
Viele Meditierende berichten ähnlich, dass bei kontinuierlicher und konzentrierter Praxis (Meditation bringt nicht viel, wenn man währenddessen die ganze Zeit tagträumt) sich die Dinge in ihrem Leben "wie von selbst" regeln und fügen.
Bonus: Weitere positive Wirkungen der Meditation auf den Körper
Neben psychischen Wirkungen kann Meditation über Stressreduktion und verbesserte Selbstregulation auch körperliche Gesundheitsbereiche beeinflussen. Am besten plausibel und teilweise untersucht sind Effekte auf Stressbelastung, Blutdruck, Schlafqualität und Schmerzbewältigung. Für Bereiche wie Cholesterinspiegel, Migränehäufigkeit oder Gewichtsabnahme gibt es einzelne Hinweise, aber keine Grundlage für ein pauschales Wirkversprechen. Beim Abnehmen kann Meditation allenfalls indirekt helfen, etwa durch bewussteres Essen und besseren Umgang mit Stressessen.
Hat Meditieren Nachteile und birgt es Risiken?
Meditation ist für viele Menschen gut verträglich, aber nicht völlig risikofrei. Besonders intensive Praxis, sehr lange Retreats, starke Atemtechniken oder Meditation bei psychischer Vorbelastung können belastende Erfahrungen auslösen. Dazu gehören etwa Angst, Unruhe, depressive Verstimmung, Schlafprobleme, Dissoziation oder das Wiederauftauchen traumatischer Erinnerungen. Wer zu Panikattacken neigt, ein Trauma erlebt hat oder psychisch erkrankt ist, sollte Meditation vorsichtig beginnen und sich bei Bedarf fachlich begleiten lassen.
Ausnahmen gelten auch für Meditationsformen, bei denen mit sehr intensiven Atemtechniken, wie z. B. Hyperventilieren, gearbeitet wird. Diese Atemtechniken sollten am besten zunächst in Gegenwart einer anderen Person praktiziert werden und auch nur in einer sicheren Umgebung.
Menschen, die eine psychische Vorerkrankung haben, zu Panikattacken neigen oder ein Trauma erlebt haben, sollten Mediation am besten auch erstmal unter Anleitung praktizieren und vorher mit einem Arzt darüber sprechen. Denn die Meditationspraxis kann belastende Gefühle (wieder) hervorbringen, was bei gewissen Personengruppen zu Überforderung und Panik führen kann und die psychische Krankheit im schlimmsten Fall verstärken kann.

Fazit: Warum meditieren Menschen?
Meditation und Achtsamkeit können auf mehreren Ebenen förderlich wirken. Sie können helfen, Stress besser zu regulieren, Gedanken und Gefühle bewusster wahrzunehmen und mit Belastungen gelassener umzugehen. Studien stützen viele Erfahrungsberichte langjährig Meditierender, zeigen aber auch: Die Wirkung hängt von Methode, Übungsdauer, Zielgruppe und Ausgangslage ab. Meditation ist deshalb kein Allheilmittel, kann aber für viele Menschen eine sinnvolle Ergänzung zu einem gesunden und bewussten Leben sein.
Nach und nach belegen Studien die Erfahrungsberichte langjährig Meditierender. Meditation wirkt für gläubige, spirituelle und atheistische Menschen.
Allerdings hilft nicht jede Meditationstechnik gleich. Die Forschung im Bereich der Meditation, so hofft der bekannte Meditationsforscher Ulrich Ott, wird in Zukunft weitere spezialisierte Meditationstechniken mit ganz spezifischen Wirkungen hervorbringen.
Welche Übung passt zu welchem Anliegen?
| Anliegen | Passende Meditationsform | Realistischer Nutzen |
|---|---|---|
| Stress besser wahrnehmen | Atemmeditation, Body Scan | Frühere Wahrnehmung von Anspannung und innerer Überlastung |
| Gedankenkreisen erkennen | Achtsamkeitsmeditation | Mehr Abstand zu automatischen Gedanken und Bewertungen |
| Selbstkritik mildern | Mitgefühlsmeditation, Metta | Freundlichere innere Haltung und weniger Härte im Umgang mit sich selbst |
| Schmerz besser bewältigen | Achtsamkeitsmeditation, Body Scan | Veränderter Umgang mit Schmerz und weniger automatische Abwehr |
| Konzentration trainieren | Atemmeditation, Mantra-Meditation | Stabilere Aufmerksamkeit und besseres Zurückkehren zum gewählten Objekt |
| Unruhe im Sitzen ausgleichen | Gehmeditation, achtsame Bewegung | Verbindung von Bewegung, Körperwahrnehmung und Sammlung |
| Alltag bewusster erleben | informelle Achtsamkeit | Mehr Präsenz bei gewöhnlichen Tätigkeiten wie Essen, Gehen, Zuhören oder Arbeiten |
Online-Selbsttest: Welche Meditation passt zu mir?
Selbsttest Meditationsfinder: Welche Meditation passt zu mir?
Meditationsfinder: Welche Meditation passt zu mir?
Dieser Selbsttest gibt eine vorsichtige Orientierung, welche Meditationsform zur aktuellen Situation passen könnte. Er ersetzt keine medizinische oder therapeutische Beratung, kann aber helfen, nicht blind irgendeine Methode zu wählen.
Umfrage: Welche Meditationsform ist für mich interessant?
Welche Meditationsformen klingen für dich so, dass du sie tatsächlich ausprobieren würdest?
Wie oft sollte ich meditieren?
Wenn man über die positiven Wirkungen von Meditation spricht, kommen häufig Fragen dazu, wie häufig meditiert werden muss und wie lange es dauert, bis sich diese positiven Effekte auf körperliche und psychische Gesundheit einstellen.
Prinzipiell gibt es diesbezüglich keine pauschale Regel, denn jeder Mensch ist unterschiedlich und jeder Mensch lebt unter anderen Umständen. Eine allgemein gültige Mindestdauer gibt es nicht. Für den Einstieg können bereits wenige Minuten täglicher Praxis sinnvoll sein, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden. In strukturierten Programmen wie MBSR wird häufig deutlich länger geübt. Entscheidend ist weniger eine starre Minutenregel als eine Praxis, die realistisch in den Alltag passt und über längere Zeit beibehalten werden kann.
Du solltest herausfinden, was für dich funktioniert und was du auch tatsächlich regelmäßig in deinen Alltag integrieren kannst. Die positiven Wirkungen beginnen sich meist schon nach wenigen Wochen zu zeigen.
Unser Tipp: Probiere einfach mal verschiedene Häufigkeiten, Zeitpunkte, Längen und Meditationstechniken aus und schaue, was sich für dich gut anfühlt und zeitlich in deinen Alltag passt.
Ein realistischer Anfang ist besser als ein heroischer Fehlstart
Viele Menschen beginnen mit Meditation, als wollten sie ein neues Leben unterschreiben: ab morgen täglich 45 Minuten, am besten im Morgengrauen, selbstverständlich aufrecht, würdevoll und innerlich bereits ein bisschen erleuchtet. Nach vier Tagen ist der Rücken beleidigt, der Wecker verhasst und die Meditations-App wieder gelöscht.
Ein realistischer Einstieg ist oft klüger. Fünf bis zehn Minuten täglich können für den Anfang vollkommen genügen. Entscheidend ist nicht, ob eine Sitzung beeindruckend lang ist, sondern ob die Übung regelmäßig genug stattfindet, um im Alltag Spuren zu hinterlassen.
Hilfreich kann eine einfache Struktur sein:
Erstens: einen festen Zeitpunkt wählen, zum Beispiel nach dem Aufstehen, nach der Arbeit oder vor dem Schlafengehen.
Zweitens: eine einfache Übung wählen, etwa Atembeobachtung oder Body Scan.
Drittens: nicht jedes Mal nach einer besonderen Erfahrung suchen. Meditation ist nicht erst dann gelungen, wenn es sich friedlich, tief oder besonders anfühlt. Manchmal besteht die Übung schlicht darin, zu merken: Heute ist Unruhe da.
Gerade Anfänger profitieren von einer freundlichen Nüchternheit. Regelmäßigkeit schlägt Perfektion. Eine kurze, ehrliche Praxis ist wertvoller als ein großes Vorhaben, das nur auf dem Papier meditiert.
Und warum meditierst du?
Was suchst du vorrangig in der Meditation?
Bisherige Antworten:
- Innere Ruhe
- Weil mein innerer Frieden wie ein Stein, der ins Wasser plumpst, leise seine Kreise zieht ... und damit auch Einfluss auf den Weltfrieden hat :-)
- Mich wieder in Einklang bringen
- Selbstbewusstsein,
Ruhe,
geerdet sein,
positives Mindset. - Ich fühle mich mehr verbunden mit mir, gehe liebevoller mit mir um kann bessere Entscheidungen treffen.
- Im hier und jetzt ankommen und somit jeden Moment gewahr sein und genießen, einfach so sein, ohne irgendwelche Konstrukte :)
Warum meditierst du?
Was ist deine Motivation zur Meditation?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Antwort 1
Ruhe, innerer Frieden.
Weil ich glaube, dass ich durch die Meditation mein spirituelles Wachstum fördern und unterstützen kann.
Antwort 2
Loslassen, was mir nicht mehr dient, zu innerem Gleichgewicht kommen, Frieden im innen und außen finden

Lust aufs Meditieren bekommen? Gratis-Anleitungen, MP3s und Meditations-Tipps
Der perfekte Einstieg ins Meditieren lernen
Auf Yoga-Welten.de findest du hier eine kostenlose MP3-Datei mit einer geführten Meditation zum Herunterladen. Dauer: 15 Minuten.
Einfach mit dem Smartphone downloaden und abspielen. Alternativ oder ergänzend findest du in diesem Artikel einen Einstieg in die Meditation.
Das könnte dir bei deiner Meditationspraxis weiterhelfen
Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener im Bereich Meditieren: Die beiden folgenden Beiträge enthalten eine Menge Ideen und Anregungen für deine Meditationspraxis.
Meditation vertiefen: Tipps für eine beständige Praxis Die ersten Schritte bei der Meditation wurden gemacht, manchmal war es anstrengend, hin und wieder äußerst angenehm. Dann liest man auch noch so viel über die positiven Folgen einer längeren Meditationspraxis. Der Vorsatz ist also gefasst: Meditation wird Teil meines Lebens. Aber dann kommt der Alltag. Und "unbefriedigende" Meditationen. Und Ausreden, warum ich nicht zum Meditieren komme. Es gibt viele kleine Kniffe und Hilfen, die dir dein Meditieren erleichtern und vertiefen ► bewährte Umstände schaffen ► schneller tiefer meditieren ► Tipps zum Dranbleiben. Hier weiterlesen: Meditation vertiefen: Tipps für eine beständige Praxis Gedanken in der Meditation beruhigen Wer anfängt zu meditieren, wird schnell merken, dass Gedanken sich in den Vordergrund drängen. Nach einer motivierenden Anfangsphase mit eindrücklichen Meditationserfahrungen leiden viele Meditierende darunter, am Ende der Meditation festzustellen, dass sie wieder einmal nur geträumt, geplant, gesorgt, innerlich geplaudert haben. In Jahrtausenden der Meditationstradition haben die unterschiedlichen Meditationsschulen Tipps und Hilfen entdeckt, welche die Gedanken bei der Meditation beruhigen.Beitrag: Meditation vertiefen: Tipps für eine beständige Praxis
Meditation vertiefen: 31 Tipps für eine beständige Praxis
Beitrag: Gedanken in der Meditation beruhigen
Gedanken in der Meditation beruhigen – 41 Tipps & effektive Methoden

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Im Zusammenhang interessant
Seltene, interessante oder humorvolle Fakten zur Meditation
- Der Begriff „Meditation“ war ursprünglich näher am Nachdenken als am Kopf-leer-Machen.
Das englische Wort geht über das Altfranzösische auf das lateinische meditatio beziehungsweise meditari zurück, also auf Bedeutungen wie nachdenken, betrachten, erwägen oder sich geistig mit etwas befassen. Das ist hübsch ironisch, weil viele Menschen heute glauben, Meditation bedeute vor allem, keine Gedanken mehr zu haben. - Der wandernde Geist ist erstaunlich fleißig – leider nicht immer zu unserem Vorteil.
Eine bekannte Studie von Killingsworth und Gilbert kam zu dem Ergebnis, dass Menschen rund 46,9 Prozent ihrer Wachzeit an etwas anderes denken als an das, was sie gerade tun. Der Geist ist also nicht nur ein Denker, sondern gelegentlich auch ein sehr eigenwilliger Ausflugsveranstalter. - MBSR ist jünger, als viele denken.
Die heute so verbreitete Mindfulness-Based Stress Reduction wurde nicht in einem antiken Kloster standardisiert, sondern 1979 von Jon Kabat-Zinn an der University of Massachusetts Medical School entwickelt. Die moderne Achtsamkeitswelle hat also durchaus Krankenhausflure, Studienprotokolle und westliche Medizin in ihrer Familiengeschichte. - Gehmeditation ist keine Notlösung für Menschen, die nicht stillsitzen können.
In buddhistischen Traditionen ist Gehmeditation eine eigenständige Praxis und wird oft zwischen längeren Sitzmeditationen geübt. Sie zeigt sehr schön: Meditation muss nicht aussehen wie ein Mensch, der bewegungslos auf einem Kissen sitzt und ernst in die Weltgeschichte atmet. - Meditation macht nicht automatisch bessere Menschen.
Eine systematische Übersichtsarbeit fand zwar Hinweise, dass Meditation Mitgefühl und Empathie fördern kann, aber keine durchgehenden Effekte auf Aggression, Vorurteile oder soziale Verbundenheit. Das ist ein gesunder Dämpfer für die Vorstellung, ein Meditationskissen sei eine moralische Waschmaschine. - Meditation kann bei Angststörungen ähnlich gut abschneiden wie ein Medikament – aber das heißt nicht, dass sie „einfacher“ ist.
Eine randomisierte Studie verglich MBSR mit Escitalopram (ein Antidepressivum) bei Angststörungen und fand MBSR nicht unterlegen. Interessant ist dabei: Meditation verlangt Zeit, Übung und Bereitschaft zur inneren Auseinandersetzung; sie ist also kein bequemes Bonbon, nur weil sie ohne Tablette auskommt. - Das berühmte „7,5 Jahre jüngere Gehirn“ ist kein Verjüngungszauber, sondern ein statistischer Befund.
Eine Studie zu langjährig Meditierenden fand, dass deren Gehirne im Modellvergleich mit 50 Jahren im Schnitt 7,5 Jahre jünger geschätzt wurden als die von Kontrollpersonen. Das ist spannend, aber kein Beweis dafür, dass Meditation biologisch exakt siebeneinhalb Jahre zurückdreht. - Meditation ist nicht völlig nebenwirkungsfrei.
Viele Menschen vertragen Meditation gut, aber Studien und Übersichten berichten auch von möglichen unerwünschten Effekten wie Angst, Unruhe, depressiver Verstimmung oder traumabezogenen Erfahrungen. Das macht Meditation nicht gefährlich im Pauschalurteil, aber es mahnt zur Selbstbeobachtung. - Nicht alle Meditationen aktivieren dasselbe Gehirnnetzwerk.
Eine neurowissenschaftliche Übersichtsarbeit zu vielen Bildgebungsstudien fand unterschiedliche Aktivierungsmuster für verschiedene Meditationsformen, etwa fokussierte Aufmerksamkeit, Mantra-Rezitation, offenes Beobachten und Mitgefühlsmeditation. „Meditation“ ist im Gehirn also kein Einheitsknopf, sondern eher ein Mischpult.
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- Meditation über Mitgefühl
- Meditieren Tipps
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- Meditation – wie lange bis Wirkung?
- Meditation in der Gheranda Samhita
- Die Tafeln von Chartres
- Gehmeditation – eine Anleitung
Die Tafeln von Chartres: PDF-Download, Anleitung & Wirkung
Die „Tafeln von Chartres“ sind eine althergebrachte Technik zur Schulung von Geist, Konzentration und Aufmerksamkeit. Nach späteren Darstellungen soll die Technik mündlich überliefert worden sein und wurde 1979 in einem Buch mit dem Titel „Gärten der Einweihung“ erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Für diese Herkunftserzählung existieren jedoch keine unabhängigen historischen Belege.
Hier findest du die Technik erläutert und einen gratis Download der Tafeln von Chartres, mit denen du selber praktizieren kannst.
Hier weiterlesen: Die Tafeln von Chartres
Acht Jhanas: Anleitung zu meditativer Vertiefung im Buddhismus
Anleitung zu den Jhanas im Buddhismus nach Leigh Brasington
Die Jhānas gehören zu den feinsten und zugleich missverständlichsten Themen buddhistischer Meditation. Sie beschreiben Zustände tiefer Sammlung, in denen Freude, Ruhe, Gleichmut und schließlich sehr subtile Wahrnehmungen des Geistes in den Vordergrund treten. Die folgende Anleitung zu den Jhanas nach Leigh Brasington listet auf, worauf sich in jeder Stufe zu konzentrieren ist. Dieser Artikel ordnet darüber hinaus die klassischen vier Jhānas und die vier formlosen Erreichungen verständlich ein, erklärt zentrale Begriffe wie pīti, sukha, Samatha und Vipassanā und zeigt, weshalb meditative Vertiefung zwar ein kraftvoller Wegbereiter von Einsicht sein kann, aber nicht mit Erwachen verwechselt werden sollte.
Hier weiterlesen: Acht Jhanas: Anleitung zu meditativer Vertiefung im Buddhismus
Metta-Meditation Anleitung: Liebende Güte Schritt für Schritt üben
Metta-Meditation Anleitung: Liebende Güte Schritt für Schritt üben
Reine Atem-Meditation kann zwar beruhigen und die Aufmerksamkeit schulen, sie richtet den Geist aber nicht automatisch gezielt auf Wohlwollen, Güte oder Mitgefühl aus. Genau hier setzt die Metta-Meditation aus dem Buddhismus an. Sie ist vor allem eine Übung in liebender Güte, also in einer freundlichen, wohlwollenden Haltung gegenüber sich selbst und anderen Wesen. Mitgefühl im engeren Sinn, im Buddhismus oft mit Karuna verbunden, ist damit verwandt, aber nicht völlig dasselbe.
Wir erklären in diesem Beitrag, wie die Metta-Meditation funktioniert, und geben Anleitungen als Text und Video. Außerdem findest du weiter unten eine allgemeine Eigenschaftsmeditation und weitere Varianten von Meditationen über Mitgefühl.
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Gedanken in der Meditation beruhigen
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Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung
Meditation lernen – die grundlegende Anleitung aus dem Buddhismus
Der Begriff Meditation hat viele Facetten. Das Spektrum reicht vom Nachsinnen über ein Thema (vornehmliche Betrachtungsweise der Philosophen) bis zur völligen Gedankenstille. Im Folgenden findest du eine konkrete Anleitung der Schritte, welcher der Buddha himself seinen Schülern zum Lernen einer tiefen Meditation gegeben hat. Sicherlich nicht die schlechteste Herangehensweise, wenn du persönliche Entwicklung oder gar Erleuchtung zum Ziel deiner Meditationsreise auserkoren hast.
Am Ende findest du eine Merkkarte zum Ausdruck – z. B. für das Portemonnaie.
Hier weiterlesen: Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung

