Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form und Praxis-Tipps
Yoga dient dem Zur-Ruhe-kommen des Geistes. Dazu praktizieren Yogis in sitzender Position. "Der Sitz soll fest und bequem sein" ist die Grundforderung vieler Yogaschriften an diese Körperhaltung. Beides will ein Meditationskissen fördern: Stabilität des Sitzes und dessen Komfort.
Dieser Text bietet dir nicht nur eine Orientierung, welche Kissenhöhen, Formen und Füllungen es gibt, sondern erklärt auch, wie du Fehlkäufe vermeidest und dich in deiner Haltung wirklich wohl fühlst. Er führt dich durch die entscheidenden Aspekte von Anatomie, Sitzkomfort und Praxisrelevanz und hilft dir, die richtige Entscheidung für deine Meditationsroutine zu treffen.
Auch was sollte man beim Meditationskissen alles achten? Unser Artikel gibt Antworten zu zahlreichen Fragen rund um das für dich optimale Kissen für deine Meditation.
Kurz zusammengefasst
- Meditationskissen – Zweck und Nutzen
Ein Meditationskissen unterstützt dich beim Sitzen, indem es deine Hüften höher als deine Knie bringt, deine Wirbelsäule aufrichten hilft und so zu einer komfortableren, längeren Meditationshaltung führt. Dies erleichtert Atmung, Stabilität und Haltung im Vergleich zum Sitzen direkt auf dem Boden erheblich. - Sitzhaltung und Anatomie
Eine gute Sitzhaltung zeichnet sich dadurch aus, dass Hüften über den Knien liegen, wodurch dein Becken leicht nach vorne gekippt wird und deine Wirbelsäule natürlicher aufgerichtet ist. Genau diese Grundbedingung schafft ein richtig gewähltes Meditationskissen. - Kissenhöhe richtig wählen
Die richtige Kissenhöhe hängt nicht nur von deiner Körpergröße, sondern vor allem von deiner Beweglichkeit, Sitzhaltung und dem Sitzstil ab. Niedrigere Kissen eignen sich eher für bewegliche Menschen und halbe Lotussitze, höhere für Schneidersitz oder längere Meditationen. - Form und Material
Kissenformen (rund, rechteckig, Halbmond) und Füllungen (Dinkel, Buchweizen, Kapok) haben unterschiedliche ergonomische Eigenschaften. Buckwheat oder Dinkel bieten Stabilität, Kapok mehr Weichheit – es ist eine Frage deines Sitzkomforts und persönlicher Präferenzen. - Fehlkäufe vermeiden
Viele Fehlentscheidungen beim Kauf entstehen, wenn Sitzdauer, Untergrund oder eigene Gewohnheiten nicht beachtet werden. Ein Kissen sollte nicht nur bequem beim ersten Sitzen sein, sondern auch bei längeren Meditationszeiten Stabilität bieten. - Pflege und Lebensdauer
Abnehmbare, waschbare Bezüge und die Möglichkeit, Füllung nachzufüllen oder anzupassen, erhöhen die Lebensdauer deines Kissens und sorgen langfristig für Komfort. - Persönliche Entwicklung und Anpassung
Deine Bedürfnisse verändern sich mit deiner Praxis: Ein Kissen, das zu Beginn ideal war, kann später zu niedrig oder zu weich sein – es lohnt sich, auf deine körperliche Entwicklung zu achten.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Padmasana
Warum überhaupt ein Meditationskissen benutzen?
Meditationskissen – wie sitzen? Die verschiedenen Sitzhaltungen im Yoga
Fortgeschrittene Yogis können im vollen Lotussitz (Padmasana) meditieren. Diese benötigen oft nur noch ein ganz dünnes Kissen oder gar keine Erhöhung mehr, sitzen stabil und komfortabel direkt auf dem Boden. Ihnen reicht eine Decke als Unterlage.
Bei allen anderen Sitzpositionen wie Svastikasana, Siddhasana, Schneidersitz, Kniesitz, Fersensitz, burmesischer Sitz oder Bhadrasana wird gerne ein Meditationskissen zur Erleichterung des Sitzens verwendet.
Meditationskissen und Sitzdauer: ein oft übersehener Faktor
Die Wahl des Meditationskissens sollte sich nicht nur an der Sitzhaltung orientieren, sondern auch an der geplanten Sitzdauer und dem Meditationsstil.
In achtsamkeitsbasierten Meditationen mit häufigem Körper-Check-in werden kleine Positionsanpassungen bewusst wahrgenommen und zugelassen. Hier kann ein etwas nachgiebigeres Kissen sinnvoll sein. In stillen Konzentrationspraktiken hingegen, bei denen der Körper möglichst unbewegt bleibt, bewährt sich eine stabile, formfeste Sitzunterlage.
Auch die eigene Körperwahrnehmung spielt eine Rolle. Menschen mit feinem Gespür für innere Spannungen bemerken früh, wenn ein Kissen nicht passt. Andere sitzen lange „darüber hinweg“ – bis der Körper irgendwann deutlich protestiert. Ein gutes Meditationskissen unterstützt nicht nur den Körper, sondern auch das rechtzeitige Wahrnehmen von Grenzen.
Wie lange meditierst du durchschnittlich pro Sitzung?
Vorteile des erhöhten Sitzens
Zum einen ermöglicht die Erhöhung durch das Yogakissen, dass wir den Rücken aufrecht halten können, zum anderen erreichen unsere Beine eine breitere Auflagefläche auf dem Boden. Die notwendige Dehnung von Hüften und Beinmuskeln wird durch die Erhöhung vermindert. Wir können länger ohne Schmerzen sitzen.
Die Rolle der Wirbelsäule beim Sitzen auf dem Meditationskissen
Ein Meditationskissen erfüllt seinen Zweck dann, wenn es die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule unterstützt. Ziel ist kein militärisch gerader Rücken, sondern eine aufgerichtete, entspannte Haltung, bei der das Becken leicht nach vorne kippt.
Ist das Kissen zu niedrig, kippt das Becken nach hinten. Die Lendenwirbelsäule rundet sich, die Rückenmuskulatur muss dauerhaft arbeiten. Ist das Kissen zu hoch, entsteht oft ein Hohlkreuz, das ebenfalls Spannung erzeugt.
Ein gut gewähltes Meditationskissen ermöglicht eine Haltung, in der sich die Wirbelsäule „von selbst“ aufrichtet, ohne aktiv gehalten zu werden. Dieses Gefühl – Stabilität ohne Anstrengung – ist ein verlässlicher Hinweis darauf, dass Höhe und Form passen.
Kurz gesagt:
Meditationskissen unterstützen die Meditation.
Meditation mit zusammengebissenen Zähnen?
Eine Grundforderung der meisten Meditationslehren ist die lange Regungslosigkeit der Sitzhaltung bei aufgerichteter Wirbelsäule. Disziplin gehört zur Meditation, wir dürfen nicht bei jedem Zipperlein reflexartig hin und her zappeln. Manchmal hilft es, sich auf die zwickende Stelle im Körper zu konzentrieren und im Geist den Atem an diesen Ort zu lenken, um den Schmerz abklingen zu lassen. Doch irgendwann – im Laufe der Zeit immer später – ist eine Grenze erreicht und das unbewegte Sitzen wird zu schmerzhaft.
Gerade als Anfänger müssen und sollten wir uns darum auch hin und wieder aus dem unbewegtem Meditationssitz lösen und uns etwas bewegen. Wenn die Sitzposition zu unbequem wird, lösen wir diese kurz auf, schütteln die Beine aus und drehen uns ein wenig in der Hüfte. Hilfreich ist es zudem, die Arme mit verschränkten Händen nach oben zu strecken.

Das passende Kissen für mich
Meditationskissen: welche Höhe?
Die passende Höhe des Meditationskissens ist bedeutsam für das aufrechte, schmerzfreie und komfortable Sitzen auf harter Unterlage. Wenn die Sitzhöhe nicht passt, kann es leicht zu eingeschlafenen Füßen oder Spannungsschmerzen kommen.
Prinzipiell gilt:
- Je kleiner und beweglicher du bist, umso flacher darf dein Meditationskissen ausfallen.
- Die Knie sollten auf dem Yogakissen sitzend immer tiefer liegen als die Hüfte. So kann sich das Becken aufrichten.
Wenn du kein Riese bist
Als grobe Orientierung können kleinere und sehr bewegliche Personen mit niedrigeren Kissen beginnen, während größere oder weniger bewegliche Menschen häufig eine stärkere Erhöhung benötigen. Entscheidend ist jedoch nicht die Körpergröße allein, sondern ob das Becken aufgerichtet ist und die Knie tiefer als die Hüften liegen.
Wenn du bis circa 1,70 Meter groß bist, kannst du es mit einem 10 Zentimeter hohen Kissen probieren. Wenn du darin bequem in deinem Sitz meditieren kannst: alles super. Wenn du aber mit den Beinen oder Knien weit über dem Boden schwebst und der Sitz sich irgendwie wackelig anfühlt, solltest du zu einem größeren Kissen greifen.
Für fortgeschrittene Sitzhaltungen wie den halben Lotus oder den burmesischen Sitz reichen ebenfalls meist die 10 Zentimeter hohen Kissen aus.
Kleine Kissen sind zudem besonders "reisetauglich".
Meditationskissen für große Menschen
Größere Menschen benötigen aufgrund längerer Beinhebel und veränderter Gelenkwinkel häufig eine stärkere Erhöhung, um das Becken ausreichend aufrichten zu können. Deshalb profitieren viele Personen ab etwa 1,80 Meter Körpergröße von höheren Meditationskissen. Ab einer Größe von circa 1,80 Meter sollte darum auf einem Kissen mit 20 Zentimeter Höhe oder mehr Platz genommen werden.
Meditationskissen für Fersensitz oder Schneidersitz
Wer im Schneidersitz oder Fersensitz meditieren möchte oder muss, braucht tendenziell ein höheres Kissen, wieder je nach Beweglichkeit. Die Knie sollten im Schneidersitz tiefer sein als die großen Hüftknochen vorne. Auch Menschen unter 1,80 Meter Körpergröße sollten dazu ein Kissen mit mindestens 18 Zentimeter Höhe kaufen. Ab 1,80 Meter empfehlen wir für diese Sitzhaltungen ein Kissen mit um die 25 Zentimeter Höhe.
Wichtig: Sehr hohe Meditationskissen eignen sich in der Regel nicht für den klassischen Lotussitz. Für den Schneidersitz hingegen können höhere Kissen – je nach Beweglichkeit – durchaus sinnvoll sein, da sie das Becken aufrichten und die Knie entlasten.
Tipp: Viele Übende fühlen sich im Schneidersitz erst wohl, wenn die Knie auf beiden Seiten von einem Kissen unterstützt werden.
Welches Meditationskissen für Anfänger?
Auch hier hängt es von Körpergröße und Gelenkigkeit des Anfängers ab. Tendenziell sollte es am Anfang aber ein hohes Kissen (20 Zentimeter oder mehr) sein.
Wenn die Hüften dann offener geworden sind, kann das Kissen mit der Zeit niedriger werden.
Bei manchen Kissen kann man hierfür einfach einen Teil der Füllung herausnehmen, um die Kissenhöhe der eigenen Dehnbarkeit anzupassen.
Tipps
Bist du dir unsicher, welche Höhe du bestellen sollst?
- Baue dir vor dem Kauf ein "Pseudokissen" aus Büchern oder einem Topf und prüfe, wie bequem du bei welcher Höhe sitzt.
- Alternativ oder ergänzend: Besuche eine Meditationsstunde oder eine buddhistische Gruppe. Im Übungsraum finden sich oft ganz unterschiedliche Meditationskissen, die du bei dieser Gelegenheit durchprobieren kannst.

Meditationskissen: welche Form?
Rundkissen, Rechteck oder Halbmond?
Das ideale Meditationskissen ist eines, dass du irgendwann gar nicht mehr merkst. Dazu sollte sich das Kissen formseitig deinen Körperkonturen anpassen.
Das klassische Meditationskissen ist das Rundkissen mit kreisrunder Sitzfläche. Es eignet sich für viele unterschiedliche Sitzpositionen.
🛒 "Meditationskissen rund" auf Amazon anschauen ❯
Ob die halbrunde Form (Mond-Kissen) oder ein rechteckiges Meditationskissen besser für dich geeignet ist, zeigt dir erst ein längerer Sitztest.
🛒 "Meditationskissen Mond" auf Amazon anschauen ❯
🛒 "Meditationskissen rechteckig" auf Amazon anschauen ❯
Tipp: Probieren lohnt sich! Nur so habe ich zu meinem rechteckigen Kissen gefunden, das ich als höchst bequem empfinde.
Meditationskissen oder Bank?
Die Meditationsbank bietet sich als Alternative zum Meditationskissen an. Besonders Praktizierende mit Knieschmerzen, die gerne längere Meditationen schmerzfrei durchführen wollen, sollten es einmal mit einer Bank probieren. Diese ermöglicht mit einer abgeschrägten Sitzfläche eine gerade Aufrichtung und erleichtert die tiefe Bauchatmung. Zudem ist eine Meditationsbank stabiler als ein Meditationskissen.
Aber halt nicht so bequem :-) Es sei denn, du wählst eine Meditationsbank mit Polsterung. Diese ist dann aber deutlich teuer als ein Meditationskissen.
🛒 "Meditationsbank" auf Amazon anschauen ❯
Eine Bank hat zudem den Vorteil, dass diese meist zusammenklappbar ist. So lässt sie sich leicht irgendwo unterschieben oder im Schrank verstauen.
Man sollte sich aber auch nicht scheuen, gerade am Anfang, bei Schmerzen im Meditationssitz einfach auf einem Stuhl (weiter) zu meditieren.
Worauf meditierst du am liebsten?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Rundes Meditationskissen | 16 Stimmen |
| Halbmondförmiges Meditationskissen | 6 Stimmen |
| Auf dem Sofa oder Sessel, gemütlich angelehnt | 6 Stimmen |
| Meditationsbänkchen | 5 Stimmen |
| Rechteckiges Meditationskissen | 4 Stimmen |
| Auf einem Stuhl | 2 Stimmen |
| Ich sitze beim Meditieren direkt auf dem Boden | 2 Stimmen |

Meditationskissen: welche Füllung?
Die meisten Meditationskissen in Europa sind mit Dinkelspelzen, Hirsespelzen, Buchweizenschalen oder Weizenspreu gefüllt. Eine Füllung aus Dinkel, Hirse, Buchweizen oder Weizen ist vergleichsweise hart, bietet dafür aber eine hohe Stabilität.
Was sind Spelzen?
Spelzen sind die Hülle des Korns und gehören damit zu dessen Spreu. Zunächst wird das Korn herausgelöst, dann die Spelzen gewaschen. Anschließend werden die Spelzen getrocknet und entstaubt. Spelzen sind eine besonders leichte Füllung.
Alternativ wird manchmal Kapok (Pflanzendaunen) als Füllung angeboten. Manchmal fungieren diese unter dem Namen "Zafu". Der Begriff „Zafu“ bezeichnet hingegen eine traditionelle Form des Meditationskissens aus der Zen-Praxis und ist nicht an ein bestimmtes Füllmaterial gebunden.
Kapok ist die flaumige Hohlfaser der Samen des Kapokbaumes. Sie haben oft höheren Sitzkomfort, bieten dafür aber etwas weniger Stabilität.
Kapok wird häufig als für Allergiker geeignet beschrieben, da die glatten Pflanzenfasern weniger Lebensraum für Milben bieten können. Eine individuelle Verträglichkeit kann jedoch nicht garantiert werden.
Die Füllung vom Meditationskissen ist immer auch ein stückweit Geschmackssache.
Letzter Tipp:
Manche Füllung macht bei der kleinsten Bewegung Geräusche.
Achte darauf, wenn dich das stört.
Farblich harmonierende Yoga-Ausstattung
Meditationskissen: Welche Farbe?
Farben haben eine Wirkung auf uns Menschen. Weiß steht in unseren Breitengraden ür Klarheit und Weisheit – gute Bedingungen für die Meditation! Rot steht für Willenskraft (brauchen wir auch), blau für Klarheit (wäre auch nicht schlecht).
Farben werden von Menschen jedoch unterschiedlich wahrgenommen und können je nach persönlicher Prägung und kulturellem Kontext verschiedene Assoziationen hervorrufen. Für viele Übende ist daher weniger die theoretische Farbwirkung entscheidend als das persönliche Wohlgefühl und die Harmonie mit der Umgebung.
Zudem ist es ja so, dass wir in der Meditation auf dem Kissen sitzen. Von daher ist für viele Yogis die Optik – auch deren Harmonie mit dem Yogaraum und der Yogaunterlage – wichtiger als die konkrete Farbwirkung.
Unsere Empfehlung: Höre bei der Entscheidung über die Farbe des Kissens einfach auf dein (Bauch-)Gefühl.
Häufige Fehler beim Kauf eines Meditationskissens
Viele Meditationskissen werden nicht deshalb aussortiert, weil sie qualitativ schlecht sind, sondern weil sie nicht zur eigenen Sitzpraxis passen. Einige typische Fehlentscheidungen tauchen immer wieder auf.
Ein häufiger Fehler ist es, ein Kissen zu niedrig zu wählen, weil es „fortgeschrittener“ wirkt. Ein flaches Kissen zwingt jedoch viele Menschen in eine Rundung der Lendenwirbelsäule. Die Folge sind Rückenschmerzen oder eingeschlafene Beine – nicht selten schon nach wenigen Minuten.
Ebenso problematisch ist ein zu weiches Kissen. Was sich im ersten Moment bequem anfühlt, gibt während längerer Sitzzeiten nach. Das Becken kippt, die Wirbelsäule verliert ihre natürliche Aufrichtung. Stabilität ist beim Meditationskissen wichtiger als Gemütlichkeit.
Auch die Sitzdauer wird oft unterschätzt. Wer regelmäßig 30 Minuten oder länger sitzt, stellt andere Anforderungen an ein Kissen als jemand, der fünf Minuten am Morgen meditiert. Je länger die Sitzzeit, desto entscheidender werden Höhe, Form und Formstabilität.
Nicht zuletzt spielt auch der Untergrund eine Rolle. Ein Meditationskissen auf Teppich verhält sich anders als auf Parkett oder Steinboden. Was im Yogastudio funktioniert, kann zu Hause plötzlich unbequem sein.
Bedenke: Ein Meditationskissen ist kein endgültiger Kauf
Viele Übende machen im Laufe der Jahre eine interessante Erfahrung: Das „perfekte“ Meditationskissen verändert sich. Mit zunehmender Beweglichkeit, veränderter Praxis oder auch mit dem Älterwerden ändern sich die körperlichen Anforderungen.
Was zu Beginn ein hohes, stabiles Kissen war, wird später vielleicht flacher. Oder umgekehrt: Was früher problemlos ging, braucht heute mehr Unterstützung. Ein Meditationskissen ist kein Statussymbol, sondern ein Arbeitsinstrument, das sich der eigenen Entwicklung anpasst – nicht umgekehrt.

Stoffe für Meditationskissen
Meist sind die Bezüge der Kissen aus fester Baumwolle. Solch ein Bezug ist bei guter Herstellungsqualität sehr langlebig, robust und abwaschbar.
Der Bezug vom Meditationskissen sollte wegen der Hygiene immer waschbar sein! Er wird sonst mit der Zeit unansehnlich, insbesondere bei hellen Farben.
Der Bezug sollte auch eine gewisse Dicke aufweisen. Durch dünne Bezüge können die Spelzen unangenehm zu spüren sein.
Bio-Meditationskissen
Wenn möglich sollte der Bezug aus Bio-Baumwolle hergestellt sein. Einige Hersteller werben mit der GOTS-Zertifizierung ihrer Meditationskissen. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist ein weltweiter Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern wie Baumwolle. Er definiert umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und Sozialkriterien für die an der Herstellung Beteiligten Arbeitnehmer. Die Qualitätssicherung erfolgt durch unabhängige Zertifizierung entlang der gesamten Textillieferkette. Mehr dazu auf Wikipedia.
Achte beim Kauf auf den Geruch vom Meditationskissen, unangenehm riechen sollte ein gutes Kissen nicht.
Pflege und Lebensdauer: Wann ein Meditationskissen wirklich „gut“ ist
Ein hochwertiges Meditationskissen begleitet viele Jahre – vorausgesetzt, es wird richtig gepflegt. Abnehmbare, waschbare Bezüge sind kein Luxus, sondern eine Hygiene-Notwendigkeit, insbesondere bei regelmäßiger Praxis.
Auch die Füllung verändert sich mit der Zeit. Spelzen verdichten sich, Kapok verliert an Volumen. Ein gutes Meditationskissen erlaubt es, die Füllmenge nachzujustieren oder die Füllung auszutauschen. Das verlängert die Lebensdauer erheblich.

Wo kann man Meditationskissen kaufen?
Online findest du eine riesige Auswahl an Yogakissen, viele verschiedene Formen, Farben und Füllungen. Die Preise fangen bei rund 20 Euro an. Meist gilt:
Je teurer das Kissen, desto höher die Qualität.
Handgemachte Kissen mit individuellem Design sind ab 100 Euro zu haben.

Meditationskissen für die Reise
Es gibt aufblasbare Meditationskissen für unterwegs. Diese müssen nicht so gut gefallen wie das Kissen für den "Alltag", sind dafür aber vom Gewicht und Packmaß her gesehen unschlagbar.
🛒 "Meditationskissen aufblasbar" auf Amazon anschauen ❯

Meditationskissen selber machen: eine Anleitung
Wer über eine Quelle für das Füllmaterial verfügt und eine Nähmaschine besitzt, kann seine Sitzunterlage auch selber nähen. Das folgende Video enthält eine How-To-Anleitung, dazugehörige Schnittmuster finden sich im Internet.
Mit Klick auf dem Button wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und die bei Youtube üblichen Daten erhoben und Cookies gesetzt.

Ergänzungen und Fragen von dir
- Kappokfüllung
Da bin ich aber froh, dass ich mich für eine Kappokfüllung entschieden habe, ohne Geräusche, geruchsfrei – ab und zu ein wenig ausschütteln oder beser gesagt: in Form klopfen.
Von: anonym
Gibt es eine Frage zum Beitrag, etwas zu ergänzen oder vielleicht sogar zu korrigieren?
Fehlt etwas im Beitrag? Kannst du etwas beisteuern? Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet. Vielen Dank!
Fazit: Meditationskissen was beachten?
Ein gutes – das "richtige" – Meditationskissen passt in Höhe und Form zu meiner Sitzhaltung und meinem Körperbau. Darüber hinaus – die Farbe, die Füllung, der Stoff, das Muster – sind die Anforderungen an das Kissen Geschmackssache. Am besten probieren wir ein Meditationskissen im Laden in Yogakleidung aus. Ansonsten – im Falle der Onlinebestellung – senden wir ein unbequemes Kissen einfach wieder zurück.

Im Zusammenhang interessant
Video: Tipps zum Meditationskissen
Wenn du noch etwas Zeit übrig hast, kannst du dir noch die folgenden Tipps (Länge: 5 Minuten) zur Auswahl eines Meditationskissens anschauen:
Mit Klick auf dem Button wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und die bei Youtube üblichen Daten erhoben und Cookies gesetzt.
FunFacts zum Meditationskissen
- Ursprung des Zafu
Das traditionelle Meditationskissen – das Zafu – wurde bereits im China der Tang-Dynastie genutzt und gelangte über Zen-Praxis nach Japan, wo später Kapok-Füllung populär wurde. - Bedeutung des Wortes „Zafu“
„Zafu“ bedeutet in der japanischen Sprache wörtlich „Sitz aus Rohrkolben“, weil ursprünglich die Fasern dieser Pflanze als Füllmaterial dienten. - Zabuton beim Sumo
In Japan werden große Sitzkissen (Zabuton) im Publikum manchmal bei Sumo-Wettkämpfen in Richtung Ring geworfen, wenn ein Favorit verliert – eine alte Tradition mit Risiko! - Meditationshaltung hat antike Wurzeln
Meditation als Praxis lässt sich bis um 5.000 v. Chr. zurückverfolgen, lange bevor sitzende Kissen verbreitet waren. - Sitzkomfort fördert Atmung
Ein erhöhter Sitz hilft nicht nur der Haltung, sondern ermöglicht tatsächlich eine freiere Bauchatmung, was viele Praktizierende als entscheidend für tiefe Meditation erleben. - Kapok-Füllung braucht Zuwendung
Kapok-gefüllte Kissen müssen nach jedem Gebrauch oft wieder „aufgeflufft“ werden, weil das Material mit der Zeit zusammengedrückt wird – ein kleiner, aber wiederkehrender Arbeitsschritt. - Meditation kennt viele Sitzformen
Es ist ein Mythos, dass Meditation nur im Lotussitz richtig funktioniert – schon alte Yoga-Texte zeigen, dass es viele praktikable Sitzhaltungen gibt, auch im Stuhl oder Kniesitz.
Weiterlesen
- Meditation lernen (richtig lernen)
- Meditation Gedanken: über 40 Tipps und Hilfen
- Stufen der Meditation
- Anleitung Jhanas (aus dem Buddhismus)
- Warum meditieren Menschen?
- Meditation über Mitgefühl
- Meditieren Tipps
- Meditieren Hilfsmittel
➔ Zu allen Meditationsbeiträgen
Weitere beliebte Beiträge zur Meditation
- Meditation - eine grundlegende Anleitung
- Geschichte der Meditation
- Meditationsmusik
- Dhyaden Meditation
- Meditation zwischendurch
- Welche Meditation passt zu mir?
- Handbuch Meditation
- Tiefer meditieren: Was die Meditation fördert
- Meditation – wie lange bis Wirkung?
- Mögliche Meditationsobjekte
- Meditieren lernen App
- Meditation im Yogasutra
- Meditation in der Gheranda Samhita
- Die Tafeln von Chartres
- Gehmeditation – eine Anleitung
Hinweis: Die Kategorie mit der ID 122 ist nicht veröffentlicht.
Hinweis: Die Kategorie mit der ID 132 ist nicht veröffentlicht.


