Yogamatte ohne Schadstoffe: Kaufberatung zu den Materialien
Eine Yogamatte ist weit mehr als ein Stück Gummi oder Stoff: Sie ist dein täglicher Untergrund für Bewegung, Achtsamkeit und Wohlbefinden. Doch während Yoga innere Ausgeglichenheit verspricht, sind viele handelsübliche Matten chemisch belastet, um Herstellungskosten zu drücken oder die Oberfläche „griffig“ zu machen. Dieser Artikel zeigt, wie du eine Yogamatte ohne Schadstoffe findest, was wirklich hinter Begriffen wie schadstofffrei, Öko-Zertifikat oder nachhaltig steckt und wie du eine Matte auswählst, die körperverträglich, langlebig und umweltbewusst ist – und zu dir und deiner Praxis passt.
Kurz zusammengefasst
- Bedeutung schadstofffreier Yogamatten: Es geht nicht um absolute Chemiefreiheit, sondern darum, Gesundheitsrisiken durch giftige Zusatzstoffe zu vermeiden und Materialien zu wählen, die sich im direkten Hautkontakt unbedenklich verhalten.
- PVC und Chemikalienrisiken: Viele günstige PVC-Matten enthalten Weichmacher oder problematische Stoffe, die bei der Nutzung auf die Haut übertragen werden können; Zertifikate wie Öko-Tex Standard 100 sind wichtige Orientierungshilfen, aber keine Garantie für völlige Unbedenklichkeit.
- Nachhaltige Materialien: Naturmaterialien wie Naturkautschuk, Kork, Baumwolle, Schurwolle, Hanf oder Jute sind umweltfreundlicher als viele synthetische Kunststoffe – sie sind oft biologisch abbaubar und haben bessere Umweltbilanz, wenn sie ohne problematische Zusatzstoffe verarbeitet werden.
- Zertifikate richtig einordnen: Sie bestätigen Gesundheits- oder Umweltstandards, aber es gibt keines, das alle Aspekte abdeckt; ihre Aussagekraft sollte im Kontext geprüft werden.
- Geruch und Allergien: Ein Materialgeruch ist nicht automatisch ein Schadstoffsignal, aber anhaltender chemischer Geruch kann ein Warnhinweis sein; außerdem sollten Latexallergiker Naturkautschuk meiden.
- Pflege und Alterungsprozesse: Unsachgemäße Reinigung und Lagerung können selbst schadstoffarme Matten beschädigen und die Materialeigenschaften verschlechtern.
- Praxisorientierte Tipps: Die richtige Wahl hängt von deinem Yoga-Stil, individuellen Bedürfnissen und Hautsensitivität ab – nicht allein vom Marketingversprechen eines Produkts.
- Geschichte und Kontext: Die moderne Yogamatte ist ein relativ junges Produkt, das in den 1980er-Jahren entstand und seitdem in vielen Materialien verfügbar ist.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Was bedeutet „schadstofffrei“ bei Yogamatten eigentlich konkret?
Der Begriff „schadstofffrei“ wird im Zusammenhang mit Yogamatten häufig verwendet, aber selten präzise erklärt. Genau hier beginnt das Problem – und zugleich die Chance, bewusst zu wählen.
Schadstofffrei bedeutet nicht, dass eine Yogamatte keinerlei Chemikalien enthält. Das wäre bei industriell hergestellten Produkten kaum realistisch. Gemeint ist vielmehr, dass die Matte keine Stoffe enthält, die nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand gesundheitlich bedenklich sind, insbesondere bei intensivem Hautkontakt, Wärme und Feuchtigkeit.
Zu den Stoffen, die Verbraucherinnen und Verbraucher in Yogamatten besonders vermeiden möchten, zählen unter anderem bestimmte Weichmacher, Nitrosamine, AZO-Farbstoffe, Schwermetalle sowie Rückstände aus chemischen Ausrüstungen. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob solche Stoffe enthalten sind, sondern auch in welcher Konzentration und ob sie aus dem Material freigesetzt werden können.
Eine schadstoffarme Yogamatte ist daher kein Bauchgefühl, sondern immer das Ergebnis von Materialwahl, Verarbeitung und unabhängiger Prüfung.

Gesundheitlich unbedenkliches Üben
Bis vor einigen Jahren war die Yogamatte aus dem Kunststoff PVC der absolute Klassiker. Auch heute gibt es noch viele Yogamatten aus PVC, die sehr preisgünstig sind und deswegen gern gekauft werden. Das Problem bei PVC ist aber, dass diese Yogamatten häufig giftige Chemikalien wie AZO-Farbstoffe oder Weichmacher enthalten.
Außerdem werden die Matten zum Teil nach der Herstellung chemisch behandelt, damit sich keine Bakterien und Pilze im Inneren ausbreiten. Einige in minderwertigen PVC-Yogamatten enthaltene Zusatzstoffe, etwa bestimmte Weichmacher oder Farbstoffe, stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Diese Stoffe können sich unter bestimmten Bedingungen aus dem Material lösen und bei intensivem Hautkontakt in geringen Mengen auf die Haut übergehen. Die gesundheitliche Relevanz hängt jedoch stark von der konkreten chemischen Zusammensetzung der Matte ab.
Von Anfänger bis Guru: Weil die Nachfrage nach gesundheitlich unbedenklichen Yogamatten immer größer wird, gibt es mittlerweile aber auch Yogamatten aus PVC, die sich ohne Bedenken verwenden lassen. Dafür solltest du darauf achten, dass die Matte vom Öko-Tex-Standard 100 geprüft und zertifiziert wurde. Das Öko-Tex-Standard-100-Zertifikat stellt sicher, dass das geprüfte Produkt bestimmte gesetzlich definierte Grenzwerte für gesundheitsrelevante Schadstoffe einhält. Es garantiert jedoch weder vollständige Schadstofffreiheit noch eine umweltfreundliche Herstellung, sondern bewertet ausschließlich die gesundheitliche Unbedenklichkeit im Hautkontakt.
Im Yogamattentest von Öko-Test der Ausgabe Januar 2019 waren alle "sehr guten" Kunststoffmatten aus thermoplastischen Elastomeren (TPE) gefertigt. Die TPE-Matten kommen ohne Weichmacher aus, können aber im Einzelfall ungesunde Additive enthalten.
Die drei PVC-Matten in dem Test enthielten damals laut "Öko-Test" Ersatzweichmacher. Sie bekamen darum nur die Noten "befriedigend" oder "mangelhaft".
Es hat sich auch ein breites Angebot an Matten unterschiedlicher Hersteller etabliert, die nicht mehr aus Kunststoff bestehen, sondern aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen. Dazu gehören zum Beispiel Naturkautschuk, Baumwolle, Schurwolle, Hanf, Jute oder Kork. All diese Materialien garantieren wunderbare Eigenschaften und sind für viele verschiedene Yogastile geeignet.
Auf diesen natürlichen Matten lässt sich beruhigt jede Yogastunde genießen, denn du kannst durch eine Öko-Zertifizierung nicht nur sicher sein, dass du keine giftigen Stoffe über die Haut aufnimmst, sondern du weißt auch, dass bei der Herstellung Rücksicht auf die Umwelt genommen wurde.
Alle nachhaltigen Materialien können im Laufe des Matten-Herstellungsprozesses mit Schadstoffen belastet werden. Darum gibt das Material alleine noch keine Garantie für Schadstofffreiheit, sondern immer nur die (unabhängige) Zertifizierung.
Geschichte und Kontext: Die Yogamatte als modernes Hilfsmittel
So selbstverständlich sie heute wirkt, die moderne Yogamatte ist ein vergleichsweise junges Produkt. Über viele Jahrhunderte wurde Yoga ohne spezielle Unterlagen praktiziert – auf nacktem Boden, auf Gras, gewebten Tüchern oder einfachen Decken. In den klassischen Yoga-Schriften findet sich kein Hinweis auf genormte Matten oder standardisierte Materialien. Yoga war ortsgebunden, reduziert, pragmatisch.
Erst in den 1980er-Jahren entstand die Yogamatte in ihrer heutigen Form. Mit der Verbreitung von Yoga im Westen, insbesondere in Europa und Nordamerika, änderten sich die Rahmenbedingungen: glatte Studio-Böden, neue Körperübungen, dynamischere Stile. Um Halt und Dämpfung zu schaffen, wurden zunächst Teppichunterlagen aus PVC zweckentfremdet – funktional, rutschfest, aber aus heutiger Sicht problematisch.
Seitdem hat sich die Yogamatte stark weiterentwickelt. Neben synthetischen Materialien kamen nach und nach Naturkautschuk, Kork, Baumwolle, Schurwolle, Hanf und Jute hinzu. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur technische Innovation wider, sondern auch ein wachsendes Bewusstsein für Gesundheit, Umweltverträglichkeit und Materialtransparenz.
Die Yogamatte ist damit kein traditionelles Kulturobjekt, sondern ein modernes Werkzeug. Ihre heutige Vielfalt ist Ausdruck der Frage, wie sich eine jahrtausendealte Praxis mit den Ansprüchen einer industrialisierten Welt vereinbaren lässt – möglichst rutschfest, langlebig und eben: ohne unnötige Schadstoffe.
Zertifikate richtig einordnen: Was sie leisten – und was nicht
Zertifikate spielen beim Kauf einer Yogamatte ohne Schadstoffe eine zentrale Rolle. Gleichzeitig werden sie oft überschätzt oder falsch verstanden.
Ein Prüfsiegel ist keine Garantie für absolute Unbedenklichkeit, sondern immer eine Momentaufnahme auf Basis definierter Grenzwerte. Besonders verbreitet ist der schon geschilderte Öko-Tex Standard 100, der bestätigt, dass ein Produkt bei Hautkontakt bestimmte gesundheitsrelevante Grenzwerte einhält. Er sagt jedoch nichts über Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit oder soziale Produktionsbedingungen aus.
Weitere Siegel, die im Zusammenhang mit schadstoffarmen Yogamatten auftauchen können, sind etwa GOTS (bei Naturfasern), EU-Ecolabel oder REACH-Konformität. Jedes dieser Siegel beleuchtet nur einen Teilaspekt – kein einzelnes deckt alles ab.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Mehrere gute Hinweise ergeben erst zusammen ein stimmiges Bild. Eine Matte ohne Zertifikat kann unproblematisch sein, eine zertifizierte Matte ist nicht automatisch perfekt.

Was sind nachhaltige Produkte aus umweltfreundlicher Herstellung?
Bei der Yogamatte aus Kunststoff ist neben den gesundheitlichen Aspekten ein weiteres Problem, dass sie biologisch gar nicht oder nur teilweise abbaubar ist. Viele Yogamatten aus Naturmaterialien sind grundsätzlich biologisch abbaubar. Ob sie dieses Kriterium tatsächlich erfüllen, hängt jedoch von der Verarbeitung, eventuellen Beschichtungen und Zusatzstoffen ab. Biologische Abbaubarkeit ist zudem nur ein Aspekt von Nachhaltigkeit, neben Faktoren wie Rohstoffgewinnung, Produktionsbedingungen, Haltbarkeit und Transport.
Die Materialien für viele ökologische Yogamatten werden aus nachwachsenden Rohstoffen (ebenfalls nachhaltig) gewonnen. Schurwolle stammt zum Beispiel von lebenden Schafen, Naturkautschuk wird dem Kautschukbaum entnommen und bei Baumwolle und Hanf handelt es sich um Naturfasern schnell nachwachsender Nutzpflanzen.
Hinweis
Bei manchen Matten bestehen Oberseite und Unterseite aus unterschiedlichen Materialien. Natürlich sollten beide Seiten ohne Schadstoffe auskommen.
Einer der vielen Quellen, aus denen Kautschuk gewonnen wird: Ficus elastica (Indischer Kautschuk)
Yogamatten aus Naturkautschuk
Es gibt mittlerweile eine große Vielfalt an natürlichen und nachhaltigen Materialien und das nicht nur von einem Hersteller. Zum einen wären da die Yogamatten aus Naturkautschuk. Dabei handelt es sich um einen nachwachsenden Bio-Rohstoff, der aus Gummibäumen entnommen wird.
Aus dem milchartigen Saft, der beim Anritzen der Rinde aus dem Baum austritt, wird durch verschiedene technische Prozesse schlussendlich der elastische Kautschuk hergestellt. Der milchige Saft des Kautschukbaums enthält bereits natürlichen Kautschuk. Durch technische Verarbeitungsschritte wie Reinigung, Trocknung und gegebenenfalls Vulkanisation wird das Material anschließend stabilisiert und für die Verwendung als Yogamatte formbar gemacht.
Das Material riecht anfangs extrem nach Gummi. Dieser Geruch verfliegt aber nach einiger Zeit ganz von selbst.
Yogamatten aus diesem Material, das vollständig biologisch abbaubar ist, sind besonders formstabil und langlebig. Sie bieten außerdem eine hervorragende Dämpfung und eine sehr gute Isolierung gegen Bodenkälte.
Die offenporige Oberfläche vieler Naturkautschukmatten nimmt Feuchtigkeit auf und kann dadurch insbesondere bei schweißintensiven Yogastilen eine sehr gute Rutschfestigkeit bieten. Bei trockener Nutzung hängt der Halt jedoch auch von der Oberflächenstruktur und der individuellen Nutzung ab.
Ein Nachteil von Naturkautschuk ist, dass es sehr schwer ist. Dicke Komfort-Yogamatten aus Naturkautschuk sind nicht für einen regelmäßigen Transport konzipiert. Es gibt aber auch dünnere und leichtere Reise-Bio-Yogamatten aus Naturkautschuk, die sich wunderbar transportieren lassen.
Die offene, feuchtigkeitsabsorbierende Oberfläche verlangt eine intensive und regelmäßige Reinigung. Die Matte sollte nach jeder Verwendung mit einem feuchten Tuch abgewischt werden und regelmäßig mit einem Mattenspray eingesprüht werden.
Eine Yogamatte aus Naturkautschuk gehört auf keinen Fall in die Waschmaschine! Auch das Abwaschen mit Seife und dauerhafte Sonneneinstrahlung sind zu vermeiden, da die Rutschfestigkeit der Matte stark darunter leidet.
Wie gesagt: Das Material alleine garantiert noch keine Schadstofffreiheit. Im Yogamattentest von Öko-Test der Ausgabe Januar 2019 fanden die Tester aus ihrer Sicht bedenkliche Inhaltsstoffe in Naturkautschuk-Matten. Eine Matte aus Naturkautschuk enthielt Latexproteine und Nitrosamine. Nitrosamine gelten als nachweislich krebserregende Stoffe. Die gesundheitliche Relevanz hängt jedoch von ihrer Konzentration und der tatsächlichen Exposition ab, weshalb geprüfte Grenzwerte besonders wichtig sind.
Meist wird mit dem Begriff Kork das Material aus der Rinde der Korkeiche (Quercus suber) bezeichnet
Yogamatten aus Kork
Kork ist ein unglaublich interessantes alternatives Material für die Herstellung von Yogamatten, denn eine Yogamatte aus Kork hat viele positive Eigenschaften. Die Rutschfestigkeit und die Dämpfung sind sehr gut. Das Material isoliert auch sehr gut gegen Bodenkälte und ist sehr formstabil und langlebig.
Außerdem ist das Material im Gegensatz zum Naturkautschuk geruchsarm, sehr leicht und wasserabweisend, wodurch du eine Matte aus Kork leicht reinigen kannst. Kork weist aufgrund seiner Struktur eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme auf, was das Bakterienwachstum hemmen kann. Diese Eigenschaft ersetzt jedoch keine regelmäßige Reinigung und stellt keine medizinisch belegte antibakterielle Wirkung dar.
Geruch als Warnsignal – oder harmloser Begleiter?
Viele Menschen beurteilen eine neue Yogamatte zunächst mit der Nase. Der Geruch kann tatsächlich ein Hinweis sein – aber nicht jeder Geruch ist automatisch problematisch.
Ein stechender, chemischer Geruch, der auch nach Tagen nicht verfliegt, kann auf flüchtige chemische Verbindungen hinweisen, die aus dem Material austreten. Das ist vor allem bei minderwertigen Kunststoffen relevant.
Ein typischer Eigengeruch, etwa bei Naturkautschuk oder Schurwolle, ist hingegen materialbedingt und nicht automatisch ein Zeichen für Schadstoffe. Naturkautschuk riecht zunächst deutlich nach Gummi, verliert diesen Geruch aber mit der Zeit.
Entscheidend ist, ob der Geruch dauerhaft bleibt, Kopfschmerzen verursacht oder als unangenehm reizend empfunden wird. In solchen Fällen ist Zurückhaltung angebracht – unabhängig von Material oder Zertifikat.
Schurwolle als Rohwolle
Yogamatten aus Schurwolle
Die Yogamatte aus Schurwolle ist der absolute Klassiker im Kundalini Yoga. Dieses Material wird von lebenden Schafen gewonnen, sodass für die Produktion solcher Yogamatten kein Tier zu Schaden kommen muss. Es handelt sich um eine Naturfaser. Schurwolle ist sehr robust, feuchtigkeitsregulierend und besitzt schmutz- sowie geruchshemmende Eigenschaften, wodurch sie weniger häufig gereinigt werden muss als viele andere Materialien.
Achtet bei Woll-Produkten auf die Öko-Zertifizierung. Es sollten zum Beispiel keine Pestizide zur Abewehr von Mottenbefall oder ähnliches bei der Wolle zum Einsatz kommen.
Eine Matte aus Schurwolle eignet sich sehr gut für ruhigere und meditative Yogastile, weil sie sehr weich und warm sind und sehr gut gegen Bodenkälte isolieren. Für bewegungsintensive Yogastile sind die Matten nicht zu empfehlen, da sie nicht genügend Rutschfestigkeit und Dämpfung bieten.
Bauwolle gibt es in vielen Farbnuancen
Yogamatten aus Baumwolle
Zu den traditionellen Klassikern gehören neben den Matten aus Schurwolle auch die Yogamatte aus Baumwolle. Aus dieser Naturfaser werden Matten hergestellt, die die Feuchtigkeit aufnehmen und dadurch auch schweißnassen Händen und Füßen bei dynamischen Yogastilen sehr guten Halt bieten.
Sie bieten allerdings weniger Dämpfung und Bodenhaftung als Naturkautschuk oder Kork und können sich ungewohnt rau anfühlen. Weil die Matten sehr dünn sind, eignen sie sich sehr gut für dynamische Yogastile wie z.B. Ashtanga Yoga.
Die Matten sind sehr formstabil und sehr leicht zu reinigen, da du sie einfach in der Waschmaschine waschen kannst.
In Deutschland werden die Yogamatten aus Baumwollte nur selten einzeln als Unterlage verwendet. Meistens werden sie als schweißaufsaugende und ökologische Auflage auf einer anderen Oberfläche verwendet.
Hanfpflanze
Yogamatten aus Hanf
Die Hanfpflanze ist ein sehr nachhaltiger Rohstoff, denn er lässt sich sehr leicht anbauen. Die Hanffaser ist überaus robust und formstabil. Die Matten aus Hanf haben ein sehr geringes Gewicht, wodurch sie gut für den Transport geeignet sind.
Die Oberfläche bietet einen guten Halt, ist aber nicht so rutschfest wie manch anderes Naturmaterial. Deswegen ist die Matte nicht zu empfehlen für Yogastile, die mit vielen Stand- und Balanceübungen arbeiten.
Jute gehört zur Gattung Corchorus, von der vor allem die zwei Arten Corchorus capsularis und Corchorus olitorius zur Fasergewinnung genutzt werden.
Yogamatten aus Jute
Jute besteht aus reiner Naturfaser, die vollständig biologisch abbaubar sind. Ähnlich wie die Yogamatte aus Baumwolle kann sich die Matte etwas rau anfühlen. Dafür ist das Material aber sehr rutschfest, denn sie absorbieren die Feuchtigkeit. Das macht sie zu gut geeigneten Unterlagen für schweißtreibende Arten des Yogas.
Das Material ist sehr robust und langlebig. Die Matten sind sehr dünn und leicht und lassen sich einfach mit milder Seife per Hand reinigen.
Naturfasern wie Jute ähneln einfachen Unterlagen, die traditionell für Yogapraxis verwendet wurden, etwa gewebte Stoffe oder pflanzliche Materialien. Konkrete historische Belege für die bevorzugte Nutzung von Jute liegen jedoch nicht vor.
Umfrage: Auf welchem Material übst du gerne?
Auf welcher Art von Yoga-Matte übst du besonders gerne?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Naturkautschuk | 71 Stimmen |
| Kork | 36 Stimmen |
| Das normale PVC-Material | 33 Stimmen |
| Schurwolle | 19 Stimmen |
| Hanf | 19 Stimmen |
| Jute | 17 Stimmen |
| Baumwolle | 15 Stimmen |
Pflege, Alterung und Schadstofffreisetzung
Tipps zum Umgang mit der Matte
- Lese zunächst die Pflegehinweise zur Matte.
- Kunststoffmatten dürfen oftmals in der Waschmaschine gewaschen werden.
- Matten aus Naturkautschuk darfst du nur mit der Hand waschen.
- Leidest du an einer Allergie? Die Latexmilch in Naturkautschuk-Matten könnten bei dir allergen wirken, prüfe dies vor dem Kauf.
Auch eine ursprünglich schadstoffarme Yogamatte kann sich im Laufe der Zeit verändern. Abnutzung, falsche Reinigung oder starke Hitze können dazu führen, dass sich Materialeigenschaften verschlechtern.
Aggressive Reinigungsmittel, Alkohol oder dauerhafte Sonneneinstrahlung können Oberflächen angreifen und chemische Prozesse beschleunigen, insbesondere bei Kunststoffen und Naturkautschuk. Eine sachgerechte Pflege verlängert nicht nur die Lebensdauer der Matte, sondern trägt auch dazu bei, dass keine unerwünschten Stoffe freigesetzt werden.
Weniger ist hier oft mehr: Wasser, milde Reinigungsmittel und ausreichend Trocknung reichen in den meisten Fällen aus.
Hauttyp, Allergien und individuelle Empfindlichkeiten
Nicht jede schadstoffarme Yogamatte passt zu jedem Menschen. Individuelle Empfindlichkeiten spielen eine größere Rolle, als viele Kaufberatungen suggerieren.
Menschen mit Latexallergie sollten bei Matten aus Naturkautschuk besonders vorsichtig sein, selbst wenn diese als ökologisch und geprüft gelten. Auch Gerbstoffe in Naturfasern, Farbstoffe oder natürliche Eiweiße können bei empfindlicher Haut Reaktionen auslösen.
Wer zu Hautreizungen neigt, sollte bevorzugt ungefärbte oder nur schwach behandelte Matten, glatte Oberflächen und nachweislich geprüfte Materialien wählen – und neue Matten vor der ersten Nutzung gut auslüften lassen.
Schadstoffarm heißt nicht automatisch hautneutral für alle. Der eigene Körper bleibt der wichtigste Maßstab.
Ein letzter Tipp: Auf die inneren Werte achten
Auch wenn es sich um nachhaltige und natürliche Materialien handelt, gewährleistet das nicht automatisch eine umweltfreundliche Produktion. Du solltest beim Kauf einer Yogamatte, egal aus welchem Material, immer genau auf die Hinweise des Herstellers achten, um die Verwendung giftiger Inhaltsstoffe oder eine chemische Behandlung der Matte hundertprozentig ausschließen zu können! Auch ein Nachfragen beim Händler seines Vertrauens kann Aufschluss über die Herstellung liefern.
Theorie und Praxis: Yogamatten im Test
Aus aktuellen Yogamatten-Testberichten
Februar 2023
Im Febrauar 2023 hat Stiftung Warentest erneut Yogamatten auf
- Stabilität
- Rutschfestigkeit
- Dämpfung
- Formstabilität
- Feuchtverhalten
- Handhabung
- Geruch
und
- Schadstoffe
gestest.
Die Testergebnisse lauten:
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Platz 2 teilen sich drei günstige Matten:
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- Decathlon Kimjaly Light Yoga Mat. Note: 2,2, um die 30 €.
-
Januar 2022
Im Heft Januar 2022 berichtet Stiftung Warentest von einem internationalen Gemeinschaftstest mit 16 Yogamatten aus Kunststoff und Naturkautschuk mit Preisen von 15 bis 115 €.
Acht Matten überzeugten die Tester, vornehmlich die aus Naturkautschuk mit Preisen ab 80 Euro. Die günstigste gute Matte ist das Modell Asana von Bodhi, eine Kunststoff-Matte zu 20 €.
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Testsiegerin war die Grip & Cushion III von Casall, sie überzeugte mit Rutschfestigkeit und stabiler Haltbarkeit.
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Platz zwei erzielte die Naturkautschuk-Matte „Harmony“ von Jade Joga, Platz drei ging an „Everyday“ von B Mat.
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Fazit: Yogamatten ohne Schadstoffe
Aufgrund des unglaublich großen Angebots an ökologischen und schadstofffreien Yogamatten, ist es heute kein Problem mehr, beim Kauf einer neuen Yogamatte Rücksicht auf die Umwelt und die eigene Gesundheit zu nehmen. Unter den vielfältigen natürlichen Materialien findet sich für jeden Geschmack und für jeden Yogastil die passende Matte!

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