Yoga bei Bandscheibenvorfall – was hilft und was du vermeiden solltest
Ein Bandscheibenvorfall zwingt dazu, sich mit dem eigenen Rücken neu auseinanderzusetzen. Was vorher selbstverständlich war – sitzen, heben, bewegen – wird plötzlich zur Frage der richtigen Dosierung. Yoga wird in diesem Zusammenhang oft als sanfte Lösung genannt. Doch zwischen hilfreicher Bewegung und ungünstiger Belastung liegt ein schmaler Grat. Dieser Artikel zeigt, wie Yoga nach einem Bandscheibenvorfall sinnvoll eingesetzt werden kann, wo Vorsicht geboten ist und warum nicht die Übung selbst, sondern ihre Ausführung den entscheidenden Unterschied macht.
Auch Iyengar hat in "Licht auf Yoga" Übungen für die Zeit nach einer Bandscheiben-Verschiebung zusammengestellt. Hier findest du seine Asana-Empfehlungen.
Kurz zusammengefasst
- Bandscheibenvorfall verstehen
Ein Bandscheibenvorfall entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus Verschleiß, Fehlbelastung und Bewegungseinflüssen. Beschwerden entstehen vor allem durch Nervenreizung, nicht allein durch die Strukturveränderung. - Bewegung statt Schonung
Vollständige Ruhe ist selten sinnvoll. Entscheidend ist eine dosierte, kontrollierte Bewegung, die den Heilungsprozess unterstützt, ohne den Rücken zu überlasten. - Phasenorientiertes Training
Je nach akuter, subakuter oder chronischer Phase verändern sich die Ziele: von Entlastung über Mobilisation bis hin zu Stabilisierung und Kräftigung. - Schmerz als Kompass
Schmerz ist kein Gegner, sondern ein wichtiger Hinweisgeber. Zunehmender oder ausstrahlender Schmerz zeigt, dass eine Übung angepasst werden sollte. - Yoga kann helfen – aber nicht pauschal
Yoga ist kein Allheilmittel. Es wirkt nur dann sinnvoll, wenn es individuell angepasst, achtsam ausgeführt und richtig dosiert wird. - Nicht jede Asana ist geeignet
Besonders tiefe Vorbeugen, starke Rotation und ruckartige Bewegungen können problematisch sein und sollten je nach Zustand vermieden werden. - Atmung stabilisiert den Rücken
Eine bewusste, ruhige Bauchatmung unterstützt die Rumpfmuskulatur und reduziert unnötige Spannung. - Alltag schlägt Training
Die meiste Belastung entsteht im Alltag. Sitzen, Haltung und Bewegungspausen haben oft mehr Einfluss als einzelne Übungen. - Individuelle Anpassung ist entscheidend
Es gibt keine universell „richtigen“ Übungen. Entscheidend ist, was deinem Körper in deiner aktuellen Situation tatsächlich guttut. - Konstanz schlägt Intensität
Fortschritte entstehen durch regelmäßige, moderate Praxis, nicht durch einzelne intensive Einheiten.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Krankheitsbild
Bandscheiben sind so kleine Polsterchen zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule.
Ein Bandscheibenvorfall beschreibt das Austreten von Bandscheibenmaterial durch den Faserring. Dieses Material kann in den Wirbelkanal oder seitlich in Richtung der Nervenwurzeln verlagert werden. Der Faserknorpelring der Bandscheibe ist dabei meist ganz oder teilweise durchgerissen. Beschwerden entstehen vor allem dann, wenn Nervenstrukturen gereizt oder komprimiert werden.
Das kann also schmerzhaft sein. Sehr schmerzhaft!
Ein Bandscheibenvorfall entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus degenerativen Veränderungen, wiederholten Fehlbelastungen und akuten Belastungssituationen. Eine einzelne Bewegung ist selten die alleinige Ursache.
Ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühle bis zu Lähmungen sind die Folge.
Abklärung durch den Arzt
Jeder Bandscheibenvorfall hat seine eigene Geschichte und sollte ärztlich abgeklärt werden. Die Möglichkeiten der Behandlung sind vielfältig und reichen von der konservativen Therapie (Schmerzen lindern und Rückenmuskulatur normalisieren) bis zur Bandscheibenoperation. Heutzutage startet die Behandlung sofort mit einer begleitenden Physiotherapie.
Konservative Therapie zeigt häufig innerhalb mehrerer Wochen eine Besserung, der Verlauf kann jedoch individuell stark variieren. Auch nach mehreren Monaten sind Fortschritte möglich, sodass Therapieentscheidungen immer individuell getroffen werden sollte.
Yoga wird in der Forschung zunehmend als ergänzende Maßnahme bei unspezifischen Rückenschmerzen untersucht. Bei einem Bandscheibenvorfall sollte Yoga jedoch individuell angepasst und in Abstimmung mit medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden.
Differenzierung nach Phase der Erkrankung
Der Verlauf eines Bandscheibenvorfalls lässt sich grob in akute, subakute und chronische Phase unterteilen. Diese Unterscheidung ist für die Auswahl geeigneter Übungen entscheidend.
- In der akuten Phase stehen Schmerzreduktion und Entlastung im Vordergrund. Bewegungen sollten vorsichtig, klein und kontrolliert erfolgen. Intensive Dehnungen oder Kräftigungsübungen sind in dieser Phase meist ungeeignet.
- In der subakuten Phase kann die Bewegung langsam erweitert werden. Ziel ist es, die Beweglichkeit zu verbessern und stabilisierende Muskulatur aufzubauen, ohne Schmerzen zu provozieren.
- In der chronischen Phase rückt die aktive Stabilisierung in den Fokus. Hier können gezielt kräftigende Yoga-Übungen integriert werden, um die Belastbarkeit der Wirbelsäule langfristig zu erhöhen.
Entscheidend ist dabei weniger die perfekte Übung als die angemessene Dosierung.
Tabus nach einem Bandscheibenvorfall
Nach einem Bandscheibenvorfall sollten belastende Bewegungen zunächst reduziert und schrittweise wieder aufgebaut werden. Eine vollständige Schonung ist jedoch nicht sinnvoll, da gezielte Bewegung zur Regeneration beiträgt.
Unabhängig von der individuellen Situation gibt es Bewegungsmuster, die bei Bandscheibenproblemen häufig ungünstig sind:
- Starke Rundungen der Lendenwirbelsäule unter Last
- Kombination aus Beugung und Rotation (z. B. tiefe Vorbeuge mit Drehung)
- Ruckartige Bewegungen oder Sprünge
- Langes Halten intensiver Dehnungen in Endposition
Diese Bewegungen erhöhen den Druck auf die Bandscheiben und sollten insbesondere zu Beginn vermieden werden. Später können einzelne Elemente unter fachlicher Anleitung wieder sinnvoll integriert werden.
Wichtig auch: Bandscheibengeschädigte sollten bei allen Tragearbeiten besondere Aufmerksamkeit walten lassen:
- In die Knie gehen,
- das Kreuz möglichst gerade halten,
- Rücken- und Bauchmuskulatur anspannen und ...
- heben.
Die Übungen im Yoga sollten sanft und kontrolliert erfolgen. Also zum Beispiel keine Sprünge in den Krieger oder beim Sonnengruß.
Ein kräftiger Rücken und viel Bewegung gelten als beste Prophylaxe
Dem Bandscheibenvorfall Vorbeugen
Hier schlägt die große Stunde des Yoga. Bewegung und ergonomisches Arbeiten gelten als beste Vorsorge gegen Probleme mit den Bandscheiben. Klassischerweise wird rückengerechtes Radfahren und Schwimmen empfohlen. Yoga-Asanas sollten ruhig und achtsam ausgeführt werden.
In der akuten Phase sollten ruckartige oder stark belastende Bewegungen vermieden werden. Im weiteren Verlauf können Bewegungsumfang und Dynamik unter Anleitung schrittweise gesteigert werden.
Insbesondere im Rückenbereich darf sich nur ganz sanft an die Dehngrenze herangetastet werden. Lieber immer mal wieder kurz innehalten und dann vorsichtig ein kleines Stück weitergehen.
Alltag und Ergonomie stärker einbinden
Die Wirkung von Yoga entfaltet sich nicht nur auf der Matte. Entscheidend ist, wie sich der Rücken im Alltag verhält.
Langes Sitzen, monotone Bewegungen und fehlende Pausen wirken oft stärker auf die Bandscheiben als eine einzelne Übungseinheit. Regelmäßige Positionswechsel, kurze Bewegungspausen und eine ergonomische Sitzhaltung sind daher wesentliche Bestandteile der Vorbeugung.
Der Rücken unterscheidet nicht zwischen „Training“ und „Alltag“. Er reagiert auf das, was über Stunden hinweg geschieht.
Schmerz als Steuerungsinstrument
Ein zentraler Maßstab für die Übungspraxis ist der Schmerzverlauf während und nach der Bewegung. Dabei gilt eine einfache, aber oft missverstandene Regel:
Leichter, kurzfristiger Schmerz ist nicht automatisch schädlich – zunehmender oder ausstrahlender Schmerz hingegen schon.
Übungen sollten so gewählt werden, dass sich Beschwerden während der Ausführung nicht verstärken oder in Beine oder Arme ausstrahlen. Ein leichtes Ziehen im Rücken kann tolerierbar sein, wenn es nach der Übung wieder abklingt.
Verschlechtern sich die Symptome, ist dies kein Zeichen mangelnder Disziplin, sondern ein Hinweis darauf, dass die Belastung angepasst werden muss. Fortschritt entsteht nicht durch Ignorieren von Signalen, sondern durch deren kluge Interpretation.
Eine sanfte Asanafolge für den Start nach einem Bandscheibenvorfall
Eine einfache, schonende Übungsabfolge kann folgendermaßen aussehen:
- Ruhige Rückenlage mit bewusster Atmung
- Sanfte Beckenkippungen
- Leichte Rotationsbewegungen im Liegen
- Aktivierung der Rumpfmuskulatur
- Kurze Entspannungsphase
Diese Abfolge ist bewusst unspektakulär. Gerade darin liegt ihre Stärke.
Iyengar Empfehlungen bei "Bandscheiben Verschiebungen"
Iyengar listet in "Licht auf Yoga" Übungsreihen für verschiedene Erkrankungen auf. Diese basieren auf 25 Jahren Tätigkeit als Yogalehrer. Er empfiehlt das Üben bei einem erfahrenen Lehrer und legt den Einsatz des gesunden Menschenverstandes sowie achtsames Beobachten der Reaktionen des Körpers bei der Ausführung der Asanas ans Herz.
Wichtiger Hinweis: Einige der genannten Asanas (insbesondere tiefe Vorbeugen und intensive Rückbeugen) können bei Bandscheibenproblemen ungeeignet sein und dienen wohl mehr der Vorbeugung als der Gesundung. Ihre Anwendung sollte individuell geprüft und gegebenenfalls modifiziert oder vermieden werden.
Aufrechte Stellungen
An erster Stelle empfiehlt Iyengar die aufrechten Stellungen:
(Utthita-)Trikonasana oder die Dreiecks-Übung massiert die Gedärme, streckt den Rücken und dehnt viele Rücken- und Bauchmuskeln. Hier findest du die genaue Ausführung (auch im Video), Anmerkungen zur Übung von Sivananda und Variationsmöglichkeiten. Bei der Ausführung von Utthita-Trikonasana gibt es einiges zu beachten ... Utthita Parsvakonasana – der seitliche bzw. gestreckte Winkel, auch seitliche Winkelstellung genannt – ist eine beliebte Asana, die zu Kraft in den Beinen, seitlicher Gelenkigkeit, Balance und Standfestigkeit führt. Virabhadrasana – Krieger I bis III | Anleitung und Erläuterungen Die Krieger-Stellungen gehören zu den bekanntesten und zugleich kraftvollsten Asanas des Yoga. Sie verbinden Stabilität mit Beweglichkeit, körperliche Stärke mit geistiger Ausrichtung und stehen sinnbildlich für Präsenz, Entschlossenheit und innere Klarheit. In ihren unterschiedlichen Ausprägungen fordern sie den gesamten Körper, schulen Balance und Konzentration und laden dazu ein, Standhaftigkeit nicht nur physisch, sondern auch mental zu erfahren. Dieser Artikel widmet sich den drei klassischen Varianten der Krieger-Haltungen – Krieger I, Krieger II und Krieger III. Er erläutert ihre präzise Ausführung, ihre Wirkungen auf Körper und Geist, mögliche Variationen sowie typische Fehler und Kontraindikationen. Darüber hinaus wird die historische Einordnung der Asanas beleuchtet, um ihren Platz innerhalb der Yogatradition verständlich zu machen. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis dieser Haltungen zu vermitteln und eine sichere, bewusste Praxis zu unterstützen. Hier weiterlesen: Virabhadrasana – Krieger I bis III | Anleitung und Erläuterungen Ardha Chandrasana – der Halbmond Hier findest du Erläuterungen und Videos zur Übung Ardha Chandrasana, dem Halbmond. Padangusthasana – Großzehenhaltung In deiner Yoga-Praxis kann die Asana Padangusthasana – die Großzehenhaltung – eine überraschend kraftvolle Wirkung entfalten: Sie verbindet intensive Dehnung, Körperbewusstsein und mentale Ruhe in einer Haltung. In diesem Artikel erfährst du kompakt, wie du die Übung korrekt ausführst, welche Vorteile sie bietet, wann du besser pausieren solltest, welche Varianten es gibt sowie die wichtigsten Fehler und wie du sie vermeidest. So bekommst du eine praxisnahe Orientierung, damit dein Training wirkungsvoll und sicher wird. Uttanasana – stehende Vorbeuge Uttanasana (Sanskrit: उत्तानासन), die stehende Vorwärtsbeuge, ist eine der beliebtesten stehenden Yoga Übungen. Sie dehnt weite Teile des Körpers. Vorwärtsbeugen können als entspannend empfunden werden und die Wahrnehmung im Kopfbereich verändern. Die Durchblutung des Gehirns wird jedoch primär durch körpereigene Regulationsmechanismen gesteuert.Beitrag: Trikonasana – das Dreieck
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Weitere von Iyengar empfohlene Asana
Dann geht es weiter mit folgenden Übungen, die, wie erwähnt, vorsichtig angegangen werden sollten. Insbesondere längeres Halten intensiver Vorbeugen sollte bei Bandscheibenproblemen vermieden oder nur in angepasster Form durchgeführt werden. Auch die Rückbeugen wie Dhanurasana können die Wirbelsäule kräftigen, sind jedoch bei Bandscheibenproblemen nur unter fachkundiger Anleitung und in angepasster Intensität geeignet.
Paschimothanasana – sitzende Vorwärtsbeuge Paschimothanasana (auch Paschimottanasana) - die Vorwärtsbeuge sollte 3-5 Minuten ausgehalten werden. Sie ist eine der zwölf Hauptasanas in der Hatha-Yoga-Padripika. Hier weiterlesen: Paschimothanasana – sitzende Vorwärtsbeuge Shalabhasana – die Heuschrecke In diesem Artikel lernst du die Haltung Shalabhasana (die „Heuschrecke“) im Yoga kennen – wie du sie korrekt ausführst, welche Vorteile sie bietet, wann du sie besser weglässt und welche Varianten sowie häufige Fehler existieren. Das Ziel ist es, dir eine fundierte, praxisnahe und verständliche Anleitung zu bieten, damit du diese Asana sicher und effektiv in deine Praxis integrieren kannst. Makarasana/Markatasana – die Krokodilstellung | Krokodil im Yoga Makarasana, Markatasana, Nakrasana oder auch Nakra Asana – egal, wie der beliebte Bauchtwist bezeichnet wird – immer geht es um eine wohltuende und belebende Verdrehung der Körperhälften. Diese Übung findest du auch in Reha-Programmen als Gymnastik für die Lendenwirbelsäule. Hier erhältst du die Anleitung und Tipps zur Asana. Hier weiterlesen: Makarasana/Markatasana – die Krokodilstellung | Krokodil im Yoga Dhanurasana: Anleitung, Vorteile und Kontraindikationen vom Bogen Dieser Artikel erklärt dir Dhanurasana, die klassische Bogenhaltung im Yoga, klar, sachlich und ohne unnötiges Jargon-Geschwafel. Dhanurasana ist eine gute Übung für die ganze Wirbelsäule. Der gesamte Rücken wird gestärkt. Parallel dazu werden auch hier die Bauchorgane massiert und durchblutet. Du erfährst im Folgenden nicht nur, wie die Übung korrekt ausgeführt wird, sondern auch welche Wirkung sie auf Körper, Atem und Haltung hat, wann sie kontraindiziert ist und welche Variationen es gibt. Gleichzeitig erhältst du praxisnahe Tipps zur Sicherheit und zur Integration dieser Rückbeuge in deine eigene Yogapraxis. Hier weiterlesen: Dhanurasana: Anleitung, Vorteile und Kontraindikationen vom Bogen Ustrasana - die Kamel-Stellung Ustrasana, die Kamel-Stellung, gehört zu den kraftvollen Rückbeugen im Yoga, die Körper und Geist gleichermaßen herausfordern. Der Name „Ustrasana“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „Kamel“, was auf die gekrümmte Form des Rückens in dieser Pose anspielt. Diese Asana verlangt eine gewisse körperliche Flexibilität und Stabilität, bietet dafür tiefe physische und emotionale Vorteile – wenn man sie mit Bedacht ausführt. Ustrasana (auch Ushtrasana) - das Kamel - steht für eine vollständige Dehnung des Rückens und der Brustmuskulatur. Der Geist und das Herz werden geöffnet.Beitrag: Paschimothanasana – sitzende Vorwärtsbeuge
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Hier enden die Übungsempfehlungen von Iyengar.
Atmung als unterschätzter Faktor
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Atmung. Sie beeinflusst nicht nur die Entspannung, sondern auch die Stabilität der Wirbelsäule.
Eine ruhige, gleichmäßige Atmung unterstützt die Aktivierung der tiefen Rumpfmuskulatur. Besonders hilfreich ist eine sanfte Bauchatmung, bei der sich Bauch und Flanken beim Einatmen weiten und beim Ausatmen leicht zurückziehen.
Das bewusste Ausatmen kann genutzt werden, um Bewegungen einzuleiten oder Spannung zu reduzieren. Pressatmung hingegen sollte vermieden werden, da sie den Druck im Bauchraum unnötig erhöht.
Individualisierung statt „die richtigen Übungen“
Die Suche nach den „richtigen“ Übungen führt gerne in die Irre. Entscheidend ist oft nicht die Asana selbst, sondern wie sie ausgeführt wird und ob sie zur aktuellen Situation passt.
Ein und dieselbe Übung kann für eine Person entlastend und für eine andere belastend sein. Faktoren wie Schmerzlokalisation, Beweglichkeit und Muskelspannung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Deshalb gilt: Anpassung schlägt Tradition. Klassische Übungsreihen können Orientierung bieten, ersetzen jedoch keine individuelle Abstimmung.
Mini-Selbsttest zur Orientierung
Ein einfacher Selbsttest kann helfen, die eigene Belastbarkeit besser einzuschätzen:
- Wird der Schmerz bei Bewegung besser oder schlechter?
- Wandert der Schmerz in Richtung Rücken oder in die Extremitäten?
- Wie fühlt sich der Rücken am nächsten Tag an?
Verbessern sich die Symptome oder bleiben stabil, ist die Belastung meist angemessen. Verschlechtern sie sich deutlich, sollte die Übung angepasst oder pausiert werden.
Dieser Test ersetzt keine Diagnose, kann aber helfen, das eigene Körpergefühl zu schärfen.
Ergänzende Übungen zur Entspannung im Rücken
Am Ende jeder Yogastunde ist die Tiefenentspannung ein Labsal für den gebeutelten Rücken. Zudem wird belastender Stress abgebaut. Neben Yoga-Nidra (Beitrag mit MP3) und anderen Entspannungsübungen findet sich auf Yoga-Welten.de Shavasana erläutert.
Yoga Nidra
Yoga Nidra Anleitung (Deutsch) – Wirkung, Ablauf & Sankalpa erklärt
Yoga Nidra Anleitung (Deutsch) – Wirkung, Ablauf und Sankalpa erklärt
Willkommen zu der Entspannungstechnik des Yogas: Yoga Nidra. Die yogische Tiefenentspannung, auch "yogischer Schlaf" genannt, ist eine Tiefenentspannungsübung der tantrischen Yoga-Lehre. Die heute verbreitete Form von Yoga Nidra wurde im 20. Jahrhundert entwickelt und basiert auf älteren tantrischen Techniken wie Nyasa, die in der indischen Tradition seit Jahrhunderten überliefert sind.
Yoga Nidra führt in tiefe Entspannungszustände, die mit einiger Übung bei vollem Bewusstsein erfahren werden können. Zusätzlich besteht über einen sogenannten Sankalpa die Möglichkeit, Persönlichkeitsentwicklung tief ins Unbewusste einzuprägen.
Hier findest du Yoga Nidra erläutert und dazu eine einfache Anleitung, einen Gratis-MP3-Download, den Text zum Ausdrucken und viele Varianten für fortgeschrittenes Üben, auch als Videos. ► Mit Sankalpa-Generator
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Weitere Entspannungsübungen gratis
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Dr. Konstantin Buteyko entwickelte im 20. Jahrhundert in der damaligen Sowjetunion eine Therapie, die über eine Verringerung des Atemvolumens darauf abzielt, wieder zu einem natürlichen Atemvolumen zurückzukehren. Zunächst entwickelte er seine Methode vor allem für Asthmatiker. Später erweiterte er seine Sichtweise aufgrund zunehmender Erkenntnisse sogar dahingehend, dass alle Menschen von einer verlangsamten Atmung profitieren würden.
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Die Tafeln von Chartres: PDF-Download, Anleitung & Wirkung
Die „Tafeln von Chartres“ sind eine althergebrachte Technik zur Schulung von Geist, Konzentration und Aufmerksamkeit. Nach späteren Darstellungen soll die Technik mündlich überliefert worden sein und wurde 1979 in einem Buch mit dem Titel „Gärten der Einweihung“ erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Für diese Herkunftserzählung existieren jedoch keine unabhängigen historischen Belege.
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Anleitung zu den acht Jhanas im Buddhismus
Jhanas sind Vertiefungsstufen der Meditation. Es handelt sich um acht Bewusstseinszustände, die durch meditative Sammlung hervorgerufen werden. Jede Stufe führt zu einer tieferen Sammlung und kann jeweils als Vorbereitung zur Einsichtsmeditation genutzt werden. Für den Übergang von einer Jhana zur anderen wird jeweils das Meditationsobjekt eine Stufe subtiler gewählt. Die folgende Anleitung zu den Jhanas listet auf, worauf sich in jeder Stufe zu konzentrieren ist.
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Shavasana
Shavasana richtig ausführen | Anleitung
Shavasana richtig ausführen: Anleitung für die Totenstellung, Tipps und häufige Fehler
Shavasana – die Totenstellung – wird in der Yogapraxis häufig als Abschlussübung eingesetzt. Sie dient dazu, die vorhergehenden Übungen zu integrieren und dem Körper sowie dem Geist Zeit zur Regeneration zu geben. Während Shavasana kann sich das vegetative Nervensystem beruhigen, Muskelspannung lässt nach, und die in den vorherigen Asanas angestoßenen Regulationsprozesse können sich stabilisieren.
Shavasana wirkt auf den ersten Blick wie die unscheinbarste Haltung im Yoga: du liegst einfach da. Genau deshalb lohnt ein genauer Blick. Dieser Artikel erklärt dir, wie du die Totenstellung körperlich sauber aufbaust, warum sie als Integrationsphase so viel mehr ist als ein „Cool-down“, und wie du mit typischen Stolpersteinen wie Unruhe, Gedankenflut oder dem berühmten Wegnicken umgehen kannst.
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Dies sei noch betont: Entspannungsverfahren wie Yoga Nidra und Shavasana können das Nervensystem regulieren und zur Schmerzreduktion beitragen. Sie ersetzen jedoch keine aktive Therapie.
Realistische Erwartungen
Yoga ist kein schneller Reparaturmechanismus. Fortschritte entstehen oft schleichend und nicht linear.
Es kann Phasen geben, in denen sich Beschwerden kurzfristig verstärken oder stagnieren. Das ist kein Scheitern, sondern Teil eines Anpassungsprozesses.
Langfristig profitieren vor allem diejenigen, die regelmäßig, moderat und aufmerksam üben – nicht diejenigen, die besonders intensiv trainieren.

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