Rezension zu Mircea Eliades „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“: Inhalt, Bewertung, Autor, Einordnung und Empfehlung für Yoga-Interessierte.

Eliades Yogabuch

Mircea Eliade war Professor für vergleichende Religionswissenschaft und lebte von 1907 (geboren in Bukarest) bis zum 22. April 1986 (Chicago). „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ von Mircea Eliade gehört zu den großen religionswissenschaftlichen Werken über Yoga. Es ist kein modernes Praxisbuch mit Übungsreihen, Atemanleitungen oder leicht zugänglichen Alltagstipps. Vielmehr führt dich dieses Buch tief hinein in die geistige, historische und spirituelle Welt des Yoga.

Eliade betrachtet Yoga als einen Weg der inneren Befreiung. Ihn interessiert nicht in erster Linie, wie du eine Haltung korrekt einnimmst oder welche Übung gegen Rückenschmerzen hilft. Er fragt grundsätzlicher: Was sucht der Mensch im Yoga? Welche Rolle spielen Konzentration, Askese, Meditation, Atem, Körperbeherrschung und Bewusstseinsveränderung? Und warum taucht in so vielen yogischen Traditionen die Sehnsucht auf, die Grenzen des gewöhnlichen Lebens zu überschreiten?

Für Yoga-Interessierte ist dieses Buch besonders dann wertvoll, wenn du Yoga nicht nur als Körperpraxis, sondern als spirituellen und philosophischen Weg verstehen möchtest. Es zeigt, dass Yoga historisch weit mehr ist als Entspannung, Fitness oder Stressabbau. Yoga erscheint hier als eine Disziplin, die den Menschen in seiner ganzen Existenz betrifft: Körper, Geist, Wille, Bewusstsein und die Suche nach Freiheit.

Inhalt: Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit von Mircea Eliade: Rezension

Kurz zusammengefasst

  • „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ von Mircea Eliade ist ein religionswissenschaftliches Standardwerk. Es erschien im Original bereits Mitte des 20. Jahrhunderts; der Suhrkamp/Insel-Verlag beschreibt es als umfassende Darstellung der Geschichte, Fragestellungen, Techniken und Formen des Yoga.
  • Yoga als Weg der Befreiung
    Zentrales Thema ist Yoga als Methode, sich aus den Bedingungen des gewöhnlichen, vergänglichen Daseins zu lösen – hin zu Freiheit, Unsterblichkeit bzw. einem transzendenten Seinszustand.
  • Religionsgeschichtliche Einordnung
    Eliade betrachtet Yoga im Kontext indischer Religionsgeschichte: Brahmanismus, Upaniṣaden, Sāṃkhya, Buddhismus, Tantrismus und weitere Strömungen.
  • Patañjali und klassischer Yoga
    Ein Schwerpunkt liegt auf dem Yoga-Sūtra und dem klassischen Yoga: Geistberuhigung, Konzentration, Meditation, Samādhi und Kaivalya als Ziel der Loslösung.
  • Askese und Körpertechniken
    Das Buch behandelt yogische Disziplinen wie Askese, Atemkontrolle, Konzentration, Körperbeherrschung und innere Sammlung – eher analytisch als anleitend.
  • Yoga und Brahmanismus
    Eliade zeigt, wie sich Yoga aus älteren indischen religiösen und philosophischen Traditionen entwickelt und zugleich eigene Wege zur Erlösung formuliert.
  • Yoga im Buddhismus
    Er untersucht Parallelen und Unterschiede zwischen yogischen Techniken und buddhistischen Meditations- und Befreiungswegen.
  • Yoga und Tantrismus
    Ein wichtiger Teil widmet sich tantrischen Formen des Yoga: Mantra, Mudrā, Kuṇḍalinī, feinstoffliche Anatomie, Energiezentren und rituelle Transformation.
  • Yoga und Alchemie
    Eliade stellt Bezüge zwischen yogischer Verwandlung, Unsterblichkeitsvorstellungen und indischer Alchemie her.
  • Archaische und vorarische Elemente
    Das Werk fragt auch nach älteren, nicht rein brahmanischen oder „indigenen“ Quellen yogischer Vorstellungen.
  • Kein modernes Praxisbuch
    Es ist weniger geeignet für konkrete Āsana- oder Prāṇāyāma-Anleitungen, sondern eher für Leser:innen, die Yoga philosophisch, religionswissenschaftlich und historisch verstehen möchten. Eine Inhaltsübersicht nennt u. a. „Die Lehre des Yoga“, „Yoga und Brahmanismus“, „Yogische Techniken im Buddhismus“, „Yoga und Tantrismus“ und „Yoga und Alchimie“.

Kurzurteil:
Ein dichtes, gelehrtes und teils anspruchsvolles Werk über Yoga als Erlösungsweg, nicht primär über Yoga als Körperpraxis. Für eine Yoga-Website eignet es sich besonders zur Einordnung von Yoga als spirituell-philosophischer Tradition.

Inhaltszusammenfassung

Mircea Eliade gibt in „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ einen breiten Überblick über die Entwicklung, Deutung und Praxisformen des Yoga. Der Titel deutet bereits an, worum es ihm geht: Yoga wird als Weg verstanden, der aus den Bindungen des gewöhnlichen Daseins hinausführen soll. „Unsterblichkeit“ meint dabei nicht einfach ein langes Leben, sondern einen Zustand jenseits der gewöhnlichen Vergänglichkeit. „Freiheit“ meint die Loslösung von inneren und äußeren Abhängigkeiten.

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem klassischen Yoga, besonders auf der Tradition um Patañjali. Eliade beschreibt Yoga als Methode der Sammlung und inneren Stillung. Der Geist soll nicht länger unruhig von Eindruck zu Eindruck springen, sondern zur Ruhe kommen. In dieser Ruhe eröffnet sich nach yogischer Auffassung eine tiefere Form von Erkenntnis.

Daneben behandelt Eliade die Verbindung des Yoga mit anderen indischen Traditionen. Er geht auf Brahmanismus, Upaniṣaden, Sāṃkhya, Buddhismus und Tantrismus ein. Diese Begriffe können zunächst anspruchsvoll wirken. Einfach gesagt geht es um verschiedene religiöse und philosophische Strömungen Indiens, in denen Yoga jeweils anders gedeutet und praktiziert wurde.

Besonders interessant ist, dass Eliade Yoga nicht isoliert betrachtet. Er zeigt, wie yogische Techniken in unterschiedlichen Zusammenhängen erscheinen: als Meditation, als Askese, als Atemkontrolle, als Körperdisziplin, als magisch-religiöse Praxis, als Weg zur Erkenntnis oder als Mittel zur spirituellen Verwandlung.

Auch tantrische Formen des Yoga spielen eine Rolle. Hier geht es unter anderem um feinstoffliche Vorstellungen, Energie, Mantra, innere Transformation und die Idee, dass der Körper nicht bloß überwunden, sondern in den spirituellen Weg einbezogen werden kann.

Das Buch ist also kein linearer Ratgeber, sondern eine große geistige Landkarte. Eliade sammelt, ordnet und interpretiert. Er zeigt Yoga als vielschichtiges Phänomen, das über Jahrhunderte hinweg ganz unterschiedliche Formen angenommen hat.

Aus dem Inhalt

  • Die Lehre des Yoga
  • Die Techniken der Anatomie
  • Yoga und Brahmanismus
  • Der Sieg des Yoga
  • Yogische Techniken im Buddhismus
  • Yoga und Tantrismus
  • Yoga und Alchimie
  • Der Yoga und die indischen Ureinwohner
  • Schlussfolgerungen

Das Buch ist zur Zeit meines Wissens nach nicht mehr im Handel erhältlich.

Analyse und Einordnung

Die zentrale Stärke des Buches liegt in seiner Tiefe. Eliade denkt Yoga nicht klein. Er reduziert ihn nicht auf Wohlbefinden, Beweglichkeit oder Entspannung. Stattdessen zeigt er Yoga als eine der großen spirituellen Suchbewegungen der Menschheit.

Ein zentrales Thema ist die Freiheit. Gemeint ist nicht nur die äußere Freiheit, tun zu können, was man möchte. Eliade interessiert sich für eine tiefere Freiheit: die Freiheit von Unruhe, Gewohnheit, Angst, Vergänglichkeit und innerer Zerstreuung. In dieser Hinsicht kann das Buch auch für heutige Leser berührend sein. Denn die Frage, wie man in einer lauten Welt zu einem stabilen inneren Grund findet, ist weiterhin aktuell.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Meditation. Eliade beschreibt Meditation nicht bloß als Entspannungstechnik, sondern als radikalen Weg der Bewusstseinsveränderung. Der Mensch soll lernen, seinen Geist zu sammeln, seine Wahrnehmung zu verfeinern und die üblichen Muster des Denkens zu durchbrechen. Für dich als Yoga-Praktizierende oder Yoga-Praktizierenden kann das eine inspirierende Erinnerung sein: Meditation ist mehr als eine Methode gegen Stress. Sie kann zu einem Weg tiefer Selbsterkenntnis werden.

Auch Atmung und Körperdisziplin kommen vor, allerdings nicht im Stil einer praktischen Anleitung. Eliade erklärt eher, welche Bedeutung Atemkontrolle, Askese und körperliche Übungen in verschiedenen Traditionen hatten. Wer konkrete Prāṇāyāma-Anleitungen sucht, wird hier nur begrenzt fündig. Wer aber verstehen möchte, warum Atem und Körper im Yoga überhaupt eine so große Rolle spielen, findet viele wertvolle Anregungen.

Der Schreibstil ist gelehrt, dicht und teilweise anspruchsvoll. Eliade schreibt nicht wie ein moderner Yogalehrer, sondern wie ein Religionswissenschaftler mit großem Überblick. Das kann faszinierend sein, erfordert aber Geduld. Manche Abschnitte liest man nicht nebenbei. Dieses Buch lädt eher dazu ein, langsam zu lesen, gelegentlich innezuhalten und einzelne Gedanken nachwirken zu lassen.

Für den Yoga-Alltag lässt sich das Buch nicht direkt wie ein Übungshandbuch nutzen. Sein Nutzen liegt tiefer. Es kann deinen Blick auf die eigene Praxis verändern. Vielleicht betrachtest du eine Sitzmeditation nach der Lektüre nicht mehr nur als tägliche Routine, sondern als Teil einer langen spirituellen Tradition. Vielleicht spürst du auch, dass Yoga mehr meint als körperliche Harmonie: eine Schulung des Bewusstseins, eine Verfeinerung der Aufmerksamkeit und eine Suche nach innerer Freiheit.

Bewertung

Besonders wertvoll an „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ ist der große Atem des Buches. Eliade macht deutlich, dass Yoga nicht erst in modernen Studios beginnt. Yoga steht in einer langen Tradition menschlicher Suche. Es geht um Stille, Konzentration, Erkenntnis, Selbstüberwindung und die Frage, ob der Mensch mehr ist als seine Gewohnheiten, Ängste und äußeren Rollen.

Für Leser, die schon Yoga praktizieren, kann das Buch eine vertiefende Wirkung haben. Es erinnert daran, dass jede Praxis eine innere Richtung braucht. Eine Haltung, eine Atemübung oder eine Meditation ist nicht nur Technik. Sie kann Teil eines Weges sein, der dich zu mehr Klarheit und innerer Freiheit führt.

Die Schwäche des Buches liegt in seiner Schwere. Manche Passagen sind dicht, manche Begriffe voraussetzungsreich, manche Deutungen aus heutiger Sicht diskussionswürdig. Wer einen warmen, leicht lesbaren Einstieg in Yoga sucht, wird sich möglicherweise überfordert fühlen. Auch wer konkrete Übungen, moderne Sprache oder alltagsnahe Praxisimpulse erwartet, sollte eher zu einem anderen Buch greifen.

Doch gerade für fortgeschrittene Leser liegt darin auch der Reiz. Dieses Buch fordert dich heraus. Es schenkt keine schnellen Antworten, sondern öffnet Räume. Es zeigt Yoga als ernsthaften Weg der inneren Transformation.

Kurz gesagt: Diese Arbeit ist einzigartig in ihrer Zusammenfassung und Gesamtschau. Eliade besaß ein umfassendes Wissen über die Welt der Religionen von seinen Ursprüngen bis heute. Woran er geglaubt hat, lässt er in seinen Texten weitgehend offen, aber er sieht das Sakrale schon als das "realistischere" - als ein die Wirklichkeit besser wiedergebendes Weltbild an als deren Pendant, die logisch-rationalistische Weltanschauung. So hielt er die außerkörperlichen Erfahrungen der Schamanen laut manchen Stimmen für durchaus real.

Rezensionen und Bewertungen zum Buch

Die öffentlich auffindbaren Rezensionen und Bewertungen fallen überwiegend positiv, aber mit deutlichem Vorbehalt aus: Das Buch gilt als Klassiker und Standardwerk, wird aber nicht als leicht zugängliches Praxisbuch gelesen.

Zusammenfassung der Bewertungen

Gesamteindruck:
Die Leser:innen bewerten Eliades Werk meist als sehr kenntnisreich, tiefgehend und theoriestark. Es wird besonders geschätzt, weil es Yoga nicht auf Körperübungen reduziert, sondern als umfassendes religionsgeschichtliches, philosophisches und spirituelles Phänomen darstellt.

Positive Stimmen betonen vor allem:

  • Große Gelehrsamkeit: Das Buch wird als fundierte wissenschaftliche Untersuchung über Yoga wahrgenommen. Auch Amazon-Rezensionstitel heben es etwa als „theoriestarkes Buch“ und als „wissenschaftliche Untersuchung über den Yoga“ hervor.
  • Breite Darstellung: Gelobt wird, dass Eliade Yoga in Beziehung zu Brahmanismus, Buddhismus, Tantrismus, Alchemie und indischer Religionsgeschichte setzt. Yoga-Welten beschreibt es als sehr umfassenden Überblick über die geistigen Grundlagen der Yogalehre.
  • Klassikerstatus: Der Insel/Suhrkamp-Verlag bezeichnet das Werk seit der Erstpublikation als Standardwerk, das durch die plastische Darstellung von Geschichte, Fragestellungen, Techniken und Formen des Yoga für Laien und Fachleute faszinierend sei.
  • Philosophische Tiefe: Viele Bewertungen schätzen, dass Eliade Yoga als Weg zu Freiheit, Sammlung, Ekstase und Transzendenz deutet – also weit über moderne Fitness- oder Wellness-Yoga-Perspektiven hinaus.

Kritische Stimmen nennen vor allem:

  • Anspruchsvoller Stil: Das Buch ist dicht, akademisch und nicht immer leicht lesbar. Es eignet sich eher für konzentrierte Lektüre als für einen schnellen Einstieg.
  • Kaum praktische Anleitung: Wer konkrete Übungsfolgen, Āsana-Erklärungen oder moderne Yoga-Praxis sucht, wird eher enttäuscht. Yoga-Welten weist ausdrücklich darauf hin, dass das Buch nur selten eine Quelle für Übungsanweisungen ist.
  • Teilweise veraltet: Kritisiert wird, dass Eliade auf dem Forschungsstand seiner Zeit arbeitet; einzelne Deutungen gelten heute als nicht mehr uneingeschränkt aktuell. Yoga-Welten nennt diesen Vorwurf ausdrücklich.
  • Biografische/politische Einordnung Eliades: Manche Leser:innen und Kommentator:innen lesen das Werk heute mit Vorsicht, auch wegen Eliades politischer Vergangenheit und seiner teilweise umstrittenen religionswissenschaftlichen Perspektive.

Bewertungsbild auf Plattformen

Auf LovelyBooks liegt das Buch bei 4,5 von 5 Sternen, allerdings nur auf Grundlage von 2 Bewertungen; dort gibt es keine ausführlichen Kurzmeinungen. Auf Goodreads wird die englische Ausgabe Yoga: Immortality and Freedom mit rund 4,19 Sternen bei etwa 600 Bewertungen geführt; es gibt dort mehrere Dutzend Rezensionen. Die Amazon-Snippets zeigen ebenfalls überwiegend positive, aber gemischte Einschätzungen: „theoriestark“, „wissenschaftlich“, aber auch „mit Vorsicht zu geniessender Klassiker“.

Gesamtbild

Die Rezensionen lassen sich so zusammenfassen: Ein hoch angesehenes, gelehrtes Grundlagenwerk für alle, die Yoga historisch, philosophisch und religionswissenschaftlich verstehen wollen – aber kein leichtes, modernes oder praxisorientiertes Yogabuch.

Über Eliade –  Licht und Schatten

Mircea Eliade war eine der einflussreichsten, zugleich aber auch umstrittenen Figuren der Religionswissenschaft des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1907 in Bukarest geboren und starb 1986 in Chicago. Bekannt wurde er als Religionshistoriker, Philosoph, Schriftsteller und Deuter religiöser Symbole und Mythen.

Frühe Jahre und Ausbildung

Eliade wuchs in Rumänien auf. Sein Vater war Offizier; während des Ersten Weltkriegs lebte der junge Eliade zeitweise im von Deutschland besetzten Bukarest. Schon früh interessierte er sich für Literatur, Philosophie, Religion und orientalische Traditionen.

Er studierte an der Universität Bukarest und beschäftigte sich intensiv mit Philosophie. Besonders prägend wurde sein Interesse an Indien: Er ging nach Kalkutta, studierte dort Sanskrit und indische Philosophie und vertiefte sich in Yoga, Vedānta und Tantra. Diese Indien-Erfahrung bildete später eine wichtige Grundlage für sein Buch „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“.

Indien, Yoga und wissenschaftliche Prägung

In Indien begegnete Eliade Yoga nicht nur als abstraktem System, sondern als lebendiger religiöser und philosophischer Tradition. Sein späteres Yoga-Buch ist daher kein modernes Praxisbuch, sondern der Versuch, Yoga als spirituelle Technik der Befreiung zu verstehen: als Weg aus Zeit, Vergänglichkeit und gewöhnlicher menschlicher Begrenzung.

Eliade war zeitweise ein Schüler von Swami Sivananda, der in ihm einen zweiten Vivekanada sah. Später löste sich Eliade von ihm und forschte in anderen Yoga-Richtungen. 

Charakteristisch für Eliade wurde dabei sein Blick auf Religion als Erfahrung des Heiligen. Er interessierte sich weniger für Religion als bloßes Dogma, sondern für Symbole, Mythen, Rituale, Ekstase, Initiation und Formen spiritueller Transformation.

Akademische Laufbahn

Nach seiner Rückkehr promovierte Eliade in Bukarest und lehrte dort bis 1939. Später ging er nach Paris und unterrichtete ab 1945 an der Sorbonne. Ab 1956 wirkte er in den USA an der University of Chicago, wo er zu einer prägenden Gestalt der dortigen Religionswissenschaft wurde.

Eliade hat dieses Buch ursprünglich als seine Dissertation verfasst, die Buchausgabe aber erweitert. Kritiker werfen dem Werk vor, dass es auf den damals zugänglichen Quellen beruht und damit in einigen Punkten nicht mehr zeitgemäß ist.

In Chicago hatte er schließlich eine bedeutende Professur für Religionsgeschichte inne. Die University of Chicago nennt ihn als Autor und Religionshistoriker; seine Nachlasspapiere werden dort archiviert.

Schriftsteller und Gelehrter

Eliade war nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Romancier, Erzähler und Essayist. Seine literarischen Texte kreisen häufig um Zeit, Erinnerung, Geheimnis, Initiation und das Durchbrechen der alltäglichen Wirklichkeit. Diese Themen stehen auch in Verbindung mit seinem wissenschaftlichen Werk: Immer wieder fragt Eliade, wie Menschen Zugang zu einer tieferen, „heiligen“ Wirklichkeit suchen.

Zu seinen bekannten religionswissenschaftlichen Werken gehören neben „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ auch Arbeiten über Mythos, Schamanismus, Alchemie, Kosmologie und religiöse Symbolik. Britannica beschreibt ihn als einen der bedeutenden Interpreten religiöser Symbolik und Mythen des 20. Jahrhunderts.

Umstrittene politische Vergangenheit

Wichtig ist auch die kritische Einordnung: Eliades Jugend- und Zwischenkriegszeit in Rumänien ist politisch umstritten. Ihm wird Nähe zu nationalistischen und rechtsgerichteten Strömungen der damaligen Zeit vorgeworfen. Deshalb wird sein Werk heute oft nicht nur fachlich, sondern auch ideengeschichtlich kritisch gelesen.

Laut Wikipedia verfolgte Eliade in seinem Leben eine rechtskonservative Politikausrichtung, zeitweise sympathisierte er mit Parteien, die antisemitische und faschistische Züge hatten. Ich habe keine Anstrengung unternommen, herauszufinden, inwiefern er klar eine "Menschenart" der anderen vorzog, hoffe nur, dies hat ihn bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten über den Yoga nicht allzu sehr beeinflusst.

Das bedeutet auch nicht, dass seine Bücher wertlos wären. Aber gerade bei Eliade ist es sinnvoll, seine großen religionsgeschichtlichen Deutungen mit einem gewissen Abstand zu lesen: Er war ein brillanter Synthesizer, aber nicht immer ein nüchterner Detailhistoriker im heutigen Sinn. Britannica fasst sein Nachwirken ähnlich ein: sehr einflussreich, aber in Methode und Deutung bis heute kontrovers.

Bedeutung für Yoga-Leser:innen

Für Leser:innen von „Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ ist Eliades Lebensweg besonders relevant, weil seine Indien-Erfahrung, seine religionswissenschaftliche Methode und sein Interesse an Mythos und Transzendenz direkt in dieses Buch einfließen. Er liest Yoga nicht primär als Körperpraxis, sondern als radikalen Weg der Selbsterkenntnis, Askese und Befreiung.

Kurz gesagt: Mircea Eliade war ein außergewöhnlich gebildeter, weltläufiger Religionshistoriker und Schriftsteller. Sein Werk hat das westliche Verständnis von Yoga, Mythos und religiöser Symbolik stark geprägt – sollte aber heute bewusst historisch und kritisch eingeordnet werden

Video: Das Heilige und das Profane – eine zentrale Erkenntnis von Eliade

Länge: 9 Minuten

Youtube-Video

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Fazit und Empfehlung

„Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit“ ist ein bedeutendes, anspruchsvolles und tiefgründiges Buch über Yoga. Es eignet sich besonders für dich, wenn du Yoga historisch, philosophisch und spirituell verstehen möchtest. Wenn du dich für Patañjali, Meditation, indische Religionsgeschichte, Tantrismus und die Idee der Befreiung interessierst, findest du hier eine reiche Quelle.

Weniger geeignet ist das Buch, wenn du gerade erst mit Yoga beginnst und vor allem praktische Anleitungen suchst. Dafür ist Eliades Werk zu theoretisch und zu religionswissenschaftlich ausgerichtet.

Die beste Haltung zu diesem Buch ist vielleicht eine ruhige, forschende Offenheit. Lies es nicht, um schnelle Übungen zu finden. Lies es, um den geistigen Hintergrund des Yoga tiefer zu verstehen. Dann kann es deine eigene Praxis indirekt bereichern: nicht durch konkrete Anweisungen, sondern durch eine größere Sicht auf das, was Yoga im Kern bedeuten kann.

Empfehlung:
Ein Klassiker für fortgeschritten interessierte Yoga-Leser, Yogalehrende und alle, die Yoga als Weg der Bewusstseinsentwicklung und inneren Freiheit verstehen möchten.

Mehr zum Buch und zum Autor

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

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