Ein Mahavakya (Sanskrit महावाक्य, mahāvākya n. "großer Ausspruch") bezeichnet im Vedanta einen ganz besonderen Lehr- und Übungssatz, dessen innere Verwirklichung einen der Freiheit (Moskha) einen großen Schritt näher bringt.

Vornehmlich geht es bei den Mahavakyas darum, das Einssein des Selbst Atman mit dem Einen Brahman (Gott oder das universale Bewusstsein) zu erkennen.

Die Vier Haupt-Mahavakyas

Die folgenden vier Mahavakyas stammen aus den Upanischaden und werden als die wichtigsten Lehrsätze angesehen.

Bewusstsein ist Brahman

prajnanam brahman (प्रज्ञानम ब्रह्म prajñānam brahman) aus der Aitareya Upanishad 3.3 zum Rigveda.

Das bist Du

tat tvam asi (तत्त्वमसि tat tvam asi). Nämlich Brahman. Aus der Chandogya Upanishad 6.8.7 zum Samaveda.

Anders ausgedrückt:

Dein Selbst (Atman) ist Brahman

ayam atma brahman (अयम् आत्मा ब्रह्म ayam ātmā brahman) aus der Mandukya Upanishad 1.2 zum Atharvaveda.

Oder auch:

Ich bin Brahman

aham brahmasmi (अहं ब्रह्मास्मि aham brahmāsmi) aus der Brihadaranyaka Upanishad 1.4.10 zum Yajurveda.

 

Weitere Mahavakyas

Neti, neti – Nicht dies, nicht das!

neti neti (नेति नेति neti neti) aus der Brihadaranyaka Upanishad (II.4.2). Meint: Das Unendliche, Brahman, kann nicht bezeichnet oder beschrieben werden. Alles, was benannt oder durch den Verstand – Buddhi – verstanden werden kann, ist nicht Brahman, da dieser nie ein Objekt sein kann. Wenn alle Bewusstseinsobjekte ausgeschlossen werden, bleibt nur noch das übrig, das nicht benannt werden kann – die unveränderliche Wahrheit, das Absolute, Unveränderliche, alles umfassende – Brahman.

All dies ist wahrhaftig Brahman

Sarvam Khalvidam Brahma (सर्वं खल्विदं ब्रह्म sarvaṃ khalv idaṃ brahma), alles ist Brahman.

Eines ohne ein Zweites

ekam advitiyam – Es gibt nichts außer dem Einen Absoluten.

Alles Leben ist Yoga

Dieser Leitsatz Sri Aurobindos wird hin und wieder auch als ein Mahavakya geführt.

Tipp

Manchmal fragt man sich während einer längeren Meditation, worauf man sein Bewusstsein jetzt einmal ausrichten könnte. Dann bietet sich die Ausdehnung des eigenen Bewusstseins auf die Aussage eines Mahavakyas an, z.B. indem du versuchst, dein Bewusstsein über dich selbst hinaus auszudehnen.

Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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