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Taubheitsgefühle Arme, Beine und Gesicht nach Yoga

Keira fragt:

Ein herzliches Hallo an das Forum!

Ich bin völlig neu in der Yoga-Welt und in diesem Forum.

Seit ein paar Wochen nehme ich an einem Anfängerkurs teil. Grund hierfür sind meine seit Jahren andauernden Rückenprobleme im Bereich HWS und BWS. Nach ewigen Besuchen bei Orthopäden, welche keine Hilfe boten, habe ich mich dazu entschlossen, Yoga als Therapie zu versuchen.

Ich selbst vermute chronische Muskelverspannungen als Ursache meiner Beschwerden.

Mein Kursleiter versprach mir, meine Probleme sind nach Kursende (12x) weg.

Mir fallen Dehnungsübungen (außerhalb BWS und HWS) und Gleichgewichtsübungen relativ leicht und machen Spaß. Natürlich fehlt noch die Übung. Ich bin 43 Jahre alt und halte mich für relativ sportlich. Nur an der Kondition mangelt es ein wenig.

Nun aber zu meinem Problem: Nach Übungen die HWS und BWS betreffend, bekomme ich 1-2 Tage später starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und nun auch Taubheitsgefühle in den Armen, Beinen und im Gesichtsbereich, welche nun schon seit 2 Tagen anhalten. Außerdem haben sich die bekannten Schmerzen im Hinterkopfbereich, der BWS und der Rippen verstärkt. Genau diese Schmerzen möchte ich durch Yoga eigentlich in den Griff bekommen.

Im letzten Kurs machten wir u. a. Übungen in denen man die Arme gestreckt nach oben, vorn, seitlich gestreckt hält und dabei mit den Fäusten „winkt“. Diese Übung ging gefühlt sehr lange und wirklich an meine Grenzen, obwohl es sehr einfach klingt. Außerdem noch sogenanntes „Apfelpflücken“, also mit jeweils einem Arm ruckartig in die Luft greifen und dabei in die jeweilige Richtung gucken. Ich hoffe, ich habe das einigermaßen verständlich erklärt.

Meine Vermutung ist nun, dass die verstärkte Muskelanspannung bei diesen Übungen, meine sowieso verspannten Muskeln überfordert. Könnte das sein?

Mein Kursleiter meinte, dass meine Probleme ein Zeichen dafür sind, dass sich im Körper „etwas tut“. Positiv gemeint. Und ich solle auch bei Schmerzen zu Hause weiter üben.

Ist diese Meinung richtig? Ich habe ehrlich gesagt Angst, meine Probleme zu verschlimmern. Aber Yoga soll ja eigentlich Besserung bringen.
Mit Muskelkater und mäßigen Schmerzen habe ich gerechnet, da die meisten Übungen ja für meinen Körper ungewohnt sind, aber nicht mit Auswirkungen in diesem Maße.

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand seine Ansichten mitteilt.

Die Antworten lauten wie folgt:

larrimantwortet

Hey Keira.

Ganz vorne an, um genauer einschätzen zu können, was da in deinem Körper passiert, wäre es hilfreich, nach welchen Übungen das auftritt.

Taubheitsgefühle und Kribbeln sind aber kein Spaß und sollten abgeklärt werden ...

Was ich dir nun raten soll, ist schwierig, ohne dich zu kennen und zu sehen, wie du dich in den Übungen bewegst.

Warst du schon mal bei einem guten Osteopathen? Der kann dir wahrscheinlich sehr schnell sagen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Mittlerweile erstatten etliche Krankenkassen 3-4 Stunden Osteopathie pro Jahr zu einem festgelegten Anteil. Circa 80 %. Einen guten solchen findest du sicher auch bei dir vor Ort.

In meinem Unterricht lehre ich, das Schmerzen nicht wünschenswert sind,

Etwas ganz anderes sind Bemühen, Anspannung, gelegentlich ein leichter Muskelkater, ein leichter Dehnungsreiz.

So ich hoffe das hilft dir etwas weiter.
Schönes Wochenende
Lars

Yudhamanyu

Bei Schmerzen nach oder während der Yogapraxis empfehle ich, mit den verursachenden Übungen eine Weile zu pausieren, um den Körper sich erholen zu lassen, und sie dann behutsam wieder fortzusetzen oder durch andere zu ersetzen. Damit will ich nicht sagen, dass die Meinung deines Kursleiters falsch sei, meine ist nur eine andere.

Taubheitsgefühle entstehen oft durch Durchblutungsstörungen, woher diese rühren, kann ich auf diesem Wege nicht diagnostizieren. Eine leichte Massage könnte kurzfristig helfen.

Keira

Hallo und vielen Dank für eure Antworten!

Ich war in den letzten Jahren immer wieder in osteopathischer Behandlung. Die Therapeutin meinte, meine BWS und die linke Seite meines Brustkorbes bzw. die Rippen sind nicht frei beweglich. Dementsprechend ihre Behandlung. Triggerpunkte im Schulterbereich und die Sehnen bzw. Muskeln zwischen Kopf und HWS wurden behandelt.
Die Therapien brachten leider immer nur kurzfristig Erfolg.
Auch deshalb würde ich mir gerne selbst helfen.

Nach dem ersten Kurs bekam ich nur Kopfschmerzen. Nach dem 2. Migräne. Und nun die oben geschilderten Probleme.

Während der Übungen oder kurz danach habe ich keine Probleme. Die kommen erst 1-2 Tage später. Da kann ich schlecht sagen, was dafür verantwortlich ist.

Wie gesagt, das „Fäuste winken“ kommt für mich als ehestes in Betracht, was die Taubheitsgefühle anbelangt.

Unser Kursleiter sagt nicht zu allen Übungen, wie sie als Asanas genannt werden. Also kann ich nur aufzählen, was ich benennen kann. Aber u. a. üben wir Bär, Kopra, Heuschrecke, Bogen, Krieger und, ich nenne es jetzt mal so, Variationen des Dreiecks. Der oft verteufelte Pflug war auch schon dabei. Mit selbigem habe ich kein Problem, finde ihn sogar recht angenehm, weil ich merke, wie er meine BWS dehnt. Baum und Adler werden kaum für die Probleme verantwortlich sein. Selbige mache ich sehr gerne, da man sich so schön konzentrieren muss. Das Krokodil als Abschluss ist auch super.

Ja, Massagen wären sicher sehr angenehm. Selbstmassage ist nicht das Wahre ... Ich versuche es mit dem Igelball an der Wand entlang. Aber Rippen und Schultern lassen sich so schlecht massieren ...

Ich beschränke mich zu Hause auf Aufwärm- und leichte Dehnungsübungen. Die Taubheitsgefühle werden weniger, sind aber noch nicht weg. Die Schmerzen muss ich leider mit Tabletten bekämpfen. Sonst geht gar nix. Ich hoffe wirklich, ich bekomme das endlich in den Griff.

Ich habe demnächst doch wieder einen Termin beim Orthopäden (wieder ein anderer). Mein Kursleiter ist davon nicht begeistert. Er meint, die finden nur Abnutzungserscheinungen und helfen nicht wirklich ... Irgendwie stimmt das auch. Aber ich will doch noch mal Ursachenforschung in dieser Richtung betreiben.

Vielen Dank für´s Lesen und für evtl. Meinungen!

larrim

Hey Keira.

Schau doch mal hier: https://www.osteopathie.de/osteopathie-was_ist_osteopathie

Osteopathie ist viel mehr als nur Massage.

Ein guter Osteopath findet manchmal Dinge, die mancher ... lapidar als Verschleiß abtut, wie dein Lehrer vielleicht nicht ganz zu Unrecht behauptet und kann das auch oft gut behandeln. LG Lars

Keira

Hallo Lars,
ich weiß schon, was Osteopathie bedeutet bzw. beinhaltet. Zwangsläufig beschäftigt man sich mit allem Möglichen, das helfen könnte. Trotzdem danke für den Link.

Das Thema Massage betraf den anderen Beitrag.

Wie gesagt, osteopathische Behandlungen helfen mir. Aber eben nur kurzzeitig.

HG
Keira

tulsi

Liebe Keira, es erschreckt mich, welche Symptome Du beschreibst. Das ist definitiv nicht auf die leichte Schulter zu nehmen! Grundsätzlich gibt es drei Bereiche, die DÜRFEN BEIM ÜBEN NICHT WEH TUN: Nacken, Lendenwirbelsäule, und Knie. Trotz Schmerzen weiter zu üben, und noch dazu mit ruckartigen Bewegungen, ist definitiv der falsche Weg!!! Mein Rat: such Dir eine genaue Diagnose (HWS MRT oder so...), und dann eineN YogalehrerIn, der/die sich wirklich auskennt mit der Anatomie ...

Yoga KANN falsch geübt werden und alles noch schlimmer machen, als es ist.

Hör auf Dein Gefühl, und glaube nichts und niemandem, außer Deiner eigenen Erfahrung. Such weiter!

Herzliche Grüße, Katja

Keira

Liebe Katja,
vielen Dank für deine Antwort!

Du hast natürlich recht, was die Wahl des Yogalehrers anbelangt. Es ist nur so, dass ich ewig in unserer Gegend gesucht habe, um überhaupt einen Kurs für einen bestimmten Zeitraum zu finden, da ich sehr oft für längere Zeit im Ausland Weile, wo es mir nicht möglich ist, an einem Kurs teilzunehmen.

Mir geht es darum, persönliche Anleitungen zu Meditation, Asanas und Atemübungen zu erhalten, die ich dann zu Hause, allein, richtig ausüben kann. Dafür ist der Kurs, den ich besuche das Richtige.
Ich lasse mittlerweile alle Übungen, die mir nicht bekommen weg oder übe nur sehr kurz.

Die Taubheitsgefühle sind weg. Allerdings habe ich bemerkt, dass Übungen, welche die Schultern sehr dehnen, selbige (auch) auslösen. Das weiß ich nun und richte mich danach.

Mittlerweile habe ich ein paar Bücher, u. a. auch ein anatomisches, welche mir auch ein paar günstige Übungen zeigen.

Ich übe nun fast täglich inkl. Atemtechniken und Meditation und es bekommt mir richtig gut. Nur die Rückenschmerzen und Verspannungen in BWS und HWS werden nicht wirklich besser. Leider.

Der neuerliche Besuch beim Orthopäden war wieder sehr ernüchternd.

Es fand eine körperliche Untersuchung statt, die sich nur auf meine Beweglichkeit bezog. Nun ich bin für meine 43 Jahre sicher relativ beweglich und der Arzt fand scheinbar, dass Knochen und Muskeln gesund sind, wenn die Hände bei gestreckten Beinen auf den Boden reichen ...

Muskeln oder Nerven wurden nicht untersucht. Bildgebende Maßnahmen hielt er für sinnlos.

Da meine Schmerzen nun schon seit Jahren bestehen, sind sie chronisch und ich konnte heraushören, auch wenn er es nicht sagte, dass es wohl ein psychisches Problem sei.

Auf die Taubheitsgefühle ist er gar nicht eingegangen.

Jedenfalls soll ich eine Schmerzklinik aufsuchen. Das werde ich auch tun, mit der Hoffnung auf mehr Enthusiasmus der Ärzte bei der Diagnosefindung. Allerdings erst Ende des Jahres.

Ich hoffe natürlich, dass mir meine Yogaübungen bis dahin vielleicht schon geholfen haben.

Danke für´s Lesen (und vielleicht antworten),
herzliche Grüße, Keira

tulsi

Buchtipp (es gibt auch eins für den Nacken): shop.thieme.de/Starke-Schultern/9783830463054

Keira

Vielen Dank! Werde mich mal darum kümmern.

Keira

Mittlerweile habe ich ein MRT der Hals- und Brustwirbelsäule. Meine Hausärztin befand, dass dies doch mal nottut. Jedenfalls weiß ich nun, dass ich 2 Bandscheibenvorfälle in der HWS und massive Arthrose in der BWS habe. Auf einer Gesamtaufnahme scheinen auch 2 Bandscheibenvorfälle der LWS vorzuliegen; das wird nochmal überprüft. Super!
Ich habe jetzt bis auf weiteres meine Yogaübungen auf 0 reduziert. Ausgenommen leichte Dehn- und Entspannungsübungen.
Der Besuch der Schmerzklinik findet ja demnächst statt. Dort werde ich mich eingehend erkundigen, welche Übungen sinnvoll sind und welche ich lieber lassen sollte.

Im Nachhinein erscheinen meine Probleme typisch für BSV`s. Umso verwunderlicher (gelinde ausgedrückt) sind die Befunde bisherigen der Orthopäden ...

Cornelia

Hallo Keira, ich selbst bin Yogalehrerin und frage mich, wo dein Yogalehrer die Ausbildung gemacht hat.

1. Wir machen im Yoga keine Heilversprechen.

2. Ich hätte dich zunächst zum Arzt (MRT oder Röntgen) geschickt.

3. Bis dahin hättest du bei mir nur sehr sanfte Übungen gemacht.

Ich gehe als erfahrene und gut ausgebildete Yogalehrerin - dazu gehört unbedingt Anatomie und die Kontraindikationen bei Rheuma, Arthrose, Arthritis, Osteoporose, Knie, Hüft- und Schulterprobleme etc. Das heißt beständige Weiterbildungen - mindestens eine im Jahr. Da sehr viele mit Krebsleiden zu mir kommen, war meine letzte eine onkologische Fortbildung für Yogalehrende. Hast du auch einmal über den Einfluss Psyche und Auswirkungen Rückenbeschwerden nachgedacht? Ich wünsche dir alles Gute.

Namaste Cornelia

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