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Dieter Gurkasch hat nicht gerade den typischen Lebensweg eines Yogis hinter sich. Zunächst verübte er in jungen Jahren einen Mord an einer Kioskbesitzerin. Nach seiner Haftentlassung setzte er seine Gangsterkarriere mit Drogengeschäften, Diebstählen, Waffenhandel und Raubüberfällen fort. Doch dann trat Yoga in sein Leben.

Zunächst wäre er aber fast gestorben. Nach einer Schießerei mit der Hamburger Polizei konnte er nur durch die Notmassage seines frei liegenden Herzens ins Leben zurückgeholt werden. Und danach setzte der Wandel ein. Dieter Gurkasch begann zunächst mit den fünf Tibetern und spürte einen sanften aber kontinuierlichen Wandel in seinem Inneren. Im folgenden gründete er eine Yogagruppe im Gefängnis und engagierte sich für Kultur hinter Gittern. „Yoga gibt Menschen positive Kraft. Erst, wenn du deine Schattenseiten annimmst, kannst du überhaupt damit beginnen, sie aufzulösen“, meint Gurkasch heute.

Seit zwei Jahren lebt Dieter Gurkasch auf freiem Fuß. Täglich beginnt er schon vor Sonnenaufgang mit seiner spirituellen Praxis, übt anderthalb Stunden. Das Gefühl der Schuld ist dabei sein ständiger Begleiter, er betet um Vergebung für seine Untaten. Doch er möchte offensiv mit seinen Vergehen umgehen, und zwar aus gutem Grund:„Ist es nicht trotzdem besser, wenn ich versuche, für andere Gefangene und Kriminelle ein Vorbild zu sein? Wenn einer wie ich sich ändern kann, dann kann das jeder.“ Er wirbt als zweiter Vorsitzender des Vereins »Yoga und Meditation im Gefängnis (YuMiG)« für ein Netzwerk von Yogalehrern, die in Gefängnissen unterrichten, und die Auswirkungen von Yoga auf Häftlinge erforschen.

Seine Erlebnisse und Erfahrungen hat er im Buch »Leben Reloaded« festgehalten.

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