
"Jhanas Vertiefungen"-Buchvorstellung:
Das Glück der Meditation - Wegweiser in die Jhanas
von Brasington Leigh, übersetzt von Sabine Längsfeld, Jhana-Verlag Oktober 2018
Englischer Titel übersetzt: "Richtige Konzentration – Ein praktischer Führer in die Jhanas"
Nicht immer haben deutsche Verlagsmitarbeiter ein gutes Händchen beim Entwurf eines Buchtitels für den hiesigen Buchhandel. Der deutsche Titel "Vom Glück der Meditation" des Buches von Leigh Brasington weckt Erwartungen, die mit dem konkretem Inhalt des Buches nur indirekt etwas zu tun haben. Der englische Titel "Richtige Konzentration" trifft es viel besser.
Leigh Brasington hat mit "Vom Glück der Meditation" einen ausführlichen Führer für die Welt der Meditation geschrieben. Er nennt fördernde Vorbedingungen, schildert detailliert den Ablauf einer Meditation und führt darüber hinaus zahlreiche Hilfen zur Vertiefung der Meditation auf. Und dann beginnt erst der Hauptteil: Die meditativen Vertiefungen. Ausgehend von einer "normalen" Meditation schildert er ausführlich die Schritte, die zu den Vertiefungen, den Jhanas führen, wie sie zu allen Zeiten von Yogis und Buddhas geschildert wurden.

Was sind Jhanas?
Jhanas sind Stufen der meditativen Versenkung bzw. der Konzentration, wie sie vom Buddha gelehrt wurden. Es handelt sich um acht Bewusstseinszustände, die aus tiefer meditativer Sammlung resultieren. Jedes Jhana führt zu einer tieferen Sammlung, baut auf die im jeweils vorherigen Stadium erreichte Konzentration auf.
Das Erreichen der acht Jhanas bedeutet noch keine Erleuchtung, die Vertiefungen sind aber hilfreiche Schritte dorthin.

Über Leigh

Leigh Brasington wurde am 4. Mai 1949 geboren. Er schloss sein Mathematikstudium 1971 ab (BA mit Auszeichnung) und wirkte dann beruflich als Softwareentwickler. Er reiste viel, begann 1983 zu meditieren, traf irgendwann auf Ayya Khema und wurde ihr Schüler. 1997 begann er seine Lehrtätigkeit mit dem Schwerpunkt Einsichtsmeditation und Jhanas.
2008 ging er in Rente und verbrachte lange Zeiträume in völligem Rückzug und vertiefte seine Erfahrungen mit den Jhanas.
Das Buch "Das Glück der Meditation" ist sein bisher einziges. Leigh – so scheint mir – legt sein komplette Erfahrung hinein und gesteht gleichzeitig, dass ein Buch immer eine Momentaufnahme ist. In fünf Jahren, so Leigh, könnte das Buch noch einmal eine ganz andere Wendung erhalten. Das ist vertrauenerweckend ehrlich.

Charakterliche Vorbedingungen der Meditation
Im Grunde genommen ist das Buch von Leigh Brasington eine komplette Meditationsanleitung – von der Pike auf. So beginnt er seine Ausführungen mit hilfreichen Handlungsempfehlungen für den Alltag, welche die Meditationstiefe fördern. Natürlich orientiert er sich dabei an den Worten des Buddha, lässt aber an vielen Stellen eigene Erfahrungen einfliessen.
Bevor er zur eigentlichen Meditation kommt, schildert Leigh ethische Verhaltensregeln, Sitzpositionen und gibt Empfehlungen zur Achtsamkeit im täglichen Leben.
Der Buddha (Annapubbasikha Ud 5.5) sagt: "Das höchste Wissen wird nicht auf einmal gewonnen." Sondern allmählich, stufenweise. Solch einen Stufenweg lehrte Buddha seinen Schülern. Die Jhanas sind Bestandteil dieses Stufenweges und darum sind die vorherigen Schritte (die Vorbedingungen) auf diesem Stufenweg notwendig, um irgendwann die Erfahrung der Jhanas zu machen.

Grundlegende Konzentration als Vorübung: die angrenzende Sammlung
Bevor eine Jhana, eine meditative Vertiefung, erlebt werden kann, ist "ausreichend angrenzende Sammlung" notwendig. Dies meint die eigentliche Meditation, wie sie landläufig verstanden wird: als anhaltende Konzentration auf ein Meditationsobjekt.
Erst wenn diese Konzentration ausreichend lange gehalten werden kann, folgt die Erfahrung einer Jhana. Nicht bei jedem, aber ohne ausreichende angrenzende Sammlung wohl bei kaum jemanden.
Leigh Brasington gibt in seinem Buch viele Tipps zur Erlangung einer ausreichenden dauernden Sammlung, vor allem zur Konzentration auf den Atem als Meditationsobjekt. Dadurch ist sein Buch auch ein ausführliches und praxiserprobtes Lehrbuch zur Meditation.
Wer mehr über die grundlegende Meditationsanleitung im Buddhismus lesen möchte: Viele seiner Empfehlungen sind in den folgenden Artikel eingeflossen:
Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung
Meditation lernen – die grundlegende Anleitung aus dem Buddhismus
Der Begriff Meditation hat viele Facetten. Das Spektrum reicht vom Nachsinnen über ein Thema (vornehmliche Betrachtungsweise der Philosophen) bis zur völligen Gedankenstille. Im Folgenden findest du eine konkrete Anleitung der Schritte, welcher der Buddha himself seinen Schülern zum Lernen einer tiefen Meditation gegeben hat. Sicherlich nicht die schlechteste Herangehensweise, wenn du persönliche Entwicklung oder gar Erleuchtung zum Ziel deiner Meditationsreise auserkoren hast.
Am Ende findest du eine Merkkarte zum Ausdruck – z. B. für das Portemonnaie.
Hier weiterlesen: Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung

Die acht Jhanas
Jhanas sind meditative Vertiefungen nach ausreichender Stabilität in angrenzender Sammlung. Von Buddhisten können Sie vorzüglich als Vorbereitung und Einsichts-Turbo für die Vipassana-Meditation genutzt werden. Darüber hinaus stellen sich bei regelmäßig Jhana-Übenden weitere positive Folgen ein:
- Das Streben nach weltlichen Vergnügungen und sinnlichem Verlangen schwindet.
- Emotionales Reagieren wird verringert.
- Ebenso die automatische Angstreaktion.
- Jhanas bewirken eine positive Grundstimmung und ein "angenehmes Verweilen".
- Sie verschaffen Freude ohne weltliche Vergnügungen.
Der Übergang zum ersten Jhana aus der angrenzenden Sammlung erfolgt dadurch, dass der Meditierende die Konzentriertheit weg vom Atem hin auf ein angenehmes Körpergefühl richtet. Von dort aus geht dann die Erfahrung erst einmal in Richtung Verzückung – ein weiterer Lohn der meditativen Vertiefungen.
In den Jhanas 2 bis 8 wird diese tiefe Freude und Wonne aber wieder losgelassen und das Meditationsobjekt nach und nach verfeinert. Im achten Jhanas ist dann der Unterschied zwischen Beobachter und Beobachtetem aufgehoben und der Meditierende ist sich einer großen "Nichtsheit" gewahr.
Konkrete Beschreibungen zu den einzelnen Jhanas und die Schritte des Übergangs findest du im Artikel "Die acht Jhanas":
Acht Jhanas: Anleitung zu meditativer Vertiefung im Buddhismus
Anleitung zu den Jhanas im Buddhismus nach Leigh Brasington
Die Jhānas gehören zu den feinsten und zugleich missverständlichsten Themen buddhistischer Meditation. Sie beschreiben Zustände tiefer Sammlung, in denen Freude, Ruhe, Gleichmut und schließlich sehr subtile Wahrnehmungen des Geistes in den Vordergrund treten. Die folgende Anleitung zu den Jhanas nach Leigh Brasington listet auf, worauf sich in jeder Stufe zu konzentrieren ist. Dieser Artikel ordnet darüber hinaus die klassischen vier Jhānas und die vier formlosen Erreichungen verständlich ein, erklärt zentrale Begriffe wie pīti, sukha, Samatha und Vipassanā und zeigt, weshalb meditative Vertiefung zwar ein kraftvoller Wegbereiter von Einsicht sein kann, aber nicht mit Erwachen verwechselt werden sollte.
Hier weiterlesen: Acht Jhanas: Anleitung zu meditativer Vertiefung im Buddhismus

Leigh Brasington im Interview
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Seine Homepage http://www.leighb.com

Das Buch kaufen
Verlag: Jhana Verlag
Sprache: Deutsch
Buchform: Broschur
Seiten: 240 Seiten
ISBN: 978-3-931274-66-5

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