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guru schueler 250

 

(Sa esah) pūrveṣāmapi guruḥ kālenānavacchedāt
पूर्वेषामपि गुरुः कालेनानवच्छेदात्

 

Patanjali nennt in dieser Sutra die Quelle des Wissens aller Gurus. Interessant ist, was das für uns selbst bedeuten kann:

Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrit

  • Sah, sa = Er, jener; Esah, esa = dieser; Diese beiden Worte finden sich nicht in allen Sutrasüberlieferungen von I-26.
  • Purvesham, pûrveshâm = von den Alten, Ahnen, von den Vorherigen, von den Ersten;
  • Guru, guruh = Meister, Lehrer; Beseitiger der Dunkelheit; Reiniger;
  • Api = auch; sogar;
  • Kalena, kâlena = durch Kala, durch die(se) Zeit;
  • Anavaccheda, anavacchedât = unberührt von; unbegrenzt; ungebrochen; unverändert; da er nicht begrenzt oder bedingt ist;

 

Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

  • R. Sriram schreibt in seiner Übersetzung, Ishvara sei "nicht durch Zeit bedingt" und "Ursprung des Lichts".
  • Coster übersetzt kurz: "Gott ist zeitlos."
  • Deshpande begründet: Ishvara sei der Meister aller Meister, weil er "... nicht durch die Zeit begrenzt ist."
  • Auf arlingtoncenter.org findet sich Ishvara nicht als Guru aller Gurus, sondern eher als abstraktes Vorbild: "Abseits der Zeit existierend war Ishvara schon das Ideal der Alten."

 

zugvoegel sonne 564Seit undenklichen Zeiten eine Kette von Gurus

 
 


Siehe vorab die Erläuterungen zu Isvarah in Sutra I-23.

 

Der Guru in uns

Erinnern wir uns: Ishvara sehen einige als göttliches Zentrum in uns. In dieser Sutra schreibt Patanjali: Ishvara ist der ursprüngliche Guru, Lehrer aller Lehrer. Da könnte man beide Sichtweisen zu folgender Aussage zusammenfassen: Der Guru aller Gurus findet sich ... in uns!

Doch es gibt weitere Deutungen, die unser Interesse verdienen:

Durch die Zeiten

Wir können Sutra I-26 auch dahingehend deuten, dass am Anfang - zu Beginn, bei Verkündung der Yogalehre - Ishvara einst als Lehrer aller folgenden Gurus auftrat. Diese Gurus gaben dann die Lehre ihren Schülern weiter, diese wurden ebenfalls zu Gurus usw. Darauf bezieht sich die "Guru Parampara" - die Übertragungslinie der Gurus.

 

mutter kind lernen 564Lernen durch die Alten oder anhand eines Ideales

Zum Guru-Begriff

Deshpande erläutert ab Seite 52, dass die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Guru wie folgt lautet: Jemand, der die Reinigungsriten (am Knaben) vollzieht und ihn im Veda unterrichtet. Ziel sei die Reinigung des Geistes, Befreiung von Unrat und damit Weckung der Energie zur "Schau des Bewußtseins". Diese Befreiung findet sich im Begriff "suddhi" an vielen Stellen im Yoga-Sutra.

Desphande beklagt, dass die Gurus, die "heutzutage auf der ganzen Welt ihr Unwesen treiben ... eine ungeheure Verkehrung des Wortes Guru" seien, wie es Patanjali im Sinne hatte.

 

Übung zu Yoga Sutra I-26

uebung sutre

Übungsvorschlag für die kommende Woche:

Angelehnt an die Interpretation des Wortes Guru als "Der die Reinigungsriten am Schüler vollzieht", damit dieser die "Schau des Bewusstseins" erlange: Achte in der kommenden Woche darauf, von welchen Vorstellungen, Wünschen, Charaktereigenschaften du wohl "gereinigt" werden müsstest, um diese "Schau" zu erlangen. Notiere dir jeweils ein Stichwort und bewahre die Liste auf.

Hole die Auflistung in drei Monaten noch einmal hervor (Termin setzen). Frage dich dann, ob du Punkte ergänzen oder streichen würdest.

 

Videos zu Sutra I-26


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