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buch lampe wissen 250

 

Tatra niratishayam Sarvajna–bîjam
तत्र निरतिशयं सर्वज्ञबीजम्

 

Die Kommentatoren dieser Sutra beschäftigen sich vor allem mit der Frage, ob und wie der Mensch zur Allwissenheit Ishvaras gelangen kann.

 

Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrit

  • Tatra = darin, dort, in ihm; gemeint: in Ishvara;
  • Nir = nicht, ohne; (Verneinung);
  • Atishayam, atisaya = überschreiten
  • Niratishayam, niratisaya = unübertroffen; das Höchste, Unübertroffene;
  • Sarvajna, sarva-jna = Allwissenheit; Alles (an) Wissen - von allen Zeiten und von allen Dingen; der Allwissende;
  • Bijam, bîjam = Die Quelle, der Same, die Wurzel, das Prinzip;

 

Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

  • Iyengar übersetzt diese Sutra so, dass Ishvara der "unübertreffliche Ursprung" allen Wissens sei. Sieht in Ishvara den "Keim" von Allmacht, Allwissenheit und Allgegenwart.
  • In vielen Übersetzungen findet sich die Auslegung als "der Same der Allwissenheit".
  • R. Sriram nennt Ishvara die "Quelle" allen Wissens.
  • Govindan schreibt von "...Quelle der Entfaltung allen Wissens".
  • Coster ergänzt: "... Allwissenheit ..., die nur als Keim im Menschen liegt."
  • Deshpande meint: "Sutra 25 stellt fest, dass diese SCHAU Gottes in sich den Keim oder Ursprung der Allwissenheit trägt."
  • Auf arlingtoncenter.org findet sich die Übersetzung: "Seine Unabhängigkeit macht dieses Bewusstsein zu einer Quelle der Allwissenheit." Da könnte man länger drüber nachdenken :-)

 

Siehe vorab die Erläuterungen zu Isvarah in Sutra I-23.

 

see schatten 564

 
 

 

Yoga und Allwissenheit

Auf dem Pfad des Yogas soll der Mensch irgendwann zu Allwissenheit gelangen. Doch Iyengar betont, dass der Yogi dabei zwar unerschöpfliches Wissen erlangt, er aber weiterhin nicht die Wurzel dieses Wissens sei. Das bliebe Ishvara vorbehalten.

Hinweis: Aus Sicht des Vedanta ist das Göttliche und das Selbst identisch.

Sukadev interpretiert diese Sutra so, dass der Mensch alles Wissen erfahren könne, wenn er sich stets auf Ishvara beziehe, diesen anbete, über ihn meditiere und/oder "ihn" um Führung und Wissen bitte.

 

lotus schwarz 564

 

Mensch und Wissen

Deshpande erläutert die Beziehung Mensch < - > Wissen auf Seite 51f wie folgt: Sutra I-25 meint, dass in der "Schau" Gottes der Keim der Allwissenheit steckt. Allerdings ist das Wissen des Menschen immer nur auf Bruchstücke der gesamten Erscheinungswelt begrenzt. Zudem beziehe es sich immer auf die Vergangenheit. Dieses Wissen sei dann auch lediglich "Erzeugnis des menschlichen Geistes".

Deshpande nennt jenes Wissen, dass Hindernisse für die Erkenntnis der Wahrheit und Wirklichkeit schafft, "Unrat". Aufgabe eines Gurus sei es, den Schüler von diesem Unrat zu befreien.

Die Fähigkeit, überhaupt zu wissen, sei jedoch von geheimnisvollem Ursprung. Unerklärlich und unbegreiflich. Kein Verdienst des Menschen, sondern - wie der Geist - eine Gabe.

Wenn der Mensch sich von den vier Faktoren aus Sutra I-24 befreie, setze er sich in "direkte Beziehung zum Ursprung der Allwissenheit".

 

 

Videos zu Sutra I-25

 

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