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THEMA: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich

Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 17 Jun 2011 18:43 #3207

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Viele Menschen sagen: »Atme ich einige Male tief und energisch ein, dann wird mir schwindlig« – das klarste Zeichen dafür, daß Tiefatmen nicht gesund sein kann. Besonders das allseits gepriesene Tiefatmen im Verbund mit gewissen Bewegungen wie dem Heben der Arme usw. ist als unnatürlicher, gekünstelter Vorgang abzulehnen. Fehlatmungen können durch Tiefatmen nicht korrigiert werden; im Gegenteil, dadurch wird alles noch schlimmer.

Das Mißverständnis mit dem Tiefatmen entsteht, wenn die Sache mit dem Sauerstoff und Kohlendioxyd nicht bedacht wird, und wenn man die Ruheatmung nicht von der Atmung in Bewegung abgrenzt. Das sind zwei verschiedene Welten mit unterschiedlichen Prinzipien. Hier ist von der Ruheatmung die Rede, und von ihr gilt: Man atme ruhig, entspannt, gelöst, »flach« (besonders dieser letzte Begriff wird häufig falsch interpretiert). Mit den Worten von Dr. Julius Parow: »Atme mit wenig, nicht mit viel Luft.« Einatmen = Spannung; Ausatmen = Entspannung; niemand widerspricht diesem Grundsatz, alle spüren es (die Rede ist von der Lungenbewegung, von der absouten Ruheatmung. Das Ausatmen mit Koerperspannung, wie ich es zum Beispiel selbst jahrelang beim Karate gemacht habe, das ist ja eine ganz andere Abteilung). Tiefatmen ist eine vermehrte Spannung. Die meisten Formen der Fehlatmung entstehen durch zuviel Spannung, durch den chronischen Distreß. Wie soll sich da durch Tiefatmen eine Fehlatmung bessern?

Und falls jemand argumentiert: »Durch Tiefatmen erhält der Körper mehr Sauerstoff«, dann ist er gut beraten, sich mit Dr. Konstantin Pavlovitch Buteyko zu beschäftigen. Je mehr Sauerstoff man einatmet, desto mehr Kohlendioxyd wird aus dem Körper entfernt. Je geringer das Kohlendioxyd wird, desto schlechter trennt sich der Sauerstoff von seinem Träger, dem Hämoglobin des Blutes, desto weniger Sauerstoff steht den Zellen zur Verfügung (der »Bohr-Effekt«). Das gilt für die Atmung im Zustand der Ruhe, also für den größten Teil des Tages und für die ganze Nacht.

Regeln haben Ausnahmen. Manchmal tief zu atmen ist gut, das sagt der gesunde Menschenverstand. Kommt man aus dem überhitzten Saunaraum ins Freie, dann ist es gut, einige Male tief einzuatmen. Reckt und streckt man sich morgens vor dem Aufstehen, dann ist es natürlich, einige Male tief zu atmen. Gähnt man herzhaft, dann atmet man tief, und es ist gesund, weil der Körper aus bestimmten Gründen danach verlangt. Kommt man aus der Entspannung des Yoga, dann streckt man sich energisch und atmet dabei einige Male tief, um den Kreislauf anzukurbeln: ein natürlicher Vorgang. Weiter ist Tiefatmen gesund in Form des Bhastrika-Pranayama und der vollständigen Atmung; bei beiden aber ist die korrekte Ausführung essentiell: Nach dem Tiefatmen hält man den Atem zur Vermehrung des Kohlendioxyds an; damit ist der Pranayama – unter anderem – ein geniale Technik zur Förderung der Zellatmung. Es sollte nicht schwierig sein, dies alles von dem zu Unrecht gepriesenen generellen Tiefatmen zu unterscheiden.

Zwei Hinweise:
1. Der obige Text stammt von meiner Webseite: www.yoga-maldoner.de/seite_15.html#nr06
2. Die in meinen Augen beste Webseite (sie motiviert am meisten) über die sehr wichtige Buteyko-Atmung ist diese russische (in deutscher Sprache): http://www.mbuteyko.ru/historyde.html

Sarvamangalam !

UPDATE 14. Juli 2011 (siehe auch die entsprechende Nachricht an Silvia75):

Fuer wissenschaftlich Interessierte ist diese Buteyko-Seite natuerlich um ein Vielfaches besser:
http://members.westnet.com.au/pkolb/buteyko.htm

Wer will sich aber WIRKLICH in die dort zu findenden chemischen und physiologischen Details vertiefen? Da habe ich meine Zweifel. Deswegen habe ich allgemein die russische Seite vorgeschlagen, weil sie mit weniger Theorie und mehr Erfahrungsberichten arbeitet und auf diese Weise viel motivierender ist.

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Letzte Änderung: von Peter. Begründung: Link geändert

 
 

Vollständige Yoga Atmung ist sehr gesund 19 Jun 2011 08:18 #3211

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Dies hier ist ja ein Yoga Forum. Und vom Yoga her ist es ausgesprochen klar:
Die vollständige Yoga-Atmung gehört zum fortgeschrittenen Pranayama dazu. Wenn richtig ausgeführt, ist Tiefatmen gesund, führt zu mehr Prana (Lebensenergie) und Klarheit des Geistes.
Teil aller fortgeschrittenen Pranayama Übungen ist die vollständige Yoga Atmung.
Ob Bhastrika, Anuloma Viloma mit Bandhas, Ujjayi Kumbhaka, Surya Bedha, Sitali, Sitkari, Murccha, Plavini, Bhramari - in der fortgeschrittenen Version ist immer vollständige Atmung dabei.
Fortgeschrittene Yogaschüler üben auch bei den Asanas die vollständige Yoga Atmung. Und auch im Alltag kann es hilfreich sein, ab und zu mal vollständig ein- und auszuatmen.
Wenn da irgendetwas ungesund wäre, wäre das in den Jahrtausenden, in denen Pranayama geübt wird, sicherlich schon aufgefallen...

Ich selbst habe im Lauf meiner 30-jährigen Unterrichtstätigkeit mehrere Tausend Menschen auch in fortgeschrittenes Pranayama eingeführt. Gesundheitlich werden da immer ausgesprochen positive Wirkungen beschrieben.
Es gibt inzwischen auch eine umfangreiche empirische Studienlage zum Thema Pranayama. Auch hier: Die Wirkungen vom klassischen Pranayama (mit Vollatmung) ist immer gut: Verbessert die Lungenkapazität, die Lungeneffizienz, ist gut für den Kreislauf, hervorragend bei Herzinsuffizienz, hilft für die Klarheit des Geistes.

Wichtig ist, dass man die vollständige Yoga Atmung richtig lernt.
Sie ist für Yoga Anfänger nicht so geeignet. Beim Pranayama braucht man unbedingt kompetente Anleitung und muss es in der richtigen Reihenfolge lernen.
Wenn man die vollständige Yoga Atmung richtig ausführt, wird man sicherlich keine Schwindelgefühle bekommen. Schwindel tritt nur auf, wenn man falsch atmet.

Unten ein Beispiel für Bhramari, einer Atemübung, die auch mit Vollatmung verbunden ist.
Yogalehrer und Meditationslehrer. Gründer und Leiter von Yoga Vidya .

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 19 Jun 2011 11:06 #3213

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Lieber Sukadev,

ich danke für die Belehrung (...).

Was Deine Antwort allerdings mit dem Thema zu tun hat will sich mir nicht erschließen. Offensichtlich ist Dr. Buteyko in Deutschland auch den meisten Yogalehrern unbekannt.

Zu Deinem letzten Satz (»Wenn man die vollständige Yoga Atmung richtig ausführt, wird man sicherlich keine Schwindelgefühle bekommen. Schwindel tritt nur auf, wenn man falsch atmet«) darf ich anmerken: Habe ich etwas anderes behauptet?

Was den klassischen Pranayama angeht, kann ich mit Dir natürlich nicht im geringsten konform gehen. Da halte ich mich lieber an die diesbezüglichen Aussagen der wenigen echten Erleuchteten.

Hari Om -
Ramananda

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 19 Jun 2011 17:33 #3214

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Hallo,

ich habe mit Interesse eure Beiträge gelesen. Ich selbst praktiziere seit einigen Jahren Yoga und natürlich auch Pranayama, welches ich unter fachkundiger Anleitung meines Yogalehrers erlernt habe.

Volle Yogaatmung und Pranayama hat sich bei mir positiv auf Körper und Geist ausgewirkt.

ABER: Natürlich atme ich im täglichen Leben nicht von morgens bis abends in voller Yogaatmung, sondern "normal". Ich lasse also meinen Atem natürlich fließen.

Für mich ergibt sich hieraus die ganz einfache Schlussfolgerung, dass ein Zuviel ungesund sein kann. Und wenn ich eure beiden Beiträge nochmal durchlese, glaube ich, dass ihr beide dieser Meinung seid, aber glaubt, unterschiedlicher Meinung zu sein. Richtig? :-)

Liebe Grüße
Silvia

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 19 Jun 2011 18:41 #3215

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Hi Silvia,

zu Deinem dritten Absatz: klar.

Zum vierten Absatz: Eine erstaunliche Schlußfolgerung, welche ich nicht teilen kann, sorry.

Mit liebem Gruß aus Karlsruhe -
Ram

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 26 Jun 2011 19:35 #3259

Eine kurze Zwischenfrage. Ich habe eine Teilnehmerin, die unter einer Angststörung und Depression leidet. Sie meint sie habe dauerschwindel und nun frage ich mich, ob sie vielleicht nur falsch atmet? Man atmet ja unter Streß ganz anders und sie hat wohl Dauerstreß wenn ich das recht verstehe. Kann ich sie mit gutem Gewissen die Bauchatmung machen lassen? Ich laße die Gruppe auch ab und an mal die vollständige Yogaatmung im liegen machen, allerdings immer nur höchstens mal 5 Minuten um ein GEfühl für die Atmung zu bekommen.
Ist davon denn abzuraten? Die Gruppe ist gemischt und setzt sich aus Fortgeschrittenen und immer mal wieder Neuen zusammen (Fitnessstudio).
Danke für jeden Input :)
Besma

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 26 Jun 2011 21:20 #3262

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guten Tag & namaste,

es gibt unzählige Aussagen zum Bereich Pranayama.
Letztlich ist es eine Frage der gewünschten Zielstellung: und dem Yoga abgeleitet sollten alle Maßnahmen auf das Abmildern bzw. das Aufheben der Empfindung, das alles Leidvoll ist durch die Wahrnehmung der bestehenden Verbindung mit dem "Absoluten" immer Daseienden ausgerichtet sein und dazu beitragen.
Es gibt demzufolge dem (individuellen) Menschen angepaßte unterschiedliche Wege und der Pranayama - als "Atemopfer" in der Bagavatgita beschrieben - bewirkt deutlich eine Veränderung des Zellstoffwechsels unter anderem durch die Veränderung der Blutgase bzw. der Partialdrücke der Blutgase. So kann es durchaus - z.B. bei Hyperventilation - im unvorbereiteten Organismus zu Schwindelzuständen kommen, die sich auch aus dem neuen Verhältnis der Blutgase entwickeln können. Denn die vermeintliche Tiefatmung wird auch mit einem erhöhten Abatmen von CO2 (Entsäuerung)und einer zeitweisen "Sauerstoffflut" verbunden sein. Das kann in Einzelfällen sogar Krämpfe hervorrufen (Tetanie).

Doch diese Erscheinngen - der Schwindel eingeschlossen - können auch viele andere Ursachen haben. Und wenn ein Mensch Angstzustände / Depressionen hat und dies auch ärztlich festgestellt wurde, ist differenzialdiagnostisch abzuklären woher der "Dauerschwindel" kommen kann.
Das können internistische Ursachen, auch orthopädische oder neurologische, schließlich ein Komplex von psycho-pyischen Erscheinungen sein. Die Medikamentation als pharmakologischer externer Einfluß eingeschlossen.
Ein Dauerschwindel nur durch "falsches" Atmen ist eher unwahrscheinlich, da die atembedingten Schwindelzustände nur zeitweise auftreten.
Gehäuft nachts KÖNNEN Atempausen bei einigen Menschen auftreten. So daß morgens Niedergeschlagenheit, Kopfschmerz u.u.U. Schwindel auftreten können. Im Alltag aufgrund von Atempausen oder Hyperventilation eher nicht.

PranaYAMA wird historscih mit "mehr" als nur den Blutgasen in Verbindung gebracht: NÄMLICH AUCH MIT DER ATEMFREQUENZ. Und die korreliert mit der geistigen Aktivität bzw. den Hirnströmen einher.
Das ist ein anderes Thema....

Die sinnvolle Anwendung und Vermittlung von Pranayama ist eine Kunst ...Wie der begriffbasierte Austausch zu diesem Thema.
Aber auch begrenzt. Denn wir Menschen sind alle in gewissem Sinn "Sonderfälle". Und das ist bei der Auswahl der Methode zu berücksichtigen.

namaste

alles Gute
wümscht
norman

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Aw: Tiefe Bauchatmung hilfreich bei Depressionen und Schwindelgefühl 27 Jun 2011 02:46 #3263

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Die tiefe Bauchatmung ist sehr hilfreich bei depressiven Verstimmungen und auch bei Schwindelgefühl. Insgesamt ist Pranayama hilfreich, um Depressionen zu überwinden.
Schwindelgefühle hören meistens zügig auf, wenn die betreffende Person die Bauchatmung richtig macht: Beim Ausatmen geht der Bauch hinein, beim Einatmen geht der Bauch hinaus.
Gerade bei Schwindelgefühlen gilt allerdings: Die Ausatmung ist wichtiger als die Einatmung. Die Einatmung sollte nur sanft sein - also keine vollständige Einatmung. Bauchatmung zentriert und harmonisiert.
Bei depressiven Verstimmungen sollte der Teilnehmer erst die Bauchatmung richtig praktizieren - wenn er/sie das beherrscht, kann er/sie zur vollständigen Yoga Atmung übergehen (sofern er/sie keine Schwindelgefühle hat :cheer:
Yogalehrer und Meditationslehrer. Gründer und Leiter von Yoga Vidya .

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 27 Jun 2011 12:58 #3266

Ich denke doch, daß die Teilnehmerin das alles abgeklärt hat. Also HNO, Orthopäde und Neurologe soweit ich weiß. Ich glaube auch,daß sie in psychatrischer Behandlung ist.
Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Ich werde jedenfalls nochmal auf die von dir Sukadev beschriebene Art des Atmens hinweisen!

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Aw: Tiefe Bauchatmung hilfreich bei Depressionen und Schwindelgefühl 10 Jul 2011 09:17 #3288

Ja Sukadev. Yoga ist für alles gut, oder?
Depressionen, Übergewicht, Langeweile, Kurzsichtigkeit, Sex, Rheuma, .... alles kann unter dem Deckmäntelchen Yoga geheilt werden?
Deiner Meinung nach.
Je mehr ich deine Kommentare lese (leider ist man in keinem Forum vor deinen geistreichen Kommentaren gefeit), desto mehr erhöht sich der Würgereflex in meinem Hals.
Glaubst du wirklich den ganzen Schwachsinn, den du verzapst? Oder sind diese Versprechungen dazu gedacht, neue Kundschaft in dein Zentrum zu locken?
Warum kannst du nur dich selbst nicht heilen?

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Letzte Änderung: von Yogaherz. Begründung: grammatik

Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 10 Jul 2011 09:56 #3290

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@ Yogaherz: Warum so negativ? Ich möchte Sukadev nicht in Schutz nehmen, muss ich auch gar nicht. Aber Yoga bietet wirklich viel Heilungspotential. Es fördert beispielsweise sehr stark die Selbstheilungskräfte.

Auch hat mir Yoga jedenfalls schon in ziemlich vielen Punkten geholfen und ja, auch geheilt bzw. "heile gemacht". Yoga hat mir vor Jahren aus dem Burnout geholfen (was auch mit depressiven Phasen einherging). Die Augenübungen inkl. Trataka sind wirklich prima (immerhin haben sich meine Augen seit ich regelmäßig übe nicht mehr verschlechtert) und auch sonst fühle ich mich wesentlich fitter und gesünder, seit ich Yoga mache. Meine Meinung ist, dass Yoga durchaus großes Heilungspotential bietet. Allerdings plädiere ich dafür, Yoga immer als zusätzliches Mittel zu nutzen neben einer schuldmedizinischen/psychologischen oder anderen passenden Behandlung. Wogegen Yoga präventiv auch alleine angewandt werden kann. Das ist jedenfalls meine Meinung, die auf meiner persönlichen Erfahrung mit dem Yoga beruht.

OM Shanti
Silvia

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Aw: Yoga wirkt bei den meisten Beschwerdebildern 10 Jul 2011 11:03 #3292

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Tatsächlich zeigt die empirische Forschung, dass Yoga bei nahezu jedem Krankheitsbild hilfreich ist. Es gibt ja inzwischen Tausende von Yogastudien. Und gerade bei den von dir angegebenen Beschwerdebildern "Depressionen, Übergewicht, Langeweile, Kurzsichtigkeit, Sex, Rheuma" gibt es, außer für "Langeweile", inzwischen gute Studien, die zeigen, dass Yoga hilfreich ist. Im deutschsprachigen gibt es eine schöne Übersicht über Studien "Yoga im Spiegel der Wissenschaft" (publiziert von Dr. Christan Fuchs vom BDY), oder auch von Martina Bley "Yoga in der Gesundheitsforschung". Und bei Kongressen der SMMR kann man immer den aktuellen Forschungsstand kennenlernen. Wenn du in google irgendein Beschwerdebild eingibst plus "Studie" wirst, du fast immer fündig werden, spätestens wenn du das auf Englisch machst (Beschwerdebild Scientific Research).
Oder wie die Zeitschrift Focus vor ein paar Jahren titelte: "Yoga wirkt". Und das wisschenschaftlich nachweisbar.
Für bestimmte Beschwerdebilder müssen die normalen Yoga Übungen abgewandelt werden. das ist dann der Bereich der Yogatherapie , für den es ja inzwischen auch sehr gute Ausbildungsgänge gibt.
Yogalehrer und Meditationslehrer. Gründer und Leiter von Yoga Vidya .

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 10 Jul 2011 11:17 #3293

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Besma schrieb:

Eine kurze Zwischenfrage. Ich habe eine Teilnehmerin, die unter einer Angststörung und Depression leidet. Sie meint sie habe dauerschwindel und nun frage ich mich, ob sie vielleicht nur falsch atmet? Man atmet ja unter Streß ganz anders und sie hat wohl Dauerstreß wenn ich das recht verstehe. Kann ich sie mit gutem Gewissen die Bauchatmung machen lassen? Ich laße die Gruppe auch ab und an mal die vollständige Yogaatmung im liegen machen, allerdings immer nur höchstens mal 5 Minuten um ein GEfühl für die Atmung zu bekommen.


Hi Besma,

zur letzten Feststellung: Die Vollatmung soll man ja auch nur höchstens (!) 5 Minuten ausführen, das machst Du richtig.

Zu Deiner grundsätzlichen Frage antworte ich mehrteilig, denn die Sache ist eben nicht ganz so einfach wie es manche gerne hätten.

Angststörung, Depression und Streß sind drei verschiedene Dinge, selbst wenn sie wie in diesem Fall zusammenkommen.

1. Einfach nur Streß, wie es heute die ganze Welt hat? Da sind in der Tat die beruhigenden Atmungen des Yoga das beste.

2. Angst, Panikattacken? Da würde ich niemals in meinen Kursen Dinge machen lassen, die zur Tiefenentspannung führen, denn es ist immer die Gefahr damit verbunden, daß dann aus dem Unterbewußten die Sache noch viel heftiger hervorbricht. Diese potentielle Gefahr sollte man ausschließen.

3. Depressionen können erstens karmisch bedingt sein (man bezahlt für Fehler und Sünden aus diesem und aus vergangenen Leben). Sie sind zweitens – und bei weiterem öfter, in der Mehrzahl der Fälle – »einfach nur« schwere und schwerste Mangelerscheinungen des Blutes, im Klartext: Es fehlt an essentiellen Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen und Fettsäuren. Und Mangelerscheinungen des Blutes kann der Yoga nicht beheben, selbst wenn tausendmal das Gegenteil behauptet wird.

Zum 3. Punkt:
Im ersten Fall kann der Yogalehrer nichts machen. Der betroffene Mensch muß diese Depression »austragen«, sein Karma abarbeiten. Intensiv praktizierter Yoga verschlimmert diese Art der Depression, und nicht umgekehrt ! Wirklich helfen kann ihm da einzig und allein ein echter (!) Guru, ein Führer auf dem spirituellen Pfad. Und ein bißchen helfen können ihm Freunde, indem sie ihm gut zureden, ihn beschäftigen, ihn liebevoll begleiten.

Im zweiten Fall hilft mit Sicherheit die orthomolekulare Therapie (ich habe da zahlreiche gute Erfahrungen damit gemacht).

Vielleicht waren Dir diese Zeilen eine kleine Hilfe?

Peace of mind –
Helmuth (Ramananda)

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 10 Jul 2011 11:52 #3294

Danke Ramananda, es tut so gut, dass du in diese Sache wirklich Licht bzw. eine neue Sichtweise hineinbringst und nicht versprichst, alles mit Yoga heilen zu können, wie manch andere, die ihr scheinbares Wissen aus Büchern zitieren.
Eine große Erleichterung! Und man merkt, dass dein Wissen sehr fundiert und ehrlich ist.

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Letzte Änderung: von Yogaherz.

Aw: Tiefe Bauchatmung hilfreich bei Depressionen und Schwindelgefühl 10 Jul 2011 12:09 #3295

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Yogaherz schrieb:

Ja Sukadev. Yoga ist für alles gut, oder?
Depressionen, Übergewicht, Langeweile, Kurzsichtigkeit, Sex, Rheuma, .... alles kann unter dem Deckmäntelchen Yoga geheilt werden?
Deiner Meinung nach.
Je mehr ich deine Kommentare lese (leider ist man in keinem Forum vor deinen geistreichen Kommentaren gefeit), desto mehr erhöht sich der Würgereflex in meinem Hals.
Glaubst du wirklich den ganzen Schwachsinn, den du verzapst? Oder sind diese Versprechungen dazu gedacht, neue Kundschaft in dein Zentrum zu locken?
Warum kannst du nur dich selbst nicht heilen?


Hi Yogaherz,

Deine Sprache ist zwar etwas deftig, aber da ich selber zum Klartext neige kann ich nicht sagen daß Du komplett verkehrt liegst. Allerdings – und dies ist jetzt ironisch gemeint – muß ich Dich fragen: Wie kannst Du es wagen, den Yoga-Papst Deutschlands frontal anzugreifen?

Ich habe immer – das ist jetzt ganz ohne Ironie gemeint – die Manager-Qualitäten von Sukadev Bretz bewundert. Aus dem sozusagen Nichts das hervorzubringen was ihm gelungen ist: alle Achtung; diese Leistung muß anerkannt werden.

Die Kehrseite der Medaille ist aber diese: Yoga-Vidya hat eine Monopolstellung in Deutschland (man schaue mal kurz in die Webseite [url=http://http://www.yogapad.de/]yogapad.de[/url] rein, dann wird klar was ich meine), und wir wissen ja aus Politik und Wirtschaft: Monopol ist nie gut.

Hier vor allem deswegen, weil von Yoga-Vidya Dinge zu hören sind, die ich zum überwiegenden Teil für objektiv falsch halte. Darüber könnte man endlos diskutieren; ich erwähne an dieser Stelle nur die Themen Pranayama und noch mehr Kundalini Shakti.

Was Yoga-Vidya zum extrem heiklen Punkt Kundalini propagiert, das rechtfertigt den berühmten alten Spruch: »Gefährlich für die Religion sind nicht die Unwissenden, vielmehr die Halbwissenden …«

Um es klarer zu sagen: Hier glänzt Yoga-Vidya durch Unkenntnis der wahren Zusammenhänge; durch unbegreifliches Ignorieren der Gefahren, die durch den teilweisen Aufstieg der Kundalini drohen; durch öffentliche Empfehlungen, welche nur ein Urteil erlauben: bestürzende Verantwortungslosigkeit.

Wir leben in der Zeit der political correctness (alles easy, alle Leute super, never mind …). Okay. Ab und zu einige deutliche Worte sind dennoch nicht verkehrt.

Mit liebem Gruß aus Karlsruhe –
Helmuth (Ramananda)

http://www.yoga-maldoner.de/seite_10.html

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Aw: Tiefe Bauchatmung hilfreich bei Depressionen und Schwindelgefühl 10 Jul 2011 12:33 #3296

Mag sein, dass mein Temperament mit mir durchgegangen ist. Das tut mir leid, ich hätte sachlicher bleiben sollen.

Doch inhaltlich bleibe ich dabei. Ich halte nichts von Sukadev und Yoga-Vidya.
Ich finde zu Vieles falsch und fragwürdig. Einheitsbrei ohne Substanz, mit sektemähnlichen Charakter.

Ich halte mich lieber an jene Menschen, die wirklich was wissen und was Sinnvolles zu sagen haben. Und die nicht aus Profitgier mit sinnlosen und schalen Beiträgen auf sich aufmerksam machen wollen.

Ich kann und will nicht political correct sein, wenn Dinge einfach nicht correct sind. Das geht nicht und sollte auch niemand tun. Wir sehen ja, welche Auswüchse daraus resultieren.
Mein reines Yogaherz blutet angesichts falscher Interpretationen und falschen Wissens.
Coca Cola ist auch riesig und international eine Topmarke, doch wir wissen alle wie schlecht es ist. Nicht alles was groß und bekannt ist, ist gut.

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Aw: viele Yoga Wege 10 Jul 2011 15:05 #3297

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Hi Helmuth Ramananda, danke für deinen Eintrag. Übrigens, da ich mich ja in Foren ab und zu mal beteilige, bekomme ich auch genügend Gegenwind. Ich habe keine Probleme damit, wenn Menschen anderer Meinung sind als ich. Vielmehr ist Yoga auch immer ein Ringen um den richtigen Weg. Letztlich wollen alle Yoga Übende Ähnliches - für sich, für andere, für den Planeten, auf dem wir leben.
Und es gibt unterschiedliche Wege, dahin zu kommen. Glücklicherweise leben wir in einer pluralistischen Gesellschaft - ich halte das für eine der großen Errungenschaften unserer Zeit, dass so viele Meinungen nebenher existieren können.
Aber eigentlich ist das keine "neue Errungenschaft". Schon im alten Indien gab es eine lebhafte Diskussionskultur, wie man ja aus den Werken von Shankara und vielen anderen erkennen kann.
Bzgl. "Monopol": Es gibt in Deutschland Tausende von Yogaschulen, vermutlich 5-8% sind von Yoga Vidya. Es gibt über 40.000 aktiv unterrichtende Yogalehrer, auch davon vermutlich maximal 10% von Yoga Vidya. Da kann man sicherlich nicht von Monopol sprechen. Auch im Internet ist das ja nicht so. Es gibt sehr sehr viele Yoga Blogs, Communities, Foren (wie z.B. yogawelten.de), die nicht von Yoga Vidya sind. Yogapad.de ist auch unabhängig, wird aber von Yoga Vidya wie auch von anderen unterstützt - yoga.welten hat sich halt für Google Anzeigen entschieden, und Yogapad.de für Sponsoren.
Zu deiner Kritik an den von mir gelehrten Kundalini Yoga Praktiken und Pranayama: Tatsächlich unterrichte ich das seit fast 30 Jahren, hatte inwischen Tausende von Teilnehmern. Wenn da etwas schädlich wäre, hätte das inzwischen auffallen müssen. Im Gegenteil berichten mir die Teilnehmer von den großartigen Wirkungen und kommen immer wieder zu den Seminaren, und fast alle, die gerade zu den Kundalini Yoga Seminaren kommen, kommen auf Empfehlung. Ich halte diese Praktiken, die mir von meinem Meister gelehrt wurden und sich direkt auf die Hatha Yoga Pradipika beziehen, für ausgesprochen wirkungsvoll, um auf dem spirituellen Weg gut voranzukommen.
Om shanti "May there be peace on earth. May there be peace among Yoga Teachers."
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Aw: viele Yoga Wege 10 Jul 2011 19:01 #3300

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Sukadev schrieb:

Zu deiner Kritik an den von mir gelehrten Kundalini Yoga Praktiken und Pranayama: Tatsächlich unterrichte ich das seit fast 30 Jahren, hatte inwischen Tausende von Teilnehmern. Wenn da etwas schädlich wäre, hätte das inzwischen auffallen müssen.


Sorry Sukadev, aber Du benutzt eines der üblichen Totschlagargumente. Darf ich in Deinem Stil dann weiterfahren? 1. Ich selber habe 10 Jahre lang die Yoga-Asanas grauenhaft falsch ausgeführt, ausgesprochen gefährlich, orthopädisch gesehen. Passiert ist mir seltsamerweise nichts. Die Tatsache daß ich einen Schutzengel hatte bedeutet aber nicht, daß meine Asanapraxis korrekt war. 2. Unzählige Menschen üben Pranayama und Meditation, also Kundalini-Übungen und berichten über gute Erfahrungen (was immer sie darunter verstehen – das wäre ein weiteres Thema). Über die Gefahren des teilweisen Aufstiegs der Shakti – ein Thema, welches Du sorgsam umgehst – sagt das aber erst einmal gar nichts. Und um ein etwas brachiales, aber nicht gerade seltenes Beispiel zu nehmen, 3. »Mein Opa raucht seit siebzig Jahren Kette und ist ohne größere körperliche Beschwerden schon 90 Jahre alt.« Man kann daraus schließen: Rauchen ist gar nicht so schädlich wie man es behauptet. So könnte man weitermachen, doch wozu?

Daß es auf dem religiösen Yogaweg auch Probleme, Irrtümer und Gefahren gibt, davon sprechen nicht viele »Meister«. Wie sollten sie auch, sie wissen nichts darüber.

In Verbindung mit der Kundalini gibt es nur einen Weisen, der wirklich, das heißt in aller praktischen Konsequenz und nicht nur so im Vorübergehen, von den möglichen Gefahren auf dem geistigen Pfad spricht. Du kennst Dich, lieber Sukadev, in der Yogaliteratur sehr gut aus; ich muß Dir eigentlich nicht sagen, wen ich meine, oder?

Ich gehe noch weiter und wage die Behauptung: Die Mehrzahl der Yogalehrer in Deutschland hat Die Urkraft im Menschen oder die Kundalini Shakti von Swami Narayanananda gelesen. Dieses Buch gilt international als Standardwerk (bedeutet: Alle Yoga-Fachleute müssen es wenigstens zur Kenntnis genommen haben). Das Phänomen dabei ist: Niemand (!) spricht darüber. In 999 von 1000 Yogabüchern ist der Name Swami Narayanananda in der Literaturangabe nicht zu finden. Da kann man nicht mehr an Zufall glauben, das ist Absicht. Und warum spricht niemand darüber? Weil es in der menschlichen Natur liegt, das Unangenehme möglichst geräuschlos beiseite zu schieben.

Im Vorwort von »Die Urkraft im Menschen« sagt Swami Narayanananda: »Meine Auslegung des Geistes, seines Speicherraums, der Wünsche und Gedankenfunktionen mag vielen neu und fremd erscheinen, und manche stimmen mir vielleicht nicht zu. Es mag sein, daß ich im Moment der einzige bin, der diese Wahrheit verkündet. Das beunruhigt mich aber nicht im geringsten. Die Wahrheit bedarf keiner Stütze und kann nicht immer verborgen bleiben. Wenn die Welt nicht bereit ist, die Wahrheit jetzt zu hören, so wird sie es in späteren Jahren tun müssen.«

Vom großen Lao-Tse hören wir: »Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr …« Wenigstens ein bißchen sollte man schon darüber nachdenken.

Ein kleines PS:
Mit »Monopol« meinte ich nicht die von Dir angegebenen Prozentzahlen, vielmehr die Medienpräsenz von Yoga-Vidya (Internet, Zeitschriften usw; bei Yogapad.de seid ihr meiner Meinung schon im Grenzbereich, was den Einfluß angeht; das ist nicht mehr okay). Diese Präsenz setzt beträchtliche finanzielle Mittel voraus. Noch einmal: Ich bewundere Deine Power, aber gut ist es trotzdem nicht.

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 10 Jul 2011 19:19 #3301

„Erfahrung heißt gar nichts. Man kann eine Sache auch 35 Jahre falsch machen.“
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller

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Aw: Tiefatmen ist selten gesund und meistens schädlich 10 Jul 2011 19:28 #3302

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Yogaherz schrieb:

„Erfahrung heißt gar nichts. Man kann eine Sache auch 35 Jahre falsch machen.“
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller


Ganz meine Meinung. Mit herzlichem Gruß,
Ram

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