Ashtanga Yoga nach Patanjali: die 8 Glieder des ursprünglichen erklärt

Mit Ashtanga Yoga ist ursprünglich der achtfache Yogapfad gemeint, wie ihn Patanjali im Yogasutra beschreibt. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Power-Yoga-Stil. In diesem Beitrag findest du die zugehörigen Sutras und Erläuterungen zu den einzelnen Stufen des achtfachen Pfades.

Ein Yogi beim Studieren eines Textes. Im Vordergrund eine alte Schrift. Text: Achtgliedriger Pfad, Ashtanga

Inhalt: Ashtanga Yoga Patanjali – 8 Glieder erklärt

Kurz zusammengefasst

  • Ziel des Yoga
    Das zentrale Ziel im klassischen Yoga ist ein stiller, klarer Geist. Nicht der Körper steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, mentale Bewegungen zur Ruhe zu bringen.
  • Achtgliedriger Pfad (Ashtanga)
    Der Weg besteht aus acht aufeinander bezogenen Gliedern, von ethischem Verhalten (Yama, Niyama) bis hin zu Meditation und Samadhi. Sie wirken nicht linear, sondern als integriertes System.
  • Ethik als Fundament
    Yama und Niyama sind keine Randthemen, sondern bilden die Grundlage. Ohne diese innere Haltung bleibt jede weitere Praxis oberflächlich.
  • Körper und Atem als Vorbereitung
    Asana und Pranayama dienen nicht primär Fitness, sondern stabilisieren Körper und Nervensystem – als Vorbereitung für innere Arbeit.
  • Schlüsselrolle von Pratyahara
    Der Rückzug der Sinne (Pratyahara) ist der Übergang zur Meditation. Reize verschwinden nicht, aber ihre Zugkraft lässt nach.
  • Meditation als Prozess
    Dharana, Dhyana und Samadhi sind keine strikt getrennten Stufen, sondern ein fließender Vertiefungsprozess von Konzentration zu tiefer Versenkung.
  • Praxis im Alltag
    Yoga zeigt sich nicht nur auf der Matte. Alltägliche Situationen sind oft der eigentliche Übungsraum.
  • Philosophischer Hintergrund
    Yoga zielt darauf ab, die Verwechslung von Bewusstsein (bzw. dem wahren Selbst) und mentalen Inhalten zu durchschauen – eine stille, aber radikale Erkenntnis.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Die Elemente des achtfachen Pfades 

achtfache pfad thema 250

Das Ziel des Yoga ist ein stiller Geist, siehe dazu Yoga-Sutra I-2. Patanjali empfiehlt hierfür dem achtfachen Pfad zu folgen:

  1. Yama – 5 ethische Verhaltensregeln
  2. Niyama – 5 Regeln der Selbstdisziplin
  3. Asana – Körperstellungen, bei Patanjali nur Sitzhaltungen
  4. Pranayama – Atemübungen zur Atemkontrolle
  5. Pratyahara – Zurückziehen der Sinne nach innen
  6. Dharana – Konzentration auf ein einzelnes Objekt
  7. Dhyana – Meditation; Ziel: die Stille
  8. Samadhi – Nach längerer Stille und innerer Entwicklung kommt es zum Überbewusstsein, zu völliger Selbsterkenntnis; Erleuchtung

Wichtig: Alle Stufen sind wichtig und notwendig zur Erreichung des Yoga-Zieles. Also auch Yama und Niyama nicht vergessen ;-)

Hintergründe und alte Schriften zum achtfachen Pfad des Raja Yoga

Der achtfache Pfad wird oft wie eine Checkliste gelesen – acht Punkte, die man nacheinander „abarbeitet“. Das greift jedoch zu kurz. Tatsächlich handelt es sich eher um ein ineinandergreifendes System, in dem sich die einzelnen Glieder gegenseitig beeinflussen und verstärken.

Yama und Niyama bilden das ethische Fundament. Ohne diese Basis bleibt die Praxis instabil, auch wenn körperliche oder meditative Techniken bereits gut beherrscht werden. Asana und Pranayama bereiten den Körper und das Nervensystem vor, sodass innere Praxis überhaupt möglich wird. Erst dann wird mit Pratyahara eine entscheidende Schwelle überschritten: die Aufmerksamkeit löst sich zunehmend von äußeren Reizen und richtet sich nach innen.

Die folgenden Stufen – Dharana, Dhyana und Samadhi – sind keine strikt getrennten Zustände, sondern eher ein kontinuierlicher Vertiefungsprozess. Konzentration geht in Meditation über, Meditation in Versenkung. In der Praxis sind die Übergänge oft fließend und nicht klar voneinander abgrenzbar.

Es ist daher weniger hilfreich, sich zu fragen, „in welcher Stufe“ man sich befindet. Entscheidender ist die Frage, wie stabil und klar der Geist im jeweiligen Moment ist.

Was ist für dich aktuell die größte Herausforderung in deiner Yoga-Praxis?

 

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Ashtanga-Yoga im Yogasutra

Hier findest du die Sutra, die sich mit dem Ashtanga-Yoga befassen.

Yoga Sutra II-28: Indem wir die [acht] Glieder des Yoga praktizieren, verschwinden die Unreinheiten, das Licht des Wissens erstrahlt und führt zur Entwicklung von Unterscheidungskraft

Zur Sutra


Yama – ethische Grundlagen im Umgang mit der Welt

Yama beschreibt die ethische Basis des Yoga und richtet sich auf den Umgang mit anderen. Es geht weniger um moralische Gebote als um eine innere Haltung, die sich im Verhalten zeigt. Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Maßhalten sind dabei keine abstrakten Ideale, sondern konkrete Übungsfelder im Alltag. Wer hier aufmerksam wird, erkennt schnell: Diese Prinzipien greifen tiefer, als es zunächst scheint.

Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

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Yoga Sutra II-30: Die förderlichen Selbstbeschränkungen (Yamas) sind Nichtverletzen (Ahimsa), Wahrhaftigkeit (Satya), Nichtstehlen (Asteya), Enthaltsamkeit (Brahmacharya) und Begierdelosigkeit (Aparigraha)

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Yoga Sutra II-31: Die Yamas sind überall einzuhalten, unabhängig vom eigenen Status, dem Ort, der Zeit oder den äußeren Umständen – sie stellen das Große Gelübde dar

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Yoga Sutra II-34: Gedanken und Zweifel, die zu schädigendem Verhalten führen – egal ob dies selbst getan, in Auftrag gegeben oder nur begünstigt wird, egal ob durch Gier, Ärger oder Verblendung motiviert, egal ob in der Ausführung mild, mittelmäßig

Zur Sutra


Yoga Sutra II-35: Wenn das Nichtverletzen [anderer Lebewesen im Wesen eines Menschen] (Ahimsa) fest verwurzelt ist, verschwindet jede Feindseligkeit in seiner Umgebung

Zur Sutra


Yoga Sutra II-36: Wenn Wahrhaftigkeit (Satya) [im Wesen eines Menschen] fest verwurzelt ist, entspricht das [jeweilige] Ergebnis seiner [jeweiligen] Handlung

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Yoga Sutra II-37: Wenn Nichtstehlen [im Wesen eines Menschen] fest verwurzelt ist, kommen alle Reichtümer [wörtlich: Juwelen] zu ihm

Zur Sutra


Yoga Sutra II-38: Wenn Brahmacharya (Wandel in Brahma / Selbstbeherrschung / Enthaltsamkeit) [im Wesen eines Menschen] fest verwurzelt ist, erlangt er große Vitalität

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Yoga Sutra II-39: Ist Begierdelosigkeit (Aparigraha) [im Wesen eines Menschen] gefestigt, erkennt er den Sinn seiner Geburt

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Niyama – die innere Haltung sich selbst gegenüber

Während Yama nach außen wirkt, richtet sich Niyama nach innen. Es geht um den Umgang mit sich selbst, um Disziplin, Selbstreflexion und eine gewisse Form von Hingabe. Diese Regeln sind keine starren Vorschriften, sondern laden dazu ein, die eigene Praxis bewusst zu gestalten. Zufriedenheit und Klarheit entstehen hier nicht zufällig, sondern durch eine Haltung, die gepflegt wird.

Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

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Yoga Sutra II-32: Die Nyamas lauten Reinheit (Shaucha), Zufriedenheit (Samtosha), Selbstdisziplin (Tapas), Selbststudium (Svadhya) und Hingabe an Ishvara (Ur-Guru, Gott, göttliches Ideal, Ishvarapranidhana)

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Yoga Sutra II-33: Negative Zweifel bzw. Gedanken sollten durch geistige Kultivierung von deren Gegenteil überwunden werden

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Yoga Sutra II-40: Durch Reinheit (Shaucha) entsteht Abneigung gegenüber dem eigenen Körper und gegenüber der Berührung mit anderen Körpern

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Yoga Sutra II-41: Aus Reinheit (Shaucha) entstehen Klarheit im Geist, innere Freude, gerichtete Konzentration, Beherrschung der Sinne und Erkennen vom wahren Selbst

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Yoga Sutra II-42: Durch das Kultivieren von Zufriedenheit (Santosha) erreichen wir höchstes Glück

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Yoga Sutra II-43: Durch Selbstdisziplin (Tapas , auch Entsagungen, Selbstzucht) verschwinden Unreinheiten; dies führt zu Vollkommenheit und Beherrschung vom Körper und den Sinnen

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Yoga Sutra II-44: Durch Selbstserforschung (Svadhyaya) wird man eins mit der ersehnten Gottheit (bzw. dem Ideal)

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Yoga Sutra II-45: Die Hingabe an Ishvara (Ur-Guru, Gott, göttliches Ideal) führt zur Vollkommenheit in Samadhi

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Beitrag: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Mann und Frau beim Füttern eines Vogels im Wald. Text: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga

Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Keine spirituelle Richtung kommt ohne Verhaltensregeln aus. Diese legen fest, welche ethischen Handlungsweisen für einen Aspiranten (oder auch jeden Menschen) förderlich sind. Was dem Christen die zehn Gebote, das sind dem Yogi die Yamas und Niyamas.

Gleichzeitig sind die Yamas und Niyamas die ersten beiden Stufen im Raja Yoga, dem achtgliedrigen Yoga-Pfad (auch Ashtanga-Yoga genannt). Patanjali, der bekannteste Yogaphilosoph, definiert die Yamas und Nyamas im Yogasutra.

Dieser Artikel zeigt, wie sich alte Weisheit im modernen Alltag verankern lässt: Was sind die Yamas und Niyamas? Wie werden diese in den alten Schriften ausgelegt? Und wie wende ich die Yamas und Niyamas im Alltag an? Der Artikel gibt Antwort und hält zwei Downloads (Poster & Merkkarte) parat.

Hier weiterlesen: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Asana – die Haltung als Grundlage der Stabilität

Im klassischen Yoga meint Asana nicht eine Vielzahl von Übungen, sondern vor allem eine stabile und angenehme Sitzhaltung. Der Körper soll so ausgerichtet sein, dass er die Praxis unterstützt, nicht stört. Es geht weniger um Bewegung als um Ruhe und Ausgleich. Eine gelungene Asana schafft die Voraussetzung dafür, dass der Geist sich sammeln kann.

Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

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Yoga Sutra II-46: Die Asana [Haltung in der Meditation] sollte unbewegt und angenehm sein

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Yoga Sutra II-47: Bemühe dich in der Asana [Sitzhaltung in der Meditation] um tiefe Entspannung und versenke deinen Geist in das Unendliche

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Yoga Sutra II-48: Dadurch [die Meisterung der Asana] können die Gegensatzpaare den Yogi nicht mehr angreifen

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Pranayama – der Atem als Zugang zum Geist

Pranayama beschäftigt sich mit der Lenkung und Verfeinerung des Atems. Der Atem wird dabei nicht nur als körperlicher Vorgang verstanden, sondern als Verbindung zwischen Körper und Geist. Durch bewusstes Atmen entsteht ein Zustand von innerer Ausgeglichenheit und Wachheit. Es ist ein stilles Werkzeug, das oft unterschätzt wird.

Yoga Sutra I-34: [Der Geist wird klar] durch (kontrolliertes) Ausstoßen oder Anhalten des Atems

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Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

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Yoga Sutra II-49: Wenn der Yogi lange Zeit unbewegt bequem sitzen kann, beginnt er mit Pranayama, der Kontrolle über die Bewegung von Ein- und Ausatmung

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Yoga Sutra II-50: [Beim Pranayama werden] Zeit, Ort und Anzahl der Einatmung, Ausatmung und des Anhaltens reguliert und laufend verlängert und verfeinert.

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Yoga Sutra II-51: Die vierte Art des Pranayama überschreitet die Erfahrung von Einatmung und Ausatmung

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Yoga Sutra II-52: Wenn dies erreicht ist, löst sich der Schleier um das innere Licht auf

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Yoga Sutra II-53: Und der Geist wird fähig zu tiefer Konzentration

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Yoga Sutra III-40: Durch Beherrschung von Udana (aufsteigender Atem/Prana) kann der Yogi schweben und wird nicht von Nässe, Schmutz oder Dornen berührt

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Yoga Sutra III-41: Durch Beherrschung von Samana (verbindender Atem/Prana) erlangt der Yogi inneres Feuer

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Pranayama auf Yoga-Welten.de

Pratyahara – der Wendepunkt nach innen

Pratyahara markiert einen entscheidenden Übergang: Die Aufmerksamkeit löst sich schrittweise von äußeren Reizen und richtet sich nach innen. Die Sinne bleiben aktiv, verlieren aber ihre unmittelbare Dominanz. Es ist kein Rückzug im Sinne von Abschottung, sondern eher ein Loslassen der ständigen Reizbindung. Hier beginnt die eigentliche innere Arbeit.

In vielen modernen Darstellungen wird Pratyahara eher beiläufig behandelt, obwohl es eine Schlüsselstellung im gesamten System einnimmt. Es markiert den Übergang von den eher äußeren Übungen (Körper, Atem, Verhalten) hin zur eigentlichen inneren Arbeit des Geistes.

Pratyahara bedeutet nicht, die Sinne gewaltsam zu unterdrücken. Vielmehr geht es darum, dass die Sinne ihre automatische Reizreaktion verlieren. Geräusche werden weiterhin gehört, Gedanken tauchen weiterhin auf – doch sie ziehen die Aufmerksamkeit nicht mehr sofort mit sich.

Man könnte sagen: Die Welt hört nicht auf, laut zu sein. Aber sie verliert ihre Zugkraft.

Ohne diese Fähigkeit bleibt Konzentration fragil. Der Geist springt weiter von Reiz zu Reiz, selbst wenn man versucht, sich auf ein Objekt zu fokussieren. In diesem Sinne ist Pratyahara keine Nebendisziplin, sondern eine Voraussetzung für echte Meditation.

Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

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Yoga Sutra II-54: Pratyahara ist das Zurückziehen der Sinne auf das Innere, auf das Eigenwesen des Geistes, weg von den äußeren Objekten

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Yoga Sutra II-55: Dadurch wird die Beherrschung der Sinne gemeistert

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Beitrag: Pratyahara Bedeutung und Praxis – Sinnesrückzug im Yoga verstehen

Pratyahara Bedeutung und Praxis – Sinnesrückzug im Yoga verstehen

Frau in Meditation vor See bemüht sich um Pratyahara. Text: Pratyahara Bedeutung und Praxis

Pratyahara: Bedeutung und Praxis – Sinnesrückzug im Yoga verstehen

Pratyahara beschreibt eine uralte Technik, die im Yoga dafür sorgt, dass du nicht länger von äußeren Eindrücken getrieben wirst, sondern deine Aufmerksamkeit bewusst steuern kannst. In einer Welt voller Reize und ständiger Ablenkung bietet dieser stille Sinnesrückzug einen praktischen, alltagsnahen Zugang zu mehr Klarheit, Präsenz und innerer Ruhe. Dieser Artikel erklärt, wie Pratyahara funktioniert, warum es weit mehr ist als theoretische Philosophie und wie du es gezielt in deinen Alltag integrieren kannst, ohne in Überforderung oder Vermeidung zu verfallen.

Hier weiterlesen: Pratyahara Bedeutung und Praxis – Sinnesrückzug im Yoga verstehen

Dharana – die Kraft der Sammlung

Dharana bedeutet, den Geist bewusst auf einen Punkt auszurichten. In einer Welt voller Ablenkung wirkt das zunächst ungewohnt. Konzentration ist hier kein Zwang, aber schon ein Bemühen, ein gezieltes Bündeln der Aufmerksamkeit. Gedanken kommen und gehen – entscheidend ist, immer wieder zum gewählten Fokus zurückzukehren.

Manche sagen, Dharana ist die letzte Stufe im achtgliedrigen Pfad, die der Yogi mit eigenem Bemühen erreichen kann. Was danach folgt, sei Gnade, müsse sich von selbst einstellen.

Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

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Yoga Sutra II-53: Und der Geist wird fähig zu tiefer Konzentration

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Yoga Sutra III-1: Durch Ausrichtung des Geistes auf ein Objekt entsteht Konzentration (Dharana)

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Yoga Sutra III-2: Wenn die Wahrnehmung des Objektes ungebrochen fließt, ist es Dhyana (Meditation)

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Yoga Sutra III-4: Wenn die drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) zusammen auf ein Objekt oder einen Ort angewendet werden, so wird dies Samyama genannt

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Beitrag: Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung & Alltagstipps

Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung & Alltagstipps

Frau konzentriert sich auf Kerze, yogische Symbole im Hintergrund. Text: Dharana - Konzentration im Yoga

Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung und Alltagstipps

Wir leben in einer Zeit, in der Zerstreutheit zur Norm geworden ist. Selbst kurze Fokusphasen werden zur Herausforderung. Viele können keinen Film mehr schauen, ohne zwischendurch aufs Smartphone zu schauen.

Dharana, oft als "Konzentration" übersetzt, ist das Gegenteil von Zerstreutheit.

Dieser Artikel liefert dir einen tiefgründigen Blick auf Dharana – die Kunst der Konzentration im Yoga. Er zeigt, was Dharana traditionell bedeutet, wie es sich praktisch im Alltag üben lässt, wo es aus wissenschaftlicher Sicht wirkt, und welche Grenzen oder Missverständnisse es gibt. Du erhältst einen fundierten Leitfaden, wie du mit klarer Aufmerksamkeit bewusster leben kannst – für deine Yogapraxis, aber vielmehr noch für dein tägliches Leben.

Hier weiterlesen: Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung & Alltagstipps

Dhyana – Meditation als fließender Zustand

Aus anhaltender Konzentration entwickelt sich Dhyana, die Meditation. Der Fokus wird stabiler, der Geist ruhiger. Es entsteht ein Zustand, in dem die Wahrnehmung gleichmäßig und ununterbrochen fließt. Meditation ist dabei weniger Technik als ein Zustand, der sich einstellt, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Yoga Sutra II-11: Die aktiven bzw. gröberen Formen (der Kleshas) werden durch Meditation überwunden

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Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

Zur Sutra


Yoga Sutra III-2: Wenn die Wahrnehmung des Objektes ungebrochen fließt, ist es Dhyana (Meditation)

Zur Sutra


Yoga Sutra III-3: Wenn das Bewusstsein von Subjekt (Meditierender) und (Meditations-)Objekt verschwindet und nur die Bedeutung des wahrgenommenen Objektes verbleibt, wird dies Samadhi genannt

Zur Sutra


Yoga Sutra III-4: Wenn die drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) zusammen auf ein Objekt oder einen Ort angewendet werden, so wird dies Samyama genannt

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-6: Nur das Bewusstsein, welches aus Meditation (Dhyana) entsteht, ist frei von unbewussten Prägungen (Samskaras)

Zur Sutra


Dhyana/Meditation auf Yoga-Welten.de

Samadhi – Auflösung der Trennung

Samadhi beschreibt einen Zustand von tiefer Versenkung, in dem die gewohnte Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetem in den Hintergrund tritt. Es geht nicht um ein spektakuläres Erlebnis, sondern um eine fundamentale Klarheit. Begriffe wie Erleuchtung greifen oft zu kurz – treffender ist vielleicht die Erfahrung, dass das, was gesucht wurde, nie wirklich getrennt war.

Yoga Sutra I-17: Vollkommene Erkenntnis (Samprajnata) wird beim Durchlauf von Ahnung, Erfahrung, Freude und Einheitswahrnehmung [in der Meditation] gewonnen

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Yoga Sutra I-18: Ein weiterer Zustand des Samadhi – Virama Pratyaya – ist nach intensiver Übung erreicht, wenn alle geistigen Aktivitäten aufhören und nur (ein Rest) unmanifestierter Eindrücke im Geist (eine Form der Leere) verbleiben

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Yoga Sutra I-19: Dieses [Virama Pratyaya oder Asamprajnata Samadhi] kann [auch] von Geburt aus, durch frühere Körperlosigkeit oder durch Verschmelzung mit der Natur (Prakriti) erlangt werden

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Yoga Sutra I-20: Andere gelangen dorthin [zu Asamprajnata Samadhi] durch Glauben, Wille/Energie, Erinnerungsvermögen/Gedächtnis, Samadhi/Sammlung und Weisheit

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Yoga Sutra I-21: Diejenigen, deren Wunsch/Wille/Praxis/Sehnsucht intensiv ist, erlangen es [Samadhi, Befreiung] schnell

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Yoga Sutra I-22: Der Wunsch/Wille/die Praxis kann schwach, mittelmäßig oder intensiv sein

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Yoga Sutra I-23: Oder durch fromme Hingabe an Ishvara (Ur-Guru, Gott, göttliches Ideal) kann es erlangt werden

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Yoga Sutra I-28: OM ist im Bewusstsein seines Sinnes mit Hingabe zu wiederholen

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Yoga Sutra I-29: Durch diese Praxis erlangt man das wahre innere Selbst und alle Hindernisse verschwinden

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Yoga Sutra I-41: Für den, der die Bewegungen des Geistes auf ein Minimum reduziert, verschmelzen Wahrnehmender, Wahrgenommenes und Wahrnehmung, so wie ein Kristall Form und Farbe eines Hintergrundes reflektiert. Das ist Samapatti (Verschmelzung).

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Yoga Sutra I-42: Samapatti erfolgt in vier Stufen. Stufe 1: Wenn Samapatti mit Wortwissen, Schlussfolgerungen und Vorstellungen durchsetzt ist, wird es Savitarka Samapatti genannt

Zur Sutra


Yoga Sutra I-43: Stufe 2 von Samapatti: Wenn die Erinnerungen und Prägungen völlig gereinigt sind, als ob dessen eigene Form schwindet, nur noch das (Meditations-)Objekt erstrahlt, ist Nirvitarka (Samapatti/Samadhi) erreicht.

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Yoga Sutra I-44: Stufe 3 und 4 sind Savicara- und Nirvicara-Samapatti – so wie in den Stufen zuvor die verschmelzende Erkenntnis mit gröberen Objekten erfolgt, so werden auch diese Samapatti mit subtilen Objekten beschrieben

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Yoga Sutra I-45: Die Meditation über das Subtile kann so weit verfeinert werden, dass sie sich bis zum Unmanifestierten erstreckt, zu Prakrti, der feinstofflichsten Ursache

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Yoga Sutra I-46: [Aber] alle diese Samapattis (verschmelzende Versenkungen) sind noch Samadhi-mit-Samen

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Yoga Sutra I-47: Erreicht der Yogi Routine im Nirvichara Samadhi, erscheint ihm allmählich das innerste Selbst

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Yoga Sutra I-48: In Nirvichara Samapatti erhält der Yogi wirkliches Wissen, sein Bewusstsein erfasst die Wahrheit

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Yoga Sutra I-49: Das Wissen aus Nirvichara Samapatti ist von höherer Art als das Wissen, das aus Gehörtem, Gelesenem oder mittels Schlussfolgerung gewonnen wurde

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Yoga Sutra I-50: Dieses neue Wissen aus Nirvichara Sampatti erzeugte neue Eindrücke im Unterbewusstsein, welche die ungünstigen bisherigen Samskaras ersetzen

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Yoga Sutra I-51: Wenn auch diese Prägungen (Samskaras) zur Ruhe gebracht worden sind, tritt der Yogi in Nirbija (samenlosen) Samadhi ein – die Erleuchtung

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Yoga Sutra II-2: Der Kriya Yoga vermindert die Leiden des Yogi und führt zu Samadhi

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Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

Zur Sutra


Yoga Sutra II-45: Die Hingabe an Ishvara (Ur-Guru, Gott, göttliches Ideal) führt zur Vollkommenheit in Samadhi

Zur Sutra


Yoga Sutra III-3: Wenn das Bewusstsein von Subjekt (Meditierender) und (Meditations-)Objekt verschwindet und nur die Bedeutung des wahrgenommenen Objektes verbleibt, wird dies Samadhi genannt

Zur Sutra


Yoga Sutra III-4: Wenn die drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) zusammen auf ein Objekt oder einen Ort angewendet werden, so wird dies Samyama genannt

Zur Sutra


Yoga Sutra III-7: Gegenüber den vorhergehenden Gliedern des achtgliedigen Pfades (Yama, Niyama, Pranayama, Asana, Pratyahara) sind diese drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) innerlicher

Zur Sutra


Yoga Sutra III-8: Doch auch diese drei [Dharana, Dhyana, Samadhi] sind äußerlich [verglichen] mit dem samanlosen Zustand [Nirbija]

Zur Sutra


Yoga Sutra III-9: Wenn die störenden Prägungen bzw. Aktivitäten des Geistes [immer wieder] durch solche der Ruhe und Sammlung ersetzt werden, transformiert der Geist zur inneren Stille (das ist Nirodha-Parinama)

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Yoga Sutra III-11: Wenn die Ablenkungen des Geistes abnehmen und die einpünktige Konzentration zunimmt, entwickelt sich Samadhi

Zur Sutra


Yoga Sutra III-12: Die dritte Verwandlung: ekagrata-parinama. Ekagrata (Einpünktigkeit der Konzentration) tritt ein, wenn die kommenden und gehenden wandelbaren Inhalte des Geistes in zwei Zeitpunkten gleich sind

Zur Sutra


Yoga Sutra III-38: Diese sind im normalen Leben (wenn der Geist in Bewegung ist) außergewöhnliche Kräfte, aber Hindernisse für das Erreichen von Samadhi

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-1: Die außergewöhnlichen Kräfte (Siddhis) können von Geburt an bestehen oder durch Kräuter, Mantren, Selbstzucht/Askese oder Samadhi (tiefe Meditation) erlangt werden

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-29: Wer den höchsten Bewusstseinszustand erlangt hat und weiterhin zu jeder Zeit seine Unterscheidungskraft beibehält und dabei frei von allen Wünschen bleibt, erlangt Dharma-Megha-Samadhi, erhält einen "Regen von Tugenden"

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-30: Dann folgt das Ende aller Leiden und des Karma

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-31: Mit den Ende aller Verschleierungen und Unreinheiten erlangt der Yogi unendliche Erkenntnis und alles bisher – als normaler Mensch – Gewusste wird als winzig und unbedeutend erkannt

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-32: Dann (wenn Dharma-Megha-Samadhi erreicht wurde) enden für den Yogi die Veränderungen in der Natur durch die drei Gunas, weil diese ihren Zweck erfüllt haben

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-33: Krama, das Kontinuum bzw. die Abfolge von Momenten und die damit verbundene Transformation, wird vom Yogi erkannt, wenn die Wandlungen der Gunas enden

Zur Sutra


Yoga Sutra IV-34: Das Ziel des Purushas, unseres wahren Selbstes, ist das Aufgehen der Gunas in die Prakriti, der Urnatur, und seine Rückkehr zu Kaivalya, der absoluten Freiheit. Purusha, ruht dann in seiner wahren Natur. Hier endet die Yogalehre – iti.

Zur Sutra


Beitrag: Samadhi

Samadhi

Yogi in Samadhi (Symbolbild)

Samadhi im Yoga verstehen – Einführung, Stufen & Meditationstipps

Samadhi ist das letzte Glied im achtfachen Yogapfad und soll mit fantastischen Erlebnissen einhergehen. Doch was passiert beim Samadhi genau, wie kann ich mir diesen Zustand vorstellen? In den Yogasutras und anderen Schriften wird Samadhi zur Verdeutlichung recht dezidiert in mehrere Stufen unterteilt. Dieser Artikel beschreibt bekannte Unterteilungen und nennt mögliche Meditationsobjekte für die jeweiligen Samadhi-Stufen. Eine Auswahl an Videos zum Thema Samadhi will das Verständnis vertiefen.

Hier weiterlesen: Samadhi

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Weitere Erläuterungen zum achtfachen Pfad

Philosophischer Kontext

Der achtfache Pfad steht nicht isoliert, sondern ist Teil eines umfassenderen philosophischen Systems. Zentral ist dabei die Unterscheidung zwischen Bewusstsein (Purusha) und Natur bzw. Materie (Prakriti).

Das Leiden entsteht nach dieser Sichtweise nicht primär durch äußere Umstände, sondern durch eine Verwechslung dieser beiden Ebenen. Der Geist identifiziert sich mit Gedanken, Emotionen und Sinneseindrücken – und verliert dabei den Bezug zu seiner eigentlichen Natur.

Die Praxis des Yoga zielt darauf ab, diese Verwechslung schrittweise aufzulösen. Die Stille des Geistes ist daher nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel, um Klarheit über die eigene Wahrnehmung zu gewinnen.

Alltagsbezug

Der achtfache Pfad wirkt auf den ersten Blick umfassend – fast zu umfassend. Es entsteht leicht der Eindruck, man müsse alles gleichzeitig meistern. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Fortschritt entsteht meist unspektakulär und schrittweise.

Ein möglicher Zugang besteht darin, die einzelnen Glieder im Alltag wiederzufinden:

  • Yama zeigt sich im Umgang mit anderen – oft in kleinen Momenten, nicht in großen moralischen Entscheidungen.
  • Niyama spiegelt sich in der eigenen Haltung sich selbst gegenüber.
  • Asana beginnt nicht erst auf der Matte, sondern im bewussten Wahrnehmen des Körpers.
  • Pranayama kann bereits in einer ruhigen, gleichmäßigen Atmung im Alltag beginnen.

An mancher Stelle lohnt es sich, einen Moment innezuhalten: Wie zeigt sich ein Yoga-Prinzip im eigenen Alltag? Oft sind es gerade die unscheinbaren Situationen – ein Gespräch, eine Reaktion, ein kurzer Impuls –, in denen sich die Praxis konkretisiert.

Die inneren Glieder lassen sich nicht erzwingen. Konzentration entsteht nicht durch Druck, sondern durch Wiederholung und ein gewisses Maß an Gelassenheit. Meditation ist weniger ein Tun als ein Geschehenlassen unter geeigneten Bedingungen.

Typische Missverständnisse

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass Yoga auf Körperübungen reduziert wird. Im klassischen Verständnis nach Patanjali ist Asana nur ein kleiner Teil eines wesentlich größeren Systems.

Ebenso verbreitet ist die Vorstellung, dass Samadhi ein plötzliches, spektakuläres Ereignis sei. Die Texte zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild: Es handelt sich eher um einen Zustand, der sich allmählich entwickelt und in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten kann.

Auch die ethischen Grundlagen – Yama und Niyama – werden oft unterschätzt. Sie wirken unscheinbar, sind aber in ihrer Konsequenz anspruchsvoll. Wer sie ernst nimmt, stellt fest, dass sie nicht nur das Verhalten verändern, sondern auch die Struktur des eigenen Denkens.

Video-Einführung: Eugen Minz zum achtfachen Pfad

Eine meines Erachtens nach sehr hochwertige und verständnisvolle Einführung in den achtfachen Pfad (Dauer: 15 Minuten).

Youtube-Video

Mit Klick auf dem Button wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und die bei Youtube üblichen Daten erhoben und Cookies gesetzt.

 

Sukadev zum achtfachen Pfad

Wenn du Zeit hast, höre dir auch noch diese 40-minütige Einführung in den achtfachen Yogapfad von Sukadev an:

Youtube-Video

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Übergang zu moderner Praxis

Die Frage, wie sich dieser klassische Ansatz in die heutige Zeit übertragen lässt, bleibt offen – und bewusst offen. Moderne Lebensrealitäten unterscheiden sich deutlich von den Bedingungen, unter denen die ursprünglichen Texte entstanden sind.

Dennoch zeigt sich, dass die Grundprinzipien erstaunlich robust sind. Aufmerksamkeit, Selbstbeobachtung und ethisches Handeln verlieren nicht an Relevanz, auch wenn sich die äußeren Formen verändern.

Hier findet sich eine zeitlose Stärke dieses Systems: Es gibt keine starren Anweisungen, sondern eine Struktur, die sich an unterschiedliche Lebenskontexte anpassen lässt.

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Fun Facts zum Thema Ashtanga Yoga

  1. 🧠 Das Wort „Yoga“ bedeutet ursprünglich „Joch“ oder „Verbindung“ – gemeint ist die Verbindung von Körper und Geist.
  2. 📜 Die Yoga Sutras bestehen aus nur ca. 195 kurzen Versen, die oft nur wenige Wörter lang sind.
  3. 🧘 Asana war ursprünglich fast ausschließlich eine Sitzhaltung – nicht das heutige Bewegungssystem.
  4. Meditation verändert nachweislich die Gehirnstruktur, z. B. im Bereich Aufmerksamkeit und Emotion.
  5. 🧩 Der Begriff „Samadhi“ wird je nach Tradition unterschiedlich interpretiert – es gibt keine einheitliche Definition.
  6. 🌍 Yoga ist heute ein globales Milliarden-Business, während es ursprünglich eine asketische Praxis war.
  7. 🧘‍♂️ Der Begriff „Ashtanga Yoga“ wird heute oft missverstanden und mit einem modernen Stil verwechselt.
  8. 🤯 Gedankenstille (Nirodha) ist laut Patanjali kein Ziel „auf Knopfdruck“, sondern Ergebnis langfristiger Praxis.

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Beitrag: Dynamisches Hatha Yoga: Ashtanga- (Vinyasa) und Power-Yoga erklärt

Dynamisches Hatha Yoga: Ashtanga- (Vinyasa) und Power-Yoga erklärt

Ashtanga- (Vinyasa) und Power-Yoga

Dynamisches Hatha Yoga: Ashtanga- (Vinyasa) und Power-Yoga erklärt

Wenn du dich fragst, welcher Yogastil zu dir passt – ob du klare Struktur brauchst oder lieber im Fluss übst –, dann liefert dieser Text Orientierung. Hier findest du fundierte Hintergründe zu Ashtanga (Vinyasa) Yoga und Power Yoga, Einsichten in Herkunft, Technik, Wirkung sowie praktischen Alltagstransfer. Ziel ist: nicht nur Wissen, sondern eine Einladung, die Praxis zu verstehen – und dann bewusst für dich zu nutzen.

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Iyengar Yoga – Einführung, Übungsreihen, Videos

Iyengar Yoga Pose

Iyengar Yoga – Einführung, Übungsreihen, Videos

Yoga kann viel – beruhigen, stärken, aufwecken, ja manchmal auch schlicht überfordern. Zwischen Fitnesshype und spirituellen Versprechen sticht ein Stil heraus, der sich mit großer Präzision hervorhebt: Iyengar Yoga. Hier geht es weniger ums Schwitzen, mehr um Genauigkeit, Hilfsmittel und das geduldige Verweilen. Iyengar Yoga beruht auf den Lehren von B.K.S. Iyengar. Die Körperübungen und Atemübungen werden langsam, konzentriert und genau ausgeführt. Zahlreiche Hilfsmittel sollen die Ausführung der Übungen insbesondere für Anfänger und körperlich behinderte Menschen vereinfachen. 

Dieser Artikel zeigt, warum das gerade für dich spannend sein kann – ob du Anfänger bist, dich therapieorientiert bewegst oder einfach nach einem klaren Kompass im Yogadschungel suchst.

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Was ist Tao Yoga? Bedeutung, Übungen, Wirkungen

Häuserwand mit Yoga-Symbolen

Was ist Tao Yoga? Bedeutung, Übungen und Wirkung erklärt

In einer Welt, in der du ständig im Außen getrieben bist – von Terminen, Erwartungen und Gedankenkarussellen – gibt es einen Weg, wieder in deinen Rhythmus zurückzufinden: die Praxis des Tao Yoga.

Im chinesischen Taoismus bzw. Daoismus spielt das Qi (auch Chi oder im Japanischen Ki, in Indien Prana), die Lebensenergie, eine zentrale Rolle. Körperübungen und Meditationen haben Ansammlung, Lenkung und Kultivierung des Qis zum Ziel. Dauerhaftes und wahres Glück ist eines der Ziele des Daoismus. Tao Yoga entstand vor dem Hintergrund dieser Philosophie und will das Konzept des Qis mit Yogaübungen verbinden.

Hier erfährst du, wie du mit bewusster Atmung, achtsamer Bewegung und einer Haltung des Loslassens nicht nur körperlich entlastet wirst, sondern auch emotional und mental eine tiefe Ruhe finden kannst. Der Artikel bietet dir pragmatische Übungen, philosophische Hintergründe und Inspirationen, damit du Tao Yoga in deinen Alltag integrieren und spürbar davon profitieren kannst.

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Was ist Chakra Yoga? Bedeutung, Praxis & Alltag | Sachlich erklärt

Frau meditiert am See, Chakren sind symbolisch eingezeichnet. Text: Chakra Yoga

Was ist Chakra Yoga? Bedeutung, Praxis & Alltag | Sachlich erklärt

Die Energiezentren des Körpers und Yoga-Asanas sind unzertrennlich miteinander verbunden. Yogi Bhajan schreibt: "Eines Tages fanden weise Menschen die Wirkungsweise der Chakren heraus […]. Sie entdeckten, dass das Leben eines Menschen ganz auf diesen Chakren gründet. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelten sie eine ganze Wissenschaft. Und die Gesamtheit dieses Wissens brachte schlussendlich das Kundalini Yoga hervor."

In diesem Artikel erfährst du, was Chakra Yoga wirklich meint, wie es historisch gewachsen ist und wie du es in deiner Praxis sinnvoll einordnen kannst – ohne Mystifizierung, ohne Heilsversprechen, dafür mit klarer Sprache und ehrlichen Einordnungen. Du bekommst Orientierung und praktische Einsichten in ein Thema, das oft in esoterischen Bildern statt nüchterner Beschreibung verhandelt wird, und kannst so für dich entscheiden, ob und wie Chakra Yoga in dein Leben passt.

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Kundalini Yoga

Kundalini-Meditation im Yogastudio

Kundalini Yoga – die Wege zur Urkraft im Menschen

Wie bei vielen Yoga Stilrichtungen üblich, betont der Name den Aspekt des Yogas, den diese Richtung vorrangig fördern will. Beim Bhakti Yoga ist dies die liebende Hingabe an Gott, beim Raja Yoga der "königliche" achtfache Yoga-Pfad, beim Jnana Yoga der eigene Intellekt (Jnana = Wissen) und beim Karma Yoga gilt es, das moralische Konto der Seele ins Plus zu bringen.

Kundalini Yoga will die Schlangenkraft am Fuße der Wirbelsäule erwecken und durch die Nadis über die einzelnen Chakren nach oben ins oberste Chakra, dem Sahasrara-Chakra, leiten, um hierdurch den Menschen zur Erleuchtung zu führen. Alle körperlichen Übungen, Mantras, Meditationen und Atemübungen im Kundalini Yoga sind auf dieses Ziel ausgerichtet.

Es gibt unterschiedliche Herangehensweise im Yoga, diese Urkraft im Menschen zu erwecken:

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Was ist Triyoga? Bedeutung, Geschichte und Prinzipien der sanften Yoga-Praxis

Frau im Wohnzimmer beim Triyoga. Text: TriYoga

TriYoga – der meditative Tanz | Ursprung, Prinzipien und Vorteile

Yoga hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte in viele Richtungen entwickelt. Neben kraftvollen und sportlichen Yogastilen existieren auch ruhigere Formen, die stärker auf Atemrhythmus, Konzentration und fließende Bewegungen setzen. Eine davon ist Triyoga – eine fließende Kombination aus Asana (Stellungen), Pranayama (Atem) und Mudra (Siegel). Die charismatische Begründerin dieses Stils, Kali Ray (besser als Kaliji bekannt), hat 1980 nach der spontanen Erweckung ihrer Kundalini mit einer fließenden Serie von Yogastellungen begonnen. TriYoga war geboren, obwohl Kaliji zuvor nur wenig Hatha Yoga praktiziert hatte.

Der folgende Artikel bietet einen fundierten Überblick über Ursprung, Prinzipien, typische Übungen und mögliche Vorteile dieser Yogaform und zeigt zugleich, wo ihre Grenzen liegen können.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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