Zusammenfassung vom ersten Kapitel der Gheranda Samhita: Shatkarma – Praxis der sechsfachen Reinigung

Wer sich mit der Gheranda Samhita beschäftigt, stößt schnell auf eine überraschend klare, fast schon nüchterne Sicht auf Yoga: kein Wellnessprogramm, sondern ein strukturiertes Übungssystem mit Anspruch. Dieser Artikel ordnet die Lehre des ersten Kapitels ein, erklärt die Funktion der Shatkarmas im Gesamtgefüge des Hatha Yoga und zeigt, warum Reinigung hier nicht als Nebensache, sondern als Voraussetzung für Erkenntnis verstanden wird. Wer verstehen möchte, wie aus körperlicher Praxis ein innerer Weg wird, findet hier eine fundierte und zugleich differenzierte Orientierung.

Frau bei Neti, der Nasenreinigung. Text: 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma

Inhalt: Zusammenfassung 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma

Kurz zusammengefasst

  • Shatkarmas – Grundlage der Praxis
    Die sechs Reinigungstechniken bilden die Basis des Systems der Gheranda Samhita. Sie dienen nicht nur der körperlichen Reinigung, sondern bereiten den Menschen auf tiefere yogische Praktiken vor.
  • Yoga als systematischer Weg
    Yoga wird als strukturierter Entwicklungsprozess verstanden, der Körper, Energie und Geist gleichermaßen einbezieht. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf.
  • Siebenstufiges Trainingsmodell
    Das System umfasst Reinigung, Kräftigung, Stabilität, Ruhe, Leichtigkeit, Erkenntnis und Befreiung. Diese Stufen greifen ineinander und beschreiben eine ganzheitliche Entwicklung.
  • Rolle des Körpers im Hatha Yoga
    Der Körper wird nicht als Nebensache betrachtet, sondern als zentrales Instrument der Erkenntnis, das gezielt vorbereitet werden muss.
  • Unterschied zu modernen Yoga-Vorstellungen
    Klassischer Hatha Yoga zielt weniger auf Entspannung, sondern auf Transformation und Disziplin. Komfort ist kein primäres Ziel.
  • Vielfalt der Reinigungstechniken
    Die Gheranda Samhita beschreibt die Shatkarmas deutlich umfangreicher als andere Texte und zeigt damit eine lebendige Tradition.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Erzählform: Die Gheranda Samhita ist in Form eines Dialoges verfasst. Der Lehrer Gheranda unterweist den wissbegierigen Candakapali. Das erste Kapitel startet mit der aus der Pradipika bekannten Begrüßung: Gheranda verneigt sich vor dem Urgott, der Hatha-Yoga-Wissen gelehrt hat, welches für den, der den Raja Yoga zu erlernen wünscht, wie eine Leiter wirkt.

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Grundlagen

Dann setzt Gheranda einige Pfeiler:

Vers I-4:

  • Yoga ist die "stärkste Kraft".
  • Maya die stärkste Fessel.
  • Wissen (jnana) ist der größte Freund und
  • das Ego ist der größte Feind.

Vers I-8 betont die Bedeutung, den Körper durch yogische Praktiken zu reinigen und zu stabilisieren, um ihn für höhere Übungen vorzubereiten.

Klärung zentraler Sanskrit-Begriffe

Einige zentrale Begriffe werden im westlichen Kontext häufig vereinfacht dargestellt. Ein genauer Blick lohnt sich:

  • Maya bezeichnet nicht nur Illusion, sondern die grundlegende Kraft, die Realität verhüllt
  • Jnana meint nicht bloß Wissen, sondern direkte Erkenntnis
  • Ahamkara ist das Ich-Bewusstsein, nicht einfach das „Ego“ im psychologischen Sinn
  • Samadhi beschreibt keinen Zustand der Trance, sondern eine Form vollständiger geistiger Integration

Diese Differenzierungen helfen, die Aussagen der Gheranda Samhita präziser zu verstehen.

Die Rolle des Körpers im Hatha Yoga

Die Gheranda Samhita vertritt eine Perspektive, die modernen Vorstellungen von Yoga teilweise widerspricht. Der Körper wird hier nicht nur entspannt oder gedehnt, sondern gezielt trainiert, gereinigt und diszipliniert. Diese Herangehensweise kann aus heutiger Sicht streng wirken. Sie folgt jedoch einer klaren Annahme: Geistige Klarheit ist ohne körperliche Ordnung schwer erreichbar.

Damit unterscheidet sich der klassische Hatha Yoga deutlich von vielen zeitgenössischen Interpretationen, die den Schwerpunkt stärker auf Wohlbefinden legen. Die ursprüngliche Intention ist weniger Komfort als vielmehr Transformation.

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Wirkungsvolle Praktiken

Vers I-9 Die Ziele des siebenfachen Trainings des Körpers:

  1. Reinheit
  2. Kräftigung
  3. Stetigkeit/Standhaftigkeit,
  4. Ruhe/Gelassenheit,
  5. Leichtigkeit,
  6. Erkenntnis/Verwirklichung (des Selbstes) und
  7. Unbeflecktheit/Unberührtheit

Das sogenannte siebenstufige Trainingssystem der Gheranda Samhita folgt einer inneren Logik. Es beschreibt keine beliebige Sammlung von Übungen, sondern eine aufeinander aufbauende Entwicklung. Die Verse I-10 und I-11 ordnen den einzelnen Praktiken bestimmte Hauptwirkungen zu

Vers I-10 und I-11 erläutern, welche Übung was bewirkt:

  1. Die 6 Reinigungstechniken (Shatkarmas oder Kriyas) reinigen den Körper
  2. Asanas kräftigen ihn
  3. Mudras bewirken Stetigkeit
  4. Pratyahara bewirkt Ruhe/Gelassenheit
  5. Pranayama bewirkt Leichtigkeit
  6. Dhyana (Meditation) führt zu Erkenntnis des Selbstes
  7. Samadhi führt zu Unbeflecktheit (bzw. Unberührtheit, Reinheit oder Transzendenz) und damit zur Befreiung – ohne Zweifel!

Man könnte auch so formulieren:

  • Reinigung (Shodhana) schafft die Grundlage
  • Kräftigung (Dridhata) stabilisiert den Körper
  • Stetigkeit (Sthairya) entwickelt Kontrolle und Ausdauer
  • Ruhe (Dhairya) beruhigt die Sinne
  • Leichtigkeit (Laghava) verfeinert die Energie
  • Erkenntnis (Pratyaksha) öffnet den Zugang zur inneren Wahrnehmung
  • Unberührtheit (Nirliptata) beschreibt den Zustand der Befreiung

Diese Abfolge ist nicht strikt linear. Vielmehr greifen die einzelnen Ebenen ineinander, ähnlich wie Zahnräder, die sich gegenseitig bewegen. Dennoch bleibt die zentrale Aussage bestehen: Ohne Reinigung fehlt dem System die Basis.

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Die Shatkarmas (= 6 Reinigungen/Reinigungstechniken/Kriyas)

Vers I-12 führt die 6 Reinigungstechniken (auch sat-karman oder Shat-karmas) auf, die man üben sollte. Die zugehörigen Verse, Kommentierungen und Videos zu den Reinigungsübungen finden sich beim Klick auf die Links.

  1. Dhauti (innere Körperreinigungen und Waschungen)
    Die Gheranda Samhita geht bei Dhauti weit über die Hatha Yoga Pradipika hinaus. Es werden weitaus mehr (nach meiner Zählung 11) Dhauti-Übungen beschrieben.

  2. Basti (Dickdarmreinigung)
    ... in 2 Varianten.

  3. Neti (Nasenreinigung)

  4. Lauliki (Dünndarmreinigung, in der Pradipika: Nauli)
    Lauliki (Nauli) ist eine Technik zur Kontrolle und Rotation der Bauchmuskulatur, die die inneren Organe massiert und die Verdauung anregt.

  5. Trataka (Augenreinigung)
    eine Praxis der konzentrierten Blickfixierung, die sowohl der Reinigung der Augen als auch der Schulung der Konzentration dient. Hier in der Gheranda Samhita etwas freier in der Ausführung. Trataka ist.

  6. Kapalabhati (Hier als Nasenreinigung, Lungenreinigung)
    Kapalabhati ist eine Atemreinigungstechnik mit rhythmischer, kraftvoller Ausatmung, die die Atemwege klärt und energetisierend wirkt. Die Beschreibungen von Kapalabhati unterscheiden sich zwischen den Texten in Ausführung und Schwerpunkt, weisen jedoch gemeinsame Grundprinzipien auf, siehe hier.

Hinter den Links finden sich die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika, der Gheranda Samhita und anderen Yoga-Schriften zu der jeweiligen Reinigungstechnik. Ergänzt werden die Schriften durch Erläuterungen und Videos zur Ausführung der jeweiligen Technik.

Mit der Beschreibung von Kapalabhati endet das erste Kapitel der Gheranda Samhita mit folgenden Worten:

Damit wäre das Gespräch über die erste Unterweisung mit Namen "Praxis der sechsfachen Reinigung" zwischen Gheranda und Canda vollendet.

Hier geht es zur Zusammenfassung mit Erläuterungen des zweiten Kapitels der Gheranda Samhita.

Ziel der Shatkarmas

Die in diesem Kapitel beschriebenen Shatkarmas sind nicht als Selbstzweck zu verstehen. Sie stehen am Anfang eines systematischen Weges, der den Menschen schrittweise von grobstofflichen hin zu feineren Ebenen führt. In der Logik des Hatha Yoga gilt: Ein unreiner, instabiler Körper erschwert die geistige Sammlung. Die Reinigungspraktiken bereiten daher nicht nur den physischen Körper vor, sondern wirken auch auf das Nervensystem und die energetischen Prozesse.

Auffällig ist, dass die Gheranda Samhita den Körper nicht als Hindernis betrachtet, sondern als notwendiges Instrument der Erkenntnis. Erst wenn dieses Instrument gestimmt ist, können die subtileren Praktiken wie Pranayama, Dhyana und Samadhi ihre Wirkung entfalten.

Historische Einordnung der Shatkarmas

Die beschriebenen Reinigungstechniken sind kein isoliertes System, sondern stehen in einer längeren Tradition yogischer Praxis. Bereits in früheren Texten werden einzelne Formen erwähnt, jedoch nicht in dieser systematischen Ausarbeitung. Die Gheranda Samhita erweitert und strukturiert diese Techniken deutlich stärker als andere Werke des Hatha Yoga.

Dabei fällt auf, dass die Anzahl und Ausgestaltung der Übungen je nach Text variieren. Dies deutet darauf hin, dass es sich weniger um ein starres System handelt, sondern um eine lebendige Praxistradition, die sich über Generationen hinweg entwickelt hat.

Voraussetzungen und Vorsichtshinweise

Die Shatkarmas werden in den klassischen Texten oft knapp beschrieben, setzen jedoch ein hohes Maß an Erfahrung und Anleitung voraus. Viele dieser Techniken greifen direkt in körperliche Prozesse ein und sollten nicht ohne entsprechende Vorbereitung praktiziert werden.

Insbesondere fortgeschrittene Übungen wie bestimmte Formen von Dhauti oder Basti erfordern eine sorgfältige Einführung. Aus moderner Sicht ist es sinnvoll, diese Praktiken nur unter Anleitung erfahrener Lehrer zu erlernen. Der historische Kontext zeigt zwar eine größere Selbstverständlichkeit im Umgang mit solchen Methoden, doch die heutige Lebensweise unterscheidet sich erheblich.

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Fun Facts zum 1. Kapitel

  1. Einige Dhauti-Techniken wirken aus heutiger Sicht extrem ungewöhnlich
    Dazu gehört das Schlucken eines Tuchs zur Reinigung des Magens.
  2. Nauli (Lauliki) gilt als eine der schwersten Yoga-Techniken überhaupt
    Selbst viele erfahrene Praktizierende beherrschen sie nie vollständig.
  3. Kapalabhati wird oft falsch eingeordnet
    In modernen Yogastunden gilt es als Atemübung, klassisch gehört es zu den Reinigungstechniken.
  4. Die Gheranda Samhita beschreibt deutlich mehr Dhauti-Varianten als andere Texte
    Sie ist damit eine der detailliertesten Quellen zu yogischen Reinigungspraktiken.
  5. Trataka wurde ursprünglich auch zur Entwicklung von Konzentrationsfähigkeit genutzt
    Nicht nur zur Reinigung der Augen, sondern als Vorbereitung auf Meditation.
  6. Viele Shatkarmas haben Parallelen zu traditionellen Reinigungstechniken anderer Kulturen
    Beispielsweise Nasenspülungen, die heute medizinisch empfohlen werden.
  7. Der Fokus auf Reinigung spiegelt ein altes medizinisches Denken wider
    Körperliche und geistige Prozesse wurden als eng verbunden betrachtet – lange vor moderner Psychosomatik.

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Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen

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Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 1: Hier fällt die Zahl 8 Millionen und 400 Tausend Asanas (so viele wie Tierarten ...) gebe es. Gott Shiva persönlich soll sie ursprünglich gelehrt haben. Jedoch nur 84 seien hervorragend (richtig), und davon seien 32 für den Menschen nützlich ("der Menschheit heilbringend"). Diese 32 werden im Kapitel 2 der Gheranda Samhita näher beschrieben.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen

Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita: die 25 Mudra

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Das dritte Kapitel der Gheranda Samhita beschreibt 25 Mudras, die im klassischen Hatha Yoga als besonders wirksame Praktiken gelten. Dabei geht es nicht nur um Handgesten, sondern um Körperhaltungen, Atemlenkung, Energieverschlüsse, Konzentration und symbolische Innenerfahrung.

Gheranda schreibt: Es gibt nichts auf der Welt, dass so schnellen Erfolg im Yoga bringt wie die Mudras. Obwohl diese "unbedingt geheim gehalten" werden sollen, beschreibt er diese dann doch recht ausführlich ...

Viele Mudras beziehen sich auf zentrale Themen des Hatha Yoga: Prana, Apana, Kundalini, Sushumna, Nektar, Bandhas, Samadhi und die Überwindung gewöhnlicher Begrenzungen. Dieser Artikel hilft dabei, die einzelnen Mudras verständlich einzuordnen, ihre symbolische Sprache zu entschlüsseln und zugleich nüchtern zu unterscheiden: Was gehört zur historischen Yogatradition, was kann heutige Praxis inspirieren – und wo ist Vorsicht klüger als frommer Übereifer?

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita: die 25 Mudra

Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara

Zusammenfassung und Erläuterungen zum 4. Kapitel der Gheranda Samhita: Pratyahara – das Zurückziehen des Geistes – erklärt

Das vierte Kapitel der Gheranda Samhita behandelt Pratyahara, das bewusste Zurückziehen des Geistes von den Sinnesobjekten. Gemeint ist nicht, dass die Sinne bekämpft oder unterdrückt werden sollen. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen bleiben, was sie sind: Tore zur Welt. Doch der Geist soll nicht jedem Reiz hinterherlaufen wie ein ungeduldiger Hund an fünf Leinen.

In der Gheranda Samhita gehört Pratyahara zum siebenstufigen Yogaweg. Es folgt auf Reinigung, Asana und Mudra und bereitet die weiteren Stufen wie Pranayama, Dhyana und Samadhi vor. Während Patañjali Pratyahara im achtgliedrigen Yoga als fünftes Glied nennt, steht es bei Gheranda an vierter Stelle. Das zeigt: Die Gheranda Samhita setzt eigene Akzente. Sie ist kein bloßer Kommentar zu Patañjali, sondern ein praktisches Lehrwerk des Hatha Yoga.

Der Kern des Kapitels ist schlicht, beinahe nüchtern: Der Geist wandert. Man holt ihn zurück. Wieder und wieder. Er folgt dem Blick, dem Klang, der Berührung, dem Geruch und dem Geschmack. Pratyahara bedeutet, diesen Automatismus zu bemerken und den Geist wieder unter die eigene Führung zu bringen.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara

Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama

Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama (Atemübungen) erklärt

Das fünfte Kapitel der Gheranda Samhita führt mitten in eine der kraftvollsten und zugleich heikelsten Praktiken des Yoga: Pranayama, die Schulung von Atem und Lebensenergie. Gleich im ersten Vers wird das Resultat ausdauernder Pranayamaübung klar benannt: Der Praktizierende wird den Göttern gleich.

Prana steht im Yoga für Lebensenergie. Meist werden beim Pranayama zwei Ziele verfolgt:

  • Mehr Lebensenergie zu erhalten.
  • Den Geist zu beruhigen und zu sammeln.

Immer wieder, so auch hier, wird vor dem allzu sorglosen Üben von Pranayama gewarnt. Zu fatal können die Auswirkungen von falschem und allzu heftig durchgeführten Atemübungen sein. Darum wird immer die Schulung durch einen fachkundigen Lehrer angemahnt.

Aus meiner Sicht spricht aber nichts dagegen, die sanften Atemtechniken mit dem primären Ziel des ruhigen Geistes zu üben. Diese sind Bestandteil vieler spiritueller Lehren und werden seit Jahrtausenden angewendet.

Dieses fünfte Kapitel ist ein alter, dichter, manchmal fremder Text über die Frage, wie der Mensch durch den Atem feiner, wacher und innerlich geordneter werden kann. Die einzelnen Verse des fünften Kapitels der Gheranda Samhita lauten frei übersetzt:

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama

Zusammenfassung 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana

Gheranda Samhita Kapitel 6: Dhyana – die drei Arten der Meditation

Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita führt in einen Bereich des Yoga, in dem keine Körperhaltung mehr trägt und keine Atemtechnik mehr im Vordergrund steht: Dhyana, die meditative Kontemplation. Der Text beschreibt drei Wege der Meditation — über Form, Licht und das Subtile — und öffnet damit einen fremden, aber erstaunlich präzisen Innenraum.

Wer moderne Meditation vor allem als Stressreduktion kennt, begegnet hier einer älteren, bildstarken Yogasprache: mit Nektarmeer, Juweleninsel, Guru, Gottheit, Kundalini und Atman. Das ist nicht immer bequem, nicht immer sofort zugänglich, aber gerade deshalb wertvoll. Denn dieses Kapitel zeigt, wie klassischer Yoga den Geist nicht nur beruhigen, sondern verfeinern, sammeln und auf Selbsterkenntnis ausrichten will.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana

Zusammenfassung und Erläuterung vom 7. Kapitel der Gheranda Samhita: Samadhi

Gheranda Samhita, Kapitel 7: Samadhi – Ziel des Yoga

Das letzte Kapitel der Gheranda Samhita widmet sich Samadhi – dem Zielpunkt der gesamten Schulung. Nach Reinigung, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama und Dhyana geht es nun nicht mehr um Vorbereitung, sondern um Vollendung: um Sammlung, Befreiung und die Erkenntnis des Selbst. Die Sprache wird dabei größer, kühner, manchmal auch schwerer zugänglich. Samadhi ist kein hübscher meditativer Wohlfühlzustand, sondern in der Logik des Textes die Schwelle zur Mukti, zur Befreiung.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung und Erläuterung vom 7. Kapitel der Gheranda Samhita: Samadhi

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Geschrieben von

Peter Bödeker

Peter Bödeker

Yoga

Einstiege in die Yoga-Welt vor über 30 Jahren in Hamburg bei Clife, Hubi und Co.

Studium

Peter hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik.

Berufsleben

Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

Freizeit

Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach.

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