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klang om nada medi 564

Nada Yoga – der Yoga des Ur-Klangs

Nada Yoga ist eine historisch dokumentierte Yogatradition, die seit Jahrtausenden praktiziert wird, um Harmonie und Einklang zu erfahren. Sie hat ihren Ursprung in der schöpferischen und heilenden Kraft des Klangs.

Nada Yoga beruht auf der Vorstellung, dass die gesamte Schöpfung aus Schwingungen besteht und darüber verbunden ist.

 
 

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Ziel des Nada Yoga

Nada Yoga fußt auf der Annahme, dass die Entstehung des Universums mit einer Schwingung bzw. einem Ton begann, dem Ur-Mantra OM. Zuvor fand sich in leerer Stille der göttliche Urton als Asabda (auch: Nicht-Ton, potentieller Ton). Dieser manifestierte sich bei Schöpfungsbeginn als erste Schwingung, aus der sich alle weiteren Schwingungen und damit das gesamte Universum entfalteten. Noch heute durchdringt gemäß dieser Lehre dieser Ton die Schöpfung und hält sie am Leben.

Dieser sich selbst manifestierende Urton wird als Anahat-Nad bezeichnet, der nicht angeschlagene oder nicht geschaffene Ton. Wenn es in der Meditation gelingt, den Anahat-Nad zu hören und "zu seinem Zentrum zurückzuverfolgen", ist das Ziel des Nada-Yoga erreicht.

Anahata bedeutet auch "nicht angeschlagen". Es ist das Chakra in der Herzgegend. In ihm soll der transzendente Klang, Nada, der nicht angeschlagene Ton, gehört werden können.

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Die Nada Yoga Praxis

Die Rezitation von Mantras, Pranayama und Meditationstechniken mit Klang, Kirtan-Gesang, Musizieren und das Lauschen auf Musik, innere Töne und Naturgeräusche stehen im Zentrum der Nada Yoga Praxis.

Nada Yoga gilt bei vielen als eine wenn nicht die älteste Yoga-Tradition. Man liest, Nada Yoga sei einer der direktesten Wege zur Erfahrung von Einheit und Glückseligkeit.

Nada Yoga will über einen authentischen Ausdruck mit Stimme und Musikinstrumenten sowie durch kontemplatives Hören und Lauschen zu einer Zentrierung des Geistes und zu innerer Erfüllung führen. Der Weg geht über das Erleben der klingenden Welt durch Hinwendung nach innen zur Wahrnehmung mystischer Klänge und letztlich zur Erfahrung von innerer Stille in der Meditation.

Buchangebote

 

In gewissem Sinne kann bereits das achtsame Lauschen auf Klänge im eigenen Körper (Herzschlag, Ohrgeräusche, Pulsieren des Blutes), in den eigenen Ohren, in der Natur oder in der Musik als Nada Yoga angesehen werden. Bewusstes Hören mit Hingabe an den Klang! In diesem Sinne gehört Mantra Yoga zum Nada Yoga, ist Nada Yoga Bestandteil vieler Yoga-Arten. Beispielsweise werden im Kundalini Yoga Mantras zur Reinigung der Chakren genutzt.

Die Nada Yoga Praxis kann dabei sehr simpel erscheinen, sie besteht möglicherweise lediglich in der Rezitation einer einzigen Silbe. Der bekannteste Klang der östlichen Traditionen, im Yoga und speziell im Nada Yoga, ist die heilige Silbe OM auch Pranava, der kosmische Urklang, genannt. OM hat in Theorie und Praxis des Nada Yoga einen zentralen Stellenwert.

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Wortherkunft Nada

Der Begriff Nada kommt aus dem Sanskrit und leitet sich ab von der Wortwurzel nad, die „Klang“ oder „Strömen“ bedeutet. Er ist verwandt mit dem Begriff Nadi, welcher mit „Fluss“ oder „Rohr“ übersetzt wird. Nadis haben im Yoga eine zentrale Bedeutung. Sie sind die feinstofflichen Energiekanäle im menschlichen Körper, durch welche Lebensenergie und Bewusstsein in Form von Prana strömen.

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Nada Yoga in alten Schriften

Die Bedeutung von Nada im Yoga ist durch die klassischen Yogatexte überliefert. Zum Beispiel im Yogasutra von Patanjali:

 

In der Nada Bindu Upanishad

„Die karmischen Neigungen von Geist und Prana werden durch ununterbrochene Konzentration auf Nada zerstört.“

In der Nada Bindu Upanishad wird dem Yogi geraten, auf den Klang in seinem rechten Ohr zu lauschen. Es gilt, sich auf immer feinere und subtilere Klänge zu konzentrieren. Diese führen zu höheren Bewusstseinsebenen. Anders ausgedrückt: Der Yogi ...

"... besteige den Wagen des Klanges OM un lasse Vishnu Wagenlenker sein."

In der Hamsa Upanishad

Die Welten des inneren Klanges lassen sich dieser Schrift zufolge in zehn Kategorien unterteilen. Der Yogi bemühe sich um die zehnte und subtilste Kategorie dieses inneren Klanges, die einer Gewitterwolke gleicht. Dies führe zur "... Identifizierung mit dem Selbst, zum Erkennen von Sada-Shiva, des ewigen Shiva, des strahlenden, friedvollen Urgrund des Seins." (Feuerstein, Die Yoga Tradition, S. 498).

In der Yoga-Shikha-Upanishad

... heißt es, dass der subtile innere Ton, Nada, das höchste Mantra sei.

In der Goraksha Paddhati

Nachdem in Vers 1.100 die Reinigung der Nadis (Kanäle) erläutert wird, heißt es in Vers 1.101:

"Die Reinigung der Kanäle hat gute Gesundheit, die Manifestation des [subtilen inneren] Tons (Nada) ... zur Folge."

In der Hatha Yoga Pradipika, im 4. Kapitel:

Im 4. Kapitel beschreibt Swatmarama (Autor der Hatha Yoga Pradipika) Klänge die im Laufe der spirituellen Entwicklung zur Verwirklichung von Samadhi auftreten (können).

Anahata Nada

4-65: ... nun wird erklärt, wie sich Ungebildete, welche der Erkenntnis der höchsten Wahrheit nicht fähig sind, die Konzentration auf Nada (den inneren Klang) üben können ...

4-66: ... ist Konzentration auf Nada gewiss die vorzüglichste aller Methoden zur Auflösung des Geistes ...

4-67: In Muktasana sitzend und Shambhavi Mudra ausführend soll sich der Yogi auf den inneren Klang seines rechten Ohres konzentrieren.

Brahmananda schreibt, dass diese Klänge aus der Sushumna hervorgehen und von unterschiedlicher Art (z.B. Summen, Glockenschlag, Wellen usw.) sind.

4-68: Die Löcher der Ohren, Augen, der Nase und des Mundes sind versperrt. Dann hört man den Klang der gereinigten Sushumna.

Man kann dies auch mit den Fingern tun: Mit den Daumen auf den Ohren, die Zeigefinger halten die Augen zu, die Mittelfinger die Nasenlöcher und der Mund wird von den restlichen vier Fingern verschlossen. Dies nennt sich auch Shanmukhi Mudra.

 

Auch von buddhistischer Seite liest man, dass

"... Samadhi am besten durch Verwendung des durchdringenden Tones erlangt werden könne."

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Videos zu Nada Yoga

 

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Zusammenfassung

Es wird in den Schriften gesagt, dass Nada Yoga die Vereinigung des menschlichen Bewusstseins mit seinem göttlichen Ursprung über Nada, dem inneren mystischen Klang, ist. Dieser ursprüngliche Klang speist uns, gleich einem rauschenden Quell, ein Leben lang. Er erklingt aus dem Selbst heraus, ohne hervorgerufen zu werden. Das Lauschen auf Nada beruhigt und klärt den Geist. Wenn wir Nada vernehmen, erkennen wir die Schönheit unseres Selbst und erfahren Glückseligkeit, eventuell sogar Samadhi.

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Kommentare  

M33
#1 M33 2012-03-11 18:30
Hallo,
bei jeder wirklichen Meditation ertönt der innere Klangstrom mit seinen ganz bestimmten Variationen, das ist für jeden Menschen dieser Welt gleich und braucht nicht zwangsläufig die Vorbereitung durch die äußeren Gepflogenheiten des Nada Yoga.
Wie es hier beschrieben steht, könnte es den Eindruck erwecken, als führte nur Nada Yoga ins Innere zur Klangstromerfah rung. Soweit ich mich erinnere, steht das so auch nicht auf Nada Yoga bezogen in der Yoga Pradipika.
Liebe Grüße, M33
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