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om 250

 

tataḥ pratyak-cetana-adhigamo-py-antarāya-abhavaś-ca
ततः प्रत्यक्चेतनाधिगमोऽप्यन्तरायाभावश्च

 

Man kann sagen, dass Patanjali der bewussten OM-Rezitation wahre Wunderwirkungen attestiert. Hindernisse werden überwunden, Probleme gelöst. Die Kommentatoren erläutern dies ausführlicher:

Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrit

  • Tatah = von ihr (dieser Übung); dadurch; daraus;
  • Pratyak = Nachinnenwenden; innere;
  • Chetana, Cetana, chetanâ = Bewusstsein; das Wahrnehmende;
  • Pratya-Chetana = innere Selbst-Bewusstheit; Innenschau;
  • Adhigamah, adhigamo = erreichen; nach innen gehen; sich offenbaren;
  • Api = auch; dazu noch;
  • Antaraya, antarâyâ = Hindernisse; das Zwischenwirkende;
  • Abhavah, abhâva = Abwesenheit, Verschwinden; vergehen;
  • Ca, cha = und;

 

Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

  • Iyengar konkretisiert, dass durch die OM-Wiederholung (er schreibt immer AUM) die Hindernisse "... auf dem Weg zur Meisterschaft des Selbst" überwunden werden.
  • Govindan präzisiert, dass man die "innere Selbst-Bewusstheit" erlange, Deshpande nennt es "Verinnerlichung".
  • R. Sriram spricht von Offenbarung des "inneren Erkenners (Purusha), dem "unsterblichen Kern unseres Selbstes".
  • Ashtangayoga.info: "... offenbart sich das unveränderliche Selbst ...".
  • Sukadev: "... erleuchtete Innenschau ...".
  • Coster führt aus, dass die Hindernisse auf dem Wege zum Yoga "allmählich" verschwinden.
  • 12koerbe.de nennt es "... störungsbefreit ist er zugleich".

 

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Siehe, so nocht nicht geschehen, vorab die Erläuterungen zu OM in Sutra I-27.

 

Das Wiederholen

Iyengar schreibt zu dieser Sutra: Das Wiederholen von OM sollte immer mit vollem Gefühl, mit Hingabe und der Bewusstmachung seiner Bedeutung erfolgen. Dann entfaltet es seine volle Wirkung. Govindan verfasst ähnlich, dass OM-Rezitation mit inniger Liebe und Ehrfurcht erfolgen solle.

Die Wirkungsweise

Govindan erläutert: Wenn wir unser Bewusstsein auf äußere Wahrnehmungen richten, identifizieren wir uns mit unseren inneren Reaktionen auf die äußeren Geschehnisse oder Objekte. Das Wiederholen von OM hingegen überwindet diese Identifizierung und führt zu innerer Selbstbewusstheit. Das Mantra ersetzt das Ich-Gefühl, überschreitet es. Dadurch werden die Hindernisse wie Sinnlichkeit und Genusssucht etc. quasi "übersprungen". Japa, das Wiederholen, mündet in stiller Bewusstheit.

Zusammengefasst: Mit dem Wiederholen eines Mantras werden die geistigen Missstände nicht verdrängt, sondern durch die Folgen der Schwingungen eines Mantras ersetzt.

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Ständiger Blitz

Deshpande konkretisiert, dass die Wiederholung von OM der "immer neue Blitz der Erleuchtung" sei, welcher zur Überwindung der Hindernisse aus Sutra I-24 führe. Die "Erkenntnis Gottes" könne so permanent aufrecht erhalten werden. Es wirke, da der Mensch ein "Sprachtier" sei.


Die Yoga-Philosophie betont, dass unser wahres Selbst identisch ist mit Gott.

Nicht nur in Zeiten der Not

R. Sriram verdeutlicht, dass das Wiederholen des Wortes OM in voller Bewusstheit der Göttlichkeit als inneres Zwiegespräch mit Ishvara angesehen werden kann. Es baut die Verbindung zu Sraddha, der inneren Vertrauensquelle, auf. Er rät: Man suche diese Verbindung auch dann, wenn es einem gut geht, um in Zeiten der Not darauf zurückgreifen zu können.

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Die Lösung aller Probleme?

Sukadev schildert in seinen Erläuterungen zur Sutra eine Begebenheit, bei der Swami Sivananda einem indischen Politiker als Lösung für alle seine Probleme den Ratschlag "Wiederholen Sie den Namen Gottes, das ist die einzige Lösung" gegeben hat.

Sukadev betont, dass er die Wirksamkeit der Mantra-Wiederholung bei allen Schwierigkeiten des Lebens bestätigt gefunden habe. Die konkrete Wirkungsweise könne er sich aber nicht erklären.

 

Videos zu Sutra I-29

 

 

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