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om 250

 

Tajjapas tad–artha–bhâvanam
तज्जपः तदर्थभावनम्

 

Die Übung besteht also im Wiederholen von OM, hingebungsvoll und verbunden mit einer Vorstellung von dessen Bedeutung. Hiermit erläutert Patanjali einen weiteren Weg zur Befreiung. Begibt man sich auf diesen Pfad, sollte man wissen, wie er sich dieses Wiederholen vorstellte.

Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrit

  • Tat, Tad = es, das (gemeint ist Pranava bzw. OM); manchmal auch "deshalb";
  • Japas = murmeln, flüsternd wiederholen;
  • Tat-japa = seine ständige Wiederholung; Artha = Absicht, Zweck, Sinn;
  • Tat-artha = seine Bedeutung (Ishvaras);
  • Bhavanam, bhâvanam = mit Gefühl, mit Hingabe, Versenkung; Nachdenken, Kontemplation;
  • Artha-Bhavanam = Nachdenken über etwas;

 

Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

  • Iyengar schreibt, dass diese Sutra so gemeint sei, dass der Yogi OM im vollen Bewusstsein seiner Bedeutung wiederholen sollte. Es geht um "andächtige" und "bewusste" Wiederholung des Mantras (Japa-Yoga), reines Plappern im Geiste verbunden mit der Planung des kommenden Tages scheint also nicht zu genügen.
  • R. Sriram schreibt "Die geistige Verschmelzung mit der Vorstellung von Ishvara verbunden mit dem Wiederholen" von OM führe zu "Hingabe".
  • Govindan übersetzt, dass man mit Hingabe über den Sinn von OM "nachdenken" soll.
  • Deshpande formuliert "... stete, aufmerksame Murmeln" sei die "Vergegenwärtigung seines Sinnes".
  • Coster schreibt "Konzentriertes Meditieren über die Idee Gott führt zu seiner Erkenntnis" mit allmählicher Überwindung der Hindernisse.
  • 12koerbe.de übersetzt, dass das innerliche Sprechen von OM heißt, sich "ihren Sinn zu vergegenwärtigen".
  • Swami Prabhavananda: "Dieses Wort muss mit der Meditation über seine Bedeutung wiederholt werden.".
  • Ashtangayoga.info: Wiederholung von OM in diesem Sinne "... führt zur spirituellen Ausrichtung".

 

gebetskette gelb 564

Beliebt: Nach jedem OM eine Perle weiter

 
 

 

Siehe, so nocht nicht geschehen, vorab die Erläuterungen zu OM in Sutra I-27.

 

Die Kunst des Japa

Wie schon in Sutra I-27 erläutert geht es also nicht um das reine – laute oder gedankliche – Brabbeln von OM. Drei Elemente wollen berücksichtigt werden:

  • Die ständige Wiederholung von OM
  • Das innere Bewusstsein über dessen Bedeutung
  • Eine Haltung der Hingabe

 meditation konzenzentriert 564

 

Das Profane ersetzen

Das Ziel der Praxis der bewussten Wiederholung eines Mantras liegt darin, das Bewusstsein von seiner weltlichen Justierung hin zum Göttlichen auszurichten.

Verschmelzung

Govindan schreibt, die Wirkung des Wiederholens von OM könne mit dem intensiven Hören klassischer Musik verglichen werden: Man verschmilzt mit der Musik und erreicht einen anderen Bewusstseinszustand.

 

Videos zu Sutra I-28

 

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