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Wie kann ich das Dritte Auge aktivieren und öffnen? Übungen, Ernährung, Voraussetzungen

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Buchkritik und Buchbesprechung
"Die Öffnung des 3. Auges" von Ulrich Warnke – Quantenphilosophie unsers Jenseits-Moduls

In vielen alten Yoga-Schriften geht es darum, wie das Dritte Auge zu aktivieren ist. Dieses Dritte Auge wird auch Stirnchakra, „Inneres Auge“ oder Ajna Chakra genannt und wird mit der Zirbeldrüse in Zusammenhang gebracht. Deren Aktivierung soll eine Wahrnehmung ermöglichen, die weit über das normale Sehen hinausgehend den Blick in die geistige Welt eröffnet.

 
 

Der spirituelle Wissenschaftler

Warnke Ulrich c Becker und Bredel Fotografen GbRDr. Ulrich Warnkes Buch über das Dritte Auge bietet ein Füllhorn an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Möglichkeiten, seine Empfänglichkeit für die geistige Welt zu steigern. Warnke ist Jahrgang 1975 und hatte während seiner Berufszeit Lehraufträge in Biomedizin, Biophysik, Umweltmedizin, Physiologische Psychologie und Psychosomatik, Präventivbiologie und Bionik inne. Seit 1969 forschte er auf dem Gebiet »Wirkungen elektromagnetischer Schwingungen und Felder, einschließlich Licht auf Organismen«, später war er Gründungsmitglied eines Vereins für Technische Biologie und Bionik.

Diese halbstündige Dokumentation ist ein guter Einstieg in das Thema „Drittes Auge“:

Warnke geht im Buch über die Meditation – die wohl bekannteste Methode zur Öffnung des Ajna Chakras – weit hinaus und nennt Ernährungsempfehlungen, schildert rituelle Maßnahmen, Übungen, spirituelle Drogen ... Zudem widmet er sich angrenzenden Bereichen wie dem luziden Träumen oder den Tafeln von Chartres.

Das Buch kann kaum beim ersten Durchlesen voll erfasst und verstanden werden. Zum Einstieg in die Lektüre und eine erleichterte Gesamtschau finden sich hier besonders interessante Inhalte zur Förderung der eigenen Spiritualität. Wie gesagt: Das Buch bietet viele solcher Empfehlungen!

 

1. Teil: Warum wir die Öffnung des Dritten Auges brauchen

dritte auge blau m

Einstieg und Motivation

Warnke beginnt sein Buch (Seite 1 bis 93) mit einem Kapitel über die Hinweise zur Existenz einer geistigen Welt – von ihm Interwelt genannt – das für die recht anspruchsvolle weitere Lektüre motivieren will. Der ersten Seite ist das folgende berühmte Zitat vorangestellt:

"Menschen, die nicht wissen,
dass es ein höchstes Ziel im Leben gibt,
halten alles andere als das höchste Ziel für wertvoll.
So irren sie wie Blinde umher,
die von Blinden geführt werden,
und verstricken sich immer mehr ins Netz der Ziellosigkeit."

"Shrimad Bhagavatam", "Bhagavatapurana" oder "Bhagavata" 7.5.31, heilige Schrift des Hinduismus

Quantenphilosophie, Bewusstseinsmatrix und Gehirnaufbau

Dr. rer. nat. Ulrich Warnke, Jahrgang 1945, hat Biologie, Physik, Geografie und Pädagogik studiert. All den genannten Wissensgebieten entnimmt Warnke Wissensbausteine und baut daraus seine Theorie der geistigen Welt (Interwelt) und wie diese mit der normalen Welt verbunden ist.

Gleich zu Beginn macht Warnke deutlich, dass für ihn (und viele alte Kulturen) die Öffnung des dritten Auges gleichbedeutend mit einer Aktivierung der Zirbeldrüse ist.

Die Welt der Zirbeldrüse ist ein komplexer Stoff, der nicht beim Überfliegen der Zeilen nachvollzogen werden kann. Immer wieder müssen Fachgegriffe nachgeschlagen werden. Warnke gelingt es hier m. E. nicht, dem Leser eine flüssige und einfache Erläuterung seines Gedankengebäudes an die Hand zu geben.

Stichworte aus diesem ersten Teil des Buches:

  • Funktionskomponenten der "Kontstruktion Mensch"
  • Quantentheorie und Quantenphilosophie
  • Unterbewusstes bewusst machen
  • Meme und Engel
  • Der Intuition auf der Spur
  • Geist-Seele-Verbindung
  • Das Dritte Auge in den alten Traditionen

Im öffentlichen Vortrag agiert U. Warnke knapper und dadurch anschaulicher. Im folgenden Video " Quantenphilosophie und Spiritualität" (Länge: 34 Minuten) erläutert er den theoretischen Hintergrund zu seinem Weltbild detulich leichter verständlich:

Man muss nicht die komplette Theorie nachvollziehen können oder alle chemischen Abläufe, wie sie im Buch geschildert werden, verstehen, um den Empfehlungen im Buch folgen zu können. Vielmehr ist der theoretische Hintergrund für die praktische Umsetzung der Öffnung des dritten Auges vor allem insofern von Belang, als dass uns dieses Wissen von der Gehbarkeit des Öffnungsweges überzeugt. Empfänglichkeit erschafft – und natürlich gangbare Ansätze für die Aktivierung der Zirbeldrüse aufzeigt.

"Es spricht vieles für die Reinkarnation. Die Informationsmuster eines Individuums bleiben erhalten, wenn der Körper die Seele verlässt."

Dr. Ulrich Warnke, Die Öffnung des 3. Auges

Die Öffnung des 3. Auges ist für Warnke die bewusste Eroberung des vierten Wahrnehmungszustandes – Turiya – über den schon in der Mandukya Upanishad  berichtet wird.

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2. Teil: Was das Dritte Auge bewirken kann

Die folgenden 112 Seiten des zweiten Buchteiles handeln von der Anatomie der Zirbeldrüse, ihren Funktionen und deren Auswirkungen. Sie vermitteln die theoretischen Grundlagen zu den praktischen Anweisungen im vierten Teil des Buches.

Die Besonderheit der Zirbeldrüse

"Es gibt im Gehirn eine ganz besondere Drüse, die – eine einmalige Besonderheit – nicht paarig angelegt ist: die Zirbeldrüse. Alles andere ist im Gehirn paarig. ... Und diese kleine Drüse hat mit dem zu tun, was die alten Kulturen mit dem „dritten Auge“ bezeichnet haben. Ohne sie würden wir mit unserem Körper nicht in die Interwelt kommen."

Dr. Ulrich Wagner im Interview 2014

Ernährung für die Erweckung des dritten Auges

"Nahrung für die Spiritualität ist ein Thema, das völlig unterschätzt wird. Wahrscheinlich gibt es nicht ›Menschen mit einer besonderen Veranlagung zur Spiritualität‹, sondern nur Menschen, die sich in besonderer Weise ernähren und damit leichter spirituell sind ...".

Ulrich Warnke, Die Öffnung des 3. Auges, S. 154

Eine ganz ähnliche Aussage trifft  Swami Satyananda Saraswati 1979 im Yoga Magazine. Für ihn schien die Stärke der Ketten, die verhindern, dass ein Mensch die Realität erkennen kann, umgekehrt proportional zu seinem Serotoninspiegel auszufallen.

Die Zirbeldrüse ist das Gewebe, das im Körper – mit Abstand – am meisten Serotonin produziert.

Voraussetzung für ein spirituell förderliches Funktionieren der Zirbeldrüse – so Warnke weiter – ist die Aufnahme von Tryptophan aus der Nahrung. Dazu gleich mehr.

dimethyltryptamineMolekül DMT

Jenseitsmodul DMT

Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet, doch ist diese Wirkung noch nicht das Ziel. Vielmehr dient Serotonin als Ausgangsstoff für das Hormon Melatonin und hieraus kann der Körper eine "Droge" produzieren, die man laut Warnke "... als Jenseitsmodul bezeichnen kann: DMT – Dimethyltryptamin."

Dieses DMT spielt bei vielen interessanten spirituellen Prozessen eine Rolle und kann zum Beispiel bei Nahtoderfahrungen, luziden Träumen oder außerkörperlichen Erfahrungen in erhöhter Konzentration nachgewiesen werden. Warnke schreibt:

"Der Anstieg von DMT öffnet die Schranken zum ‹universellen Geist‹, führt zu ›Erleuchtung‹, hoher schöpferischer Kreativität ... Mut ... übermenschlicher Stärke angesichts von Notsituationen ..."

Einschränkend gilt: Zusammen mit DMT müssen Beta-Carboline (Pinolin, Harmin, Tryptolin ...) von der Zirbeldrüse produziert werden, ansonsten wird das DMT in kürzester Zeit durch Monoaminooxidase – MAO – abgebaut. Die Beta-Carnboline sind ein sogenannter MAO-Hemmer, mit der Folge, dass DMT munter seinen Dienst tun kann: das Dritte Auge aktivieren und öffnen.

"... Harmin und Pinolin. Sie sind perfekte Antidrepressionsmittel ohne bekannte Nebenwirkungen."

U. Warnke, Die Öffnung des 3. Auges, Seite 111

Man braucht zur Bildung und Aufrechterhaltung von DMT laut U. Warnke folgendes:

L-Tryptophan aus der Nahrung – der wichtigste Punkt

Vorhanden zum Beispiel in

  • Obst wie Bananen, Ananas, Erdbeeren, Himbeeren,
  • Nüssen (vor allem Cashewkerne) – alternativ Buchweizen,
  • Haferflocken,
  • Kakao,
  • Bohnen (vor allem Sojabohnen),
  • Samen (wie Sonnenblumenkerne, Amarant, Quinoa, Hafer, Hirse, Sesam)
  • Weizenkleie
  • Pilze
  • ungeschälter Reis
  • Ei
  • Spirulina
  • Hähnchenbrustfilet, Schweinefleisch, roher Lachs

Wer L-Tryptophan als Nahrungsergänzung zu sich nimmt, sollte dies jeweils gering dosiert über den Tag verteilen und immer wieder tagelang gar kein L-Tryptophan ergänzen. Ansonsten würden die Hochdosierungen über davon ausgelöste Aktivierung von Enzymen zu schnell wieder abgebaut.

Unterstützend sind auch Ausdauersportarten, da diese die Verfügbarkeit des Tryptopans im Gehirn steigern.

Methionin aus der Nahrung

Enthalten in: Eier, Milch, Sesamkörner, Paranüsse, Walnüsse, Weizen-Vollkornmehl, ungeschälter Reis, Buchweizen-Mehl, Sojabohnen, Erbsen sowie Rindfleisch, Lachs und Hähnchenbrustfilet.

Betain

Enthalten zum Beispiel in Rote Beete, Quinoa, Roggen, Spinat, Weizen, Süßkartoffel und Amarant.

 

Ausreichend B-Vitamine

Niacin (B3)
Vitamin B3 ist vermehrt in Fleisch, Fisch und Innereien enthalten, reichlich in Schweine- und Kalbsleber. Deutschland ist kein B3-Mangelgebiet.
Auch Bohnenkaffee enthält Vitamin B3.

Hinweis von Dr. Warnke: Wenn B3 als Nahrungsergänzung (z. B. 500 mg) in Form von Niacin eingenommen wird, dann sollte dies ca. 3 Stunden vor einem Tryptophan-Präparat erfolgen.

Niacin kommt in zwei Ausgestaltungen vor: Nicotinsäure und Nicotinamid. Der Körper kann beide jeweils ineinander umwandeln und aus Tryptophan auch selbst Niacin bilden. Für eine verbesserte Verfügbarkeit von Tryptophan im Gehirn kann Nahrung mit viel Nicotinamid (z. B. in getrockneten Aprikosen, Erdnüssen, Bierhefe, Gerste, Heilbutt, Sonnenblumenkernen, Weizenkleie und verschiedenen Fleischsorten) gegessen werden. Ansonsten braucht der Körper laut Warnke einen Großteil des vorhandenen L-Tryptophans zur Herstellung von Nicotinamid auf.

B6
Enthalten in Fisch wie Lachs und Makrele, Fleisch, Leber, in geringem Maß in Milchprodukten, Nüsse, Avocados, Vollkorngetreide, Kartoffeln, Tomaten, Karotten und Hülsenfrüchte.

Folsäure (B9)
Zum Beispiel in Hefen, Getreidekeimen, Hülsenfrüchten – vor allem Linsen, Kalbs und Geflügelleber, dunkelgrüne Blattgemüse, Eier, Petersilie, Gartenkresse, Sonnenblumenkerne, Mohnsamen, Spargel, Blattspinat, Tomaten, Blaubeeren, Blumenkohl, Orangen, Rind- und Kalbfleisch sowie Getreideflocken.

B12
Rinderleber, Kalbsleber, Schweineleber und vielen weiteren Fleischvarianten. Ein wenig in Hühnerei. Für Vegetarier und vor allem Veganer schwer mit der Nahrung aufzunehmen.

Ebenfalls notwendig: ausreichend Magnesium

Vor allem in Gemüsen und Vollkornprodukten. Reichlich vor allem in Bohnen und Erbsen; Vollkornprodukten aus Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen, Hafer oder Buchweizen; Nüsse; "hartes" Leitungswasser. Gehäuft auch in Mandeln, Cashewnüssen, Haselnüssen sowie Fisch wie Heilbutt

Rezept Entspannungstrunk nach Dr. Warnke

10 Gramm süße Mandeln, 250 ml Milch und 1 El Kakaopulver. Enthält viel Tryptophan und Magnesium.

Diese Dinge gilt es zu meiden

Vor allem Fluorid, Koffein, Nikotin, Stress und Alkohol. Sie behindern und stören die förderliche Verwertung der Nahrung durch Zirbeldrüse und Co.

Dies alles sind nur Auszüge der Ernährungsempfehlungen aus dem Buch, die ich um Lebensmittel ergänzt habe, welche die jeweiligen Vitamine und Aminosäuren enthalten. Details und Erläuterungen zu allen Punkten sowie weitere förderliche Nahrung (z. B. natürliche Antidepressiva etc.) finden sich im Kapitel "Der Aufbau der Hormone und der Enzyme für die Transzendenz".

 

3. Teil: Was wir in der geistigen Welt vorfinden werden

In dem dritten Teil des Buches (Länge rund 50 Seiten) ist die Rede von all den Dingen, die dem Menschen bei und mit der Öffnung des Dritten Auges erwarten. Es handelt von tiefen Verbundenheitsgefühlen, Musikklängen, Teleportation, Nahtoderfahrungen, Lichtern, Engeln und außerkörperlichen Reisen. Warnke bemüht sich stets, die Phänomene mit wissenschaftlichen Theorien zu begründen.

 

Exkurs: Relevante Bereiche im Gehirn

Um einige der folgenden Übungsmethoden zur Aktivierung des Dritten Auges verstehen zu können bedarf es einer ungefähren Vorstellung vom Aufbau unseres Gehirns.

Zirbeldrüse

Die Zirbeldrüse befindet sich im Zentrum des Hirns:

Hypophyse und EpiphyseGeo-Science-International, Hypophyse und Epiphyse, CC BY-SA 4.0

 

Pineal gland
Images are generated by Life Science Databases(LSDB)., Pineal gland, CC BY-SA 1.0

Das Großhirn

Das Großhirn ist in der Mitte durch einen Einschnitt in zwei Halbkugeln (Hemisphären) geteilt. Zwischen diesen gibt es eine breite Verbindung aus einem dicken Nervenstrang, Corpus callosum oder Balken genannt, und weitere kleinere Verbindungen.

512px LabeledbrainChrischan, Labeledbrain, CC BY-SA 3.0

Seine 2–4 mm dicke Oberflächenschicht (Großhirnrinde, der Cortex) ist stark gefaltet und fast einen viertel Quadratmeter groß. Sie enthält etwa 16 Milliarden Nervenzellen, was etwa einem Fünftel der Nervenzellen des gesamten Gehirns entspricht.

Frontallappen

Dieser Cortex, also die Rinde des Gehirns, lässt sich grob in fünf bis sechs Lappen einteilen, die durch tiefere Spalten voneinander getrennt sind. Im folgenden Bild gut zu erkennen: der Frontallappen, um den es Warnke besonders geht:

frontallappen xowNEUROtiker, Gehirn, lateral - Lobi deu, CC BY-SA 3.0

Speziell der linke Frontallappen (Erläuterung zu dessen Glücks-Bedeutung folgt unten):

Frontal lobe animation
Polygon data were generated by Life Science Databases(LSDB)., Frontal lobe animation, CC BY-SA 1.0

Wichtig bei Warnke: Der präfrontale Cortex

Der präfrontale Cortex ist ein Teil des Frontallappens der Großhirnrinde. Er befindet sich an der Stirnseite des Gehirns, d.h. er ist der am weitesten vorne liegende Teil des Frontallappens.

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Orange markiert: Der präfrontale Cortex

Neocortex

Warnke spricht aber auch immer wieder vom sogenannten Neocortex. Stammesgeschichtlich lässt sich die Hirnrinde (also der Cortex) nämlich auch nach Alter in Neocortex und die älteren Archicortex und Palaeocortex unterteilen. Beim Menschen bildet der Neocortex den Großteil (rund 90 %) der Großhirnrinde, darunter die Repräsentationen der Sinneseindrücke (sensorische Areale), den für Bewegungen zuständigen Motorcortex und die weiträumigen Assoziationszentren.

Der Neokortex kann in seiner Aktivität durch ein Absenken des Sauerstoffpartialdrucks gedämpft werden. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass intensiv Buteyko-Praktizierende von gehäuften spirituellen Erlebnissen berichten. Aber auch die tiefe Meditation (im Sinne von Konzentration in gedanklicher Stille) bewirkt laut Studien ein Abschalten des Neokortex. 

Meist beziehen sich die Erläuterungen von Warnke auf den Bereich des präfrontalen Cortex.

 

4. Teil: Was müssen wir tun, um das Dritte Auge zu aktivieren?

In diesem vierten und längsten Teil des Buches erläutert Warnke ausführlich die Schritte und Bedingungen, die zur Öffnung des 3. Auges förderlich sind.

"Das [gemeint: Die Aktivierung des 3. Auges] geht bekanntlich nicht ad hoc, ansonsten wäre es weltbekannt, und dieses Buch bräuchte nicht geschrieben zu werden."

Es geht Warnke darum, tiefe Entspannungszustände zu erreichen, den "inneren Zensor" abzuschalten und gleichzeitig das wahrnehmende Bewusstsein aufrecht zu erhalten. Im Grunde genommen wie bei der Meditation: Wir müssen tiefe geistige Entspannungszustände erreichen, die Gedanken zur völligen Ruhe kommen lassen, ohne dabei einzuschlafen oder abzuschweifen. Warnke erläutert in diesem Zusammenhang Vorteile des stets achtsamen Lebens im Hier und Jetzt.

Effektive Maßnahmen auf dem Weg zur Erweckung des Dritten Auges sind:

a) Motivation fördern

Wir müssen in uns die Motivation finden, dauerhaft diesen spirituellen Weg zu gehen.

b) Stimmung schaffen

Jedes Training des Dritten Auges wird durch ruhige und erwartungsfrohe Stimmung gefördert.

c) Wissen aneignen

Das Wissen um die Zusammenhänge (wie in diesem Buch gelehrt, aber auch in den alten Yogaschriften und anderen Quellen) fördert Assoziationen und hilft bei der Neuverdrahtung unseres Gehirnes.

d) Die ausreichende Aufnahme bestimmter Nahrungskomponenten

Siehe oben.

e) Tiefe geistige Versenkung bei voller Bewusstheit trainieren

Haben wir die Voraussetzungen a) bis d) geschaffen, können wir mit dem eigentlichen Training beginnen. Einige (im Buch vorgestellte) Drogen bieten womöglich eine Abkürzung für ein kurzweiliges Erreichen des von uns angestrebten geistigen Zustandes, ermöglichen aber nicht die dauerhafte und willentliche Herbeiführung der Öffnung des Dritten Auges.

Was genau muss trainiert werden? Warnke sprich von hypnogenen [= Schlaf, Hypnose erzeugend] Zuständen, die es bei voller Bewusstheit zu erreichen gilt. Hypnogene Zustände finden sich ähnlich auch in bestimmten Traumphasen oder in der Hypnose. Warnke liefert im Buch viele Anregungen zum besseren Schlaf, zur Heilung im Schlaf, zur Verwirklichung luzider Träume und zur Traumerinnerung. Zudem gibt er Tipps, wie diese Phasen als eine "Öffnung zur Interwelt" genutzt werden können.

Im Fokus der Empfehlungen von Warnke steht aber die bewusste Manipulierung des präfrontalen Cortexes (siehe Erläuterungen oben) bei gleichzeitiger tiefer Entspannung und Gelassenheit.

Hirnverschaltung ändern

Zunächst will der vordere Hirnbereich in Wallung gebracht werden. Der linke präfrontale Cortex (Bild siehe oben) soll aktiviert werden, damit die Zirbeldrüse zur Produktion von Hormonen und körpereigenen Drogen angeregt wird.

"Die mentale Aktivierung der linken Hirnhälfte im Frontalbereich ergibt Zustände, die mit folgenden Stichworten beschrieben werden: Glück, Vergnügen, Zufriedenheit, Entzücken, Lust, Sinneslust ... gute Laune ..."

U. Warnke, Die Öffnung des 3. Auges, S. 301

Der rechte präfrontale Cortex bedarf aber ebenfalls der Aktivierung, damit in den tiefen Versenkungszuständen der Wille aktiv eingesetzt werden kann.

Der Prozess "Zensor abschalten"

Zwar muss die "Vernunft" in Form des Neokortex (oben erläutert) bei der Öffnung des Dritten Auges "lahm gelegt" werden, aber dennoch müssen wir bewusst bleiben. Nur so können wir gezielt Informationen aus der "Interwelt" abrufen oder dort "Bestellungen tätigen".

Warnke empfiehlt: "Linke und rechte Hälfte müssen im ausgewogenen Gleichgewicht stehen." Er mahnt aber auch: Der Prozess der Aktivierung ›schlummernder‹ Gehirnareale ist mit Gefahren verbunden. So können seit langer Zeit ruhende Erinnerungen hochkommen und nach Verarbeitung verlangen.

Warnkes schlussfolgert dennoch: "Es lohnt sich also in jeder Hinsicht, den präfrontalen Cortex zu trainieren, insbesondere die linke Seite." Er empfiehlt sogenanntes "konzentratives Training". Wir können dies in vielerlei Gestalt üben:

  • Dies kann Meditation sein (wie Test an tibetischen Mönchen eindrucksvoll zeigten) oder
  • Tiefenentspannungsmethoden oder
  • die bewusste Förderung positiver Geisteszustände. Ein Beispiel für ein solches Training im Alltag habe ich in diesem Artikel geschildert.
  • Man kann sich auch auf die Durchblutung des Stirnhirns konzentrieren, um ein Gefühl für das Feedback aus diesem Bereich zu erhalten.
  • Eine weitere Möglichkeit: Stelle dir helles Licht oder ein spürbares leicht drückendes Kribbeln im linken Frontallappen vor und halte das mindestens 30 Sekunden aufrecht.
  • Der präfrontale Cortex wird auch durch Neugier bzw. die Erwartung von etwas Neuem angeregt. Warnke empfiehlt daher, diese Erwartungshaltung im Alltag und während der anderen Trainingsmethoden einzunehmen.
  • Konzentration auf eine Kerzenflamme, eine Figur, ein Konzentrationsgebilde (z. B. die Tafeln von Chartres). Jeweils ohne eine Bewertung vorzunehmen.
  • Schielstellung der Augen beim Betrachten von Zwillingsbildern.

Das Buch nennt weitere mögliche Trainingsmethoden.

Warnke mahnt an dieser Stelle: "Zu viel bewusster Wille blockert allerdings das Erreichen des Ziels."

"Wir erfahren ein neues Individuum – es ist die Stillegung des Ichs, sodass das Selbst zum Vorschein kommt."

Ulrich Warnke, Die Öffnung des 3. Auges, S. 261

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Aufgaben an den Geist

Der bewusste Zugang zum Unbewussten in tiefer Entspannung, zur Warnkschen "Interwelt", durch die Öffnung des Dritten Auges ermöglicht es – laut Warnke –, dem Geist "Aufgaben" zu stellen. Dies können sein:

  • Ein Problem zu lösen
  • Eine Fragestellung zu klären
  • Eine "Bestellung" zu tätigen

Warnke empfiehlt dabei folgendes Vorgehen:

  1. Erreiche die bewusste Tiefen-Versenkung.
  2. Lenke die Aufmerksamkeit auf Problem/Frage/Bestellung. Betrachte es von allen Seiten, Abschnitt für Abschnitt, nehme keinerlei Wertung vor.
  3. Entwickle Verständnis und Erwartung, dass der Geistbereich "übernehmen" wird.
  4. Halte solange die Aufmerksamkeit bei Problem/Frage/Bestellung, bis du intuitiv spürst, dass nun der implizite Geist übernommen hat.
  5. Nun kannst du loslassen. "Einmal losgetreten, wird der implizite Geist alle Möglichkeiten einsetzen (und er hat Zugriff auf alle), um ungestört über Minuten, Stunden, Tage, Jahre ... die ihm gestellte Aufgabe zu lösen."

Sind wir unsterblich? Warnke im Interview: "Ja, es ist so, darauf läuft es hinaus."

 

Vor- und Nachteile des Buches

„Ich glaube, dass wir überlieferte Weisheitslehren sehr ernst nehmen sollten, denn die Altvorderen hatten viel mehr Zeit, sich über die wesentlichen Dinge Gedanken zu machen, als wir.„

U. Warnke, Die Öffnung des 3. Auges

Vorteile:

  • Ein umfangreiches Kompendium über das Dritte Auge respektive der Zirbeldrüse.
  • Viele Ernährungstipps, Drogenbesprechungen, Erläuterungen von Voraussetzungen und Schilderungen von spirituellen Übungen. Alles mit dem Ziel, empfänglich für die spirituelle Welt zu werden.
  • Ein großes Literaturverzeichnis vor allem zu wissenschaftlichen Werken und Studien zu spirituellen Themen.
  • Inklusive Klang-CD bzw. Download mitsamt Erläuterungen zu deren Nutzung.

Nachteile

  • Über weite Strecken komplexe und komplizierte Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Theorien.
  • Dadurch phasenweise recht ... langatmig.
  • Praxisrelevante Abschnitte sind stellenweise in knapper Form in langen wissenschaftlichen Erläuterungen versteckt.

Fazit

Das Buch "Die Öffnung des 3. Auges" von Dr. Ulrich Warnke liefert umfassend Hilfestellung zur Begünstigung spiritueller Erfahrungen. In einem Umfang wie es mir noch nie begegnet ist. Der Preis, den man als LeserIn zahlt, sind die weitschweifenden und ermüdenden theoretischen Hintergründe zu den chemischen und physikalischen Prozessen im Gehirn.

 

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