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Krishna als Wagenlenker
  • Andere Schreibweisen: Mahâbhârata
  • Einordnung: Grundlegende Yoga-Schrift; bekanntestes indisches Epos;
  • Entstehungszeit: 400 v. Chr. – 400 n. Chr. (endgültige Form ungefähr 300 n. Chr.)

Ein langer Abschnitt (als Mokadharam bekannt) am Ende des 12. Buch im Mahabharata – Shantiparva – enthält vermutlich die älteste Systematisierung der Yoga-Praxis (Roots of Yoga) und dient als Urquelle der Information über frühe Yogapraxis.

Im Mahabharata wird der Pfad des Yoga als das Überwinden einer schrecklichen, schlangenverseuchten Wildnis voller Verbrecher beschrieben. Tapas-Praktizierende werden synonym als Yogis bezeichnet, siehe dazu unten.

An mehreren Stellen im Mahabharata werden Yogasutras erwähnt, aber der Name Patanjali findet sich nicht. Im Mahabharata und in den älteren Puranas wird Kapila (und andere) als Begründer des Yogas genannt, in den jüngeren Puranas hingegen Patanjali.

Das Mahabharata ist das berühmteste indische Epos. Vermutet wird, dass es in der Zeit zwischen 400 v. Chr. und 400 n. Chr. verfasst wurde, aber auf deutlich älteren Überlieferungen beruht. In manchen Traditionen wird der mythische Weise Vyasa als Autor genannt. Er soll das Mahabharata komponiert und es dann dem Ganesha, dem Gott mit dem Elefantenkopf, diktiert haben.

Das Mahabharata beinhaltet etwa 100.000 Doppelverse. Im folgenden Artikel sammeln wir yoga-relevante Textstellen.

Punkt 1

Überblick Mahabharata

Die 18 Bücher (Parvas ) des Mahabharata:

  1. Adiparva – Einführung, Geburt und frühe Jahre der Prinzen
  2. Sabhaparva – Leben im Königshof, das Würfelspiel, und das Exil der Pandavas.
  3. Aranyakaparva (auch Vanaparva, Aranyaparva) – Die 12 Jahre im Exil.
    ➔ Darin die bekannte Liebesgeschichte von Nala und Damayanti.
  4. Virataparva – Das letzte Jahr im Exil
  5. Udyogaparva – Vorbereitungen für den Krieg
  6. Bhishmaparva – Der erste Teil des großen Kriegs, mit Bhisma als Kommandant der Kauravas.
    ➔ Darin die Bhagavad Gita, bestehend aus 700 Strophen, die in 18 Kapitel unterteilt sind. Es handelt sich um die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches.
  7. Dronaparva – Der Krieg geht weiter, mit Drona als Kommandant.
  8. Karnaparva – Wieder der Krieg, mit Karna als Kommandant.
  9. Salyaparva – Der letzte Teil der Schlacht, mit Salya als Kommandant.
  10. Sauptikaparva – Ashvattama und die letzten Kauravas töten die Pandava Armee im Schlaf.
  11. Striparva – Gandhari und andere Frauen trauern um die Toten.
  12. Shantiparva – Die Krönung von Yudhishthira, und seine Instruktionen von Bhishma
    ➔ Enthält am Ende das Mokadharam mit der vermutlich ältesten Systematisierung der Yoga-Praxis.
  13. Anushasanaparva – Die letzten Instruktionen von Bhisma.
  14. Ashvamedhikaparva – Die königliche Zeremonie oder Ashvameda, ausgeführt von Yudhisthira.
  15. Ashramavasikaparva – Dhritarashtra, Gandhari, Kunti gehen in ein Ashram, und sterben später
  16. Mausalaparva – Der Kampf unter den Yadavas.
  17. Mahaprasthanikaparva – Der erste Teil des Pfads zum Tod der Pandavas
  18. Svargarohanaparva – Die Pandavas erreichen die spirituelle Welt.

Punkt 2

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Punkt 3

Textauszüge zum Yoga im Mahâbhârata

Erste Zahl: Das jeweilige Buch. Zweite Zahl: Der Abschnitt im Buch. Dritte Zahl: Vers oder Satz in diesem Abschnitt.

3.2.71-77 Der achtfache Pfad des Dharma

3.2.71 Opfer, Studium, Nächstenliebe, Strenge, Wahrhaftigkeit, Geduld, Zurückhaltung und Mangel an Gier: Es wird gesagt, dass dies der achtfache Pfad des Dharma ist.

3.2.72 Von diesen befindet sich die erste Vierergruppe auf dem Weg der Väter. Man sollte es als Pflicht praktizieren, nicht aus Stolz, weil es getan werden muss.

3.2.73 Die zweite [Vierergruppe] ist der Weg der Götter. Gute Leute beobachten es immer.
Rein von sich selbst, sollte er nur den Pfad der acht Hilfsmittel praktizieren:

3.2.74 richtiger Fokus und rechte Zurückhaltung der Sinne und richtige besondere Befolgung und richtiger Dienst des Gurus,

3.2.75 und richtige Kontrolle des Essens und des richtigen Studiums [und ] richtiger Verzicht auf rituelle Handlung, [und] richtiges Stoppen des Geistes. Indem sie dies taten, wurden die Götter, die die Reinkarnation zu überwinden wünschten,

3.2.76 von der Leidenschaft und dem Haß befreit und erlangten die Souveränität. Die Rudras, die Sâdhyas, die Âdityas, die Vasus und die Aúvins, ausgestattet mit yogischer Souveränität, unterstützen Lebewesen.

3.2.77 Auf diese Weise solltest auch du, oh Sohn der Kunti, großen Frieden erlangen und durch Askese Erfolg und Erfolg im Yoga, oh Bhârata, verfolgen.

12.178.15a-16b Die Kanäle und Atemzüge

12.178.15 Die zehn Kanäle, die vom Herzen ausgehen, tragen alle die ernährende Essenz der Nahrung seitwärts, aufwärts und abwärts, angetrieben von den Atemzügen.

12.178.16 Und dies ist der Weg der Yogis, durch den sie zum höchsten Zustand (tatpadam) gehen.

12.210.17-12.232.11 Tipps für die Yoga-Praxis

12.210.17 Körperliche Enthaltsamkeit (Tapas) ist Zölibat (Ehelosigkeit) und Gewaltfreiheit. Mentale Enthaltsamkeit ist Beschränkung des Sprechens und der Geistesaktivitäten sowie Gleichmut.

12.232.4 Der Mensch sollte die fünf Probleme überwinden, die dem Yoga entgegenstehen, wie von den Weisen gelehrt: Lust, Zorn (Ärger), Gier, Furcht und Schlaf.

12.232.5 Zorn wird durch Ruhe überwunden, die Lust durch das Aufgeben von Wünschen; der entschlossene Yogi überwindet den Schlaf durch die Kultivierung der Energie-Prinzipien (sattva) [Sattva verkörpert in der Samkhya-Lehre Reinheit und Ausgeglichenheit, leicht, erhellend].

12.232.6 Er soll seinen Penis und seinen Magen mit Willenskraft bewachen, seine Hände und Füße mit seinen Augen, seine Augen und sein Hören mit seinem Geist und seinen Geist und sein Sprechen mit seinen Handlungen.

12.232.7 Er soll seine Furcht mit den Mitteln der Wachsamkeit abschütteln und seine Gier durch die Kultivierung von Weisheit.

...

12.232.10 Meditation, Studium, Wohltätigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Geduld, Reinheit, eine reine Ernährung und Zurückhalten der Sinne:

12.232.11 Mit diesen Mitteln steigt die Vitalität des Yogis und tilgt er seine Sünden. Er erreicht alle seine Ziele und entwickelt Einsicht ...

...

12.232.23-26 Anweisungen zur Meditation

12.232.23 Mit den Bräuchen verbunden soll der Weise zu drei Zeiten im Yoga fortschreiten: in der Morgendämmerung, zur Mittagszeit und in der Abenddämmerung. Er sollte die Praxis an der Spitze eines Berges vollziehen, in einem Heiligtum oder am Fuße eines Baumes.

12.232.24 Alle seine Sinne zurückhaltend, soll der Yogi auf nichts anderes in seinem Geist an den Yoga denken und fokussiert bleiben. Wie ein Händler auf dem Markt, der nur an seine Ware denkt. Nichts darf seinen Geist stören.

12.232.25 Er soll beharrlich jegliche Methode nutzen, die seinen launischen Geist zurückhält und nicht davon abweichen.

12.232.26 Konzentriert übend soll er leere Höhlen in Bergen finden oder Tempel oder leere Häuser, um darin zu leben.

Das Versprechen

12.262.38 Mit diesen Mitteln wird der Brahmane auf seinem Weg den höchsten Ort erreichen ...

Keine Macht wie Yoga

12.304.2 Es gibt kein Wissen, das Sâṃkhya entspricht, und keine Macht, die dem Yoga entspricht.

Punkt 4

Yoga als "achtfältiges" System im Mahabharata

Aus den obigen Versen kann man eine achtfache Sicht auf den Yoga im Mahabharata herauslesen, die aber nicht in allen Punkten deckungsgleich mit dem achtfachten Raja-Yoga-Pfad aus dem Yogasutra ausfällt.

Ashtanga: Der achtfache Pfad nach Patanjali

Ashtanga Yoga nach Patanjali

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Mit Ashtanga Yoga ist ursprünglich der achtfache Yogapfad gemeint, wie ihn Patanjali im Yogasutra beschreibt. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Power-Yoga-Stil. In diesem Beitrag findest du die zugehörigen Sutras und Erläuterungen zu den einzelnen Stufen des achtfachen Pfades.

Der achtfache Pfad des Dharma im Mahabharata

"Weg der Väter"

  • Opfer
  • Studium
  • Wohltätigkeit
  • Enthaltsamkeit

"Weg der Götter"

  • Wahrhaftigkeit
  • Geduld
  • Selbstbeschränkung
  • Vermeiden von Gier

Der Pfad der acht Hilfsmittel

  1. Rechter Fokus
  2. Rechte Beschränkung der Sinne
  3. Rechte besondere Bräuche
  4. Rechter Dienst am Guru
  5. Rechte Kontrolle der Ernährung
  6. Rechtes Studium
  7. Rechter Verzicht auf rituelle Handlungen
  8. Rechtes Anhalten des Geistes

Punkt 5

Tapas-Praktizierender = Yogi

Tapas-Praktizierende werden im Mahabharata synonym als Yogis bezeichnet. Hier findest du eine Übersicht über diese Tapas:

Punkt 6

Im Detail: Die Bhagavad Gita

Hast du die Bhagavad Gita schon gelesen?

 

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Eine kleine Geschichte der Upanishaden und des Mahabharata

bhagavad gita buch 564

Die Upanishaden sind eine Sammlung von Schriften, die im Hinduismus als Bestandteil des Veda (religiöse Texte) eingeordnet werden. "Upanisad" bedeutet im übertragenen Sinne "sich zu Füßen eines Lehrers setzen", die Upanischaden wollen uns also belehren. Viele Gedanken der Yoga Philosophie finden sich in diesen Lehrtexten, speziell in den sogenannten Yoga Upanischaden und im Mahabharata, dem größten Epos aus Indien. 

Im Artikel findet sich (auch) eine Sammlung von Volltexten bekannter Upanishaden.

Yoga in der Bhagavad Gita

Shia Statue weiß Berg

Yoga in der Bhagavad Gita

Eine bunte Vielfalt: In der Bhagavad Gita (Kurzform Gita) finden sich darin ein ganzes Spektrum an Definitionen und Beschreibungen dessen, was Yoga ist und was dessen Praxis beinhaltet. Yoga wird mit Gleichmut/Gelassenheit, Fähigkeiten/Handlungsfähigkeit (Fähigkeiten in Aktion) und Separierung (Trennung von der Welt) gleichgesetzt. Im folgenden Beitrag findest du die relevantesten Yoga-Verse aus der Gita zusammengestellt und nach Yoga-Thema geordnet.

Punkt 7

Mahabharata als Buch



Punkt 8

Weitere Hindu-Schriften auf Yoga-Welten

Bücher zum Hinduismus



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