Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita: die 25 Mudra

Das dritte Kapitel der Gheranda Samhita beschreibt 25 Mudras, die im klassischen Hatha Yoga als besonders wirksame Praktiken gelten. Dabei geht es nicht nur um Handgesten, sondern um Körperhaltungen, Atemlenkung, Energieverschlüsse, Konzentration und symbolische Innenerfahrung.

Gheranda schreibt: Es gibt nichts auf der Welt, dass so schnellen Erfolg im Yoga bringt wie die Mudras. Obwohl diese "unbedingt geheim gehalten" werden sollen, beschreibt er diese dann doch recht ausführlich ...

Viele Mudras beziehen sich auf zentrale Themen des Hatha Yoga: Prana, Apana, Kundalini, Sushumna, Nektar, Bandhas, Samadhi und die Überwindung gewöhnlicher Begrenzungen. Dieser Artikel hilft dabei, die einzelnen Mudras verständlich einzuordnen, ihre symbolische Sprache zu entschlüsseln und zugleich nüchtern zu unterscheiden: Was gehört zur historischen Yogatradition, was kann heutige Praxis inspirieren – und wo ist Vorsicht klüger als frommer Übereifer?

3. Kapitel Gheranda Samhita - Symbolbild

Inhalt: Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita – Die 25 Mudra

Kurz zusammengefasst

  • Gheranda Samhita
    Die Gheranda Samhita gehört zu den wichtigen klassischen Texten des Hatha Yoga. Sie beschreibt Yoga nicht als moderne Entspannungsmethode, sondern als systematischen Weg der körperlichen, energetischen und geistigen Schulung.
  • 25 Mudras
    Das dritte Kapitel widmet sich den 25 Mudras. Dabei meint Mudra hier nicht nur Handgeste, sondern eine ganze Gruppe von Techniken: Körperhaltungen, Bandhas, Atemlenkung, Konzentration, Energiearbeit und innere Sammlung.
  • Mudra als fortgeschrittene Praxis
    Viele Mudras der Gheranda Samhita sind anspruchsvolle oder sogar heikle Praktiken. Besonders Khechari Mudra, Vajroli Mudra, lange Kumbhakas und starke Verschlusstechniken sollten nicht als einfache Übungsanleitung verstanden werden.
  • Prana, Apana und Kundalini
    Zentral ist die Vorstellung, dass Prana, Apana und Kundalini durch Mudras gelenkt, verbunden und erweckt werden können. Der Körper erscheint in diesem Text nicht als bloße Hülle, sondern als Instrument spiritueller Transformation.
  • Starke Wirkversprechen
    Die Gheranda Samhita schreibt den Mudras außergewöhnliche Wirkungen zu: Schutz vor Krankheit, Alter und Tod, Stärkung des Körpers und Förderung von Samadhi. Diese Aussagen sollten heute als traditionelle, symbolische und spirituelle Wirkzuschreibungen gelesen werden, nicht als medizinische Garantien.
  • Fünf Dharanas
    Die fünf Dharanas sind Konzentrationen auf die Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Sie zeigen deutlich, dass Mudra in diesem Kapitel nicht nur körperliche Technik ist, sondern auch Visualisierung, Mantra, Elementenlehre und Meditation umfasst.
  • Moderne Einordnung
    Einige Mudras sind bis heute im Yoga bekannt, etwa Mula Bandha, Uddhiyana Bandha, Jalandhara Bandha, Viparita Karani oder Shambhavi Mudra. Andere wirken heute fremd, riskant oder historisch interessant, sollten aber nicht vorschnell abgewertet werden.
  • Sorgfältige Lektüre
    Der Text verlangt eine doppelte Haltung: Respekt vor der Tradition und kritisches Unterscheiden. Die Gheranda Samhita ist kein Wellnessratgeber, sondern ein alter Yogatext mit Tiefe, Zumutung, Symbolkraft und gelegentlich ziemlich scharfen Kanten.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Erzählform: Die Gheranda Samhita ist in Form eines Dialoges verfasst. Der Lehrer Gheranda unterweist den wissbegierigen Candakapali. 

Was bedeutet „Mudra“ in der Gheranda Samhita?

Der Begriff Mudra wird heute oft mit Handgesten verbunden. In der Gheranda Samhita ist der Begriff jedoch deutlich weiter gefasst. Hier meint Mudra nicht nur eine symbolische Handhaltung, sondern eine wirksame yogische Technik: eine Verbindung aus Körperhaltung, Atemlenkung, Konzentration, innerer Visualisierung und energetischem Verschluss.

Einige der beschriebenen Mudras ähneln dem, was heute als Bandha bekannt ist, etwa Mula Bandha, Uddhiyana Bandha oder Jalandhara Bandha. Andere Mudras sind komplexe körperliche Übungen, Umkehrhaltungen, Konzentrationsformen oder Praktiken zur Lenkung von Prana, Apana und Kundalini. Der Text spricht daher nicht über „Finger-Yoga“, sondern über ein ganzes System innerer Steuerung.

Wichtig ist: Die Gheranda Samhita beschreibt diese Übungen aus der Sicht einer traditionellen yogischen Weltdeutung. Begriffe wie Nektar, Sonne, Mond, Sushumna, Kundalini oder Unsterblichkeit sind nicht einfach anatomische Begriffe. Sie gehören zu einer symbolischen und energetischen Sprache, die Körper, Geist, Atem und Bewusstsein miteinander verbindet. Wer den Text nur wörtlich liest, stolpert schnell. Wer ihn nur modernisiert, verliert seinen Geschmack. Genau dazwischen liegt die spannende Lektüre.

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Kurzes Glossar wichtiger Begriffe

  • Mudra
    Ein Mudra ist in der Gheranda Samhita nicht nur eine Handgeste. Der Begriff bezeichnet hier eine yogische Technik, die Körperhaltung, Atem, Konzentration, Energieverschlüsse und innere Lenkung verbinden kann.
  • Bandha
    Ein Bandha ist ein „Verschluss“ oder eine energetische Verriegelung. Gemeint sind Techniken, mit denen bestimmte Körperbereiche aktiviert oder gehalten werden, etwa Beckenboden, Bauchraum oder Hals.
  • Prana
    Prana bezeichnet die Lebensenergie oder den vitalen Atem. In der klassischen Yogasprache ist Prana mehr als Luft. Es ist die Kraft, die Bewegung, Wahrnehmung und Lebendigkeit ermöglicht.
  • Apana
    Apana ist der nach unten gerichtete Energie- oder Atemstrom. Er wird mit Ausscheidung, Erdung, Beckenraum und abwärts gerichteten Prozessen verbunden.
  • Kumbhaka
    Kumbhaka bedeutet Atemanhaltung. In vielen Hatha-Yoga-Techniken spielt das Zurückhalten des Atems eine zentrale Rolle. Es sollte jedoch nicht ohne Vorbereitung und Anleitung geübt werden.
  • Kundalini
    Kundalini wird als schlafende Kraft am unteren Ende der Wirbelsäule beschrieben. Ihre Erweckung und ihr Aufstieg durch den zentralen Energiekanal gelten in vielen Yogatraditionen als tiefgreifender spiritueller Prozess.
  • Sushumna
    Die Sushumna ist der zentrale Energiekanal im feinstofflichen Körpermodell des Yoga. Durch sie soll die erweckte Kundalini aufsteigen.
  • Nektar / Amrita
    Amrita bedeutet Nektar oder Unsterblichkeitstrank. In den Texten ist damit eine feinstoffliche Essenz gemeint, die mit Mond, Gaumenraum und Lebensverlängerung verbunden wird.
  • Dharana
    Dharana bedeutet Konzentration oder Fixierung. In diesem Kapitel meint es vor allem die meditative Sammlung auf die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum.

Im Folgenden findest du meist den Volltext, an einigen wenigen Stellen Zusammenfassungen der einzelnen Verse, meist mit weiterführenden Links zu den Yoga-Techniken. Ich habe mich nach bestem Wissen bemüht, die trefflichste Übersetzung aus den Quelltexten zu wählen (hin und wieder gab es darin doch deutliche Unterschiede, wurden die Übungen völlig unterschiedlich beschrieben).

Verse 1 bis 3: Auflistung der Mudras

(Vers 1 bis 3) Diese folgenden 25 Mudras bringen dem Yogi Erfolg in dieser Welt:

Wichtiger Hinweis zur Praxis

Die folgenden Beschreibungen sind in erster Linie als Textzeugnis der Yoga-Tradition zu verstehen. Sie ersetzen keine Anleitung durch eine qualifizierte Lehrperson. Einige der genannten Mudras sind körperlich anspruchsvoll, andere betreffen Atemanhaltung, starken inneren Druck, Umkehrhaltungen oder empfindliche Bereiche wie Zunge, Rachen, Beckenboden und Nasenraum.

Besonders vorsichtig sollte man bei Praktiken wie Khechari Mudra, Vajroli Mudra, Shakti Chalini, längeren Kumbhakas und allen Übungen sein, bei denen Atem, Druck und Körperverschlüsse kombiniert werden. Wer unter Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augeninnendruckproblemen, neurologischen Beschwerden, Schwangerschaft, akuten Entzündungen oder unklaren körperlichen Symptomen leidet, sollte solche Übungen nicht eigenständig ausprobieren.

Die Gheranda Samhita ist kein modernes medizinisches Handbuch. Sie ist ein klassischer Yoga-Text mit asketischer, symbolischer und spiritueller Sprache.

Vorsicht vor zu schnellen modernen Deutungen

Es ist verführerisch, alte Yoga-Begriffe sofort modern zu übersetzen. Prana wird dann zu Sauerstoff, Kundalini zu Nervensystem, Sushumna zur Wirbelsäule, Amrita zu Hormonsekretion und Bandha zu Muskelspannung. Solche Vergleiche können Brücken bauen. Sie können aber auch in die Irre führen.

Die Gheranda Samhita spricht nicht die Sprache moderner Anatomie. Sie beschreibt einen feinstofflichen Körper, der aus Energiekanälen, Elementen, Keimsilben, Gottheiten, Atemströmen und Bewusstseinszentren besteht. Wer diese Begriffe vollständig biologisiert, macht den Text scheinbar verständlicher, aber auch ärmer.

Sinnvoller ist eine vorsichtige Doppelperspektive. Man kann fragen, welche körperlichen Erfahrungen hinter einer Technik stehen könnten. Gleichzeitig sollte man die traditionelle Sprache nicht so tunen, bis sie wie ein Auszug aus einem Physiologiebuch klingt. Ein alter Text darf alt bleiben. Das ist keine Schwäche, sondern ein Teil seines Wertes.

1

Maha Mudra

(Vers 4 und 5) Presse die Anus-Gegend (Damm) fest und sorgfältig an den linken Knöchel (Ferse), strecke das rechte Bein aus, halte die große Zehe in der Hand, ziehe die Kehle zusammen (Kinn auf die Brust), blicke zwischen die Augenbrauen und ziehe die Luft ein. Dies heißt Maha Mudra.

(6) Durch Maha Mudra wird Schwindsuchtshusten, Milzsucht (vergrößerte Milz), die gesamte Verdauung, Fieber (und überhaupt alle Krankheiten) beseitigt.

-> Mehr zum Maha Mudra

2

Nabho Mudra

(7) Wo auch immer sich der Yogi befindet, was auch immer er gerade tut – stets soll er die Zunge nach oben strecken und den Atem anhalten (das Atemanhalten üben). Dies nennt sich Nabho Mudra, welche die Krankheiten des Yogis vernichtet.

3

Uddhiyana Mudra

(8) Man führe am Bauche oberhalb (Pradipika: und unterhalb) des Nabels den pascimatana aus (=den Bauch einziehen, so dass sich das Zwerchfell hebt). Weil dadurch der große Vogel (= der Atem) unermüdlich auffliegt, ist dies Uddhiyana Bandha, der Löwe für des Elefanten Tod.

(9) Unter den Bandhas (Mudras) ist Uddhiyana von besonderer Wichtigkeit. Wenn man Uddhiyana regelmäßig ausführt, ergibt sich die Erlösung (Befreiung) von selbst (Hatha Pradipika: wird der Tod besiegt).

Siehe auch: Uddiyana Bandha

4

Jalandhara Bandha Mudra

(10) Drücke den Hals zusammen, indem du das Kinn auf die Herzgegend legst. Mit der Praxis von Jalandhara Bandha Mudra werden alle 16 Adharas (für Adhara gibt es unterschiedliche Übersetzungen, zum Beispiel 16 Chakren im Körper, von der großen Zehe bis zum Scheitel) verbunden (kontrolliert). Jalandhara Mudra ist auch eine Vernichterin des Todes.

(11) Wer Jalandhara vollendet übt, erlangt Vollendung; wer Jalandhara sechs Monate übt, ist ein Vollendeter.

Siehe auch: Jalandhara Bandha

5

Mula Bandha Mudra

(12) Drücke die Ferse des linken Fußes gegen den Damm und ziehe die Muskeln um den After zusammen. Dann ziehe man verständig (bzw. sorgfältig oder mit großer Anstrengung) den Nabelknoten ein (= ziehe den Bauch ein) und stelle eine feste Verbindung zwischen dem Penis und dem rechten Fußknöchel her (= rechte Ferse gegen/auf das Geschlechtsorgan). Dies Mudra vernichtet das Alter und wird als Mula Bandha bezeichnet.

(13) Der Yogi, welcher über das Meer der Wiedergeburten zu fahren verlangt, soll dieses Mudra in der Einsamkeit wohlverborgen ausüben. Durch die Praxis dieses Bandhas ergibt sich ein vollkommener Atemwind. Von daher möge man eifrig, schweigend und ohne Nachlässigkeit üben.

 Mehr zum Mudra im Beitrag zu Mula Bandha

6

Maha Bandha Mudra

(14 und 15) Verschließe die Öffnung des Anus mit dem Knöchel des linken Fußes, drücke sorgfältig und mit Verständnis diesen Knöchel mit dem rechten Fuß, bewege ganz langsam die linke Ferse (das Fußgelenk leicht "schütteln"), ziehe langsam die Muskeln um den Anus zusammen und halte den Atem mit Jalandhara an. Dies wird als Maha Bandha, das höchste Bandha, bezeichnet.

(16) Es überwindet Alter und Tod. Mit diesem Bandha bringt der Yogi alle Wünsche zur Erfüllung.

Anmerkung: In der Hatha Yoga Pradipika wird das abwechselnde Üben (rechte und linke Ferse vertauscht) gelehrt. Weiteres im Beitrag Maha Bandha.

7

Maha Vedha Mudra

(17) So wie die Jugend, die Schönheit und die Anmut einer jungen Frau ohne einen Mann nutzlos sind, so sind es auch Mula Bandha und Maha Bandha ohne Maha Vedha.

(18) Man nehme Maha bandha ein und vollbringe Uddanakumbhaka (Uddhiyana Bandha ausführen und Luft anhalten). Dies nennt sich Maha Vedha, das den Yogi zur Vollendung führt.

(19) Der Yogi, der täglich Maha Bandha und Mula Bandha in Verbindung mit Maha Vedha ausführt, kennt den Yoga am besten.

(20) Er hat keine Furcht vor dem Tode und vom Alter bleibt er verschont. Es gilt, Maha Vedha sorgfältig – auch vor den trefflichsten Yogis – geheim zu halten.

8

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Khechari Mudra

Hinweis vorab

Khechari Mudra gehört zu den heikelsten Praktiken dieses Kapitels. Die klassischen Beschreibungen enthalten Manipulationen an der Zunge, die aus heutiger Sicht nicht eigenständig durchgeführt werden sollten. Der folgende Abschnitt ist daher vor allem als historische und textliche Darstellung zu verstehen, nicht als praktische Anleitung.

(21) Man schneide das Gefäß unter der Zunge (das Zungenbändchen) ein, bewege die Zunge regelmäßig, melke sie mit frischer Butter und ziehe sie mit einem eisernen Instrument lang.

(22) Wenn man dies regelmäßig ausführt, wird die Zunge so lang, dass sie zwischen die Augenbrauen reicht. Dann wäre die Khechari fertig.

(23) Ganz langsam und allmählich führe man die Zunge dann an den Gaumen, und führe dann die Zunge verkehrt gerichtet in die Schädelhöhle (bis zur Höhle über dem Gaumen) hinein; der Blick ist dabei zwischen die Augenbrauen gerichtet. Das ist das Khechari Mudra.

(24) Durch Khechari Mudra gibt es keine Ohnmacht mehr, keinen Durst, keinen Hunger, keine Lässigkeit, keine Krankheit, kein Alter und keinen Tod. Man erlangt den Leib eines Gottes.

(25) Der Körper kann nicht mehr durch Feuer verbrennen, vom Winde nicht ausgetrocknet und vom Wasser nicht befeuchtet werden; keine Schlange beißt ihn.

(26) Der Körper wird anmutig. Mit Gewissheit stellt sich Samadhi ein. Die Zunge schmeckt Nektar an der Vereinigungsstelle von Mund und Schädel,

(27) und dann Tag für Tag die Wonne, die mit den verschiedenen Geschmäckern einhergeht: zuerst salzig und scharf, dann bitter und zusammenziehend.

(28) frische Butter, Ghee, Milch, saure Milch [bzw. Quark], Buttermilch [Molke], Honig, Weinbeeren [Palmensaft]; dann entsteht der Nektargeschmack auf der Zunge.

Mehr im Beitrag Khechari Mudra

9

Viparita Karani Mudra

(29) Die Sonne wohnt am Nabelgrund, der Mond am Gaumengrund. Sonne verschlingt den Nektar (Ambrosia), darum fällt der Mensch dem Tod anheim.

(30) Indem man die Sonne nach oben und den Mond nach unten bringt, führt man die Mudra Viparitakarani aus. Sie wird in allen Tantratexten geheim gehalten.

(31) Man stelle den Kopf und die Hände auf die Erde und verweile achtsam und standhaft mit aufgerichteten Beinen. Dies gilt für Viparitakarani.

(32) Man vollführe diese Mudra regelmäßig; dann besiegt man Alter und Tod, wird vollendet unter den Menschen und kommt selbst beim Weltuntergang (Pralaya-Zeit) nicht in Not.

Mehr zur Mudra im Beitrag Viparita Karani Mudra

10

Yoni Mudra – das Yoni-Siegel (Yonimudrā)

(33) Der Yogi sollte in der Haltung des Adepten sitzen (Siddhasana) und verschließe (blockiere) die Ohren mit den Daumen, die Augen mit den Zeigefingern, die Nasenlöcher mit den Mittelfingern und den Mund mit den Ringfingern und den kleinen Fingern.

(34) Nachdem der Yogi Prāṇa mit wiederholten Anwendungen der Kaki Mudra (siehe unten) eingezogen hat, soll er dieses dann mit dem Abhauch (apāna) verbinden (vereinigen, siehe hier). Dann meditiere nacheinander über die sechs Chakras. Mit den Mantras huṃ und haṃsa (diese wiederholend) soll der weise Yogi dann

(35) die schlafende Schlangengöttin (Kundalini) zum Bewusstsein bringen und sie zusammen mit der vitalen Essenz (jīva) zum höchsten Lotos (Sahasrara) erheben.

(36) Nachdem er nun selbst zur der Göttin Shakti (śakti) gemacht wurde (sich damit identifiziert hat), visualisiere er die höchste Vereinigung mit Śhiva sowie verschiedene Freuden, Genüsse und ultimative Glückseligkeit.

(37) Als Ergebnis der Vereinigung von Śhiva und der Göttin sollte er das ultimative Ziel auf Erden erfahren. Mit glückseligem Verstand soll er erkennen, dass er Brahman ist.

(38) Das große Yoni-Mudra ist höchst geheim zu halten. Es ist schwer zu erhalten, selbst für die Götter. Sobald er diese Mudra beherrscht, ist der Yogi sicher in Samādhi eingetreten.

In manchen Ausgaben folgen nun die folgenden Verse (durch solche Versauslassungen bzw. Hinzufügungen sind die Anzahl der für die Gheranda Samhita angegebenen Verse unterschiedlich). Ich habe sie u.a. in "Fakire und Fakirtum" entnommen:

  • Wer sich der Sünden eines Brahmanenmörders, eines Lebensfruchtabtreibers, eines Schnappstrinkers oder eines Schänders des Bettes schuldig gemacht hat, wird frei davon, wenn er Yoni Mudra ausführt.
  • Alle kleinen und großen Sünden schwinden durch die Ausführung der Yoni Mudra. Darum übe man sie eifrig, wenn man sich nach Erlösung sehnt.

Siehe auch die Anmerkungen zu Yoni Mudra unten bei Shakti Chalini Mudra.

11

Vajroli Mudra

(39) Man stütze sich mit beiden Handflächen auf die Erde, strecke die Füße hoch und den Kopf in die Luft, um die Shakti (Kundalini) zu erwecken und ein langes Leben zu erreichen. Dies nennen die Heiligen Vajroli Mudra.

Die Übung wird heutzutage (auch) so gelehrt: Stütze die Hände auf den Boden, verschränke die Fersen hinter dem Kopf und hebe dann das Gesäß vom Boden hoch.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Diese Praxis ist die Vorzüglichste und Ursache für die Erlösung des Yogis. Sie bringt dem Yogi Heil und Vollendung.
  • Dank dieser Praxis tritt sicher Vollendung in Bezug auf die Bindu (Tropfen, Samen) ein und wenn diese mühsame Bindu-Vollendung einmal erlangt ist, was glückt dem nicht alles auf der Erde.
  • Wenn man diese Mudra ausübt erlangt man jede Vollendung, auch wenn man sich zahlreichen Genüssen hingibt.

Mehr im Beitrag Vajroli Mudra.

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Die Stimulation der Göttin: Shakti Chalini Mudra (śakticālana)

(40) Die hohe Göttin Kuṇḍalinī, die Energie (śakti) des Selbst, schläft in der Basisunterstützung (mūlādhāra) in Form einer Schlange, die dreieinhalb Mal gewunden ist.

(41) Solange die Kundalini im Körper schläft, ist die Lebensessenz (Jiva) nur ein gebundenes Tier und Wissen kann nicht entstehen, selbst wenn der Yogi unzählige (zehn Millionen) Yogaübungen praktiziert.

(42) Genauso wie ein Torweg mit einem Schlüssel [gewaltsam] geöffnet wird, sollte der Yogi die Kuṇḍalinī erwecken und damit das Tor von Brahman aufbrechen [und die Sushumna durchdringen].

(43) Der Yogi sollte seine Taille in ein Tuch wickeln (den Nabel mit einem Tuch umwickeln) und – nicht nackt draußen – in einem privaten (geheimen oder geschlossenen) Raum bleiben und die Stimulation der Göttin (Shakti Chalini, śakticālana) [in diesem Raum] üben.

(44) Die Anforderungen an das Tuch sind, daß es eine Elle lang, ungefähr vier Finger breit, weich, weiß und zart sein sollte. Der Yogi sollte eine solche Decke anziehen und mit einer Hüftschnur um seine Taille binden.

(45) Er sollte seinen Körper mit Asche beschmieren und in der Haltung des Adepten (Siddhasana) sitzen. Indem er Prana durch seine Nasenlöcher einzieht, sollte er es zwingen, sich mit Apāna [Abwind im Sinne von abwärts gerichtetem Prana] zu verbinden.

(46) Er soll den Anus sanft mit Hilfe der Ashvini Mudra (siehe unten) kontrahieren, bis der Atem (vāyu) gezwungen ist, in den zentralen Kanal (suṣhumnā) einzudringen und seine Anwesenheit dort zu manifestieren (im Sinne von: sich dem Yogi bemerkbar machen).

(47) Dann, weil man den Atem (Vayu) einschränkt, hält die Kuṇḍalinī den Atem an und erstickt, so dass sie den aufwärts gerichteten Pfad (Sushumna) betritt.

(48) Ohne die Shakti Chalini gelingt das Yoni Mudra nicht. Der Yogi sollte zuerst die Shakti Chalini üben und dann das Yoni Mudra üben.

(49) Ich habe dir so die Stimulation der Göttin – Shakti Chalini – beigebracht, Oh Caṇḍakapāli. Der Yogi sollte sich bemühen, Shakti Chalini geheim zu halten und es jeden Tag zu praktizieren.

Mehr im Beitrag Shakti Chalani Mudra.

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Die Teich-Mudra Tadagi Mudra (taḍāgimudrā)

(50) Der Yogi sollte den Bauch nach hinten und oben ziehen [einge Übersetzungen schreiben: in der Pashimottanasana/Vorwärtsbeuge), damit er wie ein Teich (Wasserloch) aussieht. Das ist das große Teich-Siegel. Es zerstört Alter und Tod.

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Das Froschmudra Manduki Mudra (maṇḍūkīmudrā)

(51) Der Yogi sollte den Mund versiegeln und die Wurzel der Zunge (Spitze der Zunge gegen den Gaumen) bewegen. Dann sollte er langsam den Nektar [der Unsterblichkeit] schlucken. Dies nennt man das Manduki Mudra.

(52) Für den, der regelmäßig Manduki Mudra praktiziert, entstehen weder Runzeln noch Alter; er bekommt ewige Jugend und seine Haare werden nicht grau (reif).

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Shambhavi Mudra (śāmbhavīmudrā)

(53) Der Yogi sollte [den Raum] zwischen die [den] Augen schauen und das Denken auf den Atman richten [alternativ: die Freuden des Selbst (Atman) beobachten]. Dies ist das Mudra von Shambhavi (śāmbhavī), das in allen Tantra-Schriften geheim gehalten wird.

(54) Die Veden, Śāstras und Purāṇas [die heiligen Texte] zusammengenommen sind wie gewöhnliche Kurtisanen, dieses Shambhavi Mudra [dem gegenüber] aber wird versteckt wie eine Dame aus guter Familie.

(55) Wer das Shambhavi Mudra kennt, ist kein anderer als der ursprüngliche Herr Ādinātha [bzw. Shiva], er ist Nārāyaṇa [bzw. Vishnu] selbst, er ist Brahman der Schöpfer.

(56) Maheśvara hat gesagt: "Wahrhaftig, wahrhaftig und nochmals wahrhaftig, wer dies weiß [Shambhavi Mudra kennt], der ist Brahman und niemand anders."

Siehe auch den Beitrag Shambhavi Mudra.

Die fünf Dharanas [Fixierungen] (pañca dhāraṇā)

(57) Ich habe dir das Mudra von Shambhavi gelehrt. Jetzt höre die fünf Dharanas [Fixierungen]. Durch das Üben der Dharanas ist dem Yogi alles auf der Erde möglich.

(58) Der Yogi kann dadurch in seinem sterblichen Körper die himmlischen Bereiche [Svargaloka] besuchen und wieder verlassen; er kann sich so schnell wie die Gedanken bewegen und hat die Kraft [Fähigkeit], durch den Äther [die Luft] zu reisen. Es gibt keine andere Möglichkeit, dies zu erreichen [nicht anders].

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a) Erdfixierung Parthividharana Mudra

(59) Das Erdelement [Prithivi-Tattva] leuchtet wie ein Stück Rauschgelb [meint: goldgelb, bersteinfarben] und enthält die Silbe Lam [als geheimes Symbol oder Samen]. Es wird von Brahmān begleitet [als vorsitzende Gottheit], ist quadratisch und liegt im Herzen. Der Yogi sollte dort zweieinhalb Stunden lang [die Zeit von fünf Ghatikas] seinen Atem [mit Kumbhaka] und seine Gedanken [Chitta] festhalten. Das ist die Erdfixierung, genannt Adhodharana; damit erobert der Yogi die Erde und kein Element der Erde kann ihn verletzen. Zudem bringt es ihm Beständigkeit [z.b. um längere Zeit zu sitzen].

Die Erdfixierung wird in "Fakire und Fakirtum" als Parthividharana Mudra bezeichnet. Folgender Vers ist dort zusätzlich zu finden:

  • Wer Parthividharana Mudra beständig ausführt, der wird selbst zum Todesbesieger und wandelt als Vollendeter auf Erden.

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b) Wasserfixierung Ambhasi Dharana Mudra

(60) Einem Muschelhorne oder dem Mond ähnlich, weiß wie Jasmin, hinreichend glänzend, mit dem Buchstabe V [andere Übersetzung: der Silbe Vam] als Symbol ihres [glücksverheißenden] Nektars versehen, stets in Verbindung mit Vishnu [Gottheit] – so ist das Wesen der Wasserfixierung Ambhasi. Wenn man dabei 2,5 Stunden [fünf Ghatikas] den Atem samt dem Denken verborgen festhält [andere Übersetzung: das Wasserelement zwei Stunden lang mit Prana und dem Denken verschmelzen lässt], so ist das Ambhasi Dharana, die unerträgliche Leiden und Sünden fortspült.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Der Yogi-Wissende, der diese so hohe Ambhasi Dharana versteht, findet selbst in tiefem und grausigen Wasser nicht den Tod.
  • Diese höchste Mudra aber ist sorgfältig geheim zu halten; wird sie weitererzählt, schwindet die Vollendung; wirklich, ich spreche die Wahrheit.

18

c) Die Feuerfixierung Agneyi Dharana Mudra

(61) Das Feuer-Tattva findet sich am Nabel, ähnelt in der Farbe einem Leuchtkäfer, seine Form ist dreieckig, es besteht aus Glut, leuchtend rot; sein Symbol ist Ram [ra, Buchstabe R]; die verbundene Gottheit ist Rudra, es verleiht Erfolg [Vollendung]. Fixiere das Prana mitsamt dem Chitta [Geist, Denken] in diesem Tattva [Element] für 2,5 Stunden [fünf Ghatikas] – das ist die Feuer-Dharana, Zerstörerin der Furcht vor dem Tod, Feuer kann dem Yogi nichts mehr anhaben.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Wenn der Praktizierende in brennendes Feuer geworfen wird, durch die Kraft dieses Mudra bleibt er am Leben, ohne Angst vor dem Tod.

19

d) Die Luftfixierung Vayavi Dharana Mudra

(62) Das Luftelement [Vayavi Tattva] hat die Farbe schwarz wie Augensalbe, es ist von rauchfarbigem Aussehen und besteht aus Sattva [sattvische Qualität]. Die zugehörige Silbe ist Yam [alternativ: Buchstabe Ya oder Y], die zugeordnete Gottheit ist Ishvara. Fixiere das Prana mit dem Chitta [Geist, Denken] für 2,5 Stunden [fünf Ghatikas] in diesem Element. Das ist Vayavi Dharana, welche den Yogi durch die Luft wandeln lässt.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Dieses höchste Mudra vernichtet Alter und Tod, man stirbt nicht durch Winde; Sie spendet das Wandeln in der Luft. Du sollst es vor den Profanen geheim halten, ansonsten zerstörst du seine Wirkung; Oh Chanda, das ist wirklich die Wahrheit.

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e) Die Raum-(Äther)fixierung Akasi Dharana Mudra

(63) Das Äther-Element hat die Farbe von reinem Meereswasser. Es hat als Gottheit Sadashiva und als Silbe Ham [alternativ: Buchstabe ha oder den Laut h] zur Seite. Fixiere das Prana mit dem Chitta [Geist, Denken] für 2,5 Stunden [fünf Ghatikas] in diesem Element. Das ist die Äther-Dharana. Sie öffnet die Torflügel zur Erlösung.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Wer die Mudra Akasi Dharana kennt, der ist ein wahrer Yogi. Der Tod wird ihn nicht ereilen, noch wird er beim Weltuntergang [Pralaya] vergehen.

 

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Das Āśvinī Mudra (aśvinīmudrā)

(64) Der Yogi sollte die Öffnung des Afters immer wieder kontrahieren und erweitern. Das ist das Siegel von aśvinī. Es weckt die Göttin [Kundalini].

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Die Asvini Mudra ist sehr wichtig: sie beseitigt die Krankheiten des Rectums, sie gibt Kraft und bewahrt vor einem vorzeitigen Tod.

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Das Fallensteller-Mudra Pashini Mudra (pāśinīmudrā)

(65) Der Yogi sollte seine Füße hinter seinen Nacken werfen und sie stramm zusammenhalten wie eine Schlinge. Das ist die Fallensteller-Mudra, Pashini Mudra. Es weckt die Göttin [Kundalini].

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Dieses große Mudra gibt Kraft und Nahrung. Sie muss von dem Yogi, der den Erfolg will, mit großer Sorgfalt ausgeführt werden.

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Das Krähen-Mudra Kaki Mudra (kākīmudrā)

(66) Der Yogi sollte seinen Mund wie einen Krähenschnabel machen und sehr langsam Luft einatmen [die Luft trinken]. Das ist das Krähen Mudra – Kaki Mudra. Es zerstört alle Krankheiten.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Die Kaki Mudra ist eine hohe Mudra, die in allen Tantra-Texten geheim gehalten wird. Wer dies übt, wird wie eine Krähe von allen Krankheiten frei.

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Das Elefanten-Mudra Mātaṅginī Mudra (mātaṅginīmudrā)

(67) Im Wasser bis zu seinem Hals stehend, sollte der Yogi Wasser durch seine Nasenlöcher ziehen. Dann sollte er es aus seinem Mund wieder herauslassen, bevor er es wieder durch seinen Mund hereinzieht.

(68) Dann sollte er dieses Wasser wieder aus seinen Nasenlöchern hinausbefördern. Er sollte das immer und immer wieder tun. Das große Matangini Mudra zerstört Vergehen und Tod.

Ergänzende(r) Vers(e) u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • An einem einsamen Orte ohne Menschen vollbringe man voll konzentriert die Elefanten-Mudra. Dann wird man stark wie ein Elefant. Wo immer er sich auch befindet wird der Yogi sich mit dieser Mudra großer Annehmlichkeiten erfreuen. Darum sollte diese Mudra mit großer Sorgfalt durchgeführt werden.

25

Das Schlangen Mudra Bhujangini Mudra (bhujagīmudrā)

(69) Der Yogi sollte seinen Mund [Nacken] leicht nach vorne schieben [etwas vorstrecken] und Luft durch seine Kehle saugen [durch die Kehle einziehen]. Das ist das Bhujangini Mudra. Es zerstört Vergehen und Tod.

(70) Der Yogi, der das Schlangen Mudra praktiziert, zerstört schnell alle Krankheiten im Leibe [Magen], insbesondere Verdauungsstörungen und dergleichen.

Abschließende Bemerkungen von Gheranda

Ergänzende(r) Vers(e) zu den Segnungen der Mudras allgemein, gefunden u.a. in "Fakire und Fakirtum":

  • Oh Chanda-Kapapli! Dies habe ich dir im Kapitel über Mudras gelehrt. Die Mudras werden von allen Adepten geliebt und zerstören Krankheit und Tod.
  • Diese sollten nicht öffentlich gelehrt werden, keiner bösen Person und keinem ohne Vertrauen [Glauben]. Alles sollte mit großer Sorgfalt geheim gehalten werden. Die Mudras sind schwierig zu meistern, sogar von den Göttern.
  • Diese Mudras, die Freude und Befreiung schenken, sollen [nur] einer ruhigen, friedfertigen und arglosen Person gelehrt werden, die ihrem Lehrer ergeben ist und die aus einer guten Familie stammt.
  • Diese Mudras zerstören alle Krankheiten. Sie erhöhen das Verdauungsfeuer bei denjenigen, die sie täglich praktizieren.
  • Zu diesen kommt weder Alter noch Tod. In ihnen ist keine Furcht vor Feuer, Wasser oder Luft. ...
  • Oh Chandra, was soll ich weiter sagen? In Kürze: da gibt es nichts in der Welt wie die Mudras, das [so] schnellen Erfolg bringt.

Die 25 Mudras grob geordnet

Die 25 Mudras der Gheranda Samhita lassen sich grob in mehrere Gruppen einteilen. Diese Ordnung stammt nicht in dieser modernen Tabellenform aus dem Text selbst, hilft aber beim Verständnis.

  • 1. Körper- und Verschlusstechniken
    Dazu gehören etwa Maha Mudra, Mula Bandha, Maha Bandha, Maha Vedha, Uddhiyana Bandha und Jalandhara Bandha. Sie arbeiten mit Haltung, Fersendruck, Beckenboden, Bauchraum, Halsverschluss und Atemlenkung.
  • 2. Zungen-, Gaumen- und Blicktechniken
    Hierzu zählen Nabho Mudra, Khechari Mudra, Manduki Mudra und Shambhavi Mudra. Sie verbinden Zunge, Gaumen, Blickrichtung und innere Konzentration. Besonders Khechari ist dabei eine der umstrittensten und heikelsten Praktiken.
  • 3. Umkehr- und Haltungen mit starkem Körpereinsatz
    Zu dieser Gruppe lassen sich Viparita Karani, Pashini Mudra, Vajroli Mudra und teilweise Tadagi Mudra zählen. Der Körper wird hier nicht nur als Sitzplatz der Meditation verstanden, sondern als aktives Werkzeug.
  • 4. Atem-, Energie- und Kundalini-Praktiken
    Yoni Mudra, Shakti Chalini, Ashvini Mudra, Kaki Mudra und Bhujangini Mudra stehen in engem Zusammenhang mit Prana, Apana, Kundalini und innerer Sammlung. Manche dieser Praktiken berühren Bereiche, die heute mit Atemschule, Beckenbodenarbeit oder psychosomatischer Wahrnehmung in Verbindung gebracht werden könnten. Die traditionelle Bedeutung geht jedoch darüber hinaus.
  • 5. Element-Konzentrationen
    Die fünf Dharanas richten die Aufmerksamkeit auf Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Sie zeigen besonders deutlich, dass Mudra in der Gheranda Samhita nicht nur körperliche Technik ist. Es geht auch um Visualisierung, Symbolik, Mantra, Elementenlehre und meditative Stabilität.

Welche Mudras sind heute noch geläufig?

Einige Mudras aus der Gheranda Samhita sind auch im heutigen Yoga noch bekannt. Andere werden nur selten, stark verändert oder gar nicht mehr praktisch gelehrt.

MudraHeutige BekanntheitEinordnung
Mula Bandha hoch Wird in vielen Yogarichtungen als Beckenbodenaktivierung oder energetischer Verschluss gelehrt.
Uddhiyana Bandha hoch Bekannt aus Hatha Yoga, Pranayama und Kriya-Praxis; sollte vorsichtig geübt werden.
Jalandhara Bandha mittel bis hoch Vor allem in Verbindung mit Atemübungen und Kumbhaka relevant.
Viparita Karani hoch Heute oft als sanfte Umkehrhaltung bekannt, klassisch jedoch energetisch gedeutet.
Shambhavi Mudra mittel Bekannt als Blick- und Konzentrationstechnik.
Ashvini Mudra mittel Wird teilweise als Beckenboden- oder Analverschlussübung vermittelt.
Khechari Mudra niedrig bis mittel Bekannt, aber wegen der klassischen Zungenpraxis umstritten und selten vollständig gelehrt.
Vajroli Mudra niedrig Stark traditionsabhängig, oft tabuisiert und in moderner Praxis kaum offen gelehrt.
Matangini Mudra sehr niedrig In heutiger Yogapraxis selten; wirkt eher wie eine historische Spezialtechnik.
Bhujangini Mudra niedrig Wird gelegentlich erwähnt, ist aber nicht breit verbreitet.

Diese Übersicht ersetzt keine Praxisanleitung. Sie zeigt nur, dass zwischen klassischer Texttradition und modernem Yogaunterricht ein deutlicher Abstand liegt. Manche Übungen sind lebendig geblieben, andere stehen eher wie alte Werkzeuge in einer Vitrine: interessant, aber nicht unbedingt für den Alltag gedacht.

Wie man dieses Kapitel heute sinnvoll lesen kann

Dieses Kapitel lässt sich auf drei Ebenen lesen.

  • Erstens als historisches Dokument. Es zeigt, wie anspruchsvoll und körperbezogen der klassische Hatha Yoga war. Yoga war hier nicht nur Dehnung, Entspannung oder Lebensstil, sondern ein Weg der bewussten Umgestaltung von Körper und Geist.
  • Zweitens als symbolischer Text. Sonne und Mond, Nektar und Kundalini, Tod und Unsterblichkeit sind nicht nur wörtliche Behauptungen. Sie bilden eine Sprache, in der innere Erfahrung, Energie und spirituelle Hoffnung beschrieben werden.
  • Drittens als Praxisimpuls mit Vorsicht. Einige Elemente können auch heute inspirieren: bewusstes Sitzen, Atemwahrnehmung, Sammlung, innere Stabilität, Schulung des Blicks, Achtsamkeit für den Beckenboden und Respekt vor dem eigenen Körper. Andere Elemente gehören eher in den Bereich fortgeschrittener Traditionen und sollten nicht eigenständig ausprobiert werden.

Vielleicht ist das die vernünftigste Haltung: Die Gheranda Samhita nicht entzaubern, aber auch nicht verklären. Sie ist kein Fitnessplan. Sie ist ein alter, kraftvoller Text. Und alte kraftvolle Texte haben manchmal die Eigenart, dass sie nicht nett fragen, ob sie in unser modernes Weltbild passen.

Die Gheranda Samhita im Zusammenhang des Hatha Yoga

Die Gheranda Samhita gehört zu den wichtigen klassischen Texten des Hatha Yoga. Sie ist als Lehrgespräch zwischen dem Weisen Gheranda und seinem Schüler Chanda Kapali aufgebaut. Anders als moderne Yogabücher will sie keine sanfte Einführung in Bewegung, Entspannung und Gesundheit bieten. Sie beschreibt einen anspruchsvollen Weg der körperlichen, energetischen und geistigen Schulung.

Charakteristisch ist der sogenannte siebenfache Yogaweg der Gheranda Samhita. Er umfasst Reinigung, Kräftigung, Stabilität, Beruhigung, Leichtigkeit, Wahrnehmung und schließlich Sammlung beziehungsweise Befreiung. Die Mudras stehen in diesem System nicht am Anfang. Sie setzen voraus, dass der Körper vorbereitet, die Aufmerksamkeit geschult und die Praxis nicht bloß neugierig, sondern ernsthaft betrieben wird.

Das erklärt auch den Ton des Textes. Die Gheranda Samhita spricht häufig in großen Bildern: Krankheit, Alter und Tod sollen überwunden, die Kundalini soll erweckt, der Nektar der Unsterblichkeit bewahrt werden. Solche Aussagen sind typisch für die religiös-yogische Literatur. Sie sind keine medizinischen Garantien, sondern Ausdruck einer spirituellen Praxiswelt, die den Körper als Instrument der Bewusstseinsverwandlung versteht.

Vergleich mit anderen Hatha-Yoga-Texten

Viele der in der Gheranda Samhita genannten Mudras sind auch aus anderen Hatha-Yoga-Traditionen bekannt. Besonders Maha Mudra, Maha Bandha, Maha Vedha, Khechari Mudra, Viparita Karani, Mula Bandha, Uddhiyana Bandha und Jalandhara Bandha spielen auch in der Hatha Yoga Pradipika eine wichtige Rolle.

Auffällig ist jedoch, wie systematisch die Gheranda Samhita die Mudras aufzählt und erweitert. Sie nennt nicht nur einzelne berühmte Techniken, sondern stellt eine ganze Reihe körperlicher, energetischer und meditativer Verfahren zusammen. Dadurch wirkt das dritte Kapitel fast wie ein kleines Kompendium fortgeschrittener Hatha-Yoga-Praxis.

Für die Lektüre ist das hilfreich: Die Mudras stehen nicht zufällig nebeneinander. Sie kreisen immer wieder um dieselben Grundthemen: Atem, Verschluss, Konzentration, Kundalini, Nektar, Lebensenergie, Kontrolle der Sinne und Samadhi. Wer diese Leitmotive erkennt, liest die einzelnen Verse nicht mehr als bunte Sammlung seltsamer Übungen, sondern als Bausteine eines geschlossenen Weltbildes.

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Fun Facts zum 3. Kapitel

  • Die Gheranda Samhita nennt 25 Mudras, aber nur 32 Asanas.
    Für heutige Yogaaugen wirkt das fast verkehrt herum: Moderne Yogapraxis denkt oft zuerst an Körperhaltungen. In der Gheranda Samhita nehmen die Mudras jedoch eine auffallend starke Stellung ein – als Techniken zur Stabilisierung und Transformation des Körpers.
  • Der Text beschreibt keinen achtgliedrigen Yoga wie Patanjali, sondern einen siebenfachen Weg.
    Die Gheranda Samhita arbeitet mit Shatkarma, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama, Dhyana und Samadhi. Das ist eine andere Architektur als der berühmte achtgliedrige Pfad des Yoga-Sutra.
  • Die Gheranda Samhita nennt ihren Yoga „Ghatastha Yoga“.
    „Ghata“ bedeutet sinngemäß Gefäß oder Topf. Der Körper wird also nicht als lästige Verpackung betrachtet, sondern als Gefäß der Praxis. Man könnte sagen: Der Mensch ist hier kein Geist mit Rückenschmerzen, sondern ein Übungsgefäß mit spirituellem Auftrag.
  • Der Text ist wahrscheinlich jünger, als viele bei „alter Yogaschrift“ vermuten.
    Die Gheranda Samhita wird meist in die späte Zeit des 17. Jahrhunderts eingeordnet. Sie ist also klassisch, aber nicht uralt im Sinne vedischer Frühzeit.
  • Von der Gheranda Samhita sind mehrere Handschriften bekannt.
    Für kritische Ausgaben wurden verschiedene Handschriften und Drucktexte herangezogen; in Sekundärangaben ist von 14 Manuskripten die Rede. Das erklärt, warum es bei Verszählung, Lesarten und Übersetzungen Unterschiede geben kann.
  • Die erste englische Übersetzung stammt von Srisa Chandra Vasu.
    Für viele westliche Leser wurde die Gheranda Samhita überhaupt erst über solche frühen Übersetzungen zugänglich. Das ist wichtig, weil Übersetzungen nicht nur übertragen, sondern auch deuten – manchmal elegant, manchmal eigenwillig, gelegentlich mit Staub auf den Begriffen.
  • Khechari Mudra ist eines der drastischsten Beispiele dafür, dass klassische Yogatexte keine Wellnessbroschüren sind.
    Die fortgeschrittene Form wird traditionell mit dem Zurückführen der Zunge in Richtung Nasenrachenraum verbunden; manche Überlieferungen erwähnen sogar eine allmähliche Verlängerung der Zunge. Für heutige Praxis ist das ein klarer Fall für äußerste Vorsicht.
  • Die Gheranda Samhita gilt als besonders enzyklopädischer Hatha-Yoga-Text.
    James Mallinsons Ausgabe bezeichnet sie als einen der umfassendsten klassischen Yogatexte. Das passt gut zum Eindruck des dritten Kapitels: Der Text sammelt nicht nur ein paar Techniken, sondern entfaltet ein ganzes System aus Körper, Atem, Energie und Bewusstsein.

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Zusammenfassung 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma – Praxis der sechsfachen Reinigung

Frau bei Neti, der Nasenreinigung. Text: 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma

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Wer sich mit der Gheranda Samhita beschäftigt, stößt schnell auf eine überraschend klare, fast schon nüchterne Sicht auf Yoga: kein Wellnessprogramm, sondern ein strukturiertes Übungssystem mit Anspruch. Dieser Artikel ordnet die Lehre des ersten Kapitels ein, erklärt die Funktion der Shatkarmas im Gesamtgefüge des Hatha Yoga und zeigt, warum Reinigung hier nicht als Nebensache, sondern als Voraussetzung für Erkenntnis verstanden wird. Wer verstehen möchte, wie aus körperlicher Praxis ein innerer Weg wird, findet hier eine fundierte und zugleich differenzierte Orientierung.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma – Praxis der sechsfachen Reinigung


Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen

Alte Schrift auf Schreibtisch, Buddha-Statue. Text: 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana

Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen

Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 1: Hier fällt die Zahl 8 Millionen und 400 Tausend Asanas (so viele wie Tierarten ...) gebe es. Gott Shiva persönlich soll sie ursprünglich gelehrt haben. Jedoch nur 84 seien hervorragend (richtig), und davon seien 32 für den Menschen nützlich ("der Menschheit heilbringend"). Diese 32 werden im Kapitel 2 der Gheranda Samhita näher beschrieben.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen


Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara

4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara - Symbolbild

Zusammenfassung und Erläuterungen zum 4. Kapitel der Gheranda Samhita: Pratyahara – das Zurückziehen des Geistes – erklärt

Das vierte Kapitel der Gheranda Samhita behandelt Pratyahara, das bewusste Zurückziehen des Geistes von den Sinnesobjekten. Gemeint ist nicht, dass die Sinne bekämpft oder unterdrückt werden sollen. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen bleiben, was sie sind: Tore zur Welt. Doch der Geist soll nicht jedem Reiz hinterherlaufen wie ein ungeduldiger Hund an fünf Leinen.

In der Gheranda Samhita gehört Pratyahara zum siebenstufigen Yogaweg. Es folgt auf Reinigung, Asana und Mudra und bereitet die weiteren Stufen wie Pranayama, Dhyana und Samadhi vor. Während Patañjali Pratyahara im achtgliedrigen Yoga als fünftes Glied nennt, steht es bei Gheranda an vierter Stelle. Das zeigt: Die Gheranda Samhita setzt eigene Akzente. Sie ist kein bloßer Kommentar zu Patañjali, sondern ein praktisches Lehrwerk des Hatha Yoga.

Der Kern des Kapitels ist schlicht, beinahe nüchtern: Der Geist wandert. Man holt ihn zurück. Wieder und wieder. Er folgt dem Blick, dem Klang, der Berührung, dem Geruch und dem Geschmack. Pratyahara bedeutet, diesen Automatismus zu bemerken und den Geist wieder unter die eigene Führung zu bringen.

Hier weiterlesen: Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara


5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama

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Das fünfte Kapitel der Gheranda Samhita widmet sich den yogischen Atemtechniken: Pranayama. Gleich im ersten Vers wird das Resultat ausdauernder Pranayamaübung klar benannt: Der Praktizierende wird gottgleich.

Prana steht im Yoga für Lebensenergie. Meist werden beim Pranayama zwei Ziele verfolgt:

  • Mehr Lebensenergie zu erhalten.
  • Den Geist zu beruhigen und zu sammeln.

Immer wieder, so auch hier, wird vor dem allzu sorglosen Üben von Pranayama gewarnt. Zu fatal können die Auswirkungen von falschem und allzu heftig durchgeführten Atemübungen sein. Darum wird immer die Schulung durch einen fachkundigen Lehrer angemahnt.

Aus meiner Sicht spricht aber nichts dagegen, die sanften Atemtechniken mit dem primären Ziel des ruhigen Geistes zu üben. Diese sind Bestandteil vieler spiritueller Lehren und werden seit Jahrtausenden angewendet.

Die einzelnen Verse des fünften Kapitels der Gheranda Samhita lauten frei übersetzt:

Hier weiterlesen: 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama


6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana

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Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita widmet sich Dhyana. Dhyana wird in der Regel mit Meditation übersetzt und ist im achtgliedrigen Yoga-Pfad im Yogasutra von Patanjali die siebte Stufe auf dem Weg zur Erleuchtung. Danach folgt, wie auch in der Gheranda Samhita, der Samadhi.

Die folgende Yogaschulung enthält keinerlei Stellungen bzw. körperliche Übung mehr, sondern widmet sich der inneren, geistigen Praxis. Gheranda beschreibt drei verschiedene Meditationstechniken und nominiert, welche Meditationsart (mit deutlichem Vorsprung!) die Beste sei.

Hier weiterlesen: 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana


7. Kapitel Gheranda Samhita: Samadhi

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Das letzte Kapitel der Gheranda Samhita widmet sich dem Thema Samadhi: der Höhepunkt aller Yoga-Bemühungen, Einheit von Subjekt und Objekt, völlige Versenkung und tiefe Erkenntnis. Samadhi ist das letzte Glied im achtfachen Yogapfad, wie er im Yogasutra von Patanjali beschrieben wird.

Die Schriften unterscheiden verschiedene Stufen im und Wege zum Samadhi. Die Gheranda Samhita nennt sechs Pfade, die zur höchsten Erleuchtung führen sollen.

Hier weiterlesen: 7. Kapitel Gheranda Samhita: Samadhi


Zeichnungen aus der Gheranda Samhita

Die folgenden Abbildungen entstammen dem Buch "Fakire und Fakirtum - Yoga-Lehre und Yoga-Praxis nach den indischen Originalquellen" von Prof. Dr. Richard Schmidt aus dem Jahre 1907. Sie sind originalgetreu nachgezeichnet.

Hier weiterlesen: Zeichnungen aus der Gheranda Samhita


alte yoga schriften 250

➔ Zu allen alten Schriften auf Yoga-Welten.de

Weitere oft aufgerufene alte Schriften

Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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