Die folgenden Abbildungen entstammen dem Buch "Fakire und Fakirtum - Yoga-Lehre und Yoga-Praxis nach den indischen Originalquellen" von Prof. Dr. Richard Schmidt aus dem Jahre 1907. Sie sind originalgetreu nachgezeichnet.
Zu den Abbildungen
Prof. Dr. Richard schreibt zu den Zeichnungen: Die Zeichnungen sind "... nach den in seinem [die Originale stammen von Prof. Dr. Garbe] Besitz befindlichen, ein Unikum darstellenden Originalillustrationen zur Gherandasamhita, einem Hauptwerk über die Yogins, reproduziert sind. In Benares 1886 von ihm erworben, sind diese von einem Yogin angefertigten Bilder, die hier in getreuem Schwarzdruck vorliegen, für das Verständnis des Textes von großer Wichtigkeit; ihre Seltenheit aber ist nur dazu angetan, ihren Wert noch zu erhöhen."
Siddhasana
Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 7
Padmasana
Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 8
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Matsyendrasana
Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 8
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Zusammenfassung 1. Kapitel Gheranda Samhita: Shatkarma – Praxis der sechsfachen Reinigung
Zusammenfassung vom ersten Kapitel der Gheranda Samhita: Shatkarma – Praxis der sechsfachen Reinigung
Wer sich mit der Gheranda Samhita beschäftigt, stößt schnell auf eine überraschend klare, fast schon nüchterne Sicht auf Yoga: kein Wellnessprogramm, sondern ein strukturiertes Übungssystem mit Anspruch. Dieser Artikel ordnet die Lehre des ersten Kapitels ein, erklärt die Funktion der Shatkarmas im Gesamtgefüge des Hatha Yoga und zeigt, warum Reinigung hier nicht als Nebensache, sondern als Voraussetzung für Erkenntnis verstanden wird. Wer verstehen möchte, wie aus körperlicher Praxis ein innerer Weg wird, findet hier eine fundierte und zugleich differenzierte Orientierung.
Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen
Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen
Gheranda Samhita, Kapitel II, Vers 1: Hier fällt die Zahl 8 Millionen und 400 Tausend Asanas (so viele wie Tierarten ...) gebe es. Gott Shiva persönlich soll sie ursprünglich gelehrt haben. Jedoch nur 84 seien hervorragend (richtig), und davon seien 32 für den Menschen nützlich ("der Menschheit heilbringend"). Diese 32 werden im Kapitel 2 der Gheranda Samhita näher beschrieben.
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 2. Kapitel Gheranda Samhita: Asana – die Körperstellungen
Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita: die 25 Mudra
Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita: die 25 Mudra
Das dritte Kapitel der Gheranda Samhita beschreibt 25 Mudras, die im klassischen Hatha Yoga als besonders wirksame Praktiken gelten. Dabei geht es nicht nur um Handgesten, sondern um Körperhaltungen, Atemlenkung, Energieverschlüsse, Konzentration und symbolische Innenerfahrung.
Gheranda schreibt: Es gibt nichts auf der Welt, dass so schnellen Erfolg im Yoga bringt wie die Mudras. Obwohl diese "unbedingt geheim gehalten" werden sollen, beschreibt er diese dann doch recht ausführlich ...
Viele Mudras beziehen sich auf zentrale Themen des Hatha Yoga: Prana, Apana, Kundalini, Sushumna, Nektar, Bandhas, Samadhi und die Überwindung gewöhnlicher Begrenzungen. Dieser Artikel hilft dabei, die einzelnen Mudras verständlich einzuordnen, ihre symbolische Sprache zu entschlüsseln und zugleich nüchtern zu unterscheiden: Was gehört zur historischen Yogatradition, was kann heutige Praxis inspirieren – und wo ist Vorsicht klüger als frommer Übereifer?
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 3. Kapitel Gheranda Samhita: die 25 Mudra
Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara
Zusammenfassung und Erläuterungen zum 4. Kapitel der Gheranda Samhita: Pratyahara – das Zurückziehen des Geistes – erklärt
Das vierte Kapitel der Gheranda Samhita behandelt Pratyahara, das bewusste Zurückziehen des Geistes von den Sinnesobjekten. Gemeint ist nicht, dass die Sinne bekämpft oder unterdrückt werden sollen. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen bleiben, was sie sind: Tore zur Welt. Doch der Geist soll nicht jedem Reiz hinterherlaufen wie ein ungeduldiger Hund an fünf Leinen.
In der Gheranda Samhita gehört Pratyahara zum siebenstufigen Yogaweg. Es folgt auf Reinigung, Asana und Mudra und bereitet die weiteren Stufen wie Pranayama, Dhyana und Samadhi vor. Während Patañjali Pratyahara im achtgliedrigen Yoga als fünftes Glied nennt, steht es bei Gheranda an vierter Stelle. Das zeigt: Die Gheranda Samhita setzt eigene Akzente. Sie ist kein bloßer Kommentar zu Patañjali, sondern ein praktisches Lehrwerk des Hatha Yoga.
Der Kern des Kapitels ist schlicht, beinahe nüchtern: Der Geist wandert. Man holt ihn zurück. Wieder und wieder. Er folgt dem Blick, dem Klang, der Berührung, dem Geruch und dem Geschmack. Pratyahara bedeutet, diesen Automatismus zu bemerken und den Geist wieder unter die eigene Führung zu bringen.
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 4. Kapitel Gheranda Samhita: Pratyahara
Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama
Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama (Atemübungen) erklärt
Das fünfte Kapitel der Gheranda Samhita führt mitten in eine der kraftvollsten und zugleich heikelsten Praktiken des Yoga: Pranayama, die Schulung von Atem und Lebensenergie. Gleich im ersten Vers wird das Resultat ausdauernder Pranayamaübung klar benannt: Der Praktizierende wird den Göttern gleich.
Prana steht im Yoga für Lebensenergie. Meist werden beim Pranayama zwei Ziele verfolgt:
- Mehr Lebensenergie zu erhalten.
- Den Geist zu beruhigen und zu sammeln.
Immer wieder, so auch hier, wird vor dem allzu sorglosen Üben von Pranayama gewarnt. Zu fatal können die Auswirkungen von falschem und allzu heftig durchgeführten Atemübungen sein. Darum wird immer die Schulung durch einen fachkundigen Lehrer angemahnt.
Aus meiner Sicht spricht aber nichts dagegen, die sanften Atemtechniken mit dem primären Ziel des ruhigen Geistes zu üben. Diese sind Bestandteil vieler spiritueller Lehren und werden seit Jahrtausenden angewendet.
Dieses fünfte Kapitel ist ein alter, dichter, manchmal fremder Text über die Frage, wie der Mensch durch den Atem feiner, wacher und innerlich geordneter werden kann. Die einzelnen Verse des fünften Kapitels der Gheranda Samhita lauten frei übersetzt:
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 5. Kapitel Gheranda Samhita: Pranayama
Zusammenfassung 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana
Gheranda Samhita Kapitel 6: Dhyana – die drei Arten der Meditation
Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita führt in einen Bereich des Yoga, in dem keine Körperhaltung mehr trägt und keine Atemtechnik mehr im Vordergrund steht: Dhyana, die meditative Kontemplation. Der Text beschreibt drei Wege der Meditation — über Form, Licht und das Subtile — und öffnet damit einen fremden, aber erstaunlich präzisen Innenraum.
Wer moderne Meditation vor allem als Stressreduktion kennt, begegnet hier einer älteren, bildstarken Yogasprache: mit Nektarmeer, Juweleninsel, Guru, Gottheit, Kundalini und Atman. Das ist nicht immer bequem, nicht immer sofort zugänglich, aber gerade deshalb wertvoll. Denn dieses Kapitel zeigt, wie klassischer Yoga den Geist nicht nur beruhigen, sondern verfeinern, sammeln und auf Selbsterkenntnis ausrichten will.
Hier weiterlesen: Zusammenfassung 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana
Zusammenfassung und Erläuterung vom 7. Kapitel der Gheranda Samhita: Samadhi
Gheranda Samhita, Kapitel 7: Samadhi – Ziel des Yoga
Das letzte Kapitel der Gheranda Samhita widmet sich Samadhi – dem Zielpunkt der gesamten Schulung. Nach Reinigung, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama und Dhyana geht es nun nicht mehr um Vorbereitung, sondern um Vollendung: um Sammlung, Befreiung und die Erkenntnis des Selbst. Die Sprache wird dabei größer, kühner, manchmal auch schwerer zugänglich. Samadhi ist kein hübscher meditativer Wohlfühlzustand, sondern in der Logik des Textes die Schwelle zur Mukti, zur Befreiung.
Hier weiterlesen: Zusammenfassung und Erläuterung vom 7. Kapitel der Gheranda Samhita: Samadhi
- Das Yogasutra – jede Sutra detailliert erläutert
- Die Hatha-Yoga-Pradipika – kapitelweise zusammengefasst
- Zusammenfassung der Bhagavad-Gita
- Eine kurze Zusammenfassung der Upanishaden und des Mahabharata
- Die Mandukya Upanishad – deutsche Übertragung
- Die Gheranda Samhita – kapitelweise zusammengefasst
- Yoga in der Bhagavad Gita – die bunte Vielfalt
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Weitere oft aufgerufene alte Schriften
- Yoga im Mahabmarata – erste Systematik
- Goraksa-Sataka – die älteste Hatha-Abhandlung
- Brahma-Sutra Bhashya von Sankara – der Kommentar von Sankara
- Mrigendra Tantra Yoga Pada
- Die Shiva Samhita

