Khalil Gibran „Von der Freiheit“ - Symbolbild

Inhalt: Khalil Gibran „Von der Freiheit“

Khalil Gibran „Von der Freiheit“: Text und Interpretation aus Yogasicht

Und ein Redner sagte:

"Sprich zu uns von der Freiheit."

Und er antwortete:

[er=der Prophet Almustafa, der 12 Jahre auf sein Schiff gewartet hatte, das ihn jetzt endlich in seine Heimat zurückbringen sollte. Vor seiner Abreise baten ihn einzelne Einwohner der Stadt Orphalese, ihnen ein letztes Mal seine Einsichten zu einem bestimmten Thema zu erläutern]

Am Tor der Stadt und an eurer Feuerstelle habe ich gesehen, wie ihr euch niederwerft und eure Freiheit anbetet,

wie Sklaven, die sich vor einem Tyrannen erniedrigen und ihn preisen, obgleich dieser sie tot schlägt.

Ja, im Gehölz des Tempels und im Schatten der Zitadelle habe ich die Freisten unter euch ihre Freiheit wie ein Joch und eine Handfessel tragen sehen.

Und mein Herz blutete in mir; ihr könnt nur frei sein, wenn ihr euren Wunsch zur Freiheit selbst zügelt, und wenn ihr damit aufhört, von Freiheit als ein Ziel und eine Erfüllung zu sprechen.

Ihr werdet tatsächlich frei sein, wenn eure Tage nicht ohne Sorge noch eure Nächte ohne einen Wunsch und ein Leid sind, sondern vielmehr, wenn diese Dinge euer Leben umzingeln und ihr euch dennoch über diese erhebt, nackt und ungebunden.

Und wie wollt ihr euch über eure Tage und Nächte erheben, wenn ihr nicht vorher eure Ketten zerbrecht, die ihr euch an der Morgendämmerung eures Verständnisses für eurer jetziges Leben angelegt habt?

In Wahrheit ist das, was ihr Freiheit nennt, die stärkste dieser Ketten, obgleich ihre Glieder in der Sonne glitzern und die [bzw. eure] Augen verwirren.

Und was sind es anderes als Fragmente eures eigenen Selbstes, die ihr fortwerfen würdet [bzw. müsstet], auf dass ihr frei werdet?

Wenn es ein ungerechtes Gesetz ist, welches ihr aufheben würdet [bzw. müsstet, um frei zu sein], dieses Gesetz wäre von eurer eigenen Hand auf eure eigene Stirn geschrieben.

Ihr könnt es nicht durch das Verbrennen eurer Gesetzbücher zerstören, noch durch das Waschen der Stirne eurer Richter, auch wenn ihr das [ganze] Meer über sie gießen würdet.

Und wenn es ein Despot ist, den ihr vom Thron vertreiben wollt, seht zuerst zu, dass ihr den Thron, den ihr ihm in euch errichtet habt, zerstört.

Denn wie kann ein Tyrann die Freien und die Stolzen gängeln, wenn diese nicht ihre eigene Freiheit tyrannisieren und sich ihres eigenen Stolzes schämen.

Und wenn es eine Sorge wäre, die ihr [zur Erlangung von Freiheit] loswerden wollt, so wäre diese Sorge eher von euch selbst gewählt als euch [von außen] auferlegt.

Und wenn es eine Furcht ist, die ihr vertreiben wollt, so hat diese ihren Sitz in eurem Herzen und nicht in der Hand des Gefürchteten.

Wahrlich, alle [diese] Dinge bewegen sich in eurem Wesen in konstanter halber Umklammerung, das Gewünschte und das Gefürchtete, das Abstoßende und das Gehegte, das Ersehnte und das, vor dem ihr entkommen wollt.

Diese Dinge bewegen sich in euch wie Licht und Schatten wie aneinandergeheftete Paare.

Und wenn der Schatten verblasst und nicht mehr ist, wird das Licht, das verbleibt, zum Schatten eines anderen Lichtes.

Und so wird eure Freiheit, wenn sie ihre Fesseln verliert, zur Fessel einer größeren Freiheit.

Aus: Khalil Gibran "Der Prophet"; Übersetzung mit Anmerkungen: Peter Bödeker (2018)
[...] = Einfügungen von Peter Bödeker

Was fühlt sich für dich am stärksten nach innerer Freiheit an?

 

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Yogische Bezüge: Freiheit, die nicht schon wieder zur neuen Kette wird

Gibrans Text wirkt zunächst wie eine Hymne auf die innere Freiheit – aber eine, die den Begriff Freiheit nicht einfach bejubelt. Im Gegenteil: Er schaut dorthin, wo Freiheit selbst zum Götzen werden kann. Genau hier beginnt die Nähe zur Yogaphilosophie. Yoga fragt nicht nur: „Wie werde ich frei?“ Sondern unbequemer: „Wer oder was in mir will eigentlich frei sein – und wovon?“

In der Sprache des Yoga wäre das ein klassisches Feld von Vairagya, also Nicht-Anhaften.

Yoga Sutra I-12: Übung (Abhyasa) und Nichtanhaften (Vairagya) führen zur Beruhigung der Bewegungen des Geistes (Nirodha)

Zur Sutra


Gemeint ist nicht Gleichgültigkeit, Kälte oder Weltflucht. Eher die Fähigkeit, nicht von jedem Wunsch, jeder Angst und jeder Kränkung am Nasenring durch die Manege geführt zu werden. Patanjalis Yoga-Sutra 1.12 bringt dafür das berühmte Doppel ins Spiel: Abhyasa – beständige Übung – und Vairagya – Loslassen, Nicht-Festhalten. Beide zusammen gelten als Weg, die Bewegungen des Geistes zu beruhigen.

Gibrans Satz, dass der Wunsch nach Freiheit selbst gezügelt werden müsse, erinnert daran: Auch ein edles Ziel kann zur inneren Unruhe werden. Wer ständig „frei“ sein will, ist womöglich noch immer gebunden – nur eben an die Vorstellung von Freiheit.

Welche "Kette" kennst du bei dir gut?

 

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Freiheit und Vairagya: Nicht besitzen, nicht besessen werden

Ein besonders naher Bezug liegt im yogischen Prinzip Aparigraha, dem Nicht-Greifen, Nicht-Horten, Nicht-Besitzenwollen.

Yoga Sutra II-39: Ist Begierdelosigkeit (Aparigraha) [im Wesen eines Menschen] gefestigt, erkennt er den Sinn seiner Geburt

Zur Sutra


Aparigraha ist eines der fünf Yamas, also der ethischen Grundhaltungen im achtgliedrigen Yogaweg. Es meint nicht nur weniger Dinge im Schrank, sondern auch weniger inneres Festkrallen an Meinungen, Rollen, Sicherheiten, Verletzungen und Selbstbildern.

Yoga Sutra II-30: Die förderlichen Selbstbeschränkungen (Yamas) sind Nichtverletzen (Ahimsa), Wahrhaftigkeit (Satya), Nichtstehlen (Asteya), Enthaltsamkeit (Brahmacharya) und Begierdelosigkeit (Aparigraha)

Zur Sutra


Gibran sagt sinngemäß: Die Ketten, die wir abwerfen wollen, bestehen oft aus Teilen unseres eigenen Selbst. Das ist yogisch hochinteressant. Denn Yoga sieht Bindung nicht nur im Außen – nicht nur im ungerechten Gesetz, im Tyrannen, in der gesellschaftlichen Enge –, sondern auch in Avidya, der Unklarheit über uns selbst. Man könnte sagen: Der Mensch zimmert sich viele seiner Gefängnisse mit erstaunlicher handwerklicher Begabung selbst.

Yoga Sutra II-3: Unwissenheit (Avidya), Identifikation mit dem Ego (Asmita), Begierde (Raga), Abneigung (Dvesha) und (Todes-)Furcht (Abhiniveshah) sind die fünf leidbringenden Zustände (Kleshas)

Zur Sutra


Yoga Sutra II-4: Avidya, die Unwissenheit, ist die Wurzel der übrigen Kleshas; diese können ruhend, abwechselnd, gedämpft oder voll aktiv in Erscheinung treten

Zur Sutra


Yoga Sutra II-5: Durch Avidya – Unwissenheit oder falsches Verständnis – hält man das Vergängliche für verlässlich, das Unreine für rein, das Leidbringende für gut und Nicht-Selbst für das wahre Selbst

Zur Sutra


Das heißt nicht, dass äußere Unfreiheit unwichtig wäre. Yoga ist kein bequemer Satz wie „Alles liegt nur an dir“. Aber Gibrans Text lenkt den Blick auf eine heikle Doppelbewegung: Äußere Befreiung braucht innere Wachheit, sonst zieht der alte Knecht im neuen Gewand wieder ein.

Die Gita-Parallele: Handeln ohne inneres Verkrampfen

Auch die Bhagavad Gita spricht von Freiheit nicht als Rückzug aus dem Leben, sondern als andere Art, mitten im Leben zu stehen. Besonders nah liegt der Gedanke des Karma Yoga: handeln, ohne sich an die Früchte des Handelns zu klammern. In Bhagavad Gita 2.47 heißt es, dass der Mensch ein Recht auf sein Handeln habe, aber nicht auf die Früchte seiner Handlungen; zugleich solle er nicht an Untätigkeit hängen.

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Das passt wunderbar zu Gibrans Bild: Frei ist nicht, wer keine Sorgen, Wünsche oder Schmerzen mehr kennt. Frei ist, wer von ihnen nicht vollständig verschluckt wird. Die Gita nennt diese innere Haltung Samatva, Gleichmut: Erfolg und Misserfolg, Gewinn und Verlust, Lob und Tadel verlieren ihre absolute Herrschaft über das Herz. In Bhagavad Gita 2.48 wird genau diese Gleichmütigkeit als Yoga bezeichnet.

Das ist keine matte „Mir ist alles egal“-Haltung. Es ist eher eine ruhige Kraft. Man tut, was zu tun ist – aber man hängt nicht wie eine Klette am Ergebnis.

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Licht und Schatten: Die yogische Arbeit mit den Gegensätzen

Gibrans eindrucksvollste Passage ist vielleicht die von Licht und Schatten, die als Paare zusammenhängen: das Gewünschte und das Gefürchtete, das Ersehnte und das, wovor man fliehen will. Das erinnert an die Gita-Lehre von den Dvandvas, den Gegensatzpaaren: heiß und kalt, angenehm und unangenehm, Gewinn und Verlust, Ehre und Schande.

Bhagavad Gita 5.3 beschreibt denjenigen als wirklich entsagt, der weder hasst noch begehrt und dadurch frei von den bindenden Gegensatzpaaren wird. Auch Patanjali spricht davon: 

Yoga Sutra II-48: Dadurch [die Meisterung der Asana] können die Gegensatzpaare den Yogi nicht mehr angreifen

Zur Sutra


Für die Yogapraxis ist das sehr konkret. Auf der Matte zeigt sich das manchmal banal: Man will eine Haltung „können“, will besser aussehen, tiefer kommen, länger halten. Gleichzeitig fürchtet man Blamage, Schmerz, Unbeweglichkeit, das eigene Alter, den Vergleich mit anderen. Und schon ist aus Yoga wieder eine kleine Bühne des Ego geworden. Nicht dramatisch – aber aufschlussreich.

Hier kann man den Lesern einen feinen Gedanken mitgeben: Vielleicht beginnt Freiheit nicht dort, wo kein Widerstand mehr auftaucht, sondern dort, wo Widerstand beobachtet werden kann, ohne ihm sofort zu gehorchen.

Kaivalya: Freiheit als Bei-sich-Sein

In Patanjalis Yoga-Sutra mündet der Weg letztlich in Kaivalya, oft übersetzt als Befreiung, Alleinsein, absolute Unabhängigkeit oder das Ruhen des Bewusstseins in seiner eigenen Natur. Yoga-Sutra 4.34 beschreibt Kaivalya als Zustand, in dem die Kräfte der Natur ihren Zweck für Purusha erfüllt haben und Bewusstsein in seiner eigenen Natur gegründet ist.

Yoga Sutra IV-34: Das Ziel des Purushas, unseres wahren Selbstes, ist das Aufgehen der Gunas in die Prakriti, der Urnatur, und seine Rückkehr zu Kaivalya, der absoluten Freiheit. Purusha, ruht dann in seiner wahren Natur. Hier endet die Yogalehre – iti.

Zur Sutra


Das klingt zunächst abstrakt, fast nach Höhenluft für philosophische Bergziegen. Doch im Zusammenhang mit Gibran wird es greifbarer: Freiheit ist nicht bloß „machen können, was ich will“. Sie ist auch nicht die Abwesenheit jeder Grenze. Sie ist unter anderem ein Nicht-mehr-verwechselt-Sein: Ich bin nicht jeder Impuls. Nicht jede Angst. Nicht jede Begierde. Nicht einmal jede Idee, die ich von mir selbst habe.

Gibrans Pointe, dass eine Freiheit ohne Fesseln selbst zur Fessel einer größeren Freiheit werden kann, passt erstaunlich gut dazu. Jede befreite Stufe zeigt eine neue, feinere Bindung. Erst will man frei sein von äußeren Zwängen. Dann von inneren Mustern. Dann vielleicht sogar vom Stolz darauf, „so frei“ zu sein. Der Weg wird subtiler – und genau deshalb interessanter.

Anders gesagt ...

  • Vairagya als Freiheit von der eigenen Fixierung
    Nicht-Anhaften bedeutet nicht, nichts mehr zu lieben. Es bedeutet, nicht am Geliebten, Gewünschten oder Gefürchteten zu kleben, als hinge das ganze Selbst daran. Gerade deshalb kann Vairagya wärmer sein als man denkt: Wer weniger klammert, sieht klarer.
  • Aparigraha als innere Entrümpelung
    Aparigraha fragt: Was besitze ich – und was besitzt längst mich? Das kann ein Gegenstand sein, eine Kränkung, eine Gewohnheit, eine politische Wut, ein spirituelles Ideal oder auch das Bild, immer unabhängig sein zu müssen.
  • Samatva als Gleichmut im echten Leben
    Gleichmut ist nicht Teilnahmslosigkeit. Er ist ein seelisches Stehvermögen. Man spürt Freude und Schmerz, aber man wird nicht von jeder Welle umgeworfen.
  • Svadhyaya als ehrliche Selbstbefragung
    Die yogische Selbststudie, Svadhyaya, passt hervorragend zu Gibrans Frage nach den selbstgeschaffenen Ketten. Wo verwechseln wir Freiheit mit Trotz? Wo Selbstbestimmung mit Rechthaberei? Wo Loslassen mit Vermeidung?
  • Pratyahara als Abstand zum Reiz
    Pratyahara, das Zurückziehen der Sinne, kann hier praktisch verstanden werden: nicht jedem äußeren Reiz sofort folgen. Nicht jede Nachricht, jede Empörung, jedes Angebot, jede Angst hereinlassen wie einen alten Freund. Manchmal beginnt Freiheit mit einem kleinen inneren Schritt zurück.

Kleine Praxisanregung: Die Ketten freundlich ansehen

Setze dich für einige Minuten ruhig hin. Frage dich nicht sofort: „Wie werde ich frei?“ Frage zuerst: „Woran halte ich fest, obwohl es mich eng macht?“

Vielleicht taucht ein Wunsch auf. Vielleicht ein Ärger. Vielleicht ein Bild von dir selbst: stark, unabhängig, spirituell, erfolgreich, unverwundbar. Nichts davon muss sofort weg. Es genügt, es zu sehen.

Dann frage weiter:

Welche Freiheit suche ich gerade – und könnte auch diese Suche selbst schon wieder Druck erzeugen?

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FunFacts rund um Yoga, Gibran und Freiheit

  • Gibrans „On Freedom“ ist heute gemeinfrei zugänglich
    Der Text „On Freedom“ stammt aus The Prophet, erschienen 1923 bei Alfred A. Knopf, und wird von der Academy of American Poets als Public-Domain-Text geführt. Das erklärt, warum dieser Abschnitt heute so breit zitiert und neu übersetzt wird.
  • In Patanjalis Yoga ist Freiheit nicht das erste, sondern das letzte Wort
    Das letzte Sutra des Yoga-Sutra, 4.34, endet mit Kaivalya, der absoluten Freiheit beziehungsweise dem Ruhen des Bewusstseins in seiner eigenen Natur. 
  • Yoga beginnt bei Patanjali nicht mit Kopfstand, sondern mit Ethik
    Im achtgliedrigen Yogaweg stehen zuerst Yama und Niyama, also ethische Disziplinen wie Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht-Stehlen, Nicht-Gier, Reinheit, Zufriedenheit und Selbststudium. Asana kommt erst danach.
  • „Gleichmut“ wird in der Bhagavad Gita ausdrücklich Yoga genannt
    Bhagavad Gita 2.48 definiert Yoga nicht als perfekte Körperhaltung, sondern als Samatva, also Gleichmut gegenüber Erfolg und Misserfolg. Das ist ziemlich alltagstauglich: Der wahre Prüfstein liegt oft nicht auf der Matte, sondern im Posteingang, im Familiengespräch oder an der Supermarktkasse.
  • Die Bhagavad Gita warnt nicht nur vor Gier, sondern auch vor Anhaften an Untätigkeit
    In Bhagavad Gita 2.47 heißt es nicht nur, man solle nicht an den Früchten des Handelns hängen. Es heißt auch, man solle nicht an Nicht-Handeln hängen. Das ist eine feine Pointe: Spirituelles Loslassen ist keine elegante Ausrede fürs Wegducken.
  • Aparigraha meint auch das Nicht-Festhalten an Meinungen
    Moderne Erklärungen zu Aparigraha betonen nicht nur Besitzlosigkeit, sondern auch Freiheit von gedanklicher Starrheit, Gier und dem Klammern an Paradigmen oder Überzeugungen. Das macht Aparigraha überraschend aktuell – gerade in Zeiten, in denen Menschen ihre Meinung manchmal tragen wie eine Ritterrüstung.
  • In der Gita ist der Entsagte nicht unbedingt der Weltflüchtige
    Bhagavad Gita 5.3 beschreibt den wahrhaft Entsagten als jemanden, der weder hasst noch begehrt und dadurch frei von den Gegensatzpaaren wird. Das ist weniger Klosterromantik als innere Beweglichkeit mitten im Leben.

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Buddha über die Freiheit von Fesseln

Nur die, welche nichts lieben und nichts hassen, tragen keine Fesseln.

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„Nur die, welche nichts lieben und nichts hassen, tragen keine Fesseln.“

Siddhartha Gautama Buddha, Dhammapada 16, 211.

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Rezension: Über Freiheit und Meditation von T.K.V. Desikachar

Cover Über Freiheit und Meditation von Desikachar

Rezension: Über Freiheit und Meditation von T.K.V. Desikachar

Das Buch „Über Freiheit und Meditation – Das Yoga Sutra des Patanjali“ von T.K.V. Desikachar stellt eine lockere Übertragung des Yogasutras von Patanjali dar, keine wortwörtliche Übersetzung des Sanskrit-Vokabulars. Desikachar erweitert um der besseren Verständlichkeit willen den knappen Sutren-Text und ergänzt diese Übertragung darüber hinaus mit erläuternden Kommentaren.

Nicht nur die in Deutschland bekannte Yogalehrerin Anna Trökes bezeichnet dieses Buch als ihr „spirituelles Lieblingsbuch“. Für viele ist es ein Standardwerk der Yoga-Literatur.

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Yoga Sutra II-25: Wenn die Unwissenheit (Avidya) endet, löst sich die Verbindung (Samyoga) mit der äußeren Welt auf – dadurch erlangt der Sehende absolute Freiheit (Kaivalya)

loch freiheit himmeltad-abhābāt-saṁyoga-abhāvo hānaṁ taddṛśeḥ kaivalyam
तदभावात्संयोगाभावो हानं तद्दृशेः कैवल्यम्

Diese Sutra geht auf den Prozess der Erleuchtung ein. Die Kommentatoren erläutern den Zusammenhang Unwissenheit → Anhaftung in der Welt → Leid. Sie ermuntern uns, die scheinbaren Freuden dieser Welt nicht allzulange hinterherzulaufen, sondern zügig und konsequent die wahre Wirklichkeit zu erkennen.

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Yoga Sutra II-18: Die wahrgenommenen Objekte sind aus den 3 Gunas mit den Eigenschaften Klarheit, Aktivität und Trägheit zusammengesetzt, bestehen aus Elementen und Wahrnehmungskräften – alles Wahrgenommene dient der sinnlichen Erfahrung und der Befreiung

kuchen schoko erdbeere 150Prakâsha-kriyâ-sthit-–shîlam bhûtendriyât-makam bhogâpavargârtham drishyam
प्रकाशक्रियास्थितिशीलं भूतेन्द्रियात्मकं भोगापवर्गार्थं दृश्यम्

Wenn der Yogi langsam aus seiner Unwissenheit erwacht, nimmt er die Welt um sich herum mit Staunen wahr. Die Wirklichkeit ist eine geheimnisvolle Beziehung zwischen „Wahrnehmenden“ und „Wahrgenommenen“. Prakriti, die Natur, tanzt einen rätselhaften Tanz, der uns seit Urzeiten staunen lässt.

In dieser und den folgenden Sutra geht es um diesen Tanz, sprich die Eigenschaften der Natur, deren Wirkungsweisen und deren Nutzung durch den Menschen. Patanjali versucht zu beschreiben, „was da draussen ist“. Was unser wahres Selbst – Purusha – sehen und erfahren darf.

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Yoga - Unsterblichkeit und Freiheit von Mircea Eliade

Eliades Yogabuch

Mircea Eliade war Professor für vergleichende Religionswissenschaft und lebte von 1907 (geboren in Bukarest) bis zum 22. April 1986 (Chicago). Sein Buch gehört für mich zu den grundlegenden Yoga-Werken, die von einem westlichen Autor verfasst worden sind.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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