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subtil tropfen 250

sūkṣma-viṣayatvam-ca-aliṇga paryavasānam
सूक्ष्मविषयत्वं चालिङ्गपर्यवसानम्

 

Die Meditation über subtile Objekte kann bis an eine Grenze getrieben werden, die Patanjali mit Alinga umschreibt. Einem Zustand, der als "undefinierbar subtil" oder "unmanifest" beschrieben wird.

 
 

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Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrits

Zunächst hier Übersetzungsmöglichkeiten für die einzelnen Worte, damit du die Übersetzung selbst für ein besseres Verständnis variieren kannst:

  • Suksma, sūkṣma = subtil, feinstofflich; die subtile Qualität;
  • Visaya, viṣaya = Objekt;
  • Sûkshma-vishayatvam = der Samadhi-Zustand, der sich mit subtileren Objekten befaßt;
  • Cha, ca = und;
  • Alinga, aliṅga, a-linga = wörtl.: "ohne Merkmal (Linga)"; der undefinierbare, unmanifestierte Zustand; das letzte Stadium der Gunas, der drei Eigenschaften der Natur; das Merkmallose; das Ungeprägte; die Urnatur; das Undifferenzierte; gemäß dem Kommentar von Vyasa ist Prakrti (die eigene wahre Natur) als feinstofflichste Ursache gemeint;
  • Paryavasana, paryavasāna, paryavasânam = sich erstreckend; begrenzen; Grenze; Ende; Beendigung;

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Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

Definition "subtil"

Wortherkunft: subtexilis meint im lateinischen "fein unter anderes gewebt". Im Deutschen gibt es mehrere Bedeutungen:

  • Etwas Subtiles ist fein strukturiert und damit schwer zu erkennen.
  • Subtil = unterschwellig.
  • Subtil = mit großer Sorgfalt und Genauigkeit tätig sein.

Hinweis zu den folgenden Sutra-Übersetzungen: Übertragungen aus dem Englischen sind Eigenübersetzungen.

  • R. Steiner: Ein Objekt in der Welt könne "... bis zum Undefinierbaren subtil sein."
  • Sukadev: "... Samadhi ... mit subtilen Objekten ... erstreckt sich bis zum unmanifestierten Zustand."
  • Iyengar: Das Meditieren über das Subtile führe "... zu einem Zustand ohne Merkmale."
  • R. Skuban: "Das Eindringen ... findet sein Ende erst in der Formlosigkeit selbst."
  • R. Palmer: Das Subtile "... endet im Merkmallosen."
  • Coster: "Auf den folgenden ... Stufen ... ist ein analytisches Denken nicht mehr möglich."
  • Feuerstein: "... enden im Undifferenzierten."
  • R. Sriram: "... Das Unbenennbare ist die Grenze ..."
  • 12koerbe.de: "Fein-Objektivität mündet ... eigenschaftslosen Schluss ..."
  • Hariharananda Aranya: "Subtilität ... kulminiert in .. dem Unmanifestierten."
  • Swami Prabhavananda: "Hinter allen subtilen Objekten steht Prakriti, die Urursache."
  • Swami Vivekananda: "Die feineren Objekte enden mit dem Pradhana (= die Hauptsache, das Wichtigste)."

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Wie weit geht das Subtile?

Iyengar verweist darauf, dass die subtilste Ebene der Natur (Prakrti) das Bewusstsein sei. Wenn dieses – bereits subtile – Bewusstsein sich aufmacht, über die subtilen Aspekte der Natur zu meditieren, würde der "innere Sinn" völlig zur Ruhe kommen.

Ähnlich sagt Sukadev: "Mit subtileren Objekten, sûkshma-vishayatvam, können wir in die höheren Samadhi-Stufen Sananda und Sasmita gelangen."

Skuban spricht von einer "nicht differnzierten, formlosen Ursubstanz", in der das Eintauchen in das Subtile endet. Der Yogi ruhe dann allerdings noch immer nicht in sich selbst. Purusha, das wahre Selbst, blicke immer noch auf die Leinwand des Citta. Vrittis (Geistesbewegungen) seien immer noch – wenn auch schon stark eingeschränkt – vorhanden, das Ziel des Yogas noch nicht erreicht.

Ergänzend Swami Satchidananda:

"Der Geist hat die Kraft, bis zur tiefsten Wurzel der unmanifestierten Natur zu gehen."

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Das Unbeschreibbare

Govindan schreibt, dass die feinstofflichste Ursache, der Bereich des Transzendentalen, normalerweise hinter dem liegt, was der Verstand (Buddhi) begreifen oder erfassen kann. Der Yogi könne diesen Bereich aber (in tiefem Samadhi) erfahren.

Weil jedoch der Verstand diese Erfahrung nicht erfassen kann, spricht derjenige, der diesen Samadhi erfahren hat, nicht darüber. Es herrsche Stille, es bleibe nur der Sehende...

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Übung zu Yoga Sutra I-45

uebung sutre

Übungsvorschlag für die kommende Woche zu Sutra 1-45:

Führe wieder eine Meditation auf ein subtiles Objekt aus wie im Übungsvorschlag zu Sutra I-44.

Beispiele für subtile Objekte:

Ego; Intelligenz; Ton; Berührung, Geschmack, Form; Geruch. Einem der drei Gunas: das Lichte, das Träge oder das Energetische;

Vertiefe diesmal die Meditation, indem du sanft die Atempausen ausdehnst und dabei besonders achtsam bleibst. 

 

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Siehe auch weitere Sutra

Yoga Sutra II-19: Die drei Grundbestandteile der Urnatur (Prakriti), Sattva, Rajas und Tamas, haben als Eigenschaften: grob, fein, bestimmbar, unbestimmbar


Visheshâvishesha-lingamâtrâlingâni guna-parvâni
विशेषाविशेषलिङ्गमात्रालिङ्गानि गुणपर्वाणि

 

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